Kabinett Merz

Kabinett Merz
Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland
Friedrich Merz
(c) Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
BundeskanzlerFriedrich Merz
Wahl2025
Legislaturperiode21.
Ernannt durchBundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Beginn6. Mai 2025
Dauer217 Tage
VorgängerKabinett Scholz
Zusammensetzung
Partei(en)CDU/CSU, SPD
Minister17
Repräsentation
Deutscher Bundestag
328 / 630 (52,1 %)

Das Kabinett Merz ist seit dem 6. Mai 2025 die 25. Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland unter der Führung des Bundeskanzlers Friedrich Merz. Das im Anschluss an die vorgezogene Bundestagswahl 2025 gebildete Kabinett setzt sich als Nachfolger des Kabinetts Scholz aus Vertretern der Christlich Demokratischen Union (CDU), der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Christlich-Sozialen Union (CSU) zusammen. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene.

Regierungsbildung

Bundestagswahl

Bei der Bundestagswahl 2025 am 23. Februar 2025 wurden CDU und CSU unter der Führung von Friedrich Merz mit 28,5 % der Stimmen die stärkste Kraft, vor der Alternative für Deutschland (AfD), die mit 20,8 % der Stimmen ein historisches Ergebnis für eine rechtsextreme Partei erzielen konnte. Die SPD unter Bundeskanzler Olaf Scholz kam mit 16,4 % der Stimmen auf ihr schlechtestes Ergebnis in der Nachkriegszeit, während die Grünen mit leichten Verlusten auf 11,6 % zurückfielen. Die Linke konnte ihr Wahlergebnis auf 8,8 % verbessern. Die Freie Demokratische Partei (4,3 %) und das im Jahr zuvor gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (4,98 %) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.[1]

Regierungsbildung

Unterzeichneter Koalitionsvertrag
(c) Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Markus Söder, Friedrich Merz und Lars Klingbeil mit dem Koalitionsvertrag

Nachdem die Union als stärkste Fraktion in den neuen Deutschen Bundestag eingezogen war, nahmen die Spitzen von CDU, CSU und SPD Gespräche zur Bildung einer neuen Bundesregierung auf. Die schwarz-rote Koalition war die einzige rechnerische Konstellation, die vor der Wahl nicht ausgeschlossen wurde und eine Mehrheit im Bundestag erhielt. Zwei Wochen nach der Wahl, am 8. März, schlossen CDU, CSU und SPD ihre Sondierungsgespräche ab und legten ein elfseitiges Papier vor.[2] Anschließend begann die Verhandlung der Parteien über einen Koalitionsvertrag.

Am 9. April 2025 stellten der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz gemeinsam mit dem CSU-Vorsitzenden, Markus Söder, und den Co-Vorsitzenden der SPD, Lars Klingbeil und Saskia Esken, einen Koalitionsvertrag mit dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ für die geplante schwarz-rote Koalition vor.[3]

Am 10. April 2025 beschloss der CSU-Parteivorstand einstimmig den Eintritt in die Koalition.[4] Bei der CDU befürwortete am 28. April 2025 ein kleiner Parteitag den Koalitionsvertrag.[5] Die SPD-Mitglieder entschieden sich in einem Mitgliedervotum für den Eintritt in die Koalition.

Am 28. April 2025 stellten CDU und CSU ihre Personalien für die Ministerposten und Staatssekretäre vor.[6][7] Lars Klingbeil wurde am Tag der Bekanntgabe des Ergebnisses des Mitgliedervotums seiner Partei, am 30. April 2025, zum designierten Vizekanzler und Finanzminister ernannt.[8] Kurz vor der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags am 5. Mai 2025 gab auch die SPD ihre Minister bekannt.[9]

