John Payne (Schauspieler)

John Howard Payne (* 28. Mai 1912 in Roanoke, Virginia; † 6. Dezember 1989 in Malibu, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Sänger.

Leben

John Payne war Sohn einer bekannten Sopranistin, väterlicherseits war der berühmte Schauspieler und Dramatiker John Howard Payne mit ihm verwandt.[1] Er studierte seit 1930 an der Columbia University und musste sich, da seine Familie in der Great Depression ihr Vermögen verlor, auch als Wrestler durchschlagen. Er war schon früh entschlossen, wie seine Mutter Opernarien zu singen, und nahm neben dem Studium Gesangsstunden. Ab 1934 war er als Schauspieler bei Radio und Theater tätig. Schon ein Jahr später wagte Payne den Sprung nach Hollywood, wo er einen Vertrag beim Produzenten Samuel Goldwyn unterschrieb. Sein Filmdebüt machte er 1936 in einer kleinen Rolle als Schwiegersohn von Walter Huston in William Wylers Filmdrama Zeit der Liebe, Zeit des Abschieds. Anschließend folgten vor allem weitere Nebenrollen sowie gelegentlich größere Aufgaben in B-Movies.

Zum Filmstar wurde Payne schließlich ab 1940 bei der 20th Century Fox, wobei er sich vor allem mit Auftritten in Musicals an der Seite von Alice Faye, Betty Grable, Carmen Miranda und Sonja Henie profilierte. Payne trat vorwiegend als Leading Man auf, meist mit ein paar Gesangseinlagen im Film, und zählte in den 1940ern zu den beliebtesten männlichen Beefcake-Modellen.[2] Vorwiegend in heiteren Werken eingesetzt, spielte er 1946 in der Literaturverfilmung Auf Messers Schneide nach einem Roman von William Somerset Maugham eine ernsthaftere Rolle. Seinen bekanntesten Film drehte Payne im Jahr 1947 mit dem Weihnachtsklassiker Miracle on 34th Street, der ihn als Anwalt neben Maureen O’Hara und der jungen Natalie Wood zeigte. Gegen Ende der Dekade wechselte Payne ins Charakterfach und spielte häufig in Western und Gangsterfilmen. Zu den bekannteren Filmen aus der Zeit zählen Slightly Scarlett, der Payne unter der Regie von Allan Dwan in einer mörderischen Geschichte um zwei Schwestern zeigte und der Western Tennessee Partner, ebenfalls unter der Regie von Dwan. Im Film noir Der vierte Mann trat er 1952 als unschuldiger Lieferwagenfahrer auf, der wegen seiner kriminellen Vergangenheit beschuldigt wird, an einem Banküberfall beteiligt gewesen zu sein.

1956 gründete Payne seine eigene Produktionsfirma, die neben einigen Kinofilmen auch die Fernsehserie The Restless Gun finanzierte, in der Payne Ende der 1950er-Jahre in insgesamt 78 Folgen die Hauptrolle spielte. Anschließend waren Film- und Fernsehangebote für ihn eher Mangelware. An der Seite seiner früheren Filmpartnerin Alice Faye war er 1973 mit dem Stück Good News am Broadway zu sehen. Seine letzte Rolle hatte er in der Columbo-Folge Tödliches Comeback im Jahr 1975, wo er neben Peter Falk und Janet Leigh einen Filmstar vergangener Tage verkörperte.

John Payne war dreimal verheiratet: Von 1937 bis 1943 mit Anne Shirley, von 1944 bis 1950 mit Gloria DeHaven, sowie von 1953 bis zu seinem Tod mit Alexandra Crowell Curtis. Neben seiner Filmkarriere insvestierte er auch im Immobiliengeschäft. Der Vater dreier Kinder starb 1989 im Alter von 77 Jahren an einer Herzerkrankung.[3]

Filmografie (Auswahl)

  • 1936: Zeit der Liebe, Zeit des Abschieds (Dodsworth)
  • 1938: Im Garten des Mondes (Garden of the Moon)
  • 1939: The Royal Rodeo
  • 1939: Kid Nightingale
  • 1940: Tin Pan Alley
  • 1941: The Great American Broadcast
  • 1941: Adoptiertes Glück (Sun Valley Serenade)
  • 1942: Iceland
  • 1942: To the Shores of Tripoli
  • 1943: Hello, Frisco, Hello
  • 1945: Dolly Sisters (The Dolly Sisters)
  • 1946: Auf Messers Schneide (The Razor’s Edge)
  • 1947: Das Wunder von Manhattan (Miracle von 34th Street)
  • 1949: El Paso – Die Stadt der Rechtlosen (El Paso)
  • 1950: Der Rebell von Mexiko (The Eagle and the Hawk)
  • 1950: Tripoli
  • 1952: Der vierte Mann (Kansas City Confidential)
  • 1953: König der Piraten (Raiders of the Seven Seas)
  • 1953: Geknechtet (The Vanquished)
  • 1953: Taxi 539 antwortet nicht (99 River Street)
  • 1954: Stadt der Verdammten (Silver Lode)
  • 1955: Todesfaust (Tennessee’s Partner)
  • 1955: Postraub in Central City (The Road to Denver)
  • 1957: In letzter Minute (Hidden Fear)
  • 1957: Steig aus bei 43000 (Bailout at 43,000)
  • 1957–1959: The Restless Gun (Fernsehserie, 78 Folgen)
  • 1968: They Ran for Their Lives
  • 1970: Rauchende Colts (Fernsehserie, 1 Folge)
  • 1975: Columbo: Tödliches Comeback (Forgotten Lady; Fernsehfilm)

Weblinks

Commons: John Payne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. John Payne bei Allmovie
  2. John Payne bei Allmovie
  3. John Paynes Nachruf bei der Los Angeles Times