Jing-Jin-Ji

Jing-Jin-Ji, zuweilen auch JJJ genannt (chinesisch 京津冀, Pinyin Jīngjīnjì),[1] ist der Name einer geplanten chinesischen Metropolstadt, die Peking/Beijing (jing), Tianjin (jin) und Hebei (ji) vereinen soll. Umfangreiche Planungen betreffen die Pekinger Nachbarstädte, wie etwa Haojiafu im Pekinger Bezirk Tongzhou. Peking selbst wird Kern der Region bleiben.[2]

Die Metropolregion lässt sich in drei Bereiche gliedern: Peking als Zentrum von Kultur und Technologieentwicklung, die Hafenstadt Tianjin als Zentrum von Produktion und Handel sowie die Provinz Hebei für Wohnungen, Betriebe und Lebensmittelanbau. Hochgeschwindigkeitszüge sollen die Subzentren in einer Stunde Fahrtzeit verbinden. So dauert zum Beispiel mit der am 30. Dezember 2019 eröffneten, mit bis zu 350 km/h verkehrenden Schnellbahn die Fahrt von Zhangjiakou, Hebei, in den Pekinger Hochtechnologiebezirk Haidian, eine Strecke von 136 km, nur noch 47 Minuten.[3] Die meisten Arbeitsplätze werden aus dem überlasteten Peking in die Subzentren verlagert.

Damit soll aus Peking, Tianjin und Hebei eine neue Megastadt mit bis zu 130 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von 216.000 km²[4] entstehen. Die Beseitigung von Verwaltungsgrenzen, die als Hindernis zur ökonomischen Entwicklung gelten, wird als ein wichtiges Ziel eingeschätzt.[5]

Das Projekt wurde im Mai 2015 von Präsident Xi Jinping angekündigt. Der Name geht auf den chinesischen Namen der Hauptstadt – Beijing –, den Namen der Stadt Tianjin und den historischen Namen von Hebei – Ji – zurück. Ji, jedoch mit anderer Schreibweise im Chinesischen, war zugleich der historische Name von Peking bis zur Tang-Dynastie (618–907). Die Bezeichnung für den Großraum ist, vor allem als Wirtschaftszone, seit längerem geläufig.[6] Auch wurde so ein Automobilhersteller, die Jing-Jin-Ji Joint Automobile Company, bezeichnet,[7] ebenso wie die Jing-Jin-Ji Container Transport Company (seit 1980)[8].

Von 2017 an sollte der Regierungssitz, aber auch Ministerien, Universitäten, Krankenhäuser, bis zu 1200 Industriebetriebe und vielleicht die Zentrale der Kommunistischen Partei aus Peking in die neuen Stadtgebiete umziehen.

Im September 2019 wurde der neue Pekinger Hauptstadtflughafen Peking-Daxing eröffnet. Er liegt in Daxing, einem Vorortbezirk an der Grenze zur Provinz Hebei, etwa 50 km südlich der Innenstadt. Dorthin entstehen eine Autobahn sowie U-Bahn- und Schnellzugstrecken. Vorgesehen sind bis zu 100 Millionen Passagiere pro Jahr. Die Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke von Peking nach Tianjin sowie die Häfen am Meer sind gut erreichbar.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Yukon Huang, Alessandro Magnoli Bocchi (Hrsg.): Reshaping Economic Geography in East Asia. World Bank Publications, 2009, S. 310.
  2. Ulrike Putz: Projekt Jing-Jin-Ji: China plant 130-Millionen-Megacity. In: SpiegelOnline, 25. Juli 2015.
  3. 唐斓: 时速350公里!京张高铁正式开通运营. (Nicht mehr online verfügbar.) In: xinhuanet.com. 30. Dezember 2019, archiviert vom Original am 10. August 2020; abgerufen am 1. Januar 2020 (chinesisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.xinhuanet.com
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 21. Oktober 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gubsch.com Jing-Jin-Ji. Mega-City für 130 Millionen Menschen, 19. Januar 2018.
  5. Feng Xu, Qiulin Lu, Rui Qi, Jing Li: Urban brand systems: an example from the Bohai Sea Economic Zone. In: Per Olof Berg, Emma Björner (Hrsg.): Branding Chinese Mega-Cities: Policies, Practices and Positioning. Edward Elgar Publishing, 2014, S. 64–78, hier: S. 74.
  6. Gungwu Wang, Yongnian Zheng: China. Development and Governance. World Scientific, 2012, passim; ähnlich bereits: Brian Hook: Beijing and Tianjin. Towards a Millennial Megalopolis. Oxford University Press, 1998, S. 96.
  7. China Newsletter, 60–77 (1986), S. 78, hrsg. von der Japan External Trade Organization.
  8. Seatrade 14 (1984), S. 115.