Happy Planet Index

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Der Happy Planet Index (HPI; deutsch Index des glücklichen Planeten) ist ein Indikator für die ökologische Effizienz, mit der eine Nation ihr Wohlbefinden generiert. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass Reichtum für eine Vielzahl von Menschen nicht vorderste Aufgabe ist, sondern für sie ein glückliches und gesundes Leben an erster Stelle steht. Gleichzeitig ist es wichtig, die „ökologischen Kosten“ zu berücksichtigen, die bei der Erreichung dieses Ziels entstehen.[1] Als Weiterentwicklung zu etablierten volkswirtschaftlichen Indizes wie dem Bruttoinlandsprodukt bezieht der HPI das Kriterium der Nachhaltigkeit mit ein.

Der Index der menschlichen Entwicklung, der die klassische BIP-Messung ebenfalls um weitere Kriterien erweitert, beinhaltet genauso das Kriterium Lebenserwartung. Allerdings grenzt sich der HPI mit der Einbeziehung ökologischer Kriterien von diesem ab.

Durch die Gegenüberstellung des subjektiven Wohlbefindens und der durchschnittlichen Lebenserwartung mit dem ökologischen Fußabdruck, geht der HPI der Frage nach, welches Land das Wohlbefinden der heutigen Generation maximiert und die dabei entstehenden Umweltbelastungen gleichzeitig minimiert, um zukünftigen Generationen die Generierung von Wohlbefinden zu ermöglichen.[2]

Hintergrund

„Das Bruttoinlandsprodukt misst alles, außer dem, was das Leben lebenswert macht.“ (Robert Kennedy)

Der HPI wurde im Juli 2006 als alternativer Fortschrittsindikator zum BIP von der „New Economics Foundation“, einer britischen Denkfabrik, in Zusammenarbeit mit Friends of the Earth in Großbritannien entwickelt.[3]

Die Intention des HPI ist es, der Gesellschaft auf globaler Ebene in einer Zeit der Unsicherheit eine alternative Orientierung zu geben. „Der HPI stellt einen Kompass bereit, indem er misst, was wirklich wichtig ist“,[4] für uns, aber vor allem auch für den Planeten, auf dem wir leben. Der HPI soll die Menschen anregen, sich sowohl mit der Nachhaltigkeit als auch mit der Lebenszufriedenheit auseinanderzusetzen, um dadurch letztendlich das Umweltbewusstsein zu stärken.[5]

Datenerhebung und Berechnung

Der HPI wird über folgende Formel berechnet:

Hierbei bedeuten:

  • : Ungleichheitsfaktor (Ungleichheit der Ergebnisse)

Die Daten für den HPI Report zur Lebenserwartung basieren auf den Daten, die von den Vereinten Nationen gesammelt wurden (Human Development Report). Die Angaben zum subjektiven Wohlbefinden stammen aus der Datenbank des Gallup World Poll und der ökologische Fußabdruck pro Person ist ein Maß für die hypothetische Fläche, die notwendig ist, um den Lebensstandard eines Menschen dauerhaft zu garantieren, und wurde den Daten des Global Footprint Network entnommen. Die Ungleichheit der Ergebnisse wird als Prozentsatz ausgedrückt.[7]

Komponenten der Formel

Quelle: [8]

Lebenserwartung (Life Expectancy)
Die durchschnittlich erwartete Zeitspanne zwischen Geburt und Tod (in Jahren), vorausgesetzt, dass sich die vorherrschende Muster der altersbedingten Sterblichkeitsraten zum Zeitpunkt der Geburt bis zum Tod nicht verändern.
Lebenszufriedenheit (Experienced Wellbeing)
der Durchschnitt aller Reaktionen aus der Bevölkerung auf Fragen zur Zufriedenheit in verschiedenen Lebensbereichen sowie einer Gesamteinschätzung der Lebenszufriedenheit. Die Befragten müssen dies jeweils auf einer Skala von 0 bis 10 einordnen. Je höher die Zahl, desto größer die Lebenszufriedenheit.
Ungleichheit der Ergebnisse (Inequality of Outcomes)
Maß dafür, wie ungleich die Verteilung der Lebenserwartung und subjektiv erfahrenen Lebenszufriedenheit innerhalb eines bestimmten Landes sind. (Prozentzahl)
Ökologischer Fußabdruck (Ecological Footprint)
Darunter versteht man die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter den heutigen Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie benötigt werden, aber z. B. auch zur Entsorgung von Müll oder zum Binden des durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Kohlenstoffdioxids. Entscheidend ist, dass der ökologische Fußabdruck ein Maß für den Konsum, nicht für die Produktion ist. Das bedeutet, dass zum Beispiel das CO2, das durch die Herstellung eines Mobiltelefons entsteht, welches in China hergestellt wurde, aber von jemandem, der in Chile lebt, gekauft wurde, zu Chiles ökologischem Fußabdruck zählt und nicht zu Chinas.

