ICD-11

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 11. Revision
AbkürzungICD-11
Inkrafttreten1. Januar 2022[1]
Aktuelle Version2026-01[2]
HerausgeberWeltgesundheitsorganisation
SerieICD
VorgängerICD-10
ZweckMedizinische Klassifikation und Statistik
LizenzCC BY-ND 3.0 IGO[3]
Offizielle WebsiteICD-11
Deutsche VorabfassungICD-11 Browser (Deutsch)

Die ICD-11 ist die 11. Version der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems). Die ICD ermöglicht die systematische Erfassung, Analyse, Interpretation und den Vergleich von Mortalitäts- und Morbiditätsdaten, die in verschiedenen Ländern oder Gebieten und zu verschiedenen Zeiten gesammelt wurden.[4] Von allen Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird erwartet, dass sie die aktuelle Version der ICD für die Meldung von Tod und Krankheit verwenden.[5]

Die ICD-11 trat am 1. Januar 2022 in Kraft; nach einer flexiblen Übergangszeit von fünf Jahren dürfen Todesursachen bei Meldung an die WHO ausschließlich mit der ICD-11 kodiert werden.[1] Der konkrete Zeitpunkt der Einführung der ICD-11 in den klinischen Alltag in Deutschland, Österreich[6] und der Schweiz[7] ist noch offen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird die Evaluierung und Einführung – insbesondere für die Codierung von Krankheiten – mindestens fünf Jahre dauern. Eine durch das BfArM in Kooperation mit dem Schweizer Bundesamt für Statistik[7] erstellte deutsche Übersetzung wird momentan mit den wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften abgestimmt. Dies ist laut dem Bundesinstitut ein Prozess, der „voraussichtlich noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird“.[1][8] Mit Inkrafttreten der ICD-11-Klassifikation zum 1. Januar 2022 wird auch eine neue Klassifikation der Persönlichkeitsstörungen auf den Weg gebracht, die in Deutschland zeitlich versetzt zur Anwendung kommen wird.[9][10][11]

Die ICD-11 verfügt über eine umfangreiche Struktur mit rund 85.000 Entitäten, die auch als Klassen bezeichnet werden. Eine Entität kann alles sein, was für die Gesundheitsversorgung relevant ist. In der Regel handelt es sich dabei um eine Krankheit oder einen Erreger, es kann sich aber auch um ein isoliertes Symptom oder eine (Entwicklungs-)Anomalie des Körpers handeln. Es gibt auch Entitäten für Gründe die zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen führen, für die sozialen Umstände der Patienten sowie für äußere Ursachen für Verletzungen oder Todesfälle.

Die ICD-11 ist Teil der WHO Family of International Classifications (WHO-FIC), einer Familie medizinischer Klassifikationen.[12] Die WHO-FIC umfasst die Foundation (Basiskomponente), die alle Entitäten der von der WHO genutzten Klassifikationen enthält. Die Foundation bildet damit den gemeinsamen Kern, aus dem alle Klassifikationen abgeleitet sind. Ein Beispiel für eine abgeleitete Klassifikation ist die ICD-O, die für den Einsatz in der Onkologie optimiert ist. Die primäre Ableitung der Foundation heißt ICD-11 MMS und wird gemeinhin einfach als „ICD-11“ bezeichnet.[13] MMS steht hierbei für „Mortalitäts- und Morbiditätsstatistiken“.[14]

Die ICD-11 ist unter der CC BY-ND 3.0 IGO lizenziert.[3]

Taxonomie

Eine statistische Klassifizierung von Krankheiten muss auf eine begrenzte Anzahl von sich gegenseitig ausschließenden Kategorien beschränkt sein, die das gesamte Spektrum krankhafter Zustände abdecken können. Folglich enthält jede Klassifikation Restkategorien für andere und sonstige Bedingungen, die nicht den spezifischeren Kategorien zugeordnet werden können. Die folgenden Kriterien bestimmen, ob eine Entität als eindeutige Kategorie eingestuft werden kann:

  1. Epidemiologische Evidenz: Häufigkeitsanalysen codierter Mortalitäts- und Morbiditätsdaten
  2. Klinische Nachweise: Krankheitsnachweise der medizinischen Fachrichtungen
  3. Granularität: Mindestangaben, die für die Mortalität (Mortalitätsdaten) oder die Grundversorgung nützlich sind
  4. Kontinuität: Der in der ICD vorhandene Detaillierungsgrad bleibt erhalten
  5. Sparsamkeit: die Notwendigkeit, die Anzahl der Kategorien für die internationale Meldepflicht zu begrenzen

Falls ein höherer Detailgrad der Kodierung benötigt wird, können weitere Codes hinzugefügt werden.[15]

Kapitel

Die ICD ist eine Klassifikation mit variabler Achse. Die Kapitelstruktur geht auf einen Vorschlag von William Farr aus den Anfängen der internationalen Diskussion über die Klassifizierungsstruktur zurück. Die Kapitelstruktur hat sich in der Praxis bewährt und wird für allgemeine epidemiologische Zwecke nützlicher angesehen als jede der getesteten Alternativen.[16]

Nachfolgend ist eine Tabelle mit allen Kapiteln der ICD-11 mit den zugehörigen Codebereichen zu finden:[17]

#BereichKapitel#BereichKapitel
11A00–1H0ZBestimmte infektiöse oder parasitäre Krankheiten15FA00–FC0ZKrankheiten des Muskel-Skelett-Systems oder des Bindegewebes
22A00–2F9ZNeubildungen16GA00–GC8ZKrankheiten des Urogenitalsystems
33A00–3C0ZKrankheiten des Blutes oder der blutbildenden Organe17HA00–HA8ZZustände mit Bezug zu sexueller Gesundheit
44A00–4B4ZKrankheiten des Immunsystems18JA00–JB6ZSchwangerschaft, Geburt oder Wochenbett
55A00–5D46Endokrine, Ernährungs- oder Stoffwechselkrankheiten19KA00–KD5ZBestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben
66A00–6E8ZPsychische Störungen, Verhaltensstörungen oder neuromentale Entwicklungsstörungen20LA00–LD9ZEntwicklungsanomalien
77A00–7B2ZSchlaf-Wach-Störungen21MA00–MH2YSymptome, Zeichen oder klinische Befunde, anderenorts nicht klassifiziert
88A00–8E7ZKrankheiten des Nervensystems22NA00–NF2ZVerletzungen, Vergiftungen oder bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen
99A00–9E1ZKrankheiten des Sehsystems23PA00–PL2ZÄußere Ursachen von Morbidität oder Mortalität
10AA00–AC0ZKrankheiten des Ohrs oder des Warzenfortsatzes24QA00–QF4ZFaktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen oder zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen
11BA00–BE2ZKrankheiten des Kreislaufsystems25RA00–RA26Schlüsselnummern für besondere Zwecke
12CA00–CB7ZKrankheiten des Atmungssystems26SA00–SJ3ZErgänzendes Kapitel für Zustände gemäß der Traditionellen Medizin
13DA00–DE2ZKrankheiten des VerdauungssystemsVVA00–VC50Ergänzender Abschnitt für die Einschätzung der Funktionsfähigkeit
14EA00–EM0ZKrankheiten der HautXXA0060–XY9UZusatzkodes

Die ICD-11 enthält fünf neue Kapitel. Das dritte Kapitel der ICD-10, „Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe sowie bestimmte Störungen des Immunsystems“, wurde in zwei Teile geteilt: „Krankheiten des Blutes oder der blutbildenden Organe“ (Kapitel 3) und „Krankheiten des Immunsystems“ (Kapitel 4). Die weiteren neuen Kapitel sind „Schlaf-Wach-Störungen“ (Kapitel 7), „Zustände mit Bezug zu sexueller Gesundheit“ (Kapitel 17) und „Ergänzendes Kapitel für Zustände gemäß der Traditionellen Medizin“ (Kapitel 26).

