Helmut Baierl

(c) Bundesarchiv, Bild 183-1987-1118-037 / Zimmermann, Peter / CC-BY-SA 3.0
Helmut Baierl (1987)

Helmut Johannes Baierl (* 23. Dezember 1926 in Rumburg, Tschechoslowakei; † 12. September 2005 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und Vizepräsident der Akademie der Künste der DDR.

Leben

Baierl, der am 5. Februar 1944 die Aufnahme in die NSDAP beantragte und zum 20. April desselben Jahres aufgenommen wurde (Mitgliedsnummer 9.761.183),[1][2] war nach seiner Vertreibung aus der Tschechoslowakei Landarbeiter und Russischlehrer. Von 1949 bis 1951 studierte er Slawistik an der Universität Halle (Saale) und war danach Dozent für Russisch in der Erwachsenenqualifizierung. 1955 bis 1957 studierte er am Institut für Literatur „Johannes R. Becher“, war bis 1959 Cheflektor des Hofmeisterverlags Leipzig und bis 1967 Autor und Dramaturg am Berliner Ensemble.

Baierl war 1945 bis 1947 Mitglied der LDP, danach bis 1989 der SED. 1961 bis 1967 war er Parteisekretär des Berliner Ensembles, dann bis 1968 Kandidat und bis 1989 Mitglied des SED-Bezirksleitung Berlin.

Seit 1967 war Baierl freier Schriftsteller. Er war 1970 bis 1974 Sekretär der Sektion Dichtkunst und bis 1990 Vizepräsident der Akademie der Künste. Seit 1968 war er unter dem Decknamen „Flinz“ als inoffizieller Mitarbeiter (IM) des MfS erfasst.[3][4] Bei der Festveranstaltung zur Eröffnung des Palastes der Republik am 23. April 1976 sprach Hans-Peter Minetti den feierlichen „Prolog zur Weihe des Hauses“, den Baierl zu diesem Anlass verfasst hatte.

Grabstätte

Sein Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof.

Auszeichnungen und Ehrungen

Darstellung Baierls in der bildenden Kunst

Werke

  • Gladiolen, ein Tintenfass und eine bunte Kuh, 1953
  • Ein Wegweiser, 1953
  • Die Feststellung, 1958
  • Frau Flinz, 1961 (UA am 25. April 1961 im Berliner Ensemble)
  • Der rote Veit, 1962
  • Fünf Geschichten vom Dreizehnten, 1963
  • Johanna von Döbeln, 1969
  • Der lange Weg zu Lenin, 1970
  • Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow, 1973 (Drehbuchmitarbeit)
  • Die Lachtaube, UA 1974
  • Die Köpfe oder das noch kleinere Organon, 1974
  • Gereimte Reden (Agitationslyrik), 1976
  • Leo und Rosa, 1982
  • Ihr seid ein Greenhorn, Sir! 1984 (UA am 6. April 1984 im Theater der Freundschaft, Berlin)
  • Polly erzählt. Jugenderinnerungen eines Großstadthundes, 1986, ISBN 3-7684-3604-7

Theater

Filmografie

Literatur

Commons: Helmut Baierl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/580194
  2. Roland Berbig: In Sachen Biermann. Protokolle, Berichte und Briefe zu den Folgen einer Ausbürgerung. Berlin: Ch. Links, 1994.
  3. Vgl. Barth: Baierl, Helmut.
  4. Joachim Walther: Sicherungsbereich Literatur. Schriftsteller und Staatssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik. Ch. Links, Berlin 1996, ISBN 3-86153-121-6; S. 636.
  5. Liselotte Gumpel: "Concrete Poetry" from East and West Germany. The Language of Exemplarism and Experimentalism auf newprairiepress.org, April 1977, abgerufen am 1. September 2019
  6. Rudolph; Kretzschmar Kramer: Helmut Baierl, Dramatiker. 1962, abgerufen am 11. Juli 2022.

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(c) Bundesarchiv, Bild 183-1987-1118-037 / Zimmermann, Peter / CC-BY-SA 3.0
Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein.
ADN-ZB/Zimmermann/18.11.87

Berlin: AdK übergeben.
Der Akademie der Künste der DDR wurde das rekonstruierte Hauptgebäude am Robert-Koch-Platz übergeben. Herzlich wurde Erich Honecker, Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR, durch Heiner Carow, Vizepräsident der AdK und Regisseur, begrüßt.

Zugegen waren Prof. Dr. Manfred Wekwerth (l.), Präsident der Akademie, sowie die Mitglieder des Präsidiums Helmut Baierl (r.), Wieland Förster (2.v.r.), Siegfried Matthus (3.v.r.).