Der ökologische Fußabdruck wird mit einer standardisierten Einheit ausgedrückt: globale Hektar (gha). Der globale Hektar ist der Durchschnittswert der weltweiten biologischen Produktivität pro Hektar in einem Jahr.

Globaler Vergleich des HPI

Die Ergebnisse des HPI zeigen, dass heutzutage kein Land bei allen drei Faktoren (hohe Lebenserwartung, hohes Wohlbefinden bei gleichzeitigem Einhalten der ökologischen Grenzen) Erfolg verbuchen kann.

Allgemein ist festzustellen, dass Länder mit einem hohen durchschnittlichen Einkommen, wie beispielsweise die europäischen Staaten oder die USA, einen niedrigeren Rang erreichen, da gleichzeitig der ökologische Fußabdruck zu hoch ist. Die Schweiz ist 2016 auf Rang 24, das Vereinigte Königreich auf Rang 34, Deutschland auf Rang 49, Österreich auf Rang 43 und die USA sogar nur auf Rang 108 von insgesamt 140 Ländern. Die vorderen Plätze des HPI werden von Ländern der Karibik und Ländern nahe dem Äquator eingenommen, obwohl sie ein vergleichbar niedriges BIP aufweisen. Die Plätze eins bis drei belegen Costa Rica, Mexico und Kolumbien.[9]

Markante Daten:

Happy Planet Index:

Lebenszufriedenheit:

Lebenserwartung:

Ungleichheit der Ergebnisse:

Ökologischer Fußabdruck:

