KNB (Geheimdienst)

KasachstanNationales Sicherheitskomitee der Republik Kasachstan
— KNB —
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Bestehenseit 13. Juli 1992
Entstanden ausKGB
HauptsitzAstana, Kasachstan
BehördenleitungJermek Saghymbajew
(Vorsitzender)
Mitarbeitergeheim
Websitewww.knb.kz

Das Nationale Sicherheitskomitee der Republik Kasachstan (kasachisch Қазақстан Республикасы Ұлттық Қауіпсіздік Комитеті, russisch Комитет национальной безопасности Республики Казахстан, englisch National Security Committee of the Republic of Kazakhstan (NSC); häufige Abkürzung KNB) ist der nationale Inlandsnachrichtendienst Kasachstans.

Geschichte

Das Nationale Sicherheitskomitee wurde auf einen Gesetzesbeschluss aus dem Dezember 1991 gegründet und sollte den KGB, den ehemaligen Geheimdienst der Sowjetunion auf dem Gebiet Kasachstans, ersetzen. Der neue Geheimdienst beschäftigte weiterhin dieselben Mitarbeiter, die bereits der KGB zuvor in der Kasachischen SSR beschäftigt hatte und auch der erste Vorsitzende des Sicherheitskomitee, Bulat Baijekenow, war bereits für den KBG tätig gewesen.

Am 13. Juli 1992 wurde von Präsident Nursultan Nasarbajew ein Dekret unterzeichnet, das die Transformation des KGB in der Republik Kasachstan in das Nationale Sicherheitskomitee der Republik Kasachstan regelte.

Struktur

Dem Nationalen Sicherheitskomitee sind unter anderem der Grenzschutzdienst des Nationalen Sicherheitskomitees der Republik Kasachstan und die Spezialeinheit Arystan unterstellt. In Almaty befindet sich die Akademie des Nationalen Sicherheitskomitees.

Kritik

Laut Amnesty International geht der KNB mit Antiterrormaßnahmen gegen Minderheiten vor, denen unterstellt wird, dass sie die nationale und regionale Sicherheit gefährden könnten. Besonders betroffene Gruppen waren Asylsuchende und Flüchtlinge aus Usbekistan sowie Mitglieder oder vermeintliche Mitglieder islamischer Gruppierungen oder islamistischer Parteien, die in Kasachstan entweder nicht registriert oder verboten sind. Einige in der Öffentlichkeit stehende politische Personen, die bei Einsätzen gegen Korruption ins Visier des KNB geraten waren, wurden willkürlich und ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten.[1]

In der causa Älijew um den ehemaligen Schwiegersohn des kasachischen Präsidenten, Rachat Älijew, und den ehemaligen Chef des KNB, Älnur Mussajew, versuchte der Geheimdienst nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung mehrmals den Fall zu beeinflussen. So gab es zwischen Juli und September 2008 insgesamt drei Entführungsversuche gegen Mussajew und Wadim Koschljak, einen Vertrauten Älijews, die vom kasachischen Geheimdienst finanziert und organisiert wurden.[2] Außerdem versuchte der KNB in dem Verfahren auf die österreichische Justiz und Politik Einfluss zu nehmen.

Vorsitzende

Nr.NameBeginn der AmtszeitEnde der Amtszeit
1Bolat BajekenowOktober 1991Dezember 1993
2Sät ToqpaqbajewDezember 1993November 1995
3Schengisbek SchumabekowNovember 1995Mai 1997
4Älnur MussajewMai 1997September 1998
5Nurtai ÄbiqajewSeptember 1998August 1999
6Älnur MussajewAugust 1999Mai 2001
7Marat TäschinMai 2001Dezember 2001
8Nartai DütbajewDezember 200122. Februar 2006
9Amangeldi Schabdarbajew2. März 20067. Dezember 2009
10Ädil Schajachmetow9. Dezember 200923. August 2010
11Nurtai Äbiqajew23. August 201025. Dezember 2015
12Wladimir Schumaqanow25. Dezember 20158. September 2016
13Kärim Mässimow8. September 20165. Januar 2022
14Jermek Saghymbajew5. Januar 2022

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Amnesty International: Kasachstan
  2. orf.at: Chronologie: Der Fall Alijew

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