Interlaken

Interlaken
Wappen von Interlaken
Staat:Schweiz Schweiz
Kanton:Kanton Bern Bern (BE)
Verwaltungskreis:Interlaken-Oberhasli
BFS-Nr.:0581i1f3f4
Postleitzahl:3800
UN/LOCODE:CH INT
Koordinaten:632746 / 170323
Höhe:568 m ü. M.
Höhenbereich:556–1579 m ü. M.[1]
Fläche:4,27 km²[2]
Einwohner:6123 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte:1434 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
37,1 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident:Philippe Ritschard (FDP)
Website:www.interlaken-gemeinde.ch
Aus 4000 m Höhe, unten der Thunersee, oben der Brienzersee
Aus 4000 m Höhe, unten der Thunersee, oben der Brienzersee
Lage der Gemeinde
Karte von InterlakenBrienzerseeEngstlenseeGelmerseeGöscheneralpseeGrimselseeLago del SabbioneLungererseeOberaarseeOeschinenseeRäterichsbodenseeSarnerseeThunerseeItalienKanton LuzernKanton NidwaldenKanton ObwaldenKanton ObwaldenKanton TessinKanton UriKanton WallisVerwaltungskreis EmmentalVerwaltungskreis Frutigen-NiedersimmentalVerwaltungskreis Bern-MittellandVerwaltungskreis ThunBeatenbergBönigenBrienz BEBrienzwilerBrienzwilerDärligenGrindelwaldGsteigwilerGündlischwandGuttannenHabkernHaslibergHofstetten bei BrienzInnertkirchenInterlakenIseltwaldLauterbrunnenLeissigenLütschentalMatten bei InterlakenMeiringenNiederried bei InterlakenOberried am BrienzerseeRinggenberg BESaxetenSchattenhalbSchwanden bei BrienzUnterseenWilderswil
Karte von Interlaken
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Interlaken ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli des Kantons Bern in der Schweiz. Interlaken liegt auf dem Schwemmland genannt Bödeli zwischen dem Thunersee und dem Brienzersee.

Die Gemeinde bildet einen Verkehrsknoten am Nordrand der Berner Alpen und ist eine bedeutende Durchgangsstation für den Reiseverkehr.[5]

Sie ist das Zentrum der «Ferienregion Interlaken» mit 3,55 Millionen Logiernächten im Jahr 2024 (2023 waren es rund 3,38 Millionen)[6] in der engeren Region Bödeli waren dies jährlich rund 200'000 Gäste.[7]

Geographie

Interlaken liegt im Berner Oberland am Abschnitt der Aare zwischen dem Brienzersee und dem Thunersee. Die Lütschine von Süden und der Lombach von Norden haben mit ihrem Geschiebe das Tal zwischen den beiden Seen aufgefüllt und die weite Ebene an der Aare geschaffen, die «Bödeli» genannt wird. Darauf liegen die Ortschaften Interlaken, Matten, Bönigen und Unterseen. Die Flussstrecke zwischen den Seen ist fast sechs Kilometer lang. Im Mittelalter wurde das Flussbett der Lütschine gegen Osten verlegt, damit das Gewässer in den Brienzersee mündet und die Siedlung Interlaken nicht mehr mit ihrem Geschiebe und Hochwasser bedroht. Diese Baumassnahme gilt als die erste grosse Gewässerkorrektion im Gebiet der Schweiz.[8][9] Neben der Aare verläuft vom Thunersee her der in den 1890er Jahren gebaute Schifffahrtskanal bis zur Anlegestelle beim Bahnhof Interlaken West.[10] Oberhalb des Kanals befindet sich das 1894 errichtete Wasserkraftwerk Interlaken, das einen Teil des Höhenunterschieds von sechs Metern zwischen dem Brienzersee und dem Thunersee ausnützt.

Das Gemeindegebiet von Interlaken umfasst einen Teil der Ebene südlich der Aare, das Südufer am Schifffahrtskanal bis zum Thunersee sowie einen Streifen am nördlichen Berghang bis hinauf zum Wannichnubel (1585 m ü. M.). An diesem steilen Südhang befindet sich im «Wanniwald» das Naturschutzgebiet «Bleikiwald», das als wertvoller Halbtrockenrasen im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung aufgeführt ist.[11] Auf dem Grat westlich dieses Berges liegt der mit einer Seilbahn erschlossene Aussichtspunkt Harder Kulm (im Gebiet von Unterseen). Die Heimwehfluh (660 m ü. M.) im Süden (auf dem Gebiet der Gemeinde Matten) ist mit einer Bahn und auf der Strasse zu erreichen. Die Gemeinden Interlaken, Unterseen, Matten, Wilderswil und Bönigen bilden zusammen eine Agglomeration mit etwa 20'000 Einwohnern.