Länder nach Happy Planet Index 2016[10]
RangStaatHappy Planet IndexLebens­zufrieden­heit
(0…10)
Lebens­erwartung
(Jahre)
Ungleich­heit
der Ergeb­nisse
Ökolo­gischer
Fuß­abdruck
(globale Hektar (gha))
1Costa Rica Costa Rica44,77,379,115 %2,8
2Mexiko Mexiko40,77,376,419 %2,9
3Kolumbien Kolumbien40,76,473,724 %1,9
4Vanuatu Vanuatu40,66,571,322 %1,9
5Vietnam Vietnam40,35,575,519 %1,7
6Panama Panama39,56,977,219 %2,8
7Nicaragua Nicaragua38,75,474,325 %1,4
8Bangladesch Bangladesch38,44,770,827 %0,7
9Thailand Thailand37,36,374,115 %2,7
10Ecuador Ecuador37,06,075,422 %2,2
11Jamaika Jamaika36,95,675,321 %1,9
12Norwegen Norwegen36,87,781,37 %5,0
13Albanien Albanien36,85,577,317 %2,2
14Uruguay Uruguay36,16,476,918 %2,9
15Spanien Spanien36,06,382,210 %3,7
16Indonesien Indonesien35,75,468,521 %1,6
17El Salvador El Salvador35,65,972,522 %2,1
18Niederlande Niederlande35,37,581,24 %5,3
19Argentinien Argentinien35,26,575,916 %3,1
20Philippinen Philippinen35,05,067,926 %1,1
21Peru Peru34,65,874,121 %2,3
22Palastina Palästina34,54,672,624 %1,2
23Brasilien Brasilien34,36,973,922 %3,1
24Schweiz Schweiz34,37,882,66 %5,8
25Tadschikistan Tadschikistan34,24,569,026 %0,9
26Guatemala Guatemala34,25,971,427 %1,9
27Belize Belize33,86,169,818 %2,5
28Sri Lanka Sri Lanka33,84,274,617 %1,3
29Venezuela Venezuela33,67,173,919 %3,6
30Algerien Algerien33,35,674,324 %2,1
31Kirgisistan Kirgisistan33,15,269,718 %1,9
32Danemark Dänemark32,77,579,87 %5,5
33Marokko Marokko32,75,073,425 %1,7
34Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich31,96,980,49 %4,9
35Chile Chile31,76,681,114 %4,4
36Pakistan Pakistan31,55,165,740 %0,8
37Finnland Finnland31,37,480,46 %5,9
38Neuseeland Neuseeland31,37,281,48 %5,6
39Island Island31,17,682,25 %6,4
40Georgien Georgien31,14,374,620 %1,6
41Zypern Republik Zypern30,76,279,812 %4,2
42Nepal Nepal30,54,268,827 %1,0
43Osterreich Österreich30,57,481,07 %6,1
44Frankreich Frankreich30,46,681,89 %5,1
45Dominikanische Republik Dominikanische Republik30,34,873,130 %1,5
46Malaysia Malaysia30,35,974,410 %3,7
47Kroatien Kroatien30,26,077,012 %3,9
48Irland Irland30,07,080,58 %5,6
49Deutschland Deutschland29,86,780,68 %5,3
50Indien Indien29,24,667,331 %1,2
51Usbekistan Usbekistan29,16,068,230 %2,3
52Serbien Serbien29,05,274,519 %2,7
53Malta Malta29,06,080,213 %4,4
54Israel Israel28,87,181,98 %6,2
55Rumänien Rumänien28,85,274,319 %2,7
56Bhutan Bhutan28,65,668,727 %2,3
57Haiti Haiti28,64,462,137 %0,6
58Japan Japan28,36,083,29 %5,0
59Slowakei Slowakei28,25,975,913 %4,1
60Italien Italien28,15,882,712 %4,6
61Schweden Schweden28,07,681,86 %7,3
62Polen Polen27,55,976,911 %4,4
63Mauritius Mauritius27,45,574,017 %3,5
64Tschechien Tschechien27,36,378,29 %5,2
65Honduras Honduras27,24,672,831 %1,7
66Athiopien Äthiopien26,74,662,836 %1,0
67Irak Irak26,54,769,027 %1,9
68Turkei Türkei26,45,374,719 %3,3
69Ungarn Ungarn26,44,774,915 %2,9
70Ukraine Ukraine26,45,070,317 %2,8
71Tunesien Tunesien26,24,574,622 %2,3
72China Volksrepublik Volksrepublik China25,75,175,417 %3,4
73Armenien Armenien25,74,374,422 %2,2
74Kambodscha Kambodscha25,63,967,528 %1,2
75Suriname Suriname25,46,370,819 %4,3
76Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina25,34,876,219 %3,1
77Sambia Sambia25,25,058,441 %1,0
78Montenegro Montenegro25,15,275,816 %3,8
79Portugal Portugal24,95,080,316 %3,9
80Korea Sud Südkorea24,86,081,311 %5,7
81Myanmar Myanmar24,74,465,532 %1,4
82Slowenien Slowenien24,66,180,010 %5,8
83Kenia Kenia24,24,560,338 %1,0
84Iran Iran24,04,674,823 %2,8
85Kanada Kanada24,07,481,79 %8,2
86Agypten Ägypten23,84,270,023 %2,2
87Belgien Belgien23,76,980,49 %7,4
88Mosambik Mosambik23,75,054,343 %0,9
89Griechenland Griechenland23,65,180,516 %4,4
90Nordmazedonien Nordmazedonien23,44,675,118 %3,3
91Paraguay Paraguay23,35,872,622 %4,2
92Bolivien Bolivien23,36,067,535 %3,0
93Komoren Komoren23,14,062,636 %1,0
94Jemen Jemen22,84,163,339 %1,0
95Nigeria Nigeria22,25,552,144 %1,2
96Liberia Liberia22,24,460,238 %1,2
97Tansania Tansania22,14,063,533 %1,3
98Malawi Malawi22,14,360,145 %0,8
99Simbabwe Simbabwe22,15,053,737 %1,4
100Libanon Libanon21,94,678,819 %3,8
101Senegal Senegal21,93,765,433 %1,2
102Belarus Belarus21,75,770,913 %5,1
103Namibia Namibia21,64,764,026 %2,5
104Ghana Ghana21,45,161,038 %2,0
105Australien Australien21,27,282,18 %9,3
106Oman Oman21,16,976,313 %7,5
107Litauen Litauen21,05,872,811 %5,8
108Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten20,77,078,813 %8,2
109Bulgarien Bulgarien20,44,273,919 %3,3
110Afghanistan Afghanistan20,23,859,743 %0,8
111Ruanda Ruanda19,63,363,137 %0,9
112Uganda Uganda19,44,357,141 %1,2
113Syrien Syrien19,13,270,430 %1,5
114Kasachstan Kasachstan19,15,868,618 %5,6
115Kongo Republik Republik Kongo18,83,961,040 %1,3
116Russland Russland18,75,669,516 %5,7
117Mauretanien Mauretanien18,04,762,637 %2,5
118Estland Estland17,95,476,212 %6,9
119Burkina Faso Burkina Faso17,94,058,043 %1,2
120Gabun Gabun17,54,063,336 %2,0
121Lettland Lettland17,15,173,614 %6,3
122Niger Niger16,83,860,040 %1,6
123Hongkong Hongkong16,85,583,610 %8,8
124Kamerun Kamerun16,74,254,647 %1,2
125Lesotho Lesotho16,74,948,942 %1,7
126Botswana Botswana16,64,864,228 %3,8
127Dschibuti Dschibuti16,44,461,342 %2,2
128Sudafrika Südafrika15,95,156,333 %3,3
129Guinea-a Guinea15,93,757,742 %1,4
130Trinidad und Tobago Trinidad und Tobago15,76,470,121 %7,9
131Burundi Burundi15,63,455,848 %0,8
132Eswatini Eswatini15,54,948,941 %2,0
133Sierra Leone Sierra Leone15,34,549,850 %1,2
134Turkmenistan Turkmenistan14,65,565,331 %5,5
135Elfenbeinküste Elfenbeinküste14,43,850,845 %1,3
136Mongolei Mongolei14,34,968,622 %6,1
137Benin Benin13,43,259,244 %1,4
138Togo Togo13,22,958,643 %1,1
139Luxemburg Luxemburg13,27,081,17 %15,8
140Tschad Tschad12,84,050,851 %1,5
Happy Planet Index 2019

