Honfleur

Honfleur
Honfleur (Frankreich)
StaatFrankreich Frankreich
RegionNormandie
Département (Nr.)Calvados (14)
ArrondissementLisieux
KantonHonfleur-Deauville
GemeindeverbandPays de Honfleur-Beuzeville
Koordinaten49° 25′ N, 0° 14′ O
Höhe0–117 m
Fläche13,67 km²
Einwohner6.751 (1. Januar 2022)
Bevölkerungsdichte494 Einw./km²
Postleitzahl14600
INSEE-Code
Websitewww.ville-honfleur.com

Alter Hafen in Honfleur

Honfleur (französisch Honfleur) ist eine französische Gemeinde und Hafenstadt mit 6.751 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2022) im Département Calvados in der Normandie.

Lage, Nachbarorte

Honfleur liegt am südlichen Ufer der Mündung der Seine in den Ärmelkanal. Sie ist der nordöstliche Endpunkt der Côte Fleurie, ein Teil der nordfranzösischen Küste.

Die Nachbarorte sind (von Osten im Uhrzeigersinn) La Rivière-Saint-Sauveur, Gonneville-sur-Honfleur, Équemauville und Pennedepie (vergleiche auch die Liste der französischen Küstenorte am Ärmelkanal). Das nordwestlich liegende Le Havre ist etwa 25 Kilometer entfernt.

Geschichte

Honfleur in den 1830er Jahren

Der Name Honfleur wurde als Hunefleth 1025 erstmals urkundlich erwähnt; später ist es als Hunefloth (um 1062), Honneflo (1198), Honflue (1246), dann als Honnefleu (bis zum 18. Jahrhundert) dokumentiert. Der Endkonsonant [r] wurde erst im 19. Jahrhundert hinzugefügt. Das normannische Wort fleu („Blume“; französisch: fleur) wurde wie fleu „Küstenfluss“ im altnormannischen Dialekt ausgesprochen.

Die Stadt war jahrhundertelang ein relativ unbedeutender Hafen im Vergleich mit Harfleur auf dem anderen Ufer der Seinemündung. Um 1831 wurde Honfleur von Bürgermeister Lecarpentier[1] regiert. Im 19. Jahrhundert wurde es zum Zentrum künstlerischer Aktivitäten. Eugène Boudin, der Maler der Küstenlandschaften, wurde hier geboren. Das Musée Eugène Boudin ist ihm gewidmet und dokumentiert die malerische Atmosphäre der Stadt und der Seine-Mündung.

Mit der Zeit hat sich das Städtchen mit seinen schmalen und sechs Stockwerke hohen Häusern und der Lieutenance (dem Rest einer Befestigungsanlage) am Vieux Bassin (Altes Hafenbecken) aus dem 17. Jahrhundert zu einem der reizvollsten Orte der Normandie und vielbesuchten touristischen Anziehungspunkt entwickelt.

Honfleur ist aber auch der Geburtsort des französischen Komponisten Erik Satie. Maler wie Courbet, Sisley, Jongkind, Claude Monet, Pissarro, Renoir und Cézanne kamen nach Honfleur und trafen sich oft in der Ferme St-Siméon, einem Bauernhof, der als eine der Geburtsstätten des Impressionismus gilt und zu einem Hotel umfunktioniert wurde.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Honfleur am 25. August 1944 von der deutschen Besatzung befreit.[2]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr196219681975198219901999200920162021
Einwohner914192929188849582728178816377286761
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten (Auswahl)

Auch heute noch stehen die Maler am Kai von Honfleur, und in den Greniers à Sel, zwei Lagerhäusern, die 1670 östlich des Vieux Bassin in l’Enclos, der im 13. Jahrhundert errichteten Verteidigungsanlage der Stadt zum Zweck der Salzlagerung, erbaut wurden, werden Ausstellungen zeitgenössischer Künstler organisiert.

Die Kirche Sainte Catherine mit dem freistehenden Turm steht am Place Ste. Catherine. Sie wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts mit zwei Zwillingsschiffen und einer Dachkonstruktion gleich Schiffsrümpfen von Schiffszimmerleuten ganz aus Holz erbaut und mit bemalten Glasfenstern und weiteren Kunstwerken ausgestattet. Die Kirche ist als historisches Denkmal in der Base Mérimée des französischen Kultusministeriums aufgeführt.

Der Geburtsort von Erik Satie ist eine Häusergruppe in der Stadt und als Maisons Satie eine denkmalgeschützte Sehenswürdigkeit (Monument historique).

Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst ist die 1995 eingeweihte Pont de Normandie, die Honfleur und Le Havre (Département Seine-Maritime) verbindet; sie ist eine der längsten Brücken Europas.

Partnerstädte

Persönlichkeiten (Auswahl)

Söhne und Töchter der Stadt

  • Alexandre Exquemelin (um 1645–um 1707), Schiffsarzt und Buchautor
  • Louis-Alexandre Dubourg (1821–1891), Genre- und Porträtmaler
  • Eugène Boudin (1824–1898), Maler, Vorreiter des Impressionismus
  • Ernest Henri Besnier (1831–1909), Dermatologe und ärztlicher Direktor des Hôpital St. Louis in Paris
  • Maria Pognon (1844–1925), Feministin
  • Alphonse Allais (1854–1905), Schriftsteller und Humorist
  • Erik Satie (1866–1925), Komponist und Pianist
  • Raymond Pognon (1873–1959), Résistancekämpfer
  • Lucie Delarue-Mardrus (1874–1945), Dichterin, Romanautorin, Bildhauerin und Zeichnerin
  • Louis Marie François Andlauer (1876–1915), Organist und Komponist

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Charles Baudelaire (1821–1867), Schriftsteller, wohnte 1859 sechs Monate lang in Honfleur und schrieb dort La danse macabre (Totentanz), La chevelure (Das Haar) und Chant d’automne (Herbstgesang).[3]
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Panoramablick auf den alten Hafen
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Einzelnachweise

  1. Laurent Theis: François Guizot (= Marguerite de Marcillac [Hrsg.]: Collection Tempus. Nr. 761). 2. Auflage. Éditions Perrin, Paris 2019, ISBN 978-2-262-07718-1, S. 312 (erste Auflage bei Librairie Arthème Fayard, Paris 2008).
  2. Redaktion: Opération « Overlord ». In: Michel Lefevre, Gaïdz Minassian, Yann Plougastel (Hrsg.): Résistants : Missak Manouchian et sa compagne Mélinée entrent au Panthéon. Historiens et descendants racontent l’engagement des combattants étrangers (= Le Monde, Hors-série). Paris 2024, ISBN 978-2-36804-160-4, S. 68 f. (Karte).
  3. Yves Lecouturier: Célèbres de Normandie. Orep Editions, 2007, ISBN 978-2-915762-13-6, S. 11 (französisch).

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Sainte Catherine in Honfleur
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Aussprache von Honfleur auf Französisch.