Codemuster

Die ICD-11 MMS verfügt über eine flexiblere Kodierungsstruktur als ihr Vorgänger. In der ICD-10 beginnt jeder Code mit einem Buchstaben, gefolgt von einer zweistelligen Zahl (z. B. P35), wodurch 99 Plätze entstehen, ohne Unterkategorien und Blöcke. Dies erwies sich für die meisten Kapitel als ausreichend, aber vier Kapitel sind so umfangreich, dass ihre Kategorien mehrere Buchstaben umfassen: Kapitel I (A00–B99), Kapitel II (C00.0–D48.9), Kapitel XIX (S00–T98) und Kapitel XX (V01–Y98).

Die Codes der ersten neun Kapitel des ICD-11 beginnen mit den Zahlen 1 bis 9, während die nächsten neunzehn Kapitel mit den Buchstaben A bis X beginnen. Die Buchstaben I und O werden nicht verwendet, um Verwechslungen mit den Zahlen 1 und 0 zu vermeiden. Auf das Kapitelzeichen folgen ein Buchstabe, eine Zahl und ein viertes Zeichen, das mit einer Zahl beginnt (0–9, z. B. KA80) und dann mit einem Buchstaben fortgesetzt werden kann (A–Z, z. B. KA8A). Die WHO entschied sich für eine festgelegte Zahl als drittes Zeichen, um die Schreibweise „unerwünschter Wörter“ zu vermeiden.[18] In der ICD-10 hat jede Einheit innerhalb eines Kapitels entweder einen Code (z. B. P35) oder einen Code-Bereich (z. B. P35–P39). Letzteres ist ein Block. In der ICD-11 MMS haben Blöcke niemals Codes, und nicht jede Einheit hat notwendigerweise einen Code, auch wenn jede Einheit eine eindeutige ID als Uniform Resource Identifier hat.[18]

In der ICD-10 wird die nächste Ebene der Hierarchie im Code durch einen Punkt und eine einzelne Zahl gekennzeichnet (z. B. P35.2). Dies ist die niedrigste verfügbare Ebene in der ICD-10-Hierarchie, was zu einer künstlichen Begrenzung auf 10 Unterkategorien pro Code (.0 bis .9) führt.[19] In der ICD-11 MMS besteht diese Begrenzung nicht mehr: Nach 0–9 kann die Liste mit A–Z fortgesetzt werden (z. B. KA62.0 – KA62.A). Nach dem ersten Zeichen nach dem Punkt kann dann ein zweites Zeichen in der nächsten Ebene der Hierarchie verwendet werden (z. B. KA40.00 – KA40.08). Diese Ebene ist derzeit die niedrigste, die im MMS vorkommt. Der große ungenutzte Kodierungsraum im MMS ermöglicht Aktualisierungen, ohne dass andere Kategorien geändert werden müssen, wodurch die Stabilität der Codes gewährleistet bleibt.[18]

Basiskomponente und tabellarische Listen der ICD-11

Die Basiskomponente (Foundation) der ICD-11 ist eine mehrdimensionale Sammlung aller ICD-Entitäten.[20] Alle Entitäten verfügen über einen eigenen Uniform Resource Identifier (URI) und haben eine bestimmte Position in einer Hierarchie von Gruppen, Kategorien und engeren Begriffen.[21] Entitäten können mehr oder weniger weit gefasst sein, etwa „Verletzung des Arms“ oder „Hautverletzung des Daumens“. Die Basiskomponente enthält die erforderlichen Informationen, um mithilfe der Entitäten eine tabellarische Liste zu erstellen. Weiterhin ist in der Basiskomponente hinterlegt, ob in einer tabellarischen Liste die Entität eine Gruppierung, eine Kategorie in einem Stammcode oder ein Einschlussbegriff in einer bestimmten Kategorie wird. In einer tabellarischen Liste werden die Entitäten der Basiskomponente zu Kategorien. Die Kategorien schließen sich gegenseitig aus und erschöpfen sich gemeinsam.[20]

Revisionsprozess

Es wurde ein standardisierter Revisionsprozess eingerichtet. Die Aktualisierung erfolgt auf verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Frequenzen. Jede Person kann dem ICD einen Vorschlag für ein Update unterbreiten. Alle Änderungsvorschläge müssen über den Online-Vorschlagsmechanismus eingereicht werden. Die Vorschläge werden von Experten geprüft und durchlaufen einen Workflow. Alle Änderungen werden in Form einer Änderungsliste veröffentlicht.[22]

Mit ca. 55.000 Codes für Krankheiten und Todesursachen erhebt die ICD-11 den Anspruch, eine gemeinsame Sprache für alle Mitarbeiter im Gesundheitsbereich zur Verfügung zu stellen. Damit soll der transdisziplinäre Austausch von medizinischen Informationen gefördert werden.[23]

Änderungen zur Vorgängerversion

Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen in der ICD-11 MMS im Vergleich zur ICD-10.

Psychische Störungen

Übersicht

In die ICD-11 wurden die folgenden psychischen Störungen neu aufgenommen:[19]

Weitere erwähnenswerte Änderungen sind:[19]

  • Unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen wurden unter Verwendung eines dimensionalen (im Gegensatz zu einem kategorialen) Modells zu einer einzigen Diagnose „Persönlichkeitsstörung“ zusammengefasst (Siehe dazu den Abschnitt Persönlichkeitsstörungen).
  • Alle Subtypen der Schizophrenie (z. B. paranoid, hebephren, katatonisch) wurden entfernt. Stattdessen wird ein dimensionales Modell mit der Kategorie „Symptomatische Manifestationen primärer psychotischer Störungen“ (6A25) verwendet. Dieses Modell dient der Kodierung Positivsymptome (6A25.0), Negativsymptome (6A25.1), Depressiver Symptome (6A25.2), Manischer Symptome (6A25.3), Psychomotorischer Symptome (6A25.4) und Kognitiver Symptome (6A25.5).
  • Anhaltende affektive Störungen (F34), bestehend aus Zyklothymie (F34.0) und Dysthymie (F34.1), wurden gestrichen. Die Zyklothyme Störung wurde unter „Bipolare oder verwandte Störungen“ (6A62) eingeordnet, die Dysthyme Störung unter „Depressive Störungen“ (6A72).
  • Die ICD-10 unterscheidet zwischen phobischen Angststörungen (F40), z. B. Agoraphobie (F40.0), und anderen Angststörungen (F41), z. B. generalisierte Angststörungen (F41.1). In der ICD-11 werden beide Gruppen unter „Angst- oder furchtbezogene Störungen“ zusammengefasst.
  • Alle tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (F84) wurden zu einer Kategorie zusammengefasst, der „Autismus-Spektrum-Störung“ (6A02), mit Ausnahme des Rett-Syndroms, das in das Kapitel „Entwicklungsanomalien“ (LD90.4) verschoben wurde.
  • Hyperkinetische Störungen (F90) wurden in „Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen“ (6A05) umbenannt. Dabei wird zwischen den Subtypen „vorwiegend unkonzentriert“ (6A05.0), „vorwiegend hyperaktiv-impulsiv“ (6A05.1) und „kombiniert“ (6A05.2) unterschieden. Die Diagnose „Hyperkinetische Verhaltensstörung“ (F90.1) wurde entfernt.
  • Die Akute Belastungsreaktion (F43.0) wurde aus dem Kapitel „Psychische Störungen“ entfernt und in das Kapitel „Problematik in Verbindung mit schädlichen oder traumatischen Ereignissen“ (QE84) verschoben. Somit wird die Akute Belastungsreaktion in der ICD-11 nicht mehr als psychische Störung betrachtet.[24]

ICD-11 CDDR

Buchcover der Printversion des ICD-11 CDDR

Nach einem umfangreichen, jahrelangen Überarbeitungsprozess, an dem fast 15.000 Kliniker aus 155 Ländern beteiligt waren,[19] entwickelte die WHO die ICD-11 CDDG (Clinical Descriptions and Diagnostic Guidelines),[25][26][27] die später in ICD-11 CDDR (Clinical Descriptions and Diagnostic Requirements) umbenannt wurde.[28] Die CDDR ist ein umfassendes Diagnosehandbuch zur Identifizierung und Messung von psychischen Erkrankungen mit einer einheitlichen Terminologie, ähnlich wie das DSM-5.[29][30] Die ICD-11 CDDR wurde etwa zur gleichen Zeit wie das DSM-5 entwickelt, und die Arbeitsgruppen beider Projekte trafen sich regelmäßig, um ihre Arbeiten miteinander abzustimmen. Die CDDR und das DSM-5 sind sich ähnlich, aber nicht identisch.[31] Die ICD-11 CDDR ist der Nachfolger der ICD-10 CDDG, die erstmals 1992 veröffentlicht wurde und auch als „Blue Book“ bekannt war.[25]

Die CDDR ist in die ICD-11 integriert und kann von jedem im ICD-11-Browser eingesehen werden. Am 8. März 2024 wurde das CDDR auch in Buchform veröffentlicht.[32] Es kann kostenlos von der Website der WHO heruntergeladen werden und untersteht einer CC BY-NC-SA 3.0 IGO Lizenz.[33]

Persönlichkeitsstörungen

Der diagnostische Rahmen für Persönlichkeitsstörungen in der ICD-11[34] ist eine Umsetzung eines dimensionalen Modells von Persönlichkeitsstörungen[35] was bedeutet, dass Individuen entlang kontinuierlicher Merkmalsdimensionen bewertet werden, wobei Persönlichkeitsstörungen extreme oder maladaptive Varianten von Merkmalen widerspiegeln und sowohl nach dem Schweregrad der Dysfunktion als auch nach hervorstechenden Merkmalsdomänen klassifiziert werden. Die ICD-11-Klassifikation der Persönlichkeitsstörungen unterscheidet sich erheblich von derjenigen in der vorherigen Ausgabe: Alle unterschiedlichen Persönlichkeitsstörungen wurden zu einer einzigen zusammengefasst. Diese kann als Leichtgradig, Mittelgradig, Schwergradig oder mit nicht näher bezeichneten Schweregrad kodiert werden.[35]

Der Schweregrad wird anhand des Ausmaßes der Belastung und des Grades der Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten aufgrund von Schwierigkeiten in Bezug auf Aspekte der Selbstfunktion (z. B. Identität, Selbstwertgefühl und Handlungsfähigkeit) und zwischenmenschliche Beziehungen (z. B. Wunsch und Fähigkeit zu engen Beziehungen und Fähigkeit zum Umgang mit Konflikten) sowie Verhaltens-, kognitiven und emotionalen Funktionsstörungen bestimmt.[35] Es gibt auch eine zusätzliche Kategorie namens „Persönlichkeitsschwierigkeiten“, die verwendet werden kann, um Persönlichkeitsmerkmale zu beschreiben, die problematisch sind, aber nicht die diagnostischen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung erfüllen.[36] Eine Persönlichkeitsstörung oder -beeinträchtigung kann durch eines oder mehrere der folgenden auffälligen Persönlichkeitsmerkmale oder -muster definiert werden: Negative Affektivität, Distanziertheit, Dissozialität, Enthemmung und Anankasmus.[37] Zusätzlich zu diesen Merkmalen kann ein Borderline-Muster diagnostiziert werden, das der Borderline-Persönlichkeitsstörung ähnelt.[38]

Computerspielstörung

Die Computerspielstörung (6C51) wurde neu in die ICD-11 aufgenommen und neben der Glücksspielstörung (6C50) in die Gruppe „Störungen durch Verhaltenssüchte“ eingeordnet. Letztere wurde in der ICD-10 als pathologisches Spielen (F63.0) bezeichnet. Neben der Computerspielstörung enthält die ICD-11 auch das „Gefährliche Computerspielen“ (QE22), eine Unterkategorie, mit der problematisches Computerspielen diagnostiziert werden kann, das noch nicht den Grad einer Störung erreicht.

Obwohl eine Mehrheit der Wissenschaftler[39] die Aufnahme der Computerspielstörung befürwortete, lehnte eine beträchtliche Anzahl dies ab. Aarseth et al. stellten fest, dass die Evidenzbasis, auf der diese Entscheidung beruhte, von geringer Qualität war, die Diagnosekriterien für die Computerspielstörung auf die vom Substanzkonsum und der Glücksspielstörung basierten, obwohl diese nicht dasselbe sind, kein Konsens über die Definition und Bewertung von der Computerspielstörung bestand und eine vordefinierte Kategorie die Forschung in einen bestätigenden Ansatz festhalten würde.[40] Rooij et al. stellten die Frage, ob das, was als Computerspielstörung bezeichnet wird, in Wirklichkeit eine Bewältigungsstrategie für zugrunde liegende Probleme wie Depressionen, Soziale Angststörungen oder ADHS ist[41]. Sie wiesen auch auf eine moralische Panik hin, die durch sensationelle Medienberichte angeheizt wird, und erklärten, dass diese Kategorie Menschen stigmatisieren könnte, die einfach nur einem sehr intensiven Hobby nachgehen. Bean et al. schrieben, dass die Kategorie der Computerspielstörung falschen Stereotypen von Spielern als körperlich unfit und sozial unbeholfen Vorschub leistet und die meisten Spieler keine Probleme damit haben, ihre erwarteten sozialen Rollen außerhalb von Spielen mit denen innerhalb von Spielen in Einklang zu bringen.[39]

