Heinrich Petersen-Angeln

Die Ekensunder Künstlerkolonie, Foto von Wilhelm Dreesen, 1882, Heinrich Petersen-Angeln als Vierter links unten
Bootssteg an der Flensburger Förde
Hafeneinfahrt am Abend

Heinrich Wilhelm Petersen-Angeln, geboren als Heinrich Wilhelm Petersen (* 4. April 1850 in Westerholz, Angeln; † 23. April 1906 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler.

Leben

Heinrich Petersen-Angeln wurde als Heinrich Wilhelm Petersen in Westerholz an der Flensburger Förde als Sohn eines Gast- und Landwirts geboren. Den Namenszusatz seiner Geburtslandschaft Angeln nahm er 1883 in Düsseldorf an, als dort ein weiterer Maler namens Heinrich Petersen wirkte (dieser nannte sich von nun an Heinrich Petersen-Flensburg). Nach einer Malerlehre und dem Einsatz als Soldat im Deutsch-Französischen Krieg besuchte er ab 1873 die Berliner Kunstakademie, wo er u. a. bei Karl Gussow Unterricht nahm. Zwischen 1879 und 1883 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei dem Landschaftsmaler Eugen Dücker.

Petersen-Angeln ist vor allem als Marinemaler und Schöpfer stimmungsvoller Hafenansichten bekannt. Seine Motive fand er zunächst an der Ostsee, ab 1882 zunehmend an der holländischen Nordseeküste, wo Hafenansichten von Vlissingen und Harlingen entstanden. Er gehörte ab 1882 der Künstlerkolonie Ekensund an, wo sich jedes Jahr einheimische und auswärtige Künstler trafen, um dort die Möglichkeiten der Freilichtmalerei zu erproben. Inspiriert von einer Nordlandfahrt und den Fotografien skandinavischer Landschaften von Wilhelm Dreesen, gehörten auch nordische Motive zu seinem Werk.[1] Weitere Studienreisen führten ihn nach Belgien, Frankreich, Italien und Norwegen und Schweden, wo er sich zeitweilig einer Künstlerkolonie in Torekov anschloss. In Egmond in Nordholland besuchte Petersen-Angeln die Art Summer School von George Hitchcock.

Bis weit in die 1890er Jahre hinein war Petersen-Angeln ein sehr gefragter Künstler, der seine Bilder auf großen Kunstausstellungen in ganz Deutschland zeigte und durch ihren Verkauf zu einem gewissen Wohlstand kam. Er traf den konservativen Geschmack seiner Kunden und sein Erfolg gilt als Phänomen der Gründerzeit.

Literatur

  • Ulrich Schulte-Wülwer: Heinrich Petersen-Angeln. Maler der Nord- und Ostsee (1850–1906). Westholsteinische Verl.-Anst. Boyens, Heide 1993. ISBN 3-8042-0640-9
  • Ulrich Schulte-Wülwer: Künstlerkolonie Ekensund am Nordufer der Flensburger Förde. Westholsteinische Verl.-Anst. Boyens, Heide 2000. ISBN 3-8042-0867-3

Weblinks

Commons: Heinrich Petersen-Angeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Nadja Putzert: Der Blick nach Norden. Skandinavische Landschaften in der deutschen Malerei von der Mitte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-639-43285-5.

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Ekensunder Künstlerkolonie 1882 01.jpg
Die Gründer der Ekensunder Künstlerkolonie, Foto von Wilhelm Dreesen aus dem Jahr 1882.
  • Erich Kubierschky mit großen Schlapphut, 1. links oben
  • Wilhelm Dreesen, 2. links oben
  • Johann Sander, 3. links oben
  • Petersen (Flensburg), 1. links unten
  • Johannes Knutz, 2. links unten
  • Fritz Stoltenberg, 3. links unten
  • Heinrich Petersen-Angeln, 4. links unten
  • Jacob Nöbbe, 5. links unten