Jan Dobraczyński

(c) Bundesarchiv, Bild 183-26631-0001 / Sturm, Horst / CC-BY-SA 3.0
Jan Dobraczyński (rechts) mit DDR-Schriftstellerin Tilly Bergner

Jan Dobraczyński (* 20. April 1910 in Warschau; † 5. März 1994 ebenda) war ein polnischer Schriftsteller, Journalist und Politiker.

Er studierte zunächst Jura und Ökonomie. Im Zweiten Weltkrieg war Dobraczyński Mitglied der Katholischen Nationalen Partei, die sich auch für Juden und andere Minderheiten einsetzte. Als Oberhaupt der Organisation für Verlassene Kinder in Warschau half er der Żegota, jüdische Kinder in katholischen Klöstern unterzubringen und so zu retten.[1] Dafür wurde er von Yad Vashem in die Liste der Gerechten unter den Völkern aufgenommen.[2] Für seine Verdienste im Weltdienst erhielt er den Rang eines Brigadegenerals. Von 1952 bis 1956 und von 1985 bis 1989 war er Abgeordneter im Sejm, dem polnischen Parlament. In den 1980er Jahren fungierte er als Vorsitzender der Patriotischen Front für die Nationale Wiedergeburt.

Bücher (Auswahl)

Dobraczyński, bekennender Katholik, schrieb in seinen Büchern vor allem über philosophische und kirchliche Themen. Insgesamt sind von ihm etwa 70 Bücher erschienen.

  • Die Briefe des Nikodemus/Gib mir deine Sorgen. Berlin: Union Verlag 1952
  • Elisabeth von Thüringen. Berlin: Union Verlag 1959
  • Eva. Berlin: Union Verlag 1959
  • Die Gewalttätigen. Heidelberg: F. H. Kerle Verlag 1961
  • Die unüberwindliche Armada. Heidelberg: F. H. Kerle Verlag 1963
  • Vor den Toren Leipzigs: Leben und Tod des Józef Poniatowski. Aus dem Polnischen von Karin Wolff. Berlin: Union Verlag 1985
  • Das heilige Schwert. Moers: Brendow Verlag 1986, ISBN 3-87067-278-1
  • ... nimm das Kind und seine Mutter. Freiburg: Verlag Herder 1978 ISBN 3-451-18235-1 (Originaltitel: Cien Ojca. Warschau 1977). Auf dieses Buch und den Buchtitel der englischen, italienischen und spanischen Ausgabe (The Shadow of the Father, L'ombra del padre bzw. La sombra del padre, übersetzt: Der Schatten des Vaters) nahm Papst Franziskus im Apostolischen Schreiben Patris corde Bezug.

Weblinks

Commons: Jan Dobraczyński – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. https://www.yadvashem.org/download/about_holocaust/studies/bogner_full.pdf
  2. Jan Dobraczyński auf der Website von Yad Vashem (englisch)

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Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein.
Zentralbild Sturm 29.9.1954 Ansprache im Schriftstellerverband der DDR mit polnischen und französischen Gästen
UBz: Die Schriftstellerin Tilly Bergner im Gespräch mit dem polnischen Literaturwissenschaftler J. Dobraczynski.