Zur Unterstützung der Diagnose stimmten Lee et al. zu, dass die bestehende Forschung erhebliche Einschränkungen aufweise, was tatsächlich eine standardisierte Reihe von Kriterien erforderlich mache, die für Studien vorteilhafter seien als selbst entwickelte Instrumente zur Bewertung problematischen Spielverhaltens.[42] Saunders et al. argumentierten, dass die Computerspielstörung ebenso wie die Glücksspielstörung und die Substanzabhängigkeit in die ICD-11 aufgenommen werden sollte. Sie verwiesen dabei auf funktionelle Neuroimaging-Studien, die eine Aktivierung ähnlicher Hirnregionen zeigen, sowie auf psychologische Studien, die ähnliche Risikofaktoren aufzeigen.[43] Király und Demetrovics glaubten nicht, dass eine Computerspielstörung die Forschung auf einen bestätigenden Ansatz festlegen würde. Sie wiesen darauf hin, dass die ICD regelmäßig überarbeitet wird und sich durch permanente Veränderungen auszeichnet. Sie schrieben, dass es zwar eine moralische Panik in Bezug auf Gamer gebe, diese jedoch nicht durch eine formale Diagnose verursacht werde.[44] Rumpf et al. merkten an, dass Stigmatisierung ein Risiko sei, das nicht nur für die Computerspielstörung spezifisch sei. Sie stimmten zu, dass die Computerspielstörung eine Bewältigungsstrategie für eine zugrunde liegende Störung sein könne; in dieser Debatte sei jedoch „Komorbidität eher die Regel als die Ausnahme“. Beispielsweise kann eine Person aufgrund einer PTBS alkoholabhängig sein. In der klinischen Praxis müssen beide Störungen diagnostiziert und behandelt werden. Rumpf et al. warnten auch davor, dass das Fehlen einer Diagnose dazu führen könne, dass Behandlungen nicht von den Krankenkassen erstattet werden.[39]

Das DSM-5 (2013) enthält eine ähnliche Kategorie namens „Internet Gaming Disorder“. Aufgrund von Kontroversen hinsichtlich ihrer Definition und Einstufung ist diese Störung jedoch nicht im Hauptteil der psychischen Diagnosen enthalten, sondern im zusätzlichen Kapitel „Conditions for Further Study“ (Krankheiten, die weiterer Untersuchung bedürfen). Die in diesem Kapitel aufgeführten Störungen sollen die Forschung anregen und sind nicht für den klinischen Gebrauch bestimmt.[45]

Burnout

Im Mai 2019 berichteten mehrere Medien fälschlicherweise, dass Burnout neu in die ICD-11 aufgenommen worden sei.[46] Tatsächlich ist Burnout bereits seit 1992 in der ICD-10 als Ausgebranntsein (Z73.0) enthalten, wenn auch nur mit einer kurzen Ein-Satz-Definition. Die ICD-11 enthält eine detailliertere Beschreibung und legt ausdrücklich fest, dass diese Kategorie nur im beruflichen Kontext verwendet werden sollte. Darüber hinaus sollte sie nur angewendet werden, wenn Stimmungsstörungen (6A60–6A8Z), Spezifisch belastungs-assoziierte Störungen (6B40–6B4Z) und Angst- oder furchtbezogene Störungen (6B00–6B0Z) ausgeschlossen wurden.

Wie bei der ICD-10 ist Burnout nicht im Kapitel über psychische Störungen in der ICD-11 enthalten, sondern im Unterkapitel „Problematik in Verbindung mit Berufstätigkeit oder Arbeitslosigkeit“, wo es mit QD85 kodiert ist. Als Reaktion auf die mediale Aufmerksamkeit rund um seine Aufnahme betonte die WHO, dass die ICD-11 Burnout nicht als psychische Störung oder Krankheit einstuft, sondern als berufliches Phänomen, das sich negativ auf das Wohlbefinden einer Person am Arbeitsplatz auswirkt.[47]

Sexuelle Gesundheit

„Zustände mit Bezug zur sexuellen Gesundheit“ sind eine Neuerung in der ICD-11: Die WHO hat aufgrund der „veralteten Trennung von Körper und Geist“[48] beschlossen, ein separates Kapitel für sexuelle Störungen zu schaffen. Eine Reihe von Kategorien der ICD-10, darunter auch sexuelle Störungen, basierten auf einer kartesischen Trennung zwischen „organischen“ (körperlichen) und „nicht-organischen“ (psychischen) Zuständen. Folglich wurden sexuelle Funktionsstörungen, die als nicht organisch eingestuft wurden, im Kapitel über psychische Störungen aufgeführt, während diejenigen, die als organisch eingestuft wurden, meist im Kapitel über Erkrankungen des Urogenitalsystems zu finden waren. In der ICD-11 werden Gehirn und Körper jedoch als ein integriertes Ganzes betrachtet und sexuelle Funktionsstörungen als Wechselwirkung zwischen physischen und psychischen Faktoren angesehen. Daher wurde die Unterscheidung zwischen organisch und nicht organisch abgeschafft.[49]

Sexuelle Dysfunktionen

Die ICD-10 unterscheidet drei Hauptkategorien allgemeiner sexueller Dysfunktionen: Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen (F52.0); Sexuelle Aversion und mangelnde sexuelle Befriedigung (F52.1); und Versagen genitaler Reaktionen (F52.2). Die ICD-11 ersetzt diese durch zwei Kategorien: „Dysfunktion verminderten sexuellen Verlangens“ (HA00) und „Dysfunktion der sexuellen Erregung“ (HA01). Letztere hat zwei Unterkategorien: „Weibliche Dysfunktion der sexuellen Erregung“ (HA01.0) und „Männliche Dysfunktion der sexuellen Erregung“ (HA01.1). Der Unterschied zwischen einer Störung mit vermindertem sexuellen Verlangen und einer Störung der sexuellen Erregung besteht darin, dass bei ersterer das Verlangen nach sexueller Aktivität vermindert ist oder fehlt. Bei letzterer besteht trotz des Wunsches nach befriedigendem Sex eine unzureichende körperliche und emotionale Reaktion auf sexuelle Aktivität. Die WHO erkennt zwar eine Überschneidung zwischen Verlangen und Erregung an, doch sind die beiden Begriffe nicht synonym. Die Behandlung sollte sich auf ihre unterschiedlichen Merkmale konzentrieren.[19]

Die ICD-10 enthält die Diagnosen Vaginismus (N94.2), nicht-organischer Vaginismus (F52.5) sowie Dyspareunie (N94.1) und nicht-organische Dyspareunie (F52.6). Da die WHO die oben genannte „veraltete Trennung zwischen Körper und Geist“ vermeiden wollte, wurden die organischen und nicht-organischen Störungen zusammengefasst. Vaginismus wurde als Sexuelle Schmerz-Pentrationsstörung (HA20) neu klassifiziert. Die Weibliche Dyspareunie (GA12) wurde beibehalten. Eine verwandte Erkrankung ist die Vulvodynie, die in der ICD-9 (625.7) aufgeführt ist, in der ICD-10 jedoch nicht. In der ICD-11 wurde sie wieder aufgenommen (GA34.02).[19]