Interlaken gehört historisch zur Kirchgemeinde Gsteig. Diese trägt heute den Namen «reformierte Kirchgemeinde Gsteig-Interlaken» und ist in drei Pfarrkreise aufgeteilt, wobei Interlaken zum Pfarrkreis Interlaken-Matten gehört.[12]

Die Nachbargemeinden Interlakens sind Matten, Unterseen, Ringgenberg und Bönigen.

Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig an den Strassenpässen Bern–Grimselpass–Wallis, Bern–Sustenpass–Uri und Bern–Brünigpass–Stadt Luzern Bahnverbindungen bestehen über den Brünigpass sowie nach und Montreux. Von Interlaken aus zweigen die Täler von Lauterbrunnen und Grindelwald ab, wodurch Interlaken das Zentrum des östlichen Berner Oberlandes ist.

Bei Interlaken führen 22 Brücken und Stege über die Aare.

Klima

Für die Normalperiode 1991–2020 beträgt die Jahresmitteltemperatur 9,3 °C, wobei im Januar mit 0,0 °C die kältesten und im Juli mit 18,6 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 89 Frosttage und 17 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 44, während im Schnitt 6 bis 7 Hitzetage zu verzeichnen sind. Die Messstation von MeteoSchweiz liegt auf einer Höhe von 577 m ü. M.

Interlaken
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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-3
 
 
67
 
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127
 
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146
 
24
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19
10
 
 
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14
6
 
 
80
 
8
1
 
 
91
 
4
-2
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: MeteoSchweiz, Normalperiode 1991–2020[13]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Interlaken
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Mittl. Temperatur (°C)0,01,05,29,213,316,918,618,114,19,64,20,89,3
Mittl. Tagesmax. (°C)3,25,410,514,718,722,424,323,719,214,17,83,714
Mittl. Tagesmin. (°C)−2,8−2,50,94,18,312,113,813,610,06,01,2−1,85,3
Niederschlag (mm)7267738212212714614694808091Σ1180
Sonnenstunden (h/d)2,22,94,25,55,96,77,26,45,13,32,31,84,5
Regentage (d)9,18,59,910,112,513,212,812,89,59,39,610,0Σ127,3
Luftfeuchtigkeit (%)83787269727373778083848577,4
Quelle: MeteoSchweiz, Normalperiode 1991–2020[13]

Geschichte

Blick auf Interlaken, ca. 1835
Luftbild aus 400 m von Walter Mittelholzer (1925)

Name

Das heutige Interlaken löste sich 1837 von der Gemeinde Matten ab und wurde zur selbständigen Gemeinde. Diese hiess zwischen 1837 und 1891 Aarmühle, der Name stammt von einer früheren Klostermühle an der Aare.[14] 1891 erhielt Interlaken dann den heutigen Namen. Der Name ist abgeleitet von lateinisch «inter lacūs» (zwischen den Seen).[15] Im Siegel der Bürgerschaft des Nachbarortes Unterseen, das seit 1280 in Gebrauch ist, lautet die Umschrift: «S[igillum] Civitatis Inderlapen» (= «Siegel der Gemeinde Inderlapen»).

Entwicklung

Um 1130 liess Freiherr Seliger von Oberhofen auf einem «Matten» genannten Ort zwischen Thunersee und Brienzersee ein Bethaus aus Holz errichten, aus dem das Kloster Interlaken hervorging. Der Konvent gehörte zum Augustinerorden. Etwa 30 Mönche und Laienmönche lebten in Interlaken nach der Augustinusregel. 1133 kam das Kloster unter die Schirmherrschaft von Kaiser Lothar III. An der Aare stand die wohl vom Kloster eingerichtete «Aarmühle».[16] 1224 nahm die Stadt Bern das Kloster unter ihren Schutz. Das Frauenkloster, das neben dem Männerkonvent bestand, wurde 1484 geschlossen.