Verhältnis zu Wohlstand und Lebensqualität

Da die Lebenszufriedenheit durch den ökologischen Fußabdruck dividiert wird, werden beide Komponenten gleichwertig gewichtet. Das Ranking der Länder nach dem HPI ist somit weder nach der Lebenszufriedenheit noch nach dem ökologischen Fußabdruck geordnet. Der HPI ist demnach kein direkter Indikator für Lebenszufriedenheit oder den ökologischen Fußabdruck, sondern für die ökologische Effizienz der Generierung von Zufriedenheit. Er erhält maximale Werte, wenn die Lebenszufriedenheit möglichst hoch und der ökologische Fußabdruck möglichst gering ist. Diese Kombination liegt in der realen Welt allerdings selten vor, da eine hohe Zufriedenheit meistens mit einem hohen ökologischen Fußabdruck einhergeht. Umgekehrt wird ein niedriger ökologischer Fußabdruck in der Regel durch niedrigen Wohlstand des Landes bedingt. Mit einer Erhöhung des Wohlstands ist somit auch eine Steigerung des ökologischen Fußabdrucks zu erwarten. Tendenziell sind sehr arme Länder, aufgrund von geringer Lebenserwartung und -zufriedenheit, in der unteren Hälfte des globalen Rankings zu finden. Dies sind hauptsächlich die Länder Afrikas südlich der Sahara. Europäische Länder sind überwiegend in der oberen Hälfte vertreten, da sie eine sehr hohe Lebenszufriedenheit und -erwartung aufweisen. Dennoch ist ein Fünftel der europäischen Länder, bedingt durch hohe ökologische Fußabdrücke, in der unteren Hälfte vertreten. Dementsprechend belegt Luxemburg, mit dem höchsten ökologischen Fußabdruck weltweit, den vorletzten Platz. Im kontinentalen Vergleich weisen die Länder Südamerikas die besten HPI-Werte auf, indem die Werte von mittelmäßiger bis hoher Lebenszufriedenheit und -erwartung durch mittelmäßige ökologische Fußabdrücke dividiert werden. Als wünschenswertes Ziel gilt es, den globalen Mittelwert des HPI anzuheben und die Varianz der Länder gering zu halten. Konkret bedeutet dies, dass westliche Länder, sowie ein Teil der Übergangsländer und Südostasiens, ihren ökologischen Fußabdruck senken müssen. Afrikanischen und südasiatischen Ländern, dem Mittleren Osten, sowie einem Teil der Übergangsländer und Südostasiens muss hingegen eine höhere Lebensqualität ermöglicht werden, ohne dabei den ökologischen Fußabdruck zu steigern.

