Jagdrevier

Karte der Jagdreviere auf der Gemarkung der Gemeinde Hasel in Baden im Jahr 1904 – neben dem Ist-Zustand der Jagdgrenzen ist ein Vorschlag zum Gebietstausch zwecks Arrondierung zwischen dem Jagdbezirk der Gemeinde und dem örtlichen Domänenjagdbezirk eingezeichnet

Ein Jagdrevier,[1] oftmals kurz Revier oder Jagd genannt, z. T. als Jagdgebiet,[2] oder Jagdbezirk,[3] seltener auch als Jagdbogen[4], Pirschbezirk[5] oder Jagdgrund[6] bezeichnet, ist ein Gebiet, in dem die Jagd ausgeübt wird.

Deutschland

Karte der Jagdreviere auf der Gemarkung der Gemeinde Wyhlen in Baden (unmittelbar an der Schweizer Grenze), 1920/21

Bundesrecht

Im Bundesjagdgesetz werden Jagdreviere als Jagdbezirk bezeichnet.[7]

Die Jagd wird in Deutschland flächendeckend in Jagdbezirken ausgeübt. Ein Jagdbezirk ist in Deutschland entweder ein Eigenjagdbezirk oder ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk.[8][9] Die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse (Privat-, Kommunal- oder staatliches Eigentum oder anderes) spielen dabei keine Rolle. Ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk kann entsprechend der erforderlichen Mindestfläche in mehrere Jagdbezirke unterteilt werden. In jedem Jagdbezirk untersteht die Jagdausübung dem jeweiligen Jagdausübungsberechtigten. Ob diese Jagdbezirke dann von Jagdrechtsinhabern selbst bejagt werden oder sie, wie bei gemeinschaftlichen Jagdbezirken in den meisten Fällen üblich, an Jagdpächter verpachtet werden, liegt in der Entscheidung der jeweiligen Rechtsinhaber begründet. Allerdings besteht die Verpflichtung zur Jagdausübung mit Ausnahme von befriedeten Bezirken.

Landesrecht

Bayern

Karte der Jagdreviere im Landkreis Cham in Bayern, Stand: 4. Juni 2019

Ein Staatsjagdrevier ist in Bayern ein Eigenjagdrevier des Freistaates Bayern.[10] In Bayern werden einzelne verpachtete Teile eines Jagdrevieres als Jagdbogen bezeichnet.[11][12]

Österreich

In Österreich herrscht weitgehend das Revierjagdrecht.[13]

Schweiz

Grundsätzlich gilt ein jagdliches Rahmenrecht auf Bundesebene.[14] In diesem werden die Kantone zur Umsetzung verpflichtet, sodass es im kantonal geregelten Jagdrecht sowohl das Revierjagdsystem als auch das Lizenzjagdsystem gibt.[15]

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Jagdreviere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Jagdrevier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. „Jagdrevier“ ist die im allgemeinen Sprachgebrauch gebräuchlichste Bezeichnung und wird zudem amtlich im Bayerischen Jagdgesetz, im Schweizer Bundesjagdgesetz sowie in den Jagdgesetzen der Kantone mit Revierjagdsystem verwendet.
  2. Amtliche Bezeichnung in österreichischen Landesjagdgesetzen.
  3. Amtliche Bezeichnung im deutschen Bundesjagdgesetz und in den meisten deutschen Landesjagdgesetzen.
  4. Insbesondere für einzelne Jagdreviere in einem größeren Gemeinschaftsjagdrevier verwendete Bezeichnung.
  5. Bezeichnung für Jagdreviere, die Teilgebiete von größeren Jagdrevieren sind.
  6. Meist im Plural Jagdgründe, insbesondere bei der Redewendung „in die ewigen Jagdgründe eingehen“ (sterben).
  7. BJagdG §4
  8. BJagdG §7
  9. BJagdG §8
  10. Bayerisches Jagdgesetz, Art. 9 Staatsjagdreviere.
  11. nach § 8 Abs. 3 Bundesjagdgesetz bzw. Art. 10 Abs. 3 Bayerisches Jagdgesetz
  12. Verordnung des Landratsamtes Dingolfing-Landau über die Abgrenzung der räumlichen Wirkungsbereiche der Hegegemeinschaften, In: Amtsblatt für den Landkreis Dingolfing-Landau, Herausgegeben vom Landratsamt Dingolfing-Landau: Amtsblatt Nr. 03 vom 29. Januar 2014
  13. Jagdrecht (Österreich)
  14. https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19860156/index.html abgerufen 13. Januar 2018
  15. Jagdrecht (Schweiz)

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Karte Jagdreviere Landkreis Cham Stand 2019.png
Autor/Urheber: Landkreis Cham, Lizenz: CC BY 3.0
Jagdreviere im Landkreis Cham (erstellt: 23.02.2017, aktualisiert: 04.06.2019)
Karte Jagdrevier Gemeinde Hasel Baden 1904.png
Karte der Jagdreviere auf der Gemarkung der Gemeinde Hasel in Baden im Jahr 1904 mit einem Vorschlag zum Gebietstausch zwecks de:Arrondierung der Jagdgrenze zwischen dem Jagdbezirk der Gemeinde Hasel und dem örtlichen Domänenjagdbezirk – während die dickere grüne Linie den damaligen Ist-Zustand der Jagdgrenzen darstellt, zeigt die feinere rote Linie in Nord-Süd-Richtung den Vorschlag zur (für die Jagdpraxis oft vorteilhaften) Arrondierung der Jagdgrenze
Jagdkarte Gemeinde Wyhlen in Baden 1920-21.jpg
Karte der Jagdreviere auf der Gemarkung der Gemeinde Wyhlen (unmittelbar an der Schweizer Grenze), Baden, 1920/21 - zu sehen ist eine Erweiterung von Jagdbezirk I (rote Umrandung) oder ein Flächentausch mit Jagdbezirk II (blaue Umrandung), die evtl. in Zusammenhang steht mit der in der Orginalbeschreibung erwähnten "Verpachtung der Jagd an den schwedischen Konsul"


"Enthält u.a.: Verpachtung der Jagd an den schwedischen Konsul Darin: Übersichtspläne der Gemarkungen Wyhlen und Herten mit Eintragung der Jagdgrenzen (1920, 1921)", " Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg Baden 1806-1945: Untere Behörden, untere Sonderbehörden Geschäftsbereich Ministerium des Innern Bezirksämter, Landratsämter Landratsamt Lörrach / (1527 - 1808) 1809 - 1952 (1953 - 1973) Ortsakten Wyhlen Jagdsachen Archivalieneinheit ", "Identifikatoren/Sonstige Nummern: B 719/1 Nr. 6736 [Bestellsignatur]"