Sexuelle Dysfunktionen und Sexuelle Schmerz-Penetrationsstörungen können zusammen mit zeitlichen und situativen Qualifikatoren kodiert werden. Zu den zeitlichen Qualifikatoren gehören „lebenslang“ und „erworben“, während zu den situativen Qualifikatoren „generalisiert“ und „situativ“ gehören. Darüber hinaus bietet die ICD-11 fünf ätiologische Qualifikatoren oder Kategorien „assoziiert mit ...“, um die Diagnose weiter zu spezifizieren.[19] Beispielsweise könnte bei einer Frau, die aufgrund der Nebenwirkungen eines SSRI-Antidepressivums unter sexuellen Problemen leidet, die Diagnose „Weibliche Dysfunktion der sexuellen Erregung, erworben, generalisiert“ (HA01.02) in Kombination mit „Ätiologische Aspekte assoziiert mit dem Gebrauch von psychoaktiven Substanzen oder Medikamenten“ (HA40.2) gestellt werden.

Zwanghafte sexuelle Verhaltensstörung

Die ICD-11 beinhaltet die neue Diagnose „Zwanghafte sexuelle Verhaltensstörung“ (CSBD), die jedoch als Impulskontrollstörung den psychischen Störungen zugeordnet ist. Die WHO wollte sexuelles Verhalten nicht übermäßig pathologisieren und erklärte, dass ein starker Sexualtrieb nicht unbedingt eine Störung darstellt, solange diese Menschen keine Beeinträchtigung ihrer Verhaltenssteuerung, keine erheblichen Leiden oder Funktionsstörungen aufweisen.[50][51] Kraus et al. stellten in einer Studie fest, dass sich zwar viele Menschen selbst als „sexsüchtig“ bezeichnen, bei näherer Betrachtung jedoch nicht die klinischen Merkmale einer sexuellen Störung aufweisen, wenngleich sie möglicherweise unter anderen psychischen Problemen wie Angstzuständen oder Depressionen leiden. Scham- und Schuldgefühle in Bezug auf Sex sind laut Kraus et al. kein verlässlicher Indikator für eine sexuelle Störung.[52]

Es gab eine Debatte darüber, ob CSBD als (Verhaltens-)Sucht angesehen werden sollte. Es wurde behauptet, dass Neuroimaging eine Überschneidung zwischen zwanghaftem Sexualverhalten und Substanzgebrauchsstörungen durch gemeinsame Neurotransmittersysteme zeigt. Dennoch wurde letztendlich beschlossen, die Störung in die Gruppe der Impulskontrollstörungen einzuordnen. Kraus et al. schrieben, dass für die ICD-11 „eine relativ konservative Position empfohlen wurde, da wir noch keine endgültigen Informationen darüber haben, ob die Prozesse, die zur Entwicklung und Aufrechterhaltung von CSBD beitragen, mit denen vergleichbar sind, die bei Substanzgebrauchsstörungen, Glücksspiel und Gaming beobachtet werden“.[52]

Paraphile Störungen

Paraphile Störungen, in der ICD-10 als „Störungen der sexuellen Präferenz“ bezeichnet, sind weiterhin im Kapitel der psychischen Störungen aufgeführt, wenngleich sie auch im Kapitel über sexuelle Gesundheit grau hinterlegt sind. Die ICD-10-Kategorien Fetischismus (F65.0) und Transvestitischer Fetischismus (F65.1) wurden entfernt, da sie, sofern sie keine Belastung oder Schaden verursachen, nicht als psychische Störungen angesehen werden und sonst auch keine klinische Relevanz bieten.[53] Die Frotteuristische Störung (6D34) wurde neu hinzugefügt.

Geschlechtsinkongruenz

In der ICD-11 wurde mit Anlehnung an das DSM-5 eine Entpathologisierung sowie Rekonzeptualisierung der Transgeschlechtlichkeit durchgeführt. In der ICD-10 umfasste die Gruppe der Geschlechtsidentitätsstörungen (F64) drei Hauptdiagnosen: „Transsexualismus“ (F64.0), „Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen“ (F64.1) und „Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters“ (F64.2). In der ICD-11 wurde der „Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen“ aufgrund mangelnder Relevanz für die öffentliche Gesundheit bzw. klinischer Relevanz gestrichen.[19] Transsexualismus wurde in „Geschlechtsinkongruenz in der Jugend oder im Erwachsenenalter“ (HA60) umbenannt und die „Geschlechtsidentitätsstörung im Kindesalter“ in „Geschlechtsinkongruenz im Kindesalter“ (HA61).

In der ICD-10 wurden „Geschlechtsidentitätsstörungen“ gemäß den damaligen Gepflogenheiten im Kapitel über psychische Störungen aufgeführt. Sowohl die ICD als auch das DSM betrachteten die Gesundheit von Transpersonen während des gesamten 20. Jahrhunderts aus psychopathologischer Sicht. Dies liegt daran, dass Transidentität eine Inkongruenz zwischen dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht und der Geschlechtsidentität einer Person darstellt. Aufgrund des damit einhergehenden erheblichen Leidensdrucks wurde sie als psychische Störung angesehen, wobei Stress oder Unbehagen zentrale diagnostische Merkmale waren.[54][55][56] In den 2000er und 2010er Jahren wurde diese Auffassung jedoch zunehmend infrage gestellt, da die Vorstellung, Transpersonen als psychisch krank anzusehen, als stigmatisierend empfunden wurde. Es wurde vorgeschlagen, Leiden und Funktionsstörungen bei Transpersonen eher als Folge von sozialer Ablehnung, Diskriminierung und Gewalt gegenüber Personen mit geschlechtsabweichendem Aussehen und Verhalten zu betrachten.[57] Studien haben gezeigt, dass Transpersonen ein höheres Risiko für psychische Störungen haben und dass Gesundheitsleistungen für sie oft unzureichend sind oder gar nicht existieren. Da für den Zugang zu Geschlechtsangleichende Maßnahmen und deren Erstattung in der Regel ein offizieller ICD-Code erforderlich ist, hielt es die WHO für nicht ratsam, die Diagnosen für Transpersonen vollständig aus der ICD-11 zu streichen. Daher wurde beschlossen, die Rekonzeptualisierung als Geschlechtsinkongruenz in das Kapitel über „Zustände mit Bezug zu sexueller Gesundheit“ zu übertragen.[19]

Antibiotikaresistenz und GLASS

Die Gruppe im Zusammenhang mit der Kodierung von Antibiotikaresistenzen wurde von ICD-10 zu ICD-11 erheblich erweitert.[58] Außerdem stimmen die ICD-11-Codes besser mit dem Globalen Antibiotikaresistenz-Überwachungssystem (GLASS) der WHO überein.[59] Dieses im Oktober 2015 gestartete Projekt zielt darauf ab, die weltweit zunehmende Resistenz bösartiger Mikroben (Viren, Bakterien, Pilze und Protozoen) gegen Medikamente zu verfolgen.[60]

Traditionelle Medizin

Das Kapitel Supplementary Chapter Traditional Medicine Conditions – Module I wurde dem ICD-11 hinzugefügt und inkludiert traditionelle chinesische Medizin (TCM), wobei die Weltgesundheitsorganisation meist die neutralere Formulierung Traditional Medicine (TM) verwendet.