In beiden Zielsetzungen wird ein Verhältnis von hoher Lebenszufriedenheit und geringem ökologischem Fußabdruck angestrebt.

Persönlicher Beitrag zur Lebenszufriedenheit

Obwohl eine Vielzahl an Faktoren die individuelle Lebenszufriedenheit bestimmt, kann das eigene Denken und Handeln den größten Einfluss darauf haben.[11] Die NEF stellte in diesem Kontext ein Konzept auf, nach dem die Lebenszufriedenheit zum einen von der Erfahrung abhängt, sich gut zu fühlen. Diese positiven Erfahrungen werden generiert über Gefühle wie Fröhlichkeit, Zufriedenheit und Vergnügen, sowie über Neugierde und Beschäftigung. Zum anderen ist die eigene Funktionalität für das Wohlbefinden entscheidend. Dazu zählen funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen, die Kontrolle über das eigene Leben, sowie einen Sinn im Leben zu sehen.

Die NEF kristallisierte fünf wesentliche Faktoren heraus, die für den Menschen leicht umsetzbar sind und zu mehr Lebenszufriedenheit verhelfen.

  • Connect – Soziale Beziehungen sind entscheidend für das individuelle Wohlbefinden und senken das Risiko für psychische Krankheiten.
  • Be Active – Körperliche Aktivität steigert die Glücksgefühle und vermindert das Depressionsrisiko und Angstgefühle.
  • Take Notice – Achtsamkeit gegenüber der Umwelt und den eigenen Gefühlen führt zu mehr innerer Zufriedenheit. Durch Aufmerksamkeit reflektierte Erfahrungen können aufzeigen, was im Leben Priorität hat.
  • Keep Learning – Beständiges Lernen verbessert das Selbstwertgefühl und bringt ein soziales und aktives Leben mit sich.
  • Give – Geben baut eine positive Verbindung zu den Mitmenschen auf, was einen Mehrwert für die eigene Zufriedenheit darstellt.

Mittels dieser fünf Faktoren lässt sich die Lebenszufriedenheit mit einfachen Mitteln steigern, ohne der Natur schaden zu müssen.

Aussagekraft des HPI und Kritik

Der HPI vereint objektive und subjektive Messwerte in ökonomischen, sozialen und ökologischen Bereichen. Dabei ist der inhaltliche Schwerpunkt deutlich auf das individuelle Wohlbefinden und die ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet. An dieser Stelle stellt der HPI eine Verdichtung der bereits bestehenden Indizes, HLY (Happy Life Years) und EFP (Ecological Footprint), dar.[12] Dennoch enthält der HPI vergleichsweise wenige Messgrößen. Der Versuch sich auf essentielle Aspekte zu beschränken hat zur Folge, dass weitere wichtige Faktoren, beispielsweise in den Bereichen Politik, Soziales und Kultur, fehlen. Somit kommt es zu fragwürdigen Ergebnissen, in denen z. B. Albanien (Platz 13) und Bangladesch (Platz 8) trotz kritischer Umstände gut im HPI-Ranking abschneiden.

Kritisch zu sehen ist zudem ein allgemeines Problem empirischer Wissenschaft: Auf Messungen beruhende Erkenntnisse gehen damit einher, dass ihre Operationalisierung immer mit einer radikalen Reduktion der Komplexität des zu beobachteten Phänomens verbunden ist.[13] Dieses Problem zeigt sich beim HPI, indem die Auswahl der Kriterien an sich und deren Relevanz durch die NEF beurteilt werden. Zudem gelten nach dem kritischen Selbstverständnis von Wissenschaft Erkenntnisse nicht als absolut. Besonders die Lebenszufriedenheit als subjektiver und persönlicher Messwert kann kulturell und situativ sowie durch die Problematik der sozialen Erwünschtheit bedingt sein. Kulturell ist davon auszugehen, dass kollektivistische Kulturen ihre Lebenszufriedenheit tendenziell positiver bewerten als individualistische.[14] Situativ variiert die Einschätzung beispielsweise durch Befragungen in der Regenzeit, im Sommer oder Winter. Äußerliche Einflüsse haben hier große Wirkungen auf die aktuelle Gemütsverfassung des Individuums.[15]

