Kanton Basel-Stadt

Kanton Basel-Stadt
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild:BS
Amtssprache:Deutsch
Hauptort:Basel
Beitritt zum Bund:1501
Fläche:36,95 km²
Höhenbereich:244–522 m ü. M.
Website:www.bs.ch
Bevölkerung
Einwohner:195'844 (31. Dezember 2019)[1]
Einwohnerdichte:5300 Einwohner pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
36,6 % (31. Dezember 2019)[2]
Arbeitslosenquote:4,4 % (31. Januar 2021)[3]
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons
Einwohnergemeinden des Kantons

Koordinaten: 47° 33′ N, 7° 36′ O; CH1903: 611620 / 267377

Basel-Stadt (Kürzel BS; französisch Bâle-Ville, italienisch Basilea Città, rätoromanisch ) ist ein Kanton in der Schweiz. Der Hauptort und zugleich einwohnergrösster Ort ist die Stadt Basel. Der Kanton zählt zum Wirtschaftsraum Nordwestschweiz und zur Metropolregion Basel.

Der Stadtkanton ist der flächenkleinste und zugleich am dichtesten besiedelte Schweizer Kanton und besteht aus der Stadt Basel sowie den politischen Gemeinden Riehen und Bettingen. Der Kanton Basel-Stadt grenzt im Süden an den Kanton Basel-Landschaft und im Norden an Deutschland und im Nordwesten an Frankreich.

Geographie

Der Halbkanton Basel-Stadt liegt im Nordwesten der Schweiz. Der Fläche nach ist er der kleinste Kanton, von der Einwohnerzahl her belegt er Platz 15 von 26. Die Gemeinde Basel liegt am Rheinknie, in dem der Birsig in den Rhein mündet und dieser seine Fliessrichtung von Westen in Richtung Norden ändert. Das Rheinknie bildet das südliche Ende der Oberrheinischen Tiefebene.

Hinzu kommen die beiden Landgemeinden Riehen und Bettingen nördlich des Rheins. Riehen erstreckt sich entlang des Wiesentals und zählt rund 21'000 Einwohner. Bettingen ist unterteilt in die Ortschaften Bettingen Dorf und St. Chrischona, hat rund 1200 Einwohner und liegt auf einer Anhöhe, deren markantester Punkt der Fernsehturm St. Chrischona ist.

Verwaltungsgliederung

Politische Gemeinden

Seit 1908 ist die Gemeinde Kleinhüningen in die Stadt Basel eingemeindet.

Nachfolgend aufgelistet sind alle drei politischen Gemeinden per 31. Dezember 2018:[4]

Politische GemeindeEinwohner
Basel172'258
Riehen021'339
Bettingen001169
Bezirke

Nach der Trennung von Basel-Landschaft bestand der Stadtkanton aus zwei Bezirken, dem Stadtbezirk mit der Gemeinde Basel und dem Landbezirk mit den Gemeinden Kleinhüningen, Riehen und Bettingen. Mit der kantonalen Verfassung von 1889 wurde die Ebene der Bezirke aufgehoben.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) führt den gesamten Kanton jedoch als einen Bezirk unter der BFS-Nr.: 1200.

Bevölkerung

Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt nach Staatsangehörigkeit 1990–2010
Staatsbürgerschaft[5]1990
(%)
2000
(%)
2010
(%)
SchweizSchweiz Schweiz77,5272,4467,36
DeutschlandDeutschland Deutschland2,603,277,58
ItalienItalien Italien6,425,444,18
TurkeiTürkei Türkei3,274,383,56
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien2,793,13
SerbienSerbien Serbien
MontenegroMontenegro Montenegro
KosovoKosovo Kosovo
1,17
SpanienSpanien Spanien2,782,162,81
PortugalPortugal Portugal0,420,791,35
NordmazedonienNordmazedonien Nordmazedonien1,121,17
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich0,350,480,96
FrankreichFrankreich Frankreich0,590,540,76
IndienIndien Indien0,120,170,65
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten0,250,310,63
OsterreichÖsterreich Österreich0,450,450,58
KroatienKroatien Kroatien0,810,54
Sri LankaSri Lanka Sri Lanka0,300,630,49
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina0,680,41
NiederlandeNiederlande Niederlande0,180,210,32