Im späten Mittelalter, als die Stadt Bern über die Herrschaftsbereiche des Klosters Interlaken, der Herrschaft Unspunnen mit der Burg Unspunnen und des Städtchens Unterseen zu bestimmen begann, bezeichnete «Interlaken» das Gebiet vor dem Stadttor Unterseens.

Nach der Reformation fiel das Gebiet von Interlaken 1528 nach der Aufhebung des Klosters an Bern. Der bernische Landvogt der Region Interlaken residierte in den ehemaligen Klostergebäuden.

1798 wurde Interlaken Sitz des gleichnamigen Distrikts im Kanton Oberland, der jedoch schon 1803 wieder im Kanton Bern aufging. Seit 1831 war Interlaken Hauptort des Amtsbezirks Interlaken. Dieser ging 2010 im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli auf.

Um 1800 wurde die Bergwelt des Berner Oberlands von Reisenden entdeckt und beschrieben, darunter Johann Wolfgang von Goethe, Lord Byron und Felix Mendelssohn Bartholdy. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Interlaken zum Fremdenverkehrsort. Am 1. September 1906 erschoss die für das Frauenstudium angereiste Russin Tatjana Leonteva,[17] eine Sozialrevolutionäre, im Grand Hotel Victoria-Jungfrau aus Verwechslung den französischen Geschäftsmann Charles Müller.

Interlaken nahm einen neuen Aufschwung durch den Bau der Berner Oberland-Bahnen nach Lauterbrunnen und Grindelwald 1890 und der Jungfraubahn 1912. Bedeutsam für die touristische Entwicklung waren die Unspunnenfeste sowie die Tellspiele, die zwar gemeinhin mit Interlaken in Verbindung gebracht werden, jedoch auf Boden der Nachbargemeinden Wilderswil und Matten stattfinden, das Unspunnenfest aber inzwischen in Interlaken selbst. 1913 entstand der Schiffskanal[18] vom Thunersee bis zum Bahnhof Interlaken-West.

Während des Zweiten Weltkriegs beherbergte die Villa Cranz (heute Gemeindeverwaltung) in Interlaken von 1941 bis 1944 das Armeehauptquartier General Guisans. Auf dem Bödeli befanden sich der Reduitflugplatz Interlaken und fünf Artilleriewerke in den Felswänden in der Umgebung.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr1764185018801900193019501960197019801990200020102018
Einwohner3971'0542'0852'9623'7714'3684'7384'7354'8525'1765'1995'4295'610

Politik

Legislative

Insgesamt 30 Sitze

Die Legislative ist der Grosse Gemeinderat mit 30 Mitgliedern, es gibt daher keine Gemeindeversammlung mehr. Im Grossen Gemeinderat vertreten sind SVP, FDP, SP, glp, Grüne, EVP und EDU. Die rechts stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung nach den Gemeindewahlen von 2020.

Exekutive

Der Gemeinderat hat 7 Mitglieder, präsidiert vom Gemeindepräsidenten Philippe Ritschard (FDP, Stand 2024).[19] Alle Mitglieder sind nebenamtlich tätig.

Nationalratswahlen

Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Interlaken (in Klammern die Veränderung im Vergleich zu den Wahlen 2019 in Prozentpunkten): SVP 27,98 % (+1,91), SP 21,21 % (+1,35), glp 11,22 % (+1,40), FDP 9,98 % (−2,33), Grüne 8,69 % (−1,93), Mitte 7,48 % (−1,74), EVP 5,58 % (+0,94), EDU 3,78 % (+1,38), Weitere 4,07 % (−0,98).[20]

Partnergemeinden

Die Partnerstädte Interlakens sind Zeuthen (Deutschland), City of Scottsdale (USA), Třeboň (Tschechien), Ōtsu (Japan) und Huangshan (China).[21]

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

Interlaken ist eines der grossen Tourismuszentren des Berner Oberlands und verfügt über eine Infrastruktur von 60 Hotels mit ca. 4100 Betten, sechs Jugendherbergen bzw. Hostels mit ca. 450 Betten, acht Campingplätzen mit 1045 Standplätzen sowie Ferienwohnungen mit ca. 1000 Betten. Das bekannteste Hotel ist das Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa und das älteste das Hotel Interlaken (angeblich Beherbungsort des nahen Klosters seit 1323, Wappen am heutigen Haus von 1491[22]).

