Historisches Kolleg

Das Historische Kolleg ist ein Institute for Advanced Study in History. Es wurde 1980 in München gegründet. Träger des Kollegs ist die „Stiftung zur Förderung der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und des Historischen Kollegs“. Es hat seinen Sitz in der Kaulbachvilla in München.
Organisation
Das Historische Kolleg wurde vom Stiftungsfonds der Deutschen Bank, der sich die Förderung der Wissenschaft in Forschung und Lehre zum Ziel gesetzt hat, sowie vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gegründet.[1] Zunächst wurde es von der „Stiftung des Historischen Kollegs“ getragen und ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert. Seit 1988 hat es seinen Sitz in der Kaulbachvilla in München, die von den Kolleg-Gründern und dem Freistaat Bayern instand gesetzt wurde. Seit dem Kollegjahr 2000/2001 übernimmt der Freistaat Bayern die finanzielle Grundausstattung des Kollegs, während private Zuwendungsgeber die Mittel für die Forschungsstipendien bereitstellen. Geleitet wird das Kolleg von einem Kuratorium, dessen Vorsitzende die Historikerin Elke Seefried ist.
Vorsitzende des Kuratoriums
- 1980–1984: Theodor Schieder (1908–1984)
- 1984–1997: Horst Fuhrmann (1926–2011)
- 1997–2011: Lothar Gall (1936–2024)[1]
- 2011–2017: Andreas Wirsching (* 1959)
- 2017–2020: Martin Schulze Wessel (* 1962)
- 2020–2026: Hartmut Leppin (* 1963)
- seit April 2026: Elke Seefried (* 1971)
Aufgaben und Ziele
Das Kolleg dient der Förderung von herausragenden deutschen und ausländischen Gelehrten aus dem Bereich der historisch orientierten Wissenschaften.[2] Zu diesem Zweck werden für die Dauer eines Jahres Forschungsstipendien vergeben. Die Fellows werden für diese Zeit von ihren universitären Verpflichtungen freigestellt, damit sie ein größeres Forschungsvorhaben konzentriert bearbeiten und die Ergebnisse publizieren können. Zudem ist das Historische Kolleg als Ort wissenschaftlicher Kolloquien und Vorträge ein lebendiges Zentrum der historischen Forschung.
Preis des Historischen Kollegs
Seit 1983 vergibt das Kolleg alle drei Jahre den Preis des Historischen Kollegs, der auch als Deutscher Historikerpreis bezeichnet wird.
Literatur
- Lothar Gall (Hrsg.): 25 Jahre Historisches Kolleg. Rückblick – Bilanz – Perspektiven. Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-58005-1.
- Hartmut Leppin: Lothar Gall und das Historische Kolleg. In: Jahresbericht der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 2024, München 2025, S. 63–71.
Weblinks
- Homepage des Historischen Kollegs
- Elisabeth Müller-Luckner: Historisches Kolleg. In: Historisches Lexikon Bayerns
Einzelnachweise
- ↑ Volker Meyer-Guckel: Abgeschlossene Förderungen: Überblick über bereits beendete Förderprojekte des Stiftungsfonds Deutsche Bank. In: Website "Der Stiftungsfonds Deutsche Bank". Stiftungsfonds Deutsche Bank (nichtrechtsfähige Stiftung in der treuhänderischen Verwaltung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e. V.), abgerufen am 10. Juni 2023.
- ↑ Historisches Kolleg: Stiftung zur Förderung der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und des Historischen Kollegs. In: Website Bundesverband Deutscher Stiftungen. Bundesverband Deutscher Stiftungen, abgerufen am 10. Juni 2023.
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Autor/Urheber: Rufus46, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Kaulbachstraße 15; Kaulbachstraße 15a. Ehem. Villa des Malers Friedrich August
von Kaulbach, heute Historisches Kolleg im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, dreigeschossiger Bau mit Mittelrisalit, seitlichen Kastenerkern und rückseitigen Risaliten, im Stil italienischer Renaissancevillen, von Gabriel von Seidl,
1887-89, Erhöhung der Rückflügel, 1900; westlich gestalteter Garten.