Die Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt ist sehr heterogen und reflektiert die Geschichte des Kantons als wichtiger Handels- und Industriestandort. Die Bevölkerungsentwicklung ist seit den 1980er-Jahren rückläufig.[6] Die Abwanderung in angrenzende Gemeinden anderer Kantone und der strukturelle Verlust von Arbeitsplätzen mit dem Wandel in der industriellen Produktion zählen zu den wichtigen Gründen hierfür. Per 31. Dezember 2019 betrug die Einwohnerzahl des Kantons Basel-Stadt 195'844.[7] Die Bevölkerungsdichte liegt mit 5293 Einwohnern pro Quadratkilometer annähernd bei dem 26fachen des Schweizer Durchschnitts (208 Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am 31. Dezember 2019 auf 36,6 Prozent, während landesweit 25,3 Prozent Ausländer registriert waren.[8] Per 31. Januar 2021 betrug die Arbeitslosenquote 4,4 Prozent gegenüber 3,7 Prozent auf eidgenössischer Ebene.[9]

Religionen – Konfessionen

Religionszugehörigkeit im Kanton Basel-Stadt der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren 2017[10]
ReligionszugehörigkeitAnzahl
Einwohner
Anteil
in Prozent
Römisch-katholisch26'97516,5
Evangelisch-reformiert25'78815,8
Andere christliche Glaubensgemeinschaften09'30705,7
Jüdische Glaubensgemeinschaften01'13000,7
Islamische Glaubensgemeinschaften13'31808,2
Andere Religionsgemeinschaften03'44502,1
Konfessionslos80'89949,6
keine Angabe02'15301,3
Kanton Basel-Stadt (Gesamt)163'0140100

Die früher dominante protestantische Bevölkerung ist von 85'000 im Jahr 1980 auf 27'000 per Ende 2017 zurückgegangen. Die Zahlen sind allerdings verschieden zu interpretieren. Bei den Protestanten, den Katholiken, bei den Juden und bei den Christkatholiken wird die institutionelle Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft gezählt (öffentlich-rechtlich anerkannte Gemeinschaften), bei den Muslimen, den «Anderen» und den Ostkirchenanhängern (wie Serbisch-Orthodoxen oder Griechisch-Orthodoxen) die Glaubenszugehörigkeit (Stand Ende 2010).[11]

2019 wurde schweizweit die höchste Quote an Kirchenaustritten verzeichnet. Die Austrittsrate betrug 2019 über die Gesamtschweiz berechnet durchschnittlich 1,1 Prozent. In der Schweiz stand, kantonal betrachtet, der Kanton Basel-Stadt an der Spitze mit einer Austrittsquote von 4,9 Prozent.[12]

Geschichte

Der Kanton in seinen heutigen Grenzen entstand 1833, als sich vom damaligen Kanton Basel der heutige Kanton Basel-Landschaft im Rahmen der Basler Kantonstrennung abspaltete. Basel-Stadt hatte lange Zeit einen Wiedervereinigungsartikel in der Verfassung, erst mit der Totalrevision 2006 wurde er fallengelassen. Die Verfassung von Basel-Landschaft gebietet Eigenständigkeit. Im Jahre 1969 wurde über eine Wiedervereinigung abgestimmt, die Stimmberechtigten votierten in Basel-Stadt klar dafür, in Basel-Landschaft dagegen. Die Wiedervereinigung war politisch chancenlos. Im September 2014 ist eine weitere Abstimmung zur Fusion beider Basel durchgeführt worden.[13] Wieder gab es in Basel-Stadt ein knappes Ja (54,9 % Ja), während in Basel-Landschaft die Fusion klar abgelehnt worden ist (68,3 % Nein). Pragmatischer Ausweg aus diesem Dilemma sind gemeinsame Verwaltungseinheiten und Institutionen und der freiwillige Abgleich von Gesetzen und Verordnungen.

Die Geschichte von Basel-Stadt ist grösstenteils mit der Geschichte der den Stadtkanton dominierenden Stadt Basel identisch, siehe dort.

Verfassung

Die Stimmberechtigten des Kantons Basel-Stadt haben die aktuelle Kantonsverfassung[14] am 30. Oktober 2005 angenommen. Diese trat am 13. Juli 2006 in Kraft und löste die Verfassung vom 2. Dezember 1889 ab.[15]

Direktdemokratische Volksrechte

3000 Stimmberechtigte können eine ausformulierte (formulierte) oder allgemein gehaltene (unformulierte) Volksinitiative einreichen, die eine Änderung der Verfassung oder eine Änderung, den Erlass oder die Aufhebung eines Gesetzes oder eines referendumsfähigen Grossratsbeschlusses betrifft.

