Illnau-Effretikon

Stadt Illnau-Effretikon
Wappen von Stadt Illnau-Effretikon
Staat:Schweiz
Kanton:Zürich (ZH)
Bezirk:Pfäffikonw
BFS-Nr.:0296i1f3f4
Postleitzahl:8307 Effretikon
8307 Ottikon b. Kemptthal
8308 Agasul
8308 Illnau
8314 Kyburg
Koordinaten:696676 / 252489
Höhe:517 m ü. M.
Fläche:32,86 km²
Einwohner:i16'975 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte:517 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
26 % (31. Dezember 2016)[2]
Stadtpräsident:Ueli Müller (SP)
Website:www.ilef.ch
Karte
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Illnau-Effretikon (bis 1974 offiziell Illnau genannt) ist eine Stadt und politische Gemeinde im Bezirk Pfäffikon des Kantons Zürich in der Schweiz.

Geographie

Geografisch besteht Illnau-Effretikon aus der Stadt Effretikon, den Dörfern Illnau, Ottikon, Bisikon und Kyburg, ferner aus den Weilern Agasul, Bietenholz, Billikon, First, Horben, Kemleten, Luckhausen, Mesikon und Oberkempttal.

Eine Walderhöhung oberhalb Brünggen ist mit 689 m ü. M. der höchste Punkt der Gemeinde.

Seit der Eingemeindung von Kyburg am 1. Januar 2016 ist Illnau-Effretikon flächenmässig die viertgrösste Gemeinde im Kanton Zürich nach Zürich, Winterthur und Wädenswil.[3]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr163417991900195019601965197019751980
Einwohner8782'5252'7674'3448'1608'06013'58614'85014'752
Jahr19851990199520002005200920122016
Einwohner14'76914'70914'69014'71415'40215'62016'09916'988[4]
  • Bevölkerungsdichte: 508 Einwohner pro Quadratkilometer
  • Ausländeranteil: 26,4 % (2016)
  • Konfessionszugehörigkeit: 36,2 % evangelisch-reformiert, 25,0 % römisch-katholisch, 38,8 % keine oder andere konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2012)[5]

Politik

Die Legislative ist seit 1974 der Grosse Gemeinderat mit 36 Sitzen.

Insgesamt 36 Sitze

Die Sitze sind wie folgt auf die Parteien verteilt:

Parteien im Grossen Gemeinderat
Partei199820022006201020142018
SVP111111121110
SP1097678
FDP565356
Grüne344323
glp223
CVP223222
EVP223222
JLIE213331
BDP221
JUSO1
EDU11

Der Stadtrat, die städtische Exekutive, zählte bis 2018 neun Mitglieder. Bei der Verkleinerung auf 7 Sitze im 2018 verlor die SVP alle ihre zuvor drei Sitze. Der Stadtpräsident ist Ueli Müller (SP, Wahl am 10. Juli 2011).

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Illnau-Effretikon: SVP 35,7 %, SP 19,3 %, FDP 13,2 %, glp 7,4 %, Grüne 6,6 %, BDP 4,6 %, EVP 3,9 %, CVP 3,6 %, EDU 2,7 %.[6]

Verkehr

Bahnhof Illnau

Die Gemeinde wird von der am 27. Dezember 1855 eröffneten Bahnstrecke Zürich–Winterthur mit dem Bahnhof Effretikon sowie von der am 3. Mai 1876 eröffneten Bahnstrecke Effretikon–Hinwil mit den Bahnhöfen Effretikon und Illnau mit der Eisenbahn erschlossen.

Beide Linien sind 1902 verstaatlicht worden, und werden durch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) betrieben. Der Bahnhof Effretikon wird von der S-Bahn Zürich mit folgenden Linien bedient:

Der Bahnhof Illnau ist durch folgende Linien an die S-Bahn angebunden:

Die Gemeinde ist durch die Autobahn A1 mit dem Anschluss Effretikon erschlossen.

Geschichte

Ruine Moosburg
Effretikon, historisches Luftbild von 18. Mai 1932, aufgenommen von Walter Mittelholzer
Illnau, historisches Luftbild von 1920, aufgenommen aus 200 Metern Höhe von Walter Mittelholzer

Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 745 für die Siedlungen Illenavvia (Illnau), Erpfratinchova (Effretikon) und Makisinchova (Mesikon).