Der Verein Tourismus-Organisation Interlaken TOI vertritt neben Interlaken auch andere Gemeinden. Es wird ein Angebot an Outdoor- und Freizeitaktivitäten angeboten, darunter Fallschirmspringen, Gleitschirmfliegen, Canyoning, River Rafting, Bungee Jumping und Kajakfahren. Einige dieser Angebote sind auch im Winter verfügbar.[23]

Das Tourismusgebiet Interlaken (Interlaken/Matten/Unterseen, Wilderswil/Gsteigwiler/Saxeten, Beatenberg, Bönigen/Iseltwald, Brienz/Axalp/Schwanden/Brienzwiler/Hofstetten/Oberried, Habkern, Ringgenberg-Goldswil-Niederried, Region Thun/Thunersee, Diemtigtal) verzeichnete 2023 total 3'378'805 Logiernächte[24] (2017: 2'588'134[25]). Die meisten Übernachtungsbesucher kamen 2023 aus der Schweiz 22,6 % (2017: 18,8 %), dann folgten die USA 13,0 % (5,8 %), Korea 6,2 % (11,7 %), die Staaten am Persischen Golf 6,1 % (11,0 %), Indien 6,0 % (8,9 %), Deutschland 6,0 % (5,1 %), Grossbritannien 4,5 % (4,8 %), China und Hongkong 4,1 % (13,2 %).[26][27] Vor der COVID-19-Pandemie 2020/2021 kamen noch viele Gäste im Sommer aus den Golf-Staaten, vor allem aus Saudi-Arabien und den VAE.[28] Inzwischen kommen die weitaus meisten ausländischen Gäste aus den USA.

Das 1955 erbaute Motel Interlaken wird in einigen Quellen als das erste Motel in Europa nach rein amerikanischen Prinzipien (einstöckig, Auto vor der Tür) bezeichnet.[29] Es umfasste „28 Wohneinheiten, ein Restaurant mit Bar, einen Verkaufskiosk sowie eine doppelsäulige Tankstelle“. Für Besucher gab es keinen Verzehrzwang, keine Kurtaxe und keine Parkgebühr.[30]

Verkehr

Eisenbahnverkehr und Schifffahrt

Bahn bei Interlaken
Bahnhof
Spiez nach Kandersteg/Visp, Gstaad/Montreux, Thun/Bern
Strecke
Bahnhof
Interlaken West Schiffländte Kanal Thunersee
Kopfbahnhof Streckenende und querStrecke
Heimwehfluhbahn
Strecke
StreckeKopfbahnhof Streckenanfang und quer
Harderbahn
Bahnhof
Interlaken Ost Schiffländte Aare Brienzersee
Haltepunkt / Haltestelle quer
Ringgenberg nach Meiringen/Luzern
StreckeBetriebs-/Güterbahnhof Streckenende
Werkstätte Bönigen
Bahnhof
Wilderswil
Strecke querKopfbahnhof Streckenende und quer
Schynige Platte
Bahnhof
Zweilütschinen nach Lauterbrunnen, Wengen, Grindelwald

Interlaken hat zwei Bahnhöfe: Der Bahnhof Interlaken Ost befindet sich etwa einen Kilometer vom Brienzersee entfernt und der Bahnhof Interlaken West befindet sich am Ende des Schifffahrtskanals zum Thunersee. Interlaken West bietet Anschluss an Kursschiffe der Thunerseeschifffahrt[31], in Interlaken Ost besteht Anschluss an die Kursschiffe des Brienzersees, von der direkt am Bahnhof befindlichen Schiffsanlegestelle an der Aare ist diese in Richtung Brienzersee schiffbar[32]

Interlaken-Ost ist der Ausgangspunkt der schmalspurigen Brünigstrecke der Zentralbahn über Meiringen und den Brünigpass zum Bahnhof Luzern und der ebenfalls schmalspurigen Berner-Oberland-Bahn nach Grindelwald oder Lauterbrunnen.