Im Februar 2025 folgte die Implementierung des zweiten Moduls, namens TM2. Dieses Modul beinhaltet Konzepte der traditionellen Heilverfahren Ayurveda, Siddha und Unani.[61] Es ist geplant, ein drittes Modul (TM3) zu implementieren, das sich mit Homöopathie befasst. Darüber hinaus ist die Implementierung eines vierten Moduls (TM4) vorgesehen, das „andere TM-Systeme mit unabhängigen diagnostischen Bedingungen“ abdeckt. TM3 und TM4 wurden zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht.[62]

Die Entscheidung, TM in die ICD-11 aufzunehmen, wurde teilweise stark kritisiert. In Leitartikeln der Zeitschriften Nature und Scientific American wurde zwar eingeräumt, dass einige TM-Techniken und Kräuter wirksam oder potenziell wirksam sind, andere jedoch sinnlos oder sogar schädlich. Sie schrieben, dass die Aufnahme des TM-Kapitels im Widerspruch zu den wissenschaftlichen, evidenzbasierten Methoden steht, die normalerweise von der WHO angewendet werden.[63][64] Beide Leitartikel warfen der chinesischen Regierung vor, die WHO dazu gedrängt zu haben, die traditionelle chinesische Medizin aufzunehmen – einen globalen Milliardenmarkt, in dem China eine führende Rolle spielt. Steven Salzberg schrieb in Forbes: „Es gibt keinen legitimen Grund, Begriffe wie ‚chinesische‘, ‚amerikanische‘, ‚italienische‘, ‚spanische‘, ‚indische‘ oder [fügen Sie Ihre Lieblingsnationalität ein] Medizin zu verwenden. Es gibt nur Medizin – wenn eine Behandlung wirkt, dann ist es Medizin. Wenn etwas nicht wirkt, dann ist es keine Medizin und wir sollten es nicht mit falschen Behauptungen an Menschen verkaufen.“[65] Die WHO hat erklärt, dass das Kapitel über TM „weder die wissenschaftliche Gültigkeit einer traditionellen medizinischen Praxis beurteilt noch befürwortet“ und dass seine Aufnahme in erster Linie statistischen Zwecken dient, um Forschung und Bewertung zu unterstützen.[66] Der ICD-11-Referenzleitfaden empfiehlt, die TM-Codes „in Verbindung mit den westlichen Medizinbegriffen der ICD-11-Kapitel 1–25 zu verwenden“.[67]

Weitere Änderungen

Weitere nennenswerte Änderungen in der ICD-11 sind:

  • Schlaganfälle werden nun als neurologische Erkrankung und nicht mehr als Erkrankung des Blutkreislauf klassifiziert.[68]
  • Allergien werden nun unter den Erkrankungen des Immunsystems kodiert.[69]
  • In der ICD-10 wurden Schlafstörungen (G47) im Kapitel über Erkrankungen des Nervensystems aufgeführt, während nicht-organische Schlafstörungen (F51) im Kapitel über psychische Störungen aufgeführt wurden. In der ICD-11 wurden diese zusammengefasst und in ein neues Kapitel mit dem Titel „Schlaf-Wach-Störungen“ aufgenommen, da die Unterscheidung zwischen „organischen“ (körperlichen) und „nicht-organischen“ (psychischen) Störungen als überholt gilt.[19]
  • Es wurde ein ergänzender Abschnitt zur „Funktionsbewertung“ hinzugefügt, der Codes für die Verwendung im WHO Disability Assessment Schedule 2.0 (WHODAS 2.0)[70], dem Model Disability Survey (MDS)[71] und der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) enthält.