Zwingend der Volksabstimmung unterstehen alle Verfassungsänderungen, alle formulierten Volksinitiativen sowie alle unformulierten Volksinitiativen, denen der Grosse Rat nicht zustimmt (obligatorisches Referendum).

2000 Stimmberechtigte können eine Volksabstimmung über einen Beschluss des Grossen Rates verlangen, der den Erlass, die Änderung oder die Aufhebung eines Gesetzes oder aber eine Ausgabe in gewisser, vom Gesetz festgelegter Höhe betrifft (fakultatives Referendum).

Legislative – Grosser Rat

Das Parlament des Kantons nennt sich Grosser Rat. Es umfasst 100 Mitglieder,[16] die jeweils nach dem Proporzwahlverfahren für eine Amtsperiode von vier Jahren gewählt werden.

Grossratswahlen vom 25. Oktober 2020
Wahlbeteiligung: 43,48 %
 %
40
30
20
10
0
30,03
16,58
14,07
10,97
8,39
7,77
6,25
3,64
1,34
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
−2,45
+3,23
+0,29
−3,33
−0,84
+3,46
+0,40
+1,01
−2,73
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%
Sitzverteilung 2021 im Grossen Rat Basel-Stadt
Insgesamt 100 Sitze
Sitzverteilung im Grossen Rat Basel-Stadt zwischen 1996 und 2021
Partei1996200020042008201220162020
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP)39394632333430
Grünes Bündnis20121613131418
Liberal-Demokratische Partei (LDP)14161209101414
Schweizerische Volkspartei (SVP)03141514151511
Grünliberale Partei (glp)00000005050408
FDP.Die Liberalen17181811121007
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP)13141108080707
Evangelische Volkspartei (EVP)06060604010103
Aktives Bettingen (AB)00000001010101
Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat (VA)00000000020001
Demokratisch-Soziale Partei (DSP)10060603000000
Schweizer Demokraten (SD)08050000000000

Exekutive – Regierungsrat

Der Regierungsrat wird nach dem Majorzwahlverfahren auf jeweils vier Jahre gewählt.

Mitglieder des Regierungsrates[17][18]
RegierungsratParteiDepartement
Beat Jans, Regierungspräsident 2021–2025SPPräsidialdepartement (PD)
Kaspar SutterSPDepartement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU)
Conradin CramerLDPErziehungsdepartement (ED)
Stephanie EymannLDPJustiz- und Sicherheitsdepartement (JSD)
Lukas Engelberger, Regierungsvizepräsident 2021–2025CVPGesundheitsdepartement (GD)
Tanja SolandSPFinanzdepartement (FD)
Esther KellerGLPBau- und Verkehrsdepartement (BVD)

Anders als in den meisten andern Kantonen, die ein rotierendes System kennen, wird das Regierungspräsidium vom Volk und für die ganze vierjährige Legislaturperiode gewählt.

Judikative

Oberste Gerichtsinstanz in Basel-Stadt ist das Appellationsgericht. Es ist zugleich kantonales Verwaltungsgericht und kantonales Verfassungsgericht und übt die Aufsicht über die erstinstanzlichen Gerichte aus.

Dem Appellationsgericht untergeordnet sind das Zivilgericht, das Strafgericht, das Jugendstrafgericht und das Sozialversicherungsgericht.

Gemeinden

Schweizweit eine Besonderheit ist, dass fast alle Geschäfte der Gemeinde Basel vom Kanton Basel-Stadt geführt werden. Damit sind Parlament, Regierung und Verwaltung des Kantons auch direkt für die Stadtgemeinde zuständig. Riehen und Bettingen verfügen dagegen über selbständige Gemeindeorgane. Ausserhalb der kantonalen Verwaltung liegen einige soziale Institutionen wie das Bürgerspital Basel oder das bürgerliche Waisenhaus, die traditionell durch die Bürgergemeinde der Stadt Basel verwaltet werden.

Der Kanton Basel-Stadt ist einer der wenigen Kantone in der Schweiz, in dem für Einbürgerungen die Bürgergemeinden zuständig sind. Die Legislative der Bürgergemeinde Basel ist der Bürgergemeinderat, dessen Mitglieder die Bürgergemeinderäte sind, sein Präsident ist der Bürgergemeinderatspräsident. Die Exekutive heisst Bürgerrat, seine Mitglieder sind die Bürgerräte, sein Präsident ist der Bürgerratspräsident.