Beide Bahnhöfe sind an das Schweizer Intercitynetz angeschlossen. Von Interlaken-Ost führt die normalspurige, von der Thunerseebahn erstellte, heute zur BLS gehörende Strecke via Interlaken-West nach Spiez, wo sie sich mit der Hauptstrecke der BLS (Wallis–Lötschberg–Spiez–Thun–Bern) vereinigt. Intercity-Züge verkehren grundsätzlich halbstündlich von Interlaken via Bern nach Basel oder Zürich und weiter nach Romanshorn, zudem Stand 2026 drei ICE nach Frankfurt am Main und weiter nach Berlin Ostbahnhof oder Hamburg-Altona oder Dortmund[33]. Statt einiger Intercity-Züge in verkehrsschwächeren Zeiten verkehren Regionalexpress-Züge bis Spiez und dort mit Anschluss Richtung Bern. Die Stationen zwischen Interlaken West und Spiez werden seit 2020 nicht mehr bedient, es bestehen Busverbindungen.[34]

Der Golden-Pass-Express verkehrt via Zweisimmen nach Montreux. Es wird Rollmaterial eingesetzt, was sowohl auf der Normalspur bis Zweisimmen und weiter auf der Schmalspur bis Montreux verkehren kann, ein Umsteigen ist nicht mehr notwendig.[35]

Strassenverkehr

Interlaken ist über die Autobahn A8 an das Fernstrassennetz angeschlossen. Im Gemeindegebiet liegen die beiden Anschlusspunkte «Interlaken West» und «Interlaken Ost».

Von Spiez aus durchqueren die Hauptstrasse 6, die durch das Haslital zum Grimselpass führt, und die Hauptstrasse 11, die zum Sustenpass führt, die Ortschaft Interlaken gemeinsam und überqueren hier die Aare über das Goldswil-Viadukt. Die Hauptstrasse 221 verläuft von Bern aus über Thun und dem Thunersee entlang nach Interlaken und weiter nach Grindelwald.

Von Interlaken West bzw. Ost verkehren zahlreiche Postautolinien. So z. B. nach Beatenberg, Iseltwald oder Habkern.[36]

Seit 1914 befand sich am Bahnhof Interlaken West die Endhaltestelle der Strassenbahn Steffisburg–Thun–Interlaken. Das Tram wurde 1939 zwischen Interlaken und der Beatenbucht, später insgesamt auf Autobusbetrieb umgestellt. Die Linie der Verkehrsbetriebe STI verkehrt gegenwärtig unter der Nummer 21 weiter bis Beatenbucht und Thun[36].

Mobilität

Interlaken war 2017 Mitglied der Organisation Alpine Pearls, die sich für umweltfreundliche Mobilität im Alpenraum einsetzen.[37]

Kindergarten und Schulen

  • Kindergarten und 1./2. Klasse, Schulhaus Ost
  • Primarstufe, Schulhaus Ost und West
  • Sekundarstufe, General Guisanstrasse 43
  • Gymnasium Interlaken mit Abteilung Gstaad
  • Spezialunterricht Jungfrauregion (Psychomotorik, Logopädie, Integrative Förderung)

Sport

Jedes Jahr startet Anfang September in Interlaken der Jungfrau-Marathon, mit ca. 4000 Teilnehmern der wohl bekannteste Bergmarathon der Welt. Er führt über Wilderswil, Zweilütschinen, Lauterbrunnen, Wengen und die Wengernalp bis zur Station Eigergletscher.

Das Unspunnen-Schwinget findet alle 10 bis 12 Jahre statt und hat einen ähnlichen Stellenwert wie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest.

Von den Sportvereinen in Interlaken erreichte die Handballgruppe Bödeli Bekanntheit, da sie mehrfach in die Nationalliga B aufgestiegen ist.

Gesundheitswesen

Interlaken verfügt mit dem Spital Interlaken auf dem Gemeindegebiet Unterseen über ein öffentliches Spital mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Es gehört zum Klinikverbund der Spitäler Frutigen Meiringen Interlaken (Spitäler FMI).

Kultur

Siehe auch: Liste der Aarebrücken in Interlaken

Sehenswürdigkeiten

Interlaken, Kursaal

Veranstaltungen

Umgebung von Interlaken

Musik

Interlaken hat eine ausgeprägte Musikszene. Die Schweizer Mundart-Rock-Legenden Polo Hofer und Hanery Amman sind beide in Interlaken aufgewachsen. Nach diesen ist der «Amman-Hofer-Platz» in Interlaken benannt, auf dem auch eine Skulptur in Form von Klaviertasten platziert ist, die sieben Hanery- und Polo-Titel abspielen kann.[42] Auch die Mundart-Popband Plüsch mit ihrem Sänger Ritschi stammt aus Interlaken.