Aufgrund der Verknüpfung von als verlässlich einzustufenden Datenbasen, stammend von der Gallup World Poll (Messungen zum subjektiven Wohlbefinden), dem WWF (Messung des ökologischen Fußabdrucks) und dem Human Development Report (Daten zur Lebenserwartung), einer hohen Validität und der Darstellungsmöglichkeiten als Quotient oder graphischer Plot, weist der HPI im Vergleich zu anderen Indizes ein günstiges Verhältnis zwischen geringer Komplexität und hoher Aussagekraft auf. Dabei können deutliche Aussagen über die Beziehungen von Lebenserwartung, Wohlbefinden und ökologischer Nachhaltigkeit zum BIP gemacht werden.[16] Es besteht ein kausaler Zusammenhang von steigender Lebenserwartung und steigendem BIP. Dagegen ist die Lebenszufriedenheit ab einer bestimmten wirtschaftlichen Entwicklung unabhängig vom Wirtschaftswachstum. Die ökologische Nachhaltigkeit wird durch ein steigendes BIP deutlich negativ beeinflusst. Somit wird aufgezeigt, dass Lebenszufriedenheit und ökologische Nachhaltigkeit nicht durch eine Steigerung des BIP‘s zu erreichen sind.

Aufgrund der allgemeinen Indexproblematik gilt auch der HPI, als einer von vielen Alternativen zum BIP, nicht als absolut allumfassende Lösung. Strategisch sinnvoll ist eine Betrachtung vieler Alternativen, um ein allumfassendes Bild ausgewählter Länder zu erhalten und diese untereinander vergleichen zu können. Der HPI kann als sinnvolle Ergänzung fungieren, das BIP aus Akzeptanzgründen jedoch nicht ersetzen, da das BIP politisch und gesellschaftlich stark verankert ist.

Ausblick

Laut der New Economics Foundation (NEF) ist mit den aktuell weltweit vorherrschenden ökonomischen Rahmenbedingungen, ausgelegt auf ein Wirtschaftswachstum, die Vereinigung von hoher Lebenszufriedenheit und -erwartung mit dem sogenannten „one-planet-living“ nicht möglich. Der Wohlstand müsse auf ein mittleres Niveau gesenkt werden, da Länder mit mittlerem Einkommen, wie in Lateinamerika oder Südostasien, die höchsten HPI-Werte erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten Möglichkeiten aufgezeigt werden, welche die Länder von sich aus befürworten und nicht beruhend auf Gesetzen als Last empfinden. Dazu sei eine neue Kommunikation erforderlich, die vermittelt, dass ein gutes Leben im Einklang mit der Natur möglich ist. Der Überkonsum reicher Länder stelle dabei eine Barriere zu nachhaltigem Wohlbefinden dar. Die Vermeidung des Überkonsums wirke sich nicht nur positiv auf dasselbige Land aus, sondern habe weltweite Auswirkungen. Dies ist durch die Verknüpfung des Überkonsums vieler reicher Länder mit der Ausbeutung armer Länder begründet.

Es sollen ökonomische Modelle fokussiert werden, die nicht permanenten Wachstum als Ziel haben, sondern auf stabilen Wohlstand abzielen. Dazu sollen regelmäßige Messungen von Zufriedenheit und dem Umweltzustand stattfinden, um dessen Beziehung zueinander als Richtlinie für die Zukunft wahrzunehmen.

Ziel des NEF bis 2050 ist die Erreichung eines HPI von 89 weltweit. Konkrete Forderungen sind dabei für gut entwickelte Länder die Senkung des ökologischen Fußabdrucks um 1/gha. Gleichzeitig soll die Lebenszufriedenheit auf einen Wert von acht gesteigert und eine Lebenserwartung von 87 Jahren erreicht werden. Damit auch Entwicklungsländer einen Wert von 89 erreichen können, wird die Hilfe der internationalen Gemeinschaft und der reicheren Länder erwartet.