Literatur

Commons: ICD-11 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

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  2. ICD-11 2026 Release - What’s new? In: Weltgesundheitsorganisation (WHO). Abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).
  3. a b International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD), International Classification of Functioning Disability and Health (ICF), International Classification of Health Interventions (ICHI) – Digital Version – Terms of Use and License Agreement. (PDF; 246 KB) In: icd.who.int. Weltgesundheitsorganisation (WHO), 7. Oktober 2025, archiviert vom Original am 19. Februar 2026; abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  4. ICD-11 Reference Guide Part 1 – An Introduction to ICD-11 – 1.1 International Classification of Diseases (ICD). Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  5. WHO Nomenclature Regulations 1967. (gemäß einem internationalen Vertrag, der von der Weltgesundheitsversammlung im Jahr 1967 angenommenen „WHO-Nomenklaturverordnung“). Siehe auch ICD-11 Reference Guide Part 1 - An Introduction to ICD-11
  6. "What is new?"- ICD-11 und ihre Konzeption und neuen Inhalte · BÖP. Abgerufen am 5. Januar 2025.
  7. a b Wechsel von ICD-10 auf ICD-11 - Interpellation und Stellungnahme des Bundesrates vom 15.11.2023. In: Die Bundesversammlung — Das Schweizer Parlament. 23. Dezember 2023, abgerufen am 5. Januar 2025.
  8. Diagnostik: Eine neue Klassifikation der Krankheiten. In: Spektrum.de. 17. Januar 2022, abgerufen am 19. Februar 2026.
  9. Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: BfArM stellt Entwurfsfassung des neuen ICD-11 vor. In: Deutsches Ärzteblatt. (aerzteblatt.de [abgerufen am 19. Februar 2026]).
  10. Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: Patientinnen und Patienten mit Persönlichkeitsstörungen im ärztlichen Alltag. In: Deutsches Ärzteblatt. (aerzteblatt.de [abgerufen am 19. Februar 2026]).
  11. Martin Hubert: Psycho-Revolution - Neustart für die Diagnosen der Psychiatrie. In: Deutschlandfunk. 10. September 2023, abgerufen am 19. Februar 2026.
  12. ICD-11 Reference Guide 1.1.3 ICD in the context of the WHO Family of International Classifications (WHO-FIC). Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  13. Christopher G. Chute: The rendering of human phenotype and rare diseases in ICD‐11. In: Journal of Inherited Metabolic Disease. Band 41, Nr. 3, Mai 2018, ISSN 0141-8955, S. 563–569, doi:10.1007/s10545-018-0172-5, PMID 29600497, PMC 5959961 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 20. Februar 2026]): „The primary linearization, and the one most users will recognize and likely believe is "the ICD-11", is the Mortality and Morbidity Statistics (MMS) linearization.“
  14. ICD-11 Reference Guide 0.3 Table of Acronyms and Abbreviations. Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch).
  15. ICD-11 Reference Guide 1.2.1 Taxonomy. Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  16. ICD-11 Reference Guide 1.2.2 ICD Chapter structure. Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  17. ICD-11 MMS – Browser. In: icd.who.int. Weltgesundheitsorganisation (WHO), Januar 2026, abgerufen am 19. Februar 2026.
  18. a b c ICD-11 Reference Guide 1.2.4.1 Code structure. Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  19. a b c d e f g h i j Geoffrey M. Reed et al.: Innovations and changes in the ICD-11 classification of mental, behavioural and neurodevelopmental disorders. In: World Psychiatry. Band 18, Nr. 1, 2019, ISSN 2051-5545, S. 3–19, doi:10.1002/wps.20611, PMID 30600616, PMC 6313247 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  20. a b ICD-11 Reference Guide 1.2.5 Foundation Component and Tabular lists of ICD–11. Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  21. ICD-11 Reference Guide 1.2.6 Language independent ICD entities. Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  22. ICD-11 Reference Guide 3.12 Annex A: ICD-11 Updating and Maintenance. Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  23. Simone Schwarzer: WHO stellt ICD-11 vor. In: Konturen. 29. Juni 2018, abgerufen am 19. Februar 2026 (deutsch).
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  26. Anirban Gozi: Highlights of ICD-11 Classification of Mental, Behavioral, and Neurodevelopmental Disorders. In: Indian Journal of Private Psychiatry. Band 13, Nr. 1, 1. Juni 2019, ISSN 2319-5363, S. 11–17, doi:10.5005/jp-journals-10067-0030 (ijiapp.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  27. Wolfgang Gaebel, Johannes Stricker, Ariane Kerst: Changes from ICD-10 to ICD-11 and future directionsin psychiatric classification. In: Dialogues in Clinical Neuroscience. Band 22, Nr. 1, 31. März 2020, ISSN 1958-5969, S. 7–15, doi:10.31887/DCNS.2020.22.1/wgaebel, PMID 32699501, PMC 7365296 (freier Volltext) – (tandfonline.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  28. Geoffrey M. Reed, Michael B. First, Joël Billieux, Marylene Cloitre, Peer Briken, Sophia Achab, Chris R. Brewin, Daniel L. King, Shane W. Kraus, Richard A. Bryant: Emerging experience with selected new categories in the ICD ‐11: complex PTSD , prolonged grief disorder, gaming disorder, and compulsive sexual behaviour disorder. In: World Psychiatry. Band 21, Nr. 2, Juni 2022, ISSN 1723-8617, S. 189–213, doi:10.1002/wps.20960, PMID 35524599, PMC 9077619 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  29. Pasquale Pezzella: The ICD ‐11 is now officially in effect. In: World Psychiatry. Band 21, Nr. 2, Juni 2022, ISSN 1723-8617, S. 331–332, doi:10.1002/wps.20982, PMID 35524598, PMC 9077598 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  30. New manual released to support diagnosis of mental, behavioural and neurodevelopment disorders added in ICD-11. In: Weltgesundheitsorganisation (WHO). Abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch).
  31. Clinical Descriptions and Diagnostic Requirements for ICD-11 Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders. 1. Auflage. World Health Organization (WHO), Geneva, Switzerland 2024, ISBN 978-92-4007726-3.
  32. New manual released to support diagnosis of mental, behavioural and neurodevelopment disorders added in ICD-11. In: Weltgesundheitsorganisation (WHO). 8. März 2024, abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch).
  33. Clinical descriptions and diagnostic requirements for ICD-11 mental, behavioural and neurodevelopmental disorders (CDDR). Weltgesundheitsorganisation (WHO), abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch).
  34. Bo Bach, Ueli Kramer, Stephan Doering, Ester di Giacomo, Joost Hutsebaut, Andres Kaera, Chiara De Panfilis, Christian Schmahl, Michaela Swales, Svenja Taubner, Babette Renneberg: The ICD-11 classification of personality disorders: a European perspective on challenges and opportunities. In: Borderline Personality Disorder and Emotion Dysregulation. Band 9, Nr. 1, 1. April 2022, ISSN 2051-6673, S. 12, doi:10.1186/s40479-022-00182-0, PMID 35361271, PMC 8973542 (freier Volltext).
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  36. Ayesha Bangash: Personality difficulty: A useful addition to the literature on personality disturbance. In: Personality and Mental Health. Band 18, Nr. 4, November 2024, ISSN 1932-8621, S. 435–437, doi:10.1002/pmh.1638 (wiley.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