Persönlichkeiten

  • Johann Adam Gabler (1833–1888), Fotograf
  • Marie Schumann-Hettich (1841–1929), Pianistin und Musiklehrerin. Älteste Tochter von Robert Schumann und Clara Schumann, wohnte von 1897 bis zu ihrem Tod in ihrem Chalet in Interlaken
  • Johann Rudolf Krenger (1854–1925), Lehrer und Komponist
  • Théodore Delachaux (1879–1949), Pädagoge, Maler, Zeichner, Kurator und Ethnologe
  • Oskar Eberle (1902–1956), Regisseur Festspiel «Unspunnen 1805» am Unspunnenfest 1955
  • Hans Schaffner (1908–2004), Politiker (FDP) und Bundesrat
  • Dölf Reist (1921–2000), Fotograf und Bergsteiger
  • Adrian Frutiger (1928–2015), Typograf
  • Rudolf Häsler (1927–1999), Kunstmaler
  • Polo Hofer (1945–2017), Rockmusiker
  • Kurt Ritter (* 1947), Hotelier, CEO der Rezidor Hotel Group
  • Hanery Amman (1952–2017), Rockmusiker
  • Ulrich Meyer (* 1953), Jurist, Präsident des Bundesgerichts
  • Markus Imboden (* 1955), Regisseur und Drehbuchautor
  • Res Schmid (* 1958), Jetpilot und Politiker
  • Rolf Häsler (* 1962), Jazzmusiker
  • Sandro Häsler (* 1966), Jazzmusiker
  • Kilian Moser (* 1988), Bahn- und Strassenradrennfahrer

