Hipstedt war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein reines Bauerndorf. Durch die Einweihung der Eisenbahnlinie von Geestemünde nach Stade Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort in Richtung des Bahnhofes Heinschenwalde. "Diese Entwicklung erfuhr durch die Ansiedlung des Marine-Sperrzeugamtes im nahen Forst Hinzel und dem damit verbundenen Bau von 50 Wohnungen für die dort Beschäftigten einen großen Aufschwung. Lebten um 1850 etwa 130 Einwohner in Hipstedt so stieg die Einwohnerzahl in achtzig Jahren auf das dreifache. Inzwischen sind neben der Marine-Siedlung, wie der neue Ortsteil genannt wurde, weitere Baugebiete ausgewiesen worden. Mittlerweile hat dieser Ortsteil in Anlehnung an das Waldgebiet Löh seinen Namen Hipstedt-Löh erhalten. Kirche, Kinderspielkreis, Grundschule wurden in den letzten 50 Jahren errichtet."[2]
In Hipstedt-Heinschenwalde bestand während des Ersten Weltkrieges an der Straße Bokelah ein Lager für etwa 1.000 russische Kriegsgefangene, die vornehmlich zur Moorkultivierung, Forstarbeiten sowie zum Deichbau eingesetzt waren. In der Nähe liegt auch der Kriegsgefangenenfriedhof mit den Gräbern von 32 russischen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges sowie eines polnischen Zwangsarbeiters, der 1944 gestorben ist.[3]
Die Gemeinde ist überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt und bildet mit der von 1958 bis 1960 erbauten Bethlehem-Kirche im Ortsteil Löh seit 1961 ein eigenes Kirchspiel, zu dem neben Hipstedt-Dorf, Hipstedt-Löh und Heinschenwalde auch die Dörfer Neu Ebersdorf und Frelsdorf gehören. Die Kirchengemeinde zählt etwa 1500 Mitglieder. Vor dem Bau der Kirche gehörte Hipstedt zum Kirchspiel der Gangolf-Kirche in Oerel.
Der Rat der Gemeinde Hipstedt besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[5] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die letzten Gemeinderatswahlen ergaben folgende Sitzverteilungen:
Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Johannes König (WFB Hipstedt-Heinschenwalde) zum ehrenamtlichenBürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[8] Sein Vorgänger Gerhard Oetjen war von 2012 bis 2018 Bürgermeister. Zuvor war Karlheinz Poredda von 1961 bis März 2012 im Amt und damit der dienstälteste deutsche Bürgermeister.
Wappen
Blasonierung: „In Gold (Gelb) über silbernem (weißem) Palisadenzaun mit schwarzen Spitzen auf grünem, mit silbernem (weißem) Fluss belegten Berg ein grüner Eichenzweig mit zwei aufrechten Eicheln.“
Wappenbegründung: Wall und Palisadenzaun deuten auf die frühgeschichtliche Befestigungsanlage „Heinschenwall“ nahe einer ehemaligen Furt im Oberlauf der Geeste hin. Der Eichenzweig nimmt Bezug auf die in dieser Gegend früher vorhandenen ausgedehnten Eichenwälder, während die Eicheln als Zeichen der Fruchtbarkeit auf das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile Heinschenwalde und Hipstedt zu einer Gemeinde zu deuten sind. Das Wellenband im unteren Teil des Wappens weist auf den Geestefluss hin, dessen Quelle auf dem Hof Freitag im Ortsteil Hipstedt zu finden ist.[9]
↑Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S.242.
Bethlehemkirche in Hipstedt.jpg Autor/Urheber:Klauswitt,
Lizenz:CC BY-SA 4.0 Die Bethlehem-Kirche in Hipstedt-Löh im niedersächsischen Landkreis Rotenburg (Wümme) gehört zum Kirchenkreis Bremervörde-Zeven der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.