Religionsgemeinschaften

Durch die Verfassung öffentlich-rechtlich anerkannt sind die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische und die christkatholische Kirche sowie die israelitische Gemeinde. Sie ordnen ihre inneren Verhältnisse selbständig und geben sich eine Verfassung, die vom Regierungsrat genehmigt werden muss.

Im Zuge der Trennung von Kirche und Staat wurden die vier öffentlich-rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften mit der Befugnis ausgestattet, selbständig bei ihren Mitgliedern Kirchensteuern einzuziehen. Nachdem die zuletzt hierfür verwendete Softwarelösung vom Hersteller nicht mehr unterstützt wurde und für eine neue Lösung sehr hohe Kosten angefallen wären, ersuchten die Einwohnergemeinde Bettingen und die vier Religionsgemeinschaften den Kanton Basel-Stadt darum, dass künftig wie in den meisten anderen Kantonen der Schweiz sowie in Deutschland die staatliche Steuerverwaltung für die Religionsgemeinschaften die Steuern einzieht (gegen Abgeltung). Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt trat auf das Ersuchen ein und beschloss im November 2018 eine entsprechende Änderung des Steuergesetzes, wogegen allerdings das Referendum ergriffen wurde. In der kantonalen Abstimmung vom 19. Mai 2019 hiess eine Mehrheit der Stimmenden jedoch die Gesetzesänderung gut.

Politik

Parteiensystem

Basel-Stadt verfügt heute über ein heterogenes Mehrparteiensystem mit fragmentierten Flügeln auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Neben den im Basler Grossen Rat, dem Kantonsparlament, vertretenen Parteien Grünes Bündnis, SP, CVP, EVP, FDP, LDP, glp und SVP sind noch weitere Parteien wie auch einzelne parteiunabhängige Politiker aktiv. Der Kanton Basel-Stadt ist der einzige Deutschschweizer Kanton, in dem die ehemalige Liberale Partei der Schweiz (LPS, in Basel die Liberaldemokratische Partei, LDP) noch eine Rolle spielt, diese gilt dort als Partei des «Daigs», der traditionellen Basler Elite.

Lange Zeit war Basel eine sozialdemokratische Hochburg. In den 1930er-Jahren stellten Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen sogar die Mehrheit, diese Zeit ging als «rotes Basel» in die Geschichte ein. In der Zeit des Kalten Kriegs dominierten jedoch auch in Basel die bürgerlichen Kräfte. In der Gegenwart kann weder das rot-grüne noch das bürgerliche Lager eine absolute Mehrheit beanspruchen. In der Grossratswahl 2012 erreichten beide Lager gleich viele Sitze, wobei der Einzug der rechtspopulistischen «Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat» ins Kantonsparlament Aufsehen erregte.

Bei den Nationalratswahlen 2003 erreichte die Linke in Basel-Stadt (als einziger Schweizer Kanton) die absolute Mehrheit der Stimmen, ebenso anlässlich der Nationalratswahlen vom November 2007.

Integrationspolitik

Viel Beachtung in der Politik findet das Basler Integrationsmodell von Thomas Kessler.

Vertreter von Basel-Stadt in der Bundesversammlung

Basel-Stadt entsendet fünf Vertreter in den Nationalrat:[19]

Basel-Stadt entsendet als Kanton mit halber Standesstimme einen Vertreter in den Ständerat:[20]

  • Eva Herzog, SP, seit 2019

Internationale Partnerschaften

Zwischen dem Kanton Basel-Stadt und dem US-Bundesstaat Massachusetts wurde am 20. Juni 2002 eine Partnerschaft mittels «Sister-State Agreement» begründet.[21]

Der Kanton Basel-Stadt und die japanische Präfektur Toyama pflegen seit 2006 einen Austausch, der mit Abkommen in den Jahren 2009 und 2018 formalisiert wurde.[22]

Wirtschaft

Im Kanton Basel-Stadt sind die chemische und pharmazeutische Industrie sowie der Handel von nationaler Bedeutung. Als Finanzplatz hat Basel noch eine gewisse Bedeutung hinter Zürich und Genf. Das Wirtschaftsleben konzentriert sich auf die Gemeinde Basel (Details siehe dort).

Tourismus

Die jährliche internationale Kunstmesse Art Basel

Touristisch ist Basel sehr gut erschlossen: Unterkünfte jeder Preisklasse, von Jugendherbergen bis zu historisch bedeutsamen Luxushotels wie dem Hotel Les Trois Rois, bieten zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten, und Basel Tourismus, die halbstaatliche Organisation zur Förderung von Tourismus in Basel, unterhält nicht nur Informationsstellen, sondern bietet auch ein breites Angebot an Ausflügen und anderen Dienstleistungen an.

