Hazenit

Hazenit
Allgemeines und Klassifikation
Andere Namen

IMA 2007-061

Chemische FormelKNaMg2[PO4]2·14H2O[1]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
8.CH.40 (8. Auflage: VII/C.22)
40.01.01.03
Kristallographische Daten
Kristallsystemorthorhombisch
Kristallklasse; Symbolorthorhombisch-dipyramidal; 2/m 2/m 2/m[2]
RaumgruppePmnb (Nr. 62, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/62.2[1]
Gitterparametera = 6,9349 Å; b = 25,1737 Å; c = 11,2195 Å[1]
FormeleinheitenZ = 4[1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte2 bis 2,5[3]
Dichte (g/cm3)gemessen: 1,91; berechnet: 1,88[3]
Spaltbarkeitgut nach {001}
Bruch; Tenazitätspröde
Farbefarblos
Strichfarbeweiß
Transparenzdurchsichtig
GlanzGlasglanz

Hazenit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung KNaMg2[PO4]2·14H2O[1][4], ist also ein wasserhaltiges Kalium-Natrium-Magnesium-Phosphat.

Hazenit wurde bisher nur in Form von radialstrahlig gewachsenen, farblosen und durchsichtigen Kristallen bis etwa 0,06 mm × 0,12 mm × 0,40 mm Größe und tafeligem bis prismatischem Habitus[5] gefunden.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Hazenit von Hexiong Yang (University of Arizona) an der Südküste des Mono Lake in Kalifornien, der das Mineral auch analysierte, beschrieb und nach dem US-amerikanischen Wissenschaftler Robert M. Hazen (1948-) benannte.[3]

Ende 2007 reichte Yang seine Untersuchungsergebnisse und den Antrag zur Anerkennung als eigenständiges Mineral bei der International Mineralogical Association (IMA) ein, der die Register-Nummer IMA 2007-061 erhielt. Anerkannt wurden Mineral und der Name Hazenit am 28. Februar 2008.[3]

Klassifikation

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Hazenit zur Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate ohne fremde Anionen“, wo er zusammen mit Catalanoit und Dorfmanit die unbenannte Gruppe VII/C.22 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Hazenit ebenfalls in die Abteilung der „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis von Phosphat-, Vanadat- bzw. Arsenat-Komplex (RO4) zum Kristallwasser (H2O), so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit großen und mittelgroßen Kationen; RO4 : H2O < 1 : 1“ zu finden ist, wo es zusammen mit Struvit und Struvit-(K) die „Struvitgruppe“ mit der System-Nr. 8.CH.40 bildet.

Auch die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Hazenit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate etc.“ ein. Hier ist er ebenfalls zusammen Struvit und Struvit-(K) in der „Struvitgruppe“ mit der System-Nr. 40.01.01 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A2+B2+(XO4) • x(H2O)“ zu finden.

Kristallstruktur

Hazenit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pmnb (Raumgruppen-Nr. 62, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/62.2 mit den Gitterparametern a = 6,9349 Å; b = 25,1737 Å; c = 11,2195 Å sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Eigenschaften

Hazenit löst sich bei Raumtemperatur in 10-prozentiger Salzsäure.[3]

Bildung und Fundorte

Hazenit wird durch Mikroorganismen im Mono Lake (ein alkalischer Salzsee in Mono County, Kalifornien) gebildet und findet sich in ausgetrockneten oder zersetzten Algen auf einem Substrat aus porösem Calciumcarbonat in Gestalt der Minerale Calcit und Aragonit.[3]

Bisher (Stand: 2012) konnte Hazenit nur an seiner Typlokalität Mono Lake (Kalifornien) nachgewiesen werden.[5]

Siehe auch

Literatur

  • Ernst A. J. Burke, Frédéric Hatert: New Minerals approved in 2007 Nomenclature modifications approved in 2007 by the Commission on new Minerals, Nomenclature and Classification International Mineralogical Association. 2007, S. 12 (main.jp [PDF; 90 kB; abgerufen am 10. August 2017]).
  • Hexiong Yanga, Henry J. Sun: Crystal structure of a new phosphate compound, Mg2KNa(PO4)2·14H2O. In: Journal of Solid State Chemistry. Band 177, Nr. 9, 2004, S. 2991–2997, doi:10.1016/j.jssc.2004.05.008.
  • Hexion Yang, Henry J. Sun, Robert T. Downs: Hazenite, KNaMg2(PO4)2·14H2O, a new biologically related phosphate mineral, from Mono Lake, California, USA. In: American Mineralogist. Band 96, Nr. 4, 2011, S. 675–681 (rruff.info [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 10. August 2017]).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e Hexion Yang, Henry J. Sun, Robert T. Downs: Hazenite, KNaMg2(PO4)2·14H2O, a new biologically related phosphate mineral, from Mono Lake, California, USA. In: American Mineralogist. Band 96, 2011, S. 675–681 (rruff.info [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 10. August 2017]).
  2. Webmineral – Hazenite (englisch)
  3. a b c d e f Robert M. Hazen, Geophysical Laboratory – Hazenite officially approved as a new mineral (Memento vom 8. Dezember 2008 im Internet Archive) (englisch)
  4. Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. 6. vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2014, ISBN 978-3-921656-80-8.
  5. a b Mindat – Hazenite (englisch)