Generell lassen sich zwei Ansätze hin zu einem höheren HPI unterscheiden. Eine Strategie beruht auf dem Prinzip „Living better, using less“. Die Strategie legt den Fokus auf die drei Komponenten: Gesundheit, positive Lebenserfahrungen und ökologischer Fußabdruck und erfordert Ansätze in der Ökonomie, Gemeinschaft und der Veränderung der Lebensstile.[17] Sie gleicht dem ökonomischen Modell des Postwachstum nach Paech, welches auf eine sozial stabile und global faire Versorgungsstruktur innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen abzielt.[18] Der zweite Ansatz richtet sich nach dem Prinzip des Green Growth, welches die OECD vertritt. Hier wird der Fokus darauf gelegt, effizientere, sogenannte grüne Technologien und Methoden zu nutzen und zu entwickeln, beispielsweise im Bereich der Energiegewinnung durch Solaranlagen oder Windkrafträder.[19] Somit kann der ökologische Fußabdruck verringert und gleichzeitig die Lebensqualität beibehalten bzw. sogar gesteigert werden.

Siehe auch

Literatur

  • Sascha Meinert, Michael Stollt: Bruttoinlandsglück – Auf der Suche nach qualitativer Entwicklung. bpb, März 2010 (bpb.de [PDF; 720 kB; abgerufen am 9. September 2020]).

Einzelnachweise

  1. Meinert, S./ Stollt, M.: Bruttoinlandsglück: Auf der Suche nach qualitativer Entwicklung. März 2010, S. 1.
  2. Happy Planet Index. In: Lexikon der Nachhaltigkeit. Abgerufen am 26. September 2017.
  3. Meinert, S./ Stollt, M.: Bruttoinlandsglück: Auf der Suche nach qualitativer Entwicklung. März 2010, S. 1.
  4. Meinert, S./ Stollt, M.: Bruttoinlandsglück: Auf der Suche nach qualitativer Entwicklung. März 2010, S. 7.
  5. Meinert, S./ Stollt, M.: Bruttoinlandsglück:Auf der Suche nach qualitativer Entwicklung. März 2010, S. 7.
  6. Happy Planet Index. In: Lexikon der Nachhaltigkeit. Abgerufen am 26. September 2017.
  7. Abdallah, Saamah et al.: The Happy Planet Index. 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. September 2017; abgerufen am 26. September 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/happyplanetindex.org
  8. NEF: Happy Planet Index: Methods Paper. 2016, S. 2.
  9. Happy Planet Index. In: Lexikon der Nachhaltigkeit. Abgerufen am 26. September 2017.
  10. Abdallah, Saamah et al.: The Happy Planet Index. 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. September 2017; abgerufen am 26. September 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/happyplanetindex.org
  11. Aked, Jody et al.: Five ways to wellbeing. (PDF) NEF, 2008, abgerufen am 26. September 2017.
  12. IZW: HPI-Happy Planet Index. Abgerufen am 26. September 2017.
  13. Dirk Raith: Messen ist Macht. 2016 (researchgate.net).
  14. Spörrle, M. et al.: Netzwerkforschung im kulturellen Kontext. 2009.
  15. Cahen, a.: Die Bedeutung der Kultur für die soziale Informationsverarbeitung. 2002.
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  19. OECD Publishing (Hrsg.): Towards Green Growth. 2011, doi:10.1787/9789264111318-en.