Basel birgt eine Fülle von Sehenswürdigkeiten, darunter die Altstadt, das Basler Münster, den Fernsehturm St. Chrischona sowie zahlreiche neuere Bauwerke von bedeutenden Architekten. Weiter ziehen der Zoo Basel, der grösste zoologische Garten der Schweiz, das Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz und die zahlreichen Museen oder Anlässe wie die Basler Fasnacht viele Besucher an.

Auch unter Kunstliebhabern ist Basel seit Jahrzehnten ein Begriff: Neben weltbekannten Sammlungen der Fondation Beyeler, des Tinguely-Museums, oder des Basler Kunstmuseums lockten die zahlreichen Sonderausstellungen der Museen und natürlich die Art Basel, eine der weltweit wichtigsten Kunstmessen, jedes Jahr Zehntausende Besucher nach Basel.

Verkehr

Strassenverkehr

Basel ist Drehkreuz des Strassenverkehrs Nord-Süd von Frankreich und Deutschland durch die Schweiz. Die Autobahn A3 von Frankreich gelangt über die Nordtangente zur Stadtautobahn A2, der sogenannten Osttangente, welche den Verkehr von Deutschland durch die Stadt Richtung Süden leitet. Ausserhalb der Stadt trennen sich darauf die beiden Zweige wieder. Die A2 führt weiter zum Gotthard bzw. nach Bern und die A3 nach Zürich. Im Jahr 2019 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 337.[23]

Flugverkehr

Der binationale Flughafen Basel Mulhouse Freiburg (EuroAirport) liegt vollständig auf französischem Territorium, ist jedoch in einen französischen und einen schweizerischen Sektor aufgeteilt. Der letztere ist mit einer zolltechnisch exterritorialen Strasse, einer sogenannten Zollfreistrasse, mit der Schweiz verbunden, die unter dem Namen «Flughafenstrasse» in Basel beginnt.

Bahnverkehr

Bahnhof Basel SBB

Der Kanton Basel-Stadt besitzt drei internationale Bahnhöfe. Der Schweizer Bahnhof Basel SBB und der französische Bahnhof Basel SNCF befinden sich beide in einem Gebäude, südlich des Stadtzentrums auf Grossbasler Seite. Wer vom Schweizer Bahnhof zum französischen möchte, hat eine Zollgrenze passieren. Der von der Deutschen Bahn betriebene Badische Bahnhof befindet sich auf Kleinbasler Seite und ist ebenfalls zolltechnisch von der Schweiz getrennt. Dieser Bahnhof wird vor allem von Reisenden aus Deutschland benutzt, die zwischen Hochrheinstrecke, Wiesentallinie (Linie S6 der S-Bahn Basel zwischen Basel SBB–LörrachZell im Wiesental) und Oberrheinbahn umsteigen und dabei Schweizer Gebiet passieren müssen.

Im Weiteren existieren vier Lokalbahnhöfe. St. Jakob befindet sich an der Bözberglinie bzw. Hauensteinlinie nach Muttenz; bislang jedoch halten Züge hier nur bei Grossereignissen im St. Jakob-Park. Die Station Dreispitz an der Juralinie (im Mai 2006 eröffnet) soll den Bahnhof SBB von Pendlerströmen vor allem in und aus Richtung Birsigtal entlasten.

Einen ähnlichen Status wie den des Badischen Bahnhofs haben die Stationen St. Johann an der SNCF-Strecke nach Mülhausen sowie Riehen Niederholz und Riehen an der deutschen Wiesentallinie. Alle drei Stationen liegen auf Schweizer Territorium, sind hingegen zolltechnisch französisches bzw. deutsches Hoheitsgebiet.

Schifffahrt

Auch über den Fluss Rhein ist Basel an den Rest der Schweiz und der Nachbarländer angeschlossen. So befährt die Schifffahrtsgesellschaft Basel den Rhein hinauf nach Rheinfelden. Basel ist zugleich der Heimathafen diverser Reedereien, welche von hier aus Kreuzfahrten auf dem Rhein sowie zum Main und zur Mosel anbieten.

Daneben ist Basel der Heimathafen der Schweizerischen Hochseeschifffahrt.

Ein wichtiger Stützpfeiler der Schweizer Wirtschaft ist die Basler Rheinschifffahrt mit ihren Rheinhäfen Kleinhüningen, St. Johann und Birsfelden.