Wahl des Bundeskanzlers im Bundestag

In der Abstimmung über den deutschen Bundeskanzler wurde Friedrich Merz am 6. Mai 2025 vom 21. Deutschen Bundestag in seiner 2. Sitzung zum Bundeskanzler gewählt. Im ersten Wahlgang, für den er gemäß Art. 63 Abs. 1 GG von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagen wurde, erhielt Merz nicht die nötige Mehrheit. Die Geschäftsordnung des Bundestages sieht einen zweiten Wahlgang auf Vorschlag aus dem Parlament nach einer Frist von drei Tagen vor. Die Koalitionsfraktionen sowie die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke verständigten sich jedoch auf eine mit Zweidrittelmehrheit zu beschließende Abweichung von der Geschäftsordnung, der die Abgeordneten aller Fraktionen[10] zustimmten. Merz wurde daraufhin von der Unions- und der SPD-Fraktion gemäß § 4 GO-BT erneut nominiert und am selben Tag im zweiten Wahlgang mit der nötigen absoluten Mehrheit zum Bundeskanzler gewählt.[11]

Berlin, 6. Mai 2025 – Gesamtstimmenzahl 630 – absolute Mehrheit ab 316 Stimmen
WahlgangKandidatStimmenStimmenzahlAnteilKoalitionsparteien
1. WahlgangFriedrich Merz
(CDU)
Ja31049,2 %CDU, CSU, SPD
Nein30748,7 %
Enthaltung30,5 %
Ungültig10,2 %
nicht abgegeben91,4 %
2. WahlgangJa32551,6 %
Nein28945,9 %
Enthaltung10,2 %
Ungültig30,5 %
nicht abgegeben121,9 %
Damit wurde Friedrich Merz im zweiten Wahlgang zum Bundeskanzler gewählt.

Zusammensetzung

Die Bundesregierung besteht nach Art. 62 GG aus dem Bundeskanzler und den Bundesministern. Daher sind die Parlamentarischen Staatssekretäre (ggf. mit der Bezeichnung Staatsminister) keine stimmberechtigten Regierungsmitglieder im engeren Sinne, nehmen aber dennoch an Kabinettssitzungen teil. Die amtliche Reihenfolge der Bundesminister wurde nach der Regierungsbildung festgelegt.[12]

Kabinett Merz und Parlamentarische Staatssekretäre (seit 6. Mai 2025)
LogoAmt oder Ressort[13]BildNameParteiParlamentarische Staatssekretäre bzw. Staatsminister[Anm. 1]Partei
Bundeskanzler
(c) Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Friedrich MerzCDUChristiane Schenderlein
Staatsministerin für Sport und Ehrenamt[14]
CDU
Wolfram Weimer
Staatsminister und Beauftragter für Kultur und Medien
parteilos
(von der CDU nominiert)
Michael Meister
Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit[14]
CDU
Stellvertreter des Bundeskanzlers
Finanzen
© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Lars KlingbeilSPDElisabeth Kaiser
Staatsministerin und Beauftragte für Ostdeutschland
SPD
Dennis Rohde
Michael Schrodi
Vertreter nach § 22 (1) S. 2 Alt. 1 GO-BReg[Anm. 2]
Inneres
© European Union, 2025, CC BY 4.0
Alexander DobrindtCSUChristoph de VriesCDU
Daniela LudwigCSU
Auswärtiges
Johann WadephulCDUGunther Krichbaum
Staatsminister für Europa
Beauftragter der Bundesregierung für die deutsch-französische Zusammenarbeit
CDU
Serap Güler
Staatsministerin
Florian Hahn
Staatsminister
CSU
Verteidigung
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Boris PistoriusSPDNils SchmidSPD
Sebastian Hartmann
Wirtschaft und Energie
Katherina ReicheCDUGitta Connemann
Beauftragte der Bundesregierung für Mittelstand
CDU
Stefan Rouenhoff
Forschung, Technologie und Raumfahrt
© European Union, 2025, CC BY 4.0
Dorothee BärCSUMatthias HauerCDU
Silke LaunertCSU
Justiz und Verbraucherschutz
Stefanie HubigSPDAnette KrammeSPD
Frank Schwabe
Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Karin PrienCDUMareike WulfCDU
Michael Brand
Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland
Arbeit und Soziales
(c) Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Bärbel BasSPDNatalie Pawlik
Staatsministerin und Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration
SPD
Katja Mast
Kerstin Griese
Digitales und Staatsmodernisierung
Karsten WildbergerCDU
(zunächst parteilos)
Philipp AmthorCDU
Thomas Jarzombek
Verkehr
Patrick SchniederCDUChristian HirteCDU
Ulrich LangeCSU
Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
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Carsten SchneiderSPDCarsten TrägerSPD
Rita Schwarzelühr-Sutter
Gesundheit
Nina WarkenCDUGeorg KippelsCDU
Tino Sorge
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
(c) Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Alois RainerCSUSilvia BreherCDU
Martina Englhardt-KopfCSU
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(c) Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Reem Alabali RadovanSPDBärbel KoflerSPD
Johann Saathoff
Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
(c) Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Verena HubertzSPDSören BartolSPD
Sabine Poschmann
Bundesminister für besondere Aufgaben
Chef des Bundeskanzleramts
Thorsten FreiCDU
Anmerkungen
  1. Weder Parlamentarische Staatssekretäre noch Staatsminister sind nach Art. 62 GG Teil der Bundesregierung.
  2. Leitet als „besonders bezeichneter Bundesminister“ die Kabinettssitzungen, wenn Bundeskanzler und Vizekanzler verhindert sind.