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  39. a b c Hans-Jürgen Rumpf, Sophia Achab, Joël Billieux, Henrietta Bowden-Jones et al.: Including gaming disorder in the ICD-11: The need to do so from a clinical and public health perspective: Commentary on: A weak scientific basis for gaming disorder: Let us err on the side of caution (van Rooij et al., 2018). In: Journal of Behavioral Addictions. Band 7, Nr. 3, 2. Juli 2018, ISSN 2062-5871, S. 556–561, doi:10.1556/2006.7.2018.59, PMID 30010410, PMC 6426367 (freier Volltext) – (akjournals.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  40. Espen Aarseth, Anthony M. Bean, Huub Boonen et al.: Scholars’ open debate paper on the World Health Organization ICD-11 Gaming Disorder proposal. In: Journal of Behavioral Addictions. Band 6, Nr. 3, 26. September 2017, ISSN 2062-5871, S. 267–270, doi:10.1556/2006.5.2016.088, PMID 28033714, PMC 5700734 (freier Volltext) – (akjournals.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  41. Antonius J. van Rooij, Christopher J. Ferguson, Michelle Colder Carras, Daniel Kardefelt-Winther, Jing Shi, Espen Aarseth, Anthony M. Bean, Karin Helmersson Bergmark, Anne Brus, Mark Coulson, Jory Deleuze, Pravin Dullur, Elza Dunkels, Johan Edman, Malte Elson, Peter J. Etchells, Anne Fiskaali, Isabela Granic, Jeroen Jansz, Faltin Karlsen, Linda K. Kaye, Bonnie Kirsh, Andreas Lieberoth, Patrick Markey, Kathryn L. Mills, Rune Kristian Lundedal Nielsen, Amy Orben, Arne Poulsen, Nicole Prause, Patrick Prax, Thorsten Quandt, Adriano Schimmenti, Vladan Starcevic, Gabrielle Stutman, Nigel E. Turner, Jan van Looy, Andrew K. Przybylski: A weak scientific basis for gaming disorder: Let us err on the side of caution. In: Journal of Behavioral Addictions. Band 7, Nr. 1, 12. März 2018, ISSN 2062-5871, S. 1–9, doi:10.1556/2006.7.2018.19, PMID 29529886, PMC 6035022 (freier Volltext) – (akjournals.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  42. Seung-Yup Lee, Hyekyung Choo, Hae Kook Lee: Balancing between prejudice and fact for Gaming Disorder: Does the existence of alcohol use disorder stigmatize healthy drinkers or impede scientific research?: Commentary on “Scholars’ open debate paper on the World Health Organization ICD-11 Gaming Disorder proposal”. In: Journal of Behavioral Addictions. Band 6, Nr. 3, September 2017, ISSN 2062-5871, S. 302–305, doi:10.1556/2006.6.2017.047, PMID 28816518, PMC 5700722 (freier Volltext) – (akjournals.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  43. John B. Saunders, Wei Hao, Jiang Long, Daniel L. King, Karl Mann, Mira Fauth-Bühler, Hans-Jürgen Rumpf, Henrietta Bowden-Jones, Afarin Rahimi-Movaghar, Thomas Chung, Elda Chan, Norharlina Bahar, Sophia Achab, Hae Kook Lee, Marc Potenza, Nancy Petry, Daniel Spritzer, Atul Ambekar, Jeffrey Derevensky, Mark D. Griffiths, Halley M. Pontes, Daria Kuss, Susumu Higuchi, Satoko Mihara, Sawitri Assangangkornchai, Manoj Sharma, Ahmad El Kashef, Patrick Ip, Michael Farrell, Emanuele Scafato, Natacha Carragher, Vladimir Poznyak: Gaming disorder: Its delineation as an important condition for diagnosis, management, and prevention. In: Journal of Behavioral Addictions. Band 6, Nr. 3, September 2017, ISSN 2062-5871, S. 271–279, doi:10.1556/2006.6.2017.039, PMID 28816494, PMC 5700714 (freier Volltext) – (akjournals.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  44. Orsolya Király, Zsolt Demetrovics: Inclusion of Gaming Disorder in ICD has more advantages than disadvantages: Commentary on: Scholars’ open debate paper on the World Health Organization ICD-11 Gaming Disorder proposal (Aarseth et al.). In: Journal of Behavioral Addictions. Band 6, Nr. 3, September 2017, ISSN 2062-5871, S. 280–284, doi:10.1556/2006.6.2017.046, PMID 28816495, PMC 5700721 (freier Volltext) – (akjournals.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  45. Diagnostic and statistical manual of mental disorders: DSM-5. 5. ed Auflage. American Psychiatric Publishing, Washington, D.C. 2013, ISBN 978-0-89042-557-2.
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  47. Burn-out an "occupational phenomenon": International Classification of Diseases. In: Weltgesundheitsorganisation (WHO). Abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch).
  48. WAS statement about the WHO / ICD 11. World Association for Sexual Health, archiviert vom Original am 13. August 2019; abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch).
  49. Geoffrey M. Reed, Jack Drescher, Richard B. Krueger, Elham Atalla, Susan D. Cochran, Michael B. First, Peggy T. Cohen‐Kettenis, Iván Arango‐de Montis, Sharon J. Parish, Sara Cottler, Peer Briken, Shekhar Saxena: Disorders related to sexuality and gender identity in the ICD‐11: revising the ICD‐10 classification based on current scientific evidence, best clinical practices, and human rights considerations. In: World Psychiatry. Band 15, Nr. 3, Oktober 2016, ISSN 1723-8617, S. 205–221, doi:10.1002/wps.20354, PMID 27717275, PMC 5032510 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  50. Johannes Fuss, Kyle Lemay, Dan J. Stein, Peer Briken, Robert Jakob, Geoffrey M. Reed, Cary S. Kogan: Public stakeholders' comments on ICD-11 chapters related to mental and sexual health. In: World psychiatry: official journal of the World Psychiatric Association (WPA). Band 18, Nr. 2, Juni 2019, ISSN 1723-8617, S. 233–235, doi:10.1002/wps.20635, PMID 31059633, PMC 6502458 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  51. Beáta Bőthe, Marc N. Potenza, Mark D. Griffiths, Shane W. Kraus, Verena Klein, Johannes Fuss, Zsolt Demetrovics: The development of the Compulsive Sexual Behavior Disorder Scale (CSBD-19): An ICD-11 based screening measure across three languages. In: Journal of Behavioral Addictions. Band 9, Nr. 2, Juni 2020, ISSN 2062-5871, S. 247–258, doi:10.1556/2006.2020.00034, PMID 32609629, PMC 8939427 (freier Volltext) – (akjournals.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  52. a b Shane W. Kraus, Richard B. Krueger, Peer Briken, Michael B. First, Dan J. Stein, Meg S. Kaplan, Valerie Voon, Carmita H.N. Abdo, Jon E. Grant, Elham Atalla, Geoffrey M. Reed: Compulsive sexual behaviour disorder in the ICD‐11. In: World Psychiatry. Band 17, Nr. 1, Februar 2018, ISSN 1723-8617, S. 109–110, doi:10.1002/wps.20499, PMID 29352554, PMC 5775124 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  53. Charles Moser: Paraphilias and the ICD-11: Progress but Still Logically Inconsistent. In: Archives of Sexual Behavior. Band 47, Nr. 4, 1. Mai 2018, ISSN 1573-2800, S. 825–826, doi:10.1007/s10508-017-1141-z.
  54. Jack Drescher, Peggy Cohen-Kettenis, Sam Winter: Minding the body: Situating gender identity diagnoses in the ICD-11. In: International Review of Psychiatry. Band 24, Nr. 6, Dezember 2012, ISSN 0954-0261, S. 568–577, doi:10.3109/09540261.2012.741575 (tandfonline.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  55. Peggy T. Cohen-Kettenis, Friedemann Pfäfflin: The DSM Diagnostic Criteria for Gender Identity Disorder in Adolescents and Adults. In: Archives of Sexual Behavior. Band 39, Nr. 2, April 2010, ISSN 0004-0002, S. 499–513, doi:10.1007/s10508-009-9562-y (springer.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  56. Deborah C. Beidel, B. Christopher Frueh, Michel Hersen: Adult Psychopathology and Diagnosis. 8th ed Auflage. John Wiley & Sons, Newark 2018, ISBN 978-1-119-38360-4.
  57. Rebeca Robles, Ana Fresán, Hamid Vega-Ramírez, Jeremy Cruz-Islas, Victor Rodríguez-Pérez, Tecelli Domínguez-Martínez, Geoffrey M Reed: Removing transgender identity from the classification of mental disorders: a Mexican field study for ICD-11. In: The Lancet Psychiatry. Band 3, Nr. 9, September 2016, S. 850–859, doi:10.1016/S2215-0366(16)30165-1 (elsevier.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
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  60. Global Antimicrobial Resistance and Use Surveillance System (GLASS). In: Weltgesundheitsorganisation. Abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch).
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  63. The World Health Organization’s decision about traditional Chinese medicine could backfire. In: Nature. Band 570, Nr. 7759, 5. Juni 2019, S. 5–5, doi:10.1038/d41586-019-01726-1 (nature.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
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  69. L.K. Tanno, P. Demoly: Preparing international classification of diseases (ICD)-11: Model of allergic and hypersensitivity conditions. In: Revue Française d'Allergologie. Band 60, Nr. 8, Dezember 2020, S. 595–599, doi:10.1016/j.reval.2020.02.237 (elsevier.com [abgerufen am 20. Februar 2026]).
  70. WHO Disability Assessment Schedule (WHODAS 2.0). Weltgesundheitsorganisation, abgerufen am 20. Februar 2026 (englisch).
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