Nahverkehr

Der innerstädtische Verkehr sowie die Feinerschliessung der näheren Umgebung erfolgen mit einem ausgedehnten Tramnetz, ergänzt durch zahlreiche Buslinien der Basler Verkehrs-Betriebe, der Baselland Transport AG und der Autobus AG Liestal und einiger weiterer Unternehmen.

Bildung

In den 1990er-Jahren und erneut in den 2010er-Jahren mit der Schulharmonisierung wurde das gesamte öffentliche Schulsystem reformiert. Der zweijährige Kindergarten ist seit August 2005 obligatorisch. Die offizielle Schulzeit, die Volksschule, beginnt mit dem Kindergarten, dauert elf Jahre und beginnt ab dem fünften Lebensjahr. In Abhängigkeit vom genauen Geburtsdatum kann die Einschulung um ein Jahr hinausgeschoben werden.[24]

Ablauf der Schule
BezeichnungDauerNiveausBewertungsformSelektion
Kindergartenzwei Jahrekeinekeinekeine
Primarschulesechs Jahrekeinekeinekeine
Sekundarschuledrei JahreLeistungszug A (allg. Anforderungen)
Leistungszug E (erweiterte A.)
Leistungszug P (hohe A.)
NotenZeugnis der Primarschule oder freiwillige Aufnahmeprüfung
Gymnasiumvier JahrekeineNotenAus der Sekundarschule kommend basiert der Entschied auf dem Leistungszug: E-Zug und hohe Noten, oder P-Zug

Siehe auch

  • Gemeinden des Kantons Basel-Stadt
  • Liste Basler Persönlichkeiten

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999–2019. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. August 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  2. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999–2019. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. August 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  3. Arbeitslosenzahlen. In: seco.admin.ch. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 4. Februar 2021, abgerufen am 28. Februar 2021 (siehe Publikation «Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Januar 2021» vom 8. Februar 2021).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  5. Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Stadt nach Staatsangehörigkeit seit 1990. (XLS; 470 kB) Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt, 21. Februar 2014, archiviert vom Original am 4. September 2014; abgerufen am 1. August 2014.
  6. Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsdynamik beider Basel (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive), Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 7. August 2010.
  7. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999–2019. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. August 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  8. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton, 1999–2019. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 27. August 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
  9. Arbeitslosenzahlen. In: seco.admin.ch. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 4. Februar 2021, abgerufen am 28. Februar 2021 (siehe Publikation «Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Januar 2021» vom 8. Februar 2021).
  10. Bundesamt für Statistik: Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren nach Religionszugehörigkeit und Kanton – 2017 | Tabelle. 29. Januar 2019, abgerufen am 29. Januar 2019.
  11. Statistisches Amt Basel-Stadt.
  12. Zahl der Kirchenaustritte in der Schweiz so hoch wie noch nie
  13. Fusion beider Basel – Baselbiet fegt Wiedervereinigung vom Tisch. Neue Zürcher Zeitung, 28. September 2014, abgerufen am 18. März 2016.
  14. Verfassung des Kantons Basel-Stadt. Vom 23. März 2005 (Stand 22. Juni 2014). Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 1. August 2014.
  15. Umsetzung der neuen Kantonsverfassung. Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, 30. November 2005, abgerufen am 1. August 2014.
  16. Bis Februar 2008 sassen 130 Mitglieder im basel-städtischen Grossen Rat.
  17. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt. Regierungsrat Basel-Stadt, abgerufen am 8. Februar 2021.
  18. Departementsverteilung im Regierungsrat. Regierungsrat Basel-Stadt, 1. Dezember 2020, abgerufen am 8. Februar 2021.
  19. Grün gewinnt einen Sitz. Neue Zürcher Zeitung, abgerufen am 19. Oktober 2015.
  20. Mitglieder des Ständerates: Kanton Basel-Stadt. Bundesversammlung, archiviert vom Original am 22. Januar 2014; abgerufen am 1. August 2014.
  21. Schwesterstaaten beidseits des Atlantiks. Kanton Basel-Stadt, abgerufen am 15. September 2019.
  22. Partnerschaft Präfektur Toyama. Abgerufen am 9. Juni 2019.
  23. bfs.admin.ch
  24. Kurz erklärt. Kanton Basel-Stadt, abgerufen am 10. Juni 2019.

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Rätoromanische Aussprache von "Basilea-Citad" (Basel-Stadt). Sprecherin ist eine 25-jährige weibliche Person aus Brigels. L1: Sursilvanisch & Schweizerdeutsch.
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