Funde aus der Steinzeit, sowie Grabbeilagen aus der Bronze- und Eisenzeit bei Bisikon und Luckhausen deuten von einer frühen Besiedelung. Umfangreicher sind hier die Funde aus dem frühen Mittelalter; darunter ist auch die Grabhügelnekropole im Studenbrunnenholz unterhalb von Ottikon, welche 1928/29 wissenschaftlich untersucht und als Grabstätte der Grosseltern von Beata Landolt (einer adeligen Grundherrin) gedeutet wurden.[7] Schenkungsurkunden aus dem 8. Jahrhundert an das Kloster St. Gallen, deuten darauf hin, dass Illnau-Effretikon schon weitgehend durch die Alemannen erschlossen war.

Im ehemaligen Weiler Moosburg, im Süden von Effretikon, befindet sich die Ruine der von Graf Hartmann IV. von Kyburg 1254 erbauten Moosburg. Sie war von 1426 bis 1432 Sitz des ersten Zürcher Vogts der Landvogtei Kyburg und wurde während des Alten Zürichkrieges im Mai 1444 von den Innerschweizer Truppen zerstört.

Mit dem Bau des Bahnhofs im Jahr 1855 begann der Aufschwung Effretikons und führte 1974 zur Namensänderung in Stadt Illnau-Effretikon.

In der zweiten Hälfte des 20. Jh. wurde der Bahnhof Effretikon durch Architekt Max Vogt neu gebaut.

Eingemeindung von Kyburg

Kyburg

Am 24. November 2013 sprachen sich 74,88 Prozent der Stimmberechtigten von Kyburg für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit Illnau-Effretikon aus. Der Regierungsrat des Kantons Zürich begrüsste die Pläne zur Gemeindefusion und stellte eine Subvention von 1.9 Millionen Franken in Aussicht (vor allem um einen Teil der Schulden von Kyburg zu tilgen).[8][9] In der Volksabstimmung vom 14. Juni 2015 wurde die Fusion sowohl in Kyburg (81 Prozent Ja-Stimmen) als auch in Illnau-Effretikon (89 Prozent Ja-Stimmen) klar angenommen.[10] Der Zusammenschluss wurde per 1. Januar 2016 offiziell vollzogen.[11][3]

Wappen

Blasonierung des Doppelwappens

In Silber ein blauer Schrägbalken, belegt mit drei schräglinks gestellten silbernen Rochen
In Silber eine aufrechte blaue Pflugschar

Kunst, Kultur

Schulen, Hochschulen

Schulhaus Watt in Effretikon
  • Primar- und Sekundarschule verteilen sich auf die Schulhäuser Schlimperg, Watt und Eselriet in Effretikon sowie das Schulhaus Hagen in Illnau.
  • Berufsvorbereitungsjahr Effretikon
  • Elektro-Bildungs-Zentrum (EBZ)
  • Baumeister-Kurszentrum
  • Swissmechanic-Kurszentrum
  • Metall-Union Kanton Zürich
  • VSCI, Ausbildungszentrum für Carrosserieberufe

Sehenswürdigkeiten

Hablützelhaus in Horben
Kirche Illnau
  • Schloss Kyburg
  • Burgruine Moosburg
  • Planetenweg von Effretikon (Anwandelstrasse) nach Schloss Kyburg[12]
  • Alt-Effretikon
  • Frühmittelalterliches Gräberfeld Studenbrunnen = Grabhügelnekropole[13]
  • Gedenkstein zum Absturz eines US-amerikanischen Bombers vom Typ B-24 Liberator am 20. Juli 1944 am Brästberg (Prestberg) oberhalb Horben[14]
  • Hablützelhaus, Horben (Bohlenständerbau aus dem Jahr 1676)[15]
  • Ortsmuseum im Hotzehuus, Usterstrasse 2, Illnau[16]
  • Kapelle Rikon aus dem 12. Jahrhundert
  • Kemleten: Burghügel,[17] Speicher aus dem 17. Jahrhundert
  • Kirche Illnau aus dem 12. Jahrhundert, daneben ein Sodbrunnen aus dem 16. Jahrhundert[18]
  • Reformierte Kirche Effretikon: von Architekt Ernst Gisel 1959–1961 als postmoderner Kirchbau erstellt.
  • Katholische Kirche St. Martin: 1982–1983 von den Architekten Fuchs und Moos erstellt.
  • Naturschutzgebiete Wildert und Oermis[19]

Sport

Vereine

Mit über 100 Vereinen und Parteien ist Illnau-Effretikon eine stark vereinsaktive Gemeinde.[20] Zur Koordination der Vereinsaktivitäten dient die Präsidentenkonferenz welche zweimal jährlich durch den Verkehrs- und Verschönerungsverein Illnau-Effretikon organisiert wird.

