Hopfen

Hopfen

Echter Hopfen (Humulus lupulus), männliche Pflanze

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung:Rosenartige (Rosales)
Familie:Hanfgewächse (Cannabaceae)
Gattung:Hopfen
Wissenschaftlicher Name
Humulus lupulus
L.

Hopfen (Humulus) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Alle Hopfen-Arten kommen auf der Nordhalbkugel vor. Der bekannteste Vertreter der Gattung ist der Echte Hopfen, der vor allem zum Bierbrauen verwendet wird.

Beschreibung

Die Humulus-Arten sind schnellwachsende einjährige bis ausdauernde krautige Kletterpflanzen, die – von oben betrachtet – im Uhrzeigersinn winden, namengebend für diesen als „hopfisch“ bezeichneten Windesinn von Schlingpflanzen. Sie gehören also, wie z. B. auch die Geißblatt-Arten, zu den rechtswindenden Schlinggewächsen. Die Stängel und Blattstiele besitzen steife, zweiarmige gestielte Haare (Klimmhäkchen). Die Stängel sind grob, sechsrippig bis geflügelt. Die gegenständigen, gestielten Laubblätter sind mehr oder weniger herzförmig und meist drei- bis sieben-, selten bis neunlappig. Es sind Nebenblätter vorhanden.

Humulus-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die männlichen Blüten stehen in lockeren, rispigen Blütenständen zusammen. Die weiblichen Blüten stehen in zapfenförmigen, ährigen zymösen Blütenständen zusammen. Ihre Hochblätter vergrößern sich nach der Blütezeit. Die Nussfrüchte sind breit eiförmig, wobei der Kelch noch vorhanden ist.

Inhaltsstoffe

Eine Besonderheit bei den Hopfenpflanzen ist, dass männliche von weiblichen Blüten unterschieden werden können. Für die Arzneimittelherstellung werden ausschließlich die getrockneten Blütenstände der weiblichen Hopfenpflanze, die sogenannten Hopfenzapfen, verarbeitet. Diese enthalten die wirkungsrelevanten Bestandteile wie das Harz mit den Hopfenbittersäuren (Humulone und Lupulone), sowie sekundäre Pflanzenstoffe (u. a. Flavonoide), Gerbstoffe und das Xanthohumol.

Arten und Vorkommen

Die Gattung enthält verschiedene Arten, deren Anerkennung von Quelle zu Quelle variiert:

  • Der Echte Hopfen (Humulus lupulus L.), ist eine mehrmals blühende Pflanze, die bis zu fünfzig Jahre alt werden kann und u. a. zum Bierbrauen benutzt wird. Ihre mehreren Unterarten und zahlreichen Sorten kommen in Eurasien und Nordamerika vor. In Korea wurde die Art Humulus volubilis Salisb. beschrieben. Der Artstatus wird bezweifelt und der koreanische Hopfen als Variation des echten Hopfen angesehen.[1]
  • Humulus americanus Nutt.[2] Artstatus zweifelhaft, auch Humulus lupulus subsp. americanus (Nutt.) Á.Löve & D.Löve[3]
  • Der Japanische Hopfen (Humulus scandens (Lour.) Merr., Syn.: Antidesma scandens Lour., Humulopsis scandens (Lour.) Grudzinskaja, Humulus japonicus Sieb. & Zucc.) Diese Art ist einjährig und findet in Europa manchmal als Zierpflanze Verwendung. Er ist in der Volksrepublik China, Japan, Korea und Vietnam beheimatet und in den USA gilt er als Neophyt.
  • Der Yunnan-Hopfen (Humulus yunnanensis Hu): Er ist ausdauernd und nur aus der chinesischen Provinz Yunnan bekannt.
  • Humulus cordifolius Miq.[4] Vorkommen in Zentral-Japan, Nord-Japan und der russischen Halbinsel Sachalin.
  • Humulus neomexicanus (A.Nelson & Cockerell) Rydb.[3] Vorkommen in West- und Zentral-Kanada, West- und Zentral-USA, Chihuahua (Mexiko).
  • Humulus pubescens (E.Small) Tembrock[3].[5] Vorkommen im nördlichen zentralen und östlichen Teil der USA.

Nutzung

Wie bekannt und oben dargestellt, ist Hopfen ein wesentlicher Stoff für die Bierherstellung und auch Basis für Arzneien. Weniger bekannt ist, dass Hopfen früher vielfältig in der Küche verarbeitet wurde, er galt als Arme-Leute-Essen. Er kann roh, gegart, gekocht oder getrocknet verzehrt werden und enthält für die Verdauung wichtige Inhaltsstoffe. Beste Erntezeit ist das Frühjahr, wenn die jungen Triebe sprießen.[6]

Literatur

  • Zhengyi Wu, Zhe-Kun Zhou & Bruce Bartholomew: Cannabaceae in der Flora of China: Volume 5, S. 74: Humulus - Online.
  • Heinrich J Barth, Christiane Klinke, Claus Schmidt: Der große Hopfenatlas: Geschichte und Geographie einer Kulturpflanze, Fachverlag Hans Carl 1994, ISBN 978-3418007441.

Weblinks

Wiktionary: Hopfen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Hopfen (Humulus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. C S Chang, H Kim, KS Chang.: Provisional checklist of vascular plants for the Korea peninsula flora. In: KPF: DESIGNPOST. 2014, S. 1–660.
  2. R H Mohlenbrock: Vascular Flora of Illinois. A Field Guide. Hrsg.: Southern Illinois University Press. Ed. 4. Carbondale 2014, S. 1–536.
  3. a b c L R Tembrock, J M McAleer, T M Gilligan: A revision of native American Humulus (Cannabaceae). In: Journal of the Botanical Research Institute of Texas. Band 10, 2016, S. 11–30.
  4. N S Probatova et al.: Flora Rossiiskogo Dal'nego Vostoka. Dopolneniya i izmeneniya k izdaniyu Sosudistye rasteniya sovetskogo Dal'nego Vostoka t. 1-8 (1985-1996) . Hrsg.: Russian academy of sciences Far Eastern branch. 2006, S. 1–454.
  5. Humulus pubescens. In: Plants of the World online. Kew Science, 2021, abgerufen am 25. April 2021.
  6. Hopfen essen, in: Gartenjournal, abgerufen am 10. September 2021.

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