Bildergalerie

Literatur

  • Rudolf Gallati: Aarmuehle Interlaken 1838–1988. Eine Ortsgeschichte. Schlaefli, Interlaken 1991.
  • Ernst Schläppi: Unterseen. 2 Bände. Schlaefli, Interlaken 2008.
  • Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen. II. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Bern. Zweiter Teil: Rechte der Landschaft. Band 6, Margret Graf-Fuchs: Das Recht der Ämter Interlaken und Unterseen. Aarau 1957 (online).
Commons: Interlaken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Interlaken – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. Ferienregion Interlaken auf interlaken.swiss.
  6. Bestwerte in der Ferienregion Interlaken. 25. April 2025, abgerufen am 27. April 2026 (deutsch).
  7. Die Tourismus-Organisation-Interlaken geht ambitioniert in die Zukunft auf Radio BeO, 27. April 2023, abgerufen am 31. Mai 2023.
  8. Daniel Vischer: Gewässerkorrektionen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  9. Emil Blösch: Die Leitung der Lütschine in den Brienzersee. 1893.
  10. Franz Allemann: Der Schiffahrts-Kanal vom Thunersee bis Interlaken, die damit zusammenhängenden Anlagen und öffentlichen Werke. In: Schweizerische Bauzeitung, 33.–34. Jg., 1899, S. 98–102.
  11. Datenblatt «Bleikiwald» im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung.
  12. Reformierte Kirchgemeinde Gsteig-Interlaken. Abgerufen am 27. April 2026 (englisch).
  13. Klimanormwerte Interlaken. Normperiode 1991–2020. (PDF) In: meteoschweiz.admin.ch. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, abgerufen am 30. April 2022.
  14. Michael van Orsouw: Die Erfindung von Interlaken. Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 8. Mai 2024.
  15. Interlaken. Ortsname mit der Bedeutung «zwischen den Seen» (Memento vom 16. Januar 2013 im Webarchiv archive.today). In: SRF DRS1 Mundartplattform.
  16. Rudolf Gallati: Aarmuehle Interlaken 1838–1988. Eine Ortsgeschichte. Interlaken 1991.
  17. Christian Koller: Vor 120 Jahren: Revolution im Zarenreich. In: Sozialarchiv Info. Schweizerisches Sozialarchiv Zürich, Januar 2025, ISSN 2673-9542, S. 15–48, hier S. 38.
  18. Anne-Marie Dubler: Thunersee. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  19. Gemeindepräsidium. Website der Gemeinde Interlaken.
  20. Eidgenössische Wahlen 2023, NR – Ergebnisse Parteien (csv). In: opendata.swiss. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 17. Februar 2024.
  21. Sister-Cities. Einwohnergemeinde Interlaken, abgerufen am 27. April 2026.
  22. Interlaken Höheweg 74, 3800 Interlaken Gastgewerbe / Erbauung 1491 - 1491, Umbau 1906. Denkmalpflege Kanton Bern, abgerufen am 25. April 2026.
  23. Über Interlaken Tourismus. Abgerufen am 25. April 2026.
  24. Statistik Destination (Dachmarke). Logiernächte. (PDF; 15,4 MB) In: Jahresbericht 2023. Interlaken Tourismus, S. 39, abgerufen am 30. Januar 2025.
  25. Statistik Destination (Dachmarke). Logiernächte. (PDF; 12,3 MB) In: Jahresbericht 2017. Interlaken Tourismus, S. 47, abgerufen am 22. Oktober 2018.
  26. Hostellogiernächte (Herkunftsländer). (PDF; 15,4 MB) In: Jahresbericht 2023. Interlaken Tourismus, S. 38, abgerufen am 30. Januar 2025.
  27. Hotellogiernächte Interlaken (Herkunftsländer). (PDF; 12,3 MB) In: Jahresbericht 2017. Interlaken Tourismus, S. 47, abgerufen am 22. Oktober 2018.
  28. Janique Weder: Salam Interlaken: Nirgends ist die Schweiz so arabisch wie hier. Doch zu welchem Preis? In: Neue Zürcher Zeitung. 26. April 2018.
  29. Simon Bundi: Architektur mit dem Automobil. (PDF) In: Essay Zeitschrift k + a 2 / 2020. 2020, S. 9, abgerufen am 18. März 2026.
  30. Motor Jahr 1960, Verlag Die Wirtschaft Berlin, S. 37
  31. Über den Thunersee | BLS-Schiff. Archiviert vom Original am 8. Dezember 2025; abgerufen am 25. April 2026.
  32. Über den Brienzersee. BLS, abgerufen am 25. April 2026.
  33. Das Online-Portal der SBB für Fahrplan, Zug und ÖV. Abgerufen am 25. April 2026.
  34. Fünf Jahre nach Schliessung des Bahnhofs: Der letzte Zug ist längst abgefahren – Leissigen arrangiert sich mit dem Bus. 17. September 2025, abgerufen am 25. April 2026.
  35. BLS: GoldenPass Express Interlaken–Montreux - Ausflüge mit dem Zug. 15. Januar 2026, abgerufen am 25. April 2026.
  36. a b Liniennetz Postauto.ch Interlaken und Umgebung: Liniennetz Postauto.ch Interlaken und Umgebung. Abgerufen am 25. April 2026.
  37. Urlaub in Interlaken mit der Mobilitätsgarantie der Alpine Pearls. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. März 2017; abgerufen am 24. März 2017.
  38. Website des Kunsthauses Interlaken.
  39. Website des Tourismuseums.
  40. Stefan Haenni: Tellspielopfer. Gmeiner Verlag, 2020, ISBN 978-3-8392-2594-3.
  41. Website des Vereins IG Bödeliwerke.
  42. Ein Platz tönt nach Alperose und Rosmarie. In: Jungfrau Zeitung. 1. November 2009.

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Panoramafoto Interlaken.jpg
Panoramablick vom Beatenberg auf Interlaken
Gemeindehaus Interlaken Villa Cranz.jpg
Autor/Urheber: Paebi, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Villa Cranz, Gemeindehaus Interlaken BE, Schweiz
Meyers Universum Band 02 32.jpg
Interlaken in der Schweiz
Aare by Interlaken-Ost.jpg
Autor/Urheber: Christian David, Lizenz: CC BY-SA 4.0
The Aar in Interlaken, by the Interlaken-Ost railway station.
Karte Gemeinde Interlaken 2014.png
Autor/Urheber: Tschubby, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Municipality Interlaken
Interlaken01.JPG
Autor/Urheber: Paebi, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Kursaal Interlaken: frontal view with the fountain in the foreground
Interlaken aer.jpg
Interlaken mit Brienzersee im Hintergrund und Thunersee im Vordergrund
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KRW-junction of straight track and tracks to left and right
Interlaken, Zwitserland.jpg
(c) Tinelot Wittermans, CC BY-SA 3.0
Interlaken, Switzerland, as seen from above.
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railway icon
View of Interlaken 1821.jpg
English Aquatint entitled View of Interlaken, dated 1821