Jutta Urpilainen

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Jutta Urpilainen

Jutta Urpilainen (* 4. August 1975 in Lapua, Südösterbotten) ist eine finnische Politikerin. Von 2008 bis 2014 war sie Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei (SDP) und amtierte bis 2014 als Finanzministerin Finnlands. Sie ist EU-Kommissarin für Internationale Partnerschaften in der Kommission von der Leyen.[1]

Urpilainen studierte an der Universität Jyväskylä und in Wien[2] Pädagogik und mit Abschluss 2002. Nach ihrem Studium war sie zunächst als Lehrerin tätig.

Abgeordnetentätigkeit

Urpilainen bei der Anhörung im Europäischen Parlament für ihre Ernennung zur EU-Kommissarin (2019)

Im März 2003 wurde sie für den Wahlkreis Vaasa als Abgeordnete in das Finnische Parlament gewählt. Zuvor war sie bereits seit 2001 Mitglied im Stadtrat von Kokkola. Urpilainen wurde als Nachfolgerin von Eero Heinäluoma 2008 Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Finnlands und obsiegte bei der Wahl um den Vorsitz gegen Erkki Tuomioja. Nach den finnischen Parlamentswahlen im April 2011 wurde Urpilainen als Juniorpartnerin des konservativen Ministerpräsidenten Jyrki Katainen Finanzministerin.

2011 setzte Urpilainen gegenüber den anderen Eurostaaten das „Finnenpfand“ durch: Finnland erhielt für seine Beteiligung am Euro-Krisenfonds EFSF von Griechenland eine Sicherheit. Griechenland überwies 930 Millionen Euro auf ein Konto; dieser Betrag deckt die finnische Beteiligung an der Griechenland-Hilfe großteils ab.[3]

Im Juli 2012 wies ihr Sprecher die Behauptung zurück, sie habe mit einem Austritt Finnlands aus dem Euro gedroht. Eine Bankenunion oder Haftung für die Schulden anderer Eurozone-Länder lehnt Urpilainen ab[4]. Der Beschluss des EU-Gipfels in Brüssel Anfang Juli 2012, wonach der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) künftig auch Staatsanleihen Spaniens und anderer unter Druck stehender Euroländer aufkaufen darf[5], stieß in Helsinki ebenfalls auf Bedenken.[4]

Am 9. Mai 2014 unterlag Urpilainen auf dem SDP-Parteitag in Seinäjoki dem Gewerkschafter Antti Rinne in der Abstimmung um den Parteivorsitz mit 243 zu 257 Stimmen. Daraufhin kündigte sie auch ihren Rücktritt als Finanzministerin an, der am 6. Juni 2014 wirksam wurde. Auch hier folgte ihr Antti Rinne.

Privates

Urpilainen ist verheiratet. Sie spricht neben Finnisch auch Schwedisch, Englisch und Deutsch.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Designierte Kommissionsmitglieder. Abgerufen am 21. September 2019.
  2. DIE ZEIT vom 24. November 2011, S. 29: „Euro-Bonds sind ausgeschlossen“ (Interview)
  3. FAZ.net / Werner Mussler 4. April 2015: „Wir lassen uns von Griechenland nicht erpressen“
  4. a b zeit.de 6. Juli 2012: Finnische Finanzministerin droht mit Euro-Austritt
  5. zeit.de 29. Juni 2012: Italien und Spanien erkämpfen sich Zeit

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Die Europaflagge besteht aus einem Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem Hintergrund.

Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und erst 1986 von der Europäischen Gemeinschaft übernommen.

Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit. Nur rein zufällig stimmte sie zwischen der Adoption der Flagge durch die EG 1986 bis zur Erweiterung 1995 mit der Zahl der Mitgliedstaaten der EG überein und blieb daher auch danach unverändert.
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Finlands finansminister Jutta Urpilainen. Nordiska rådets session 2011 i Köpenhamn
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Before the European Parliament can vote the new European Commission led by Ursula von der Leyen into office, parliamentary committees will assess the suitability of commissioners-designate.

On 23-26 May, more than 200,000,000 people in 28 EU countries went to the polls to elect members of the European Parliament, giving them a strong democratic mandate, including voting into office the new European Commission and examining the competencies and abilities of its commissioners-designate. Elected members of the European Parliament will also listen to their ideas and will assess their willingness to take concrete actions on the issues that Europeans care about.

Each candidate commissioner is invited for a live-streamed, three-hour hearing in front of the committee or committees responsible for their proposed portfolio. The hearings will take place between Monday 30 September and Tuesday 8 October.

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