Auf dieser Seite verwendete Medien

Flag of Indonesia.svg
bendera Indonesia
Flag of Switzerland within 2to3.svg
Die quadratische Nationalfahne der Schweiz, in transparentem rechteckigem (2:3) Feld.
Flag of the United Kingdom.svg
Flagge des Vereinigten Königreichs in der Proportion 3:5, ausschließlich an Land verwendet. Auf See beträgt das richtige Verhältnis 1:2.
Flag of the United Kingdom (3-5).svg
Flagge des Vereinigten Königreichs in der Proportion 3:5, ausschließlich an Land verwendet. Auf See beträgt das richtige Verhältnis 1:2.
Flag of Chile.svg
Das Bild dieser Flagge lässt sich leicht mit einem Rahmen versehen
Flag of Nepal (with spacing).svg
Die Flagge von Nepal mit rechtem Rand (Seitenverhältnis 3:4)
Flag of the Dominican Republic.svg
Die Flagge der Dominikanischen Republik hat ein zentriertes weißes Kreuz, das bis zu den Rändern reicht. Dieses Emblem ähnelt dem Flaggendesign und zeigt eine Bibel, ein Kreuz aus Gold und sechs dominikanische Flaggen. Um den Schild herum sind Oliven- und Palmzweige und oben am Band steht das Motto "Dios, Patria, Libertad" ("Gott, Land, Freiheit") und zur liebenswürdigen Freiheit. Das Blau soll für Freiheit stehen, Rot für das Feuer und Blut des Unabhängigkeitskampfes und das weiße Kreuz symbolisierte, dass Gott sein Volk nicht vergessen hat. "Dominikanische Republik". Die dominikanische Flagge wurde von Juan Pablo Duarte, dem Vater der nationalen Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik, entworfen. Die erste dominikanische Flagge wurde von einer jungen Dame namens Concepción Bona genäht, die in der Nacht des 27. Februar 1844 gegenüber der Straße von El Baluarte, dem Denkmal, an dem sich die Patrioten versammelten, um für die Unabhängigkeit zu kämpfen, wohnte. Concepción Bona wurde von ihrer Cousine ersten Grades unterstützt Maria de Jesús Pina.
Flag of Croatia.svg
Das Bild dieser Flagge lässt sich leicht mit einem Rahmen versehen
Flag of Ireland.svg
Man sagt, dass der grüne Teil die Mehrheit der katholischen Einwohner des Landes repräsentiert, der orange Teil die Minderheit der protestantischen, und die weiße Mitte den Frieden und die Harmonie zwischen beiden.
Flag of Haiti.svg
Die National- und offizielle Staatsflagge von Haiti. Die Zivilflagge findet sich hier.
Flag of Ethiopia.svg
Flag of Ethiopia
Flag of Portugal.svg
Flagge Portugals, entworfen von Columbano Bordalo Pinheiro (1857-1929), offiziell von der portugiesischen Regierung am 30. Juni 1911 als Staatsflagge angenommen (in Verwendung bereits seit ungefähr November 1910).
Flag of Iran.svg
Flagge des Irans. Die dreifarbige Flagge wurde 1906 eingeführt, aber nach der Islamischen Revolution von 1979 wurden die Arabische Wörter 'Allahu akbar' ('Gott ist groß'), in der Kufischen Schrift vom Koran geschrieben und 22-mal wiederholt, in den roten und grünen Streifen eingefügt, so daß sie an den zentralen weißen Streifen grenzen.
Flag of Canada (Pantone).svg
Flag of Canada introduced in 1965, using Pantone colours. This design replaced the Canadian Red Ensign design.
Flag of Bolivia.svg

Flagge Boliviens

Flagge von Bolivia*
country Template:I18n/Republic of Bolivia
genutzt von Bolivia
von 1851
bis Present
entworfen von Government of Bolivia
Format 15:22
Form Rechteck
Farben Rot, Gelb, Grün

Flagge hat 3 horizontale Streifen

sonstige Eigenschaften A horizontal tricolor of red, yellow and green.
Flag of Senegal.svg
Flagge von Senegal
Flag of Namibia.svg
Flagge Namibias
Flag of Australia (converted).svg
Flag of Australia, when congruence with this colour chart is required (i.e. when a "less bright" version is needed). See Flag of Australia.svg for main file information.
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Autor/Urheber: See File history below for details., Lizenz: OGL-om 1.0
Flagge Omans
Flag of Syria (2025-).svg
Flag of Syria. Originally flag of the Syria Revolution (from 2011), de facto flag of Syria beginning December 2024, official beginning March 2025.
Flag of Burkina Faso.svg
Die Flagge Burkina Fasos
Flag of South Africa.svg

Flagge Südafrikas

Verwendete Farbe: National flag | South African Government and Pantone Color Picker

     Grün gerendert als RGB 000 119 073Pantone 3415 C
     Gelb gerendert als RGB 255 184 028Pantone 1235 C
     Rot gerendert als RGB 224 060 049Pantone 179 C
     Blau gerendert als RGB 000 020 137Pantone Reflex Blue C
     Weiß gerendert als RGB 255 255 255
     Schwarz gerendert als RGB 000 000 000
Flag of Trinidad and Tobago.svg
Flagge Trinidad und Tobago
Flag of Togo (3-2).svg
Flag of Togo. Aspect ratio modified for projects that require an aspect ratio of 3:2.
Flag of Nepal (with spacing, aspect ratio 4-3).svg
Die Flagge von Nepal mit rechtem Rand (Seitenverhältnis 3:4)
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Autor/Urheber:

unbekannt

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Flagge von Niger (7:6)
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Flag of Mauritania, adopted in 2017. The National Assembly added red stripes to the top and bottom edges to represent “the blood shed by the martyrs of independence”.
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55–59.9
 
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