Sportzentrum Eselriet

Das Sportzentrum Eselriet im Südosten von Effretikon umfasst ein Freibad (50-Meter-Schwimmbecken, 5-Meter-Sprungturm, 60-Meter-Rutschbahn, Beachvolleyball-Anlage), zwei Eislauffelder, Fussball- und Tennisplätze sowie eine Minigolf- und eine Boccia-Anlage.[21]

Persönlichkeiten

  • Gustav Morf (1900–1978), Arzt, Psychologe, Journalist und Politiker
  • Ludwig Zehnder (1854–1949), Physiker
  • Max Binder (* 1947), Alt-Nationalrat
  • Rudi Margreiter (1954–2005), Volksmusiker
  • Walter Roderer (1920–2012), Volksschauspieler

Literatur

  • Hans Martin Gubler, Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1978 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 66). ISBN 3-7643-0991-1. S. 76–107.
  • Hans Kläui. Illnau-Effretikon: Von den Anfängen bis zum Umsturz des Jahres 1798. Band 1. Illnau-Effretikon 1983.
  • Wilfried Meili: Vor Jahr und Tag in Illnau-Effretikon und Lindau. Wetzikon, 1989, ISBN 3-85981-149-5
  • Ueli Müller. Illnau-Effretikon: Vom Umsturz des Jahres 1798 bis zur Gegenwart (1992). Band 2. Illnau-Effretikon 1992.

Weblinks

 Commons: Illnau-Effretikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  3. a b Stefania Telesca. Kyburg ist Geschichte. Tages-Anzeiger, 31. Dezember 2015
  4. inkl. Wochenaufenthalter gem. Geschäftsbericht 2016 der Stadt Illnau-Effretikon, S. 101.
  5. Statistisches Amt des Kantons Zürich - Datenbank (Gemeindeporträts). abgerufen am 16. Januar 2014.
  6. Archivlink (Memento des Originals vom 27. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.zh.ch, Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 3. Dezember 2015
  7. Peter Schulthess. Beata Landolt – eine adelige Grundherrin des Frühmittelalters: Neue Erkenntnisse zu den Merowingern im Zürcher Oberland. Heimatspiegel, September 2014 (Beilage zum Zürcher Oberländer / Anzeiger von Uster).
  8. Kanton unterstützt Fusion von Illnau-Effretikon und Kyburg. Staatskanzlei des Kantons Zürich, 17. Juli 2014, abgerufen am 24. Januar 2015.
  9. 786. Gemeindewesen: Zusammenschluss der Stadt Illnau-Effretikon (Einheitsgemeinde) und der Politischen Gemeinde Kyburg (Einheitsgemeinde) (Subvention). (PDF; 40 kB) Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich – Sitzung vom 9. Juli 2014. Staatskanzlei des Kantons Zürich, 9. Juli 2014, abgerufen am 24. Januar 2015.
  10. https://www.ilef.ch/stadtverwaltung/verwaltung/praesidiales/eingemeindung-kyburg/
  11. Herzlich willkommen, Kyburg! Stadtverwaltung Illnau-Effretikon, 1. Januar 2016, abgerufen am 2. Januar 2016.
  12. http://www.ilef.ch/de/dyn_output.html?content.vname=az_begriff&content.word_id=195@1@2Vorlage:Toter Link/www.ilef.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Renata Windler. Grabhügel im Studenbrunnenholz bei Grafstal. In: Eine Ahnung von den Ahnen: Archäologische Entdeckungsreise ins Zürcher Oberland. Wetzikon 1993. S. 161–164.
  14. Informationen zum Absturz auf Warbird. Archiviert vom Original am 1. Oktober 2013; abgerufen am 19. August 2013.
  15. Zürcher Denkmalpflege: 12. Bericht 1987-1990@1@2Vorlage:Toter Link/www.are.zh.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 28,7 MB), S. 134–137.
  16. Archivlink (Memento des Originals vom 22. August 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ilef.ch
  17. http://www.burgenwelt.org/schweiz/kemleten/index.htm
  18. Kantonsarchäologie und Kantonale Denkmalpflege Zürich. Von Illnau nach Kempten: Kulturgeschichtliche Wanderung.
  19. Peter Peisl, Martin Steinacher. Zwei aufwendige Kostbarkeiten: Wildert und Örmis. In: Jahrheft der Stadt Illnau-Effretikon. Effretikon. 1998. S. 24–26.
  20. ilef.ch, abgerufen am 18. Oktober 2012
  21. http://www.ilef.ch/freizeit/sportzentrum/

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