KZ-Friedhof Holzhausen

Friedhof
Blick auf das Friedhofsgelände

KZ-Friedhof Holzhausen

Land:Deutschland
Region:Landkreis Landsberg am Lech
Ort:Holzhausen, Gemeinde Igling
Einweihung:

Der KZ-Friedhof Holzhausen ist ein KZ-Friedhof in Holzhausen bei Buchloe, einem Ortsteil der oberbayerischen Gemeinde Igling im Landkreis Landsberg am Lech. Er liegt unweit des Magnusheims, das seit 1942 ein von 38 Dillinger Franziskanerinnen betreutes Reservelazarett war und in der Nachkriegszeit ein KZ-Hospital, bis 1947 auch einen Kibbuz beherbergte[1]. Der Friedhof ist ein bayerisches Baudenkmal (D-1-81-127-27)

Lage

Der Friedhof liegt am Fuß der heutigen Regens-Wagner-Werke in der Gabel zwischen Dammoosweg und Magnusstraße und grenzt direkt an die Singold.

Die Toten

Im Magnusheim wurden von 29. April bis 28. Juli 1945 insgesamt 526 ehemalige Gefangene des KZ-Außenlagerkomplex Kaufering aus Frankreich, Rumänien, Litauen, Tschechien, Afrika, Holland, Österreich, Griechenland, Italien, Polen, Russland, Belgien, Jugoslawien, der Ukraine, Luxemburg, Ungarn und Deutschland behandelt, von denen in den drei Monaten nach der Befreiung 114 verstarben. 94 von ihnen wurden auf dem KZ-Friedhof Holzhausen bestattet. Danach wurden bis 1948 immer wieder jüdische Displaced Persons dort bestattet. Der Friedhof wurde mit 6 Reihen zu 4 mal 10 und 2 mal 7 Gräbern angelegt. Die Einzelgräber bestehen heute nicht mehr. Die derzeit vorhandenen 26 Grabsteine entlang der Friedhofsmauer verweisen überwiegend auf Displaced Persons, da diese Angehörige hatten, die später individuelle Grabsteine aufstellen ließen. Viele der Toten wurden in der Nachkriegszeit exhumiert und auf anderen Friedhöfen nochmals bestattet.

Von den weiteren, nichtjüdischen Toten aus dem Magnusheim wurden elf auf dem Holzhausener Dorffriedhof, sechs auf dem Flüchtlingsfriedhof, zwei in Landsberg am Lech und einer in Epfenhausen beerdigt.

„Am 29. April rollten die ersten Lastautos mit KZ-Häftlingen an. Selbe waren in Stroh verpackt. Sie sahen elend, halb verhungert und verletzt aus. Sie wogen 50-60 Pfund. Es wimmelte von Läusen. Wir haben Tag und Nacht gebadet. Als alle fertig waren, ging es wieder von vorn an... Stündlich ein Löffel Haferschleim konnte helfen, langsam wieder zu Kräften zu kommen. 23 Menschen kamen schon tot an, Ihre Namen und Herkunft konnten wir nicht mehr erfahren. Die ersten Tage starben täglich bis zu 10 Menschen. Wir legten oft 3-4 in einen Sarg, weil wir gar nicht so viele Särge beibringen konnten. Im neu errichteten Friedhof an der Singold, der von der amerikanischen Militärbehörde bestimmt wurde, hat man sie begraben.“

Schwester Christhilde, 1985: [2]

Siehe auch

Weblinks

Commons: KZ-Friedhof Holzhausen (Igling) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Constanze Werner: KZ-Friedhöfe und -Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet ...“. Schnell & Steiner, Regensburg 2011, S. 80–83, ISBN 978-3-7954-2483-1.
  • Regens-Wagner-Stiftung (Hrsg.): 100 Jahre Regens Wagner Holzhausen Magnusheim. Igling-Holzhausen 2004, 1933 bis 1945: Die Zeit des Nationalsozialismus (regens-wagner-holzhausen.de).

Einzelnachweise

  1. 1933–1947 in: Geschichte von Regens Wagner Holzhausen (Memento vom 19. April 2016 im Internet Archive) auf regens-wagner-holzhausen.de.
  2. Rainer Remmele: Das Magnusheim in der NS-Zeit – KZ-Hospital für befreite jüdische KZ-Häftlinge. In: Geschichte von Regens Wagner Holzhausen / Magnusheim in der NS-Zeit. regens-wagner-holzhausen.de, abgerufen am 1. Oktober 2021.

Koordinaten: 48° 2′ 42,1″ N, 10° 47′ 11,8″ O

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Jüdischer KZ-Friedhof Holzhausen (Igling)