Weitere Personalien

Zum Regierungssprecher wurde Stefan Kornelius ernannt.[15]

Von der Bundesregierung wurden auch Bundesbeauftragte sowie Koordinatoren der Bundesregierung nach § 21 Abs. 3 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien ernannt.

Siehe auch

Commons: Kabinett Merz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl: Union stärkste Kraft, FDP und BSW draußen. In: Tagesschau. Abgerufen am 14. April 2025.
  2. Sondierungen: So sehen die Vereinbarungen im Detail aus. In: ZDF. 8. März 2025, abgerufen am 14. April 2025.
  3. Moritz Rödle: Was bei der Ressortverteilung von Schwarz-Rot überrascht. In: Tagesschau. Abgerufen am 14. April 2025.
  4. Als erste der drei Parteien: CSU stimmt Koalitionsvertrag zu. In: Der Spiegel. 10. April 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 14. April 2025]).
  5. Kleiner Parteitag der CDU stimmt Koalitionsvertrag zu. In: tagesschau.de. Abgerufen am 28. April 2025.
  6. Sarah Frühauf: Wen Merz ins Kabinett ruft – und warum. In: Tagesschau. Abgerufen am 28. April 2025.
  7. Personalien der Union: Das sind die designierten Staatsminister und Staatssekretäre. In: Der Spiegel. 28. April 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 28. April 2025]).
  8. Klingbeil greift nach Posten für Finanzminister und Vizekanzler. In: Der Spiegel. 30. April 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 30. April 2025]).
  9. Das sind die SPD-Minister im Kabinett. In: Tagesschau. Abgerufen am 5. Mai 2025.
  10. Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht. 21. Wahlperiode, 2. Sitzung. Bundesanzeiger Verlag, 6. Mai 2025, ISSN 0722-8333, S. 46 (bundestag.de [PDF; 289 kB; abgerufen am 12. Mai 2025]): „Antrag angenommen von den Abgeordneten aller Fraktionen dieses Hauses“
  11. Friedrich Merz mit 325 Stimmen zum Bundeskanzler gewählt. In: www.bundestag.de. 6. Mai 2025, abgerufen am 6. Mai 2025.
  12. Liste der Bundesministerinnen und Bundesminister gemäß der amtlichen Reihenfolge. (PDF; 172 kB) In: bundesregierung.de. 6. Mai 2025, abgerufen am 7. Mai 2025.
  13. Friedrich Merz: Organisationserlass. (PDF; 2,8 MB) 6. Mai 2025, abgerufen am 7. Mai 2025 (Gemäß § 9 der Geschäftsordnung der Bundesregierung).
  14. a b Das Bundeskanzleramt: ein Überblick | Bundesregierung. Abgerufen am 7. Mai 2025.
  15. SZ-Ressortleiter Stefan Kornelius wird Regierungssprecher. In: Süddeutsche Zeitung. 29. April 2025, abgerufen am 30. April 2025.

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Thorsten Frei (2023). Erster Parlamentarischer Geschäftsführer CDU/CSU
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Die Europaflagge besteht aus einem Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem Hintergrund.

Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und erst 1986 von der Europäischen Gemeinschaft übernommen.

Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit. Nur rein zufällig stimmte sie zwischen der Adoption der Flagge durch die EG 1986 bis zur Erweiterung 1995 mit der Zahl der Mitgliedstaaten der EG überein und blieb daher auch danach unverändert.
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