Heinz Mamat

Heinz Mamat

Heinz Mamat (* 30. März 1930 in Tilsit; † 1. Januar 2017 in Cottbus) war ein deutscher Bildhauer.

Werdegang

Heinz Mamat in seinem Atelier in Cottbus um 1970

Mamat wuchs als jüngstes von sechs Kindern in Tilsit auf. In den Kriegswirren verschlug es ihn mit seiner Familie nach Bad Doberan, wo er in den Jahren 1948/49 zuerst eine Ausbildung als Bäcker absolvierte. Im Anschluss daran holte er sein Abitur an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Greifswald nach, um dann 1952 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden in der Fachrichtung Plastik bei Walter Arnold seine künstlerische Ausbildung zu beginnen. Dieses Studium schloss er 1957 mit dem Diplom ab. Seitdem war er freischaffend tätig. Ab 1962 wurde er in Cottbus, dem Hauptort seines künstlerischen Schaffens, heimisch. Später kam noch ein Sommeratelier in Loitz hinzu.

Mamat war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.

Künstlerisches Schaffen

Plastik Huckepack-Jungen von Heinz Mamat in Cottbus

Mamat hat vielfältig figürlich gearbeitet. Neben Bronze setzte er meist Holz, Granit und Beton für seine Werke ein. Seine Kunstwerke sind hauptsächlich im ehemaligen Bezirk Cottbus zu finden, aber auch in Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt und Dresden. In seinen letzten Jahren beschäftigte er sich in der Hauptsache mit Holzbildhauerei und Schnitzerei und kehrte damit zu seinen Wurzeln zurück. Er lebte bis zu seinem Tod zurückgezogen im Cottbuser Stadtteil Schmellwitz und wurde neben seiner Frau Irene auf dem Cottbuser Nordfriedhof begraben; die Grabplastik schuf er für sich und seine Frau selbst.

Ehrungen

Darstellung Mamats in der bildenden Kunst

Werkbeispiele

Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur[2]

  • Das lesende Mädchen (Dresden, Nürnberger Platz)
  • Zwei Mädchen (1964, Bronze; Guss in Lauchhammer; Guben, Grünfläche vor einer damaligen Oberschule)[3]
  • Arbeiterveteran Heinz Wagner (1971, Bronze, Porträtbüste; auf der VII. Kunstausstellung der DDR)[4]
  • Reitende Knaben (1979, ab 1984 im Brunschwigpark in Cottbus)[5]
  • Stadtidyll (Cottbus, Park des Carl-Thiem-Klinikums)
  • Ehrenhain für die Opfer des Faschismus und Militarismus (1979, Cottbus, Puschkinpromenade)
  • Relief (Cottbus, Spremberger Turm)
  • Das sitzende Mädchen (1966, Hoyerswerda, Kinderbaumpark Zeißig)[6]
  • Apfelpflücker (Frankfurt (Oder), Lennépark hinter der Wollenweberstr. 5)[7]
  • Konzentrationslager (1962, Mahn- und Gedenkstätte; Plastik und Relief, Bronze, Höhe der Plastik 2,20 m, Relief 5,00 × 1,20 m; Guss in Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer; Spremberg-Georgenberg)[8]
  • Sorbenmädchen (1968, Lübben (Spreewald), Vorgarten des Gasthofs Haus Burglehn)[9]
  • Lebensbaum, 1970, Adolph-Diesterweg-Schule in Trattendorf[10]
  • Kindheit und Jugend (1970; Stele, Kunststein und weißer Zement, Höhe 4,20 m Ø 0,90 m; Lübbenau, Grünanlage Dr. Albert-Schweizer-Straße/Geschwister Scholl-Straße)[11]
  • Ernst-Thälmann-Denkmal (Schwarze Pumpe) (1979)

Teilnahme an zentralen und regional wichtigen Ausstellungen in der DDR

  • 1962 bis 1988: Dresden, Fünfte und VI. Deutsche Kunstausstellung und VII. und X. Kunstausstellung der DDR
  • 1969 bis 1984: Cottbus, fünf Bezirkskunstausstellungen
  • 1969: Leipzig („Kunst und Sport“)
  • 1971: Berlin, Altes Museum („Das Antlitz der Arbeiterklasse in der bildenden Kunst der DDR“)
  • 1976: Karl-Marx-Stadt, Städtische Museen („Jugend und Jugendobjekte im Sozialismus“)
  • 1981: Dresden („25 Jahre NVA“)
  • 1982: Berlin, Treptower Park (Plastik und Blumen)
  • 1986: Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen („Bekenntnis und Tat“)

Literatur

  • Mamat, Heinz. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 568/569.
Commons: Heinz Mamat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bildende Kunst. Zeitschrift für Malerei, Graphik, Plastik und Architektur. Berlin. 2/72, S. 236 (Abbildung)
  2. Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 9. April 2026.
  3. Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 118
  4. Deutsche Fotothek
  5. Cottbuser Reiterplastik wartet auf Hilfe. In: Lausitzer Rundschau, 2. Juli 2020.
  6. Martin Kasper: Mädchen nimmt in Zeißig Platz. Skulptur von Heinz Mamat schmückt nun den Kinderbaumpark. Hrsg.: Lausitzer Rundschau. Hoyerswerda 27. August 2013 (lr-online.de [abgerufen am 27. April 2017]).
  7. Apfelpflücker. Deutsche Fotothek, abgerufen am 24. März 2019.
  8. Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 142/143
  9. Sorbenmädchen. Deutsche Fotothek, abgerufen am 24. März 2019.
  10. Annett Igel-Allzeit in Lausitzer Rundschau Heinz Mamats „Lebensbaum“ vom 3. Januar 2019
  11. Ruth Pape, Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 6, Ergänzung; Deutsche Bauakademie, Berlin, 1974, S. 154/155

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Plastik Huckepack-Jungen Cottbus.jpg
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Plastik „Huckepack-Jungen“ am Raumflugplanetarium