Hans Leu der Ältere
Hans Leu der Ältere (* um 1460; † 1507 in Zürich) war ein Zürcher Maler.
Leben
Hans Leu wurde vermutlich in Baden AG geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters kam er 1488 nach Zürich, der Geburtsstadt seiner Mutter. Basel und Konstanz werden als Stationen seiner Lehr- und Wanderjahre vermutet. Im Jahr 1489 wird er in den Baurechnungen des Grossmünsters genannt und 1492 erstmals als Bürger der Stadt erwähnt. In den folgenden Jahren malte er für die Fraumünsterabtei, und 1504 erhielt er von der Stadt den Auftrag, am Stadtfest den Festplatz zu schmücken. Leu starb 1507 im Alter von etwa 45 Jahren. Nach seinem Tod führte zunächst seine Frau Anna Frick, dann sein Sohn Hans Leu der Jüngere[1] die Werkstatt weiter.
Werke
Leus bekanntestes Werk sind die fünf Tafeln, die er für die «Zwölfbotenkapelle» des Grossmünsters malte (Altar der Stadtheiligen der Stadt Zürich Der Stadt Zürich Conterfey). Sie wurden im Bildersturm gerettet und werden heute im Schweizerischen Landesmuseum aufbewahrt.
Zwischen 1497 und 1501 wurde die Grabstätte der Stadtheiligen Felix und Regula im Grossmünster umgestaltet, und Leu erhielt den Auftrag, dazu die tafelen ad martyres zu malen, die Felix, Regula, Exuperantius und ihr Martyrium zeigen. Nach der Reformation wurden die Tafeln um 1566 im unteren Teil beschnitten und durch partielle Übermalung zum vollständigen Stadtpanorama ergänzt. 1936–1937 wurden die Heiligenfiguren teilweise freigelegt. Im Hintergrund zeigen die Tafeln topografisch genaue Stadtansichten Zürichs und seiner Umgebung.
Weitere Werke mit gesicherter Herkunft:
- Flügel eines Michaelsaltars; Kunsthaus Zürich
- Tafel mit dem Wunder des heiligen Eligius; Schweizerisches Landesmuseum
- Wandmalereien; Grossmünster Zürich (Krypta)
- Sippenaltar; Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle
- Altar aus dem Kloster Rüti; St. Gallen, Bischöfliche Sammlung
Ein Teil der Hans Leu zugeschriebenen Werke weist das überregional auftretende Nelkenzeichen auf (Nelkenmeister).[2]
Galerie
- Linke Seite der Altartafeln
- Üetliberg
- Der Gefängnisturm Wellenberg
- Lindenhof
Literatur
- Paul Ganz: Die Familie des Malers Hans Leu von Zürich. I/II. In: Zürcher Taschenbuch. Neue Folge 24, 1901.
- Charlotte Gutscher: Hans Leu (der Ältere). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. Oktober 2006.
Weblinks
- Charlotte Gutscher-Schmid: Hans Leu (der Ältere, I.). In: Sikart
- Publikationen von und über Hans Leu der Ältere im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
- ↑ Charlotte Gutscher: Hans Leu (der Jüngere). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 25. November 2008, abgerufen am 24. Dezember 2019.
- ↑ Kunsthaus Zürich, Presseportal (27. November 2002): Bilderwahl! Zürcher Nelkenmeister: Der Höllensturz ( des vom 26. Juli 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , abgerufen am 28. Dezember 2008
Personendaten | |
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NAME | Leu, Hans, der Ältere |
ALTERNATIVNAMEN | Leuw, Hans; Löw, Hans |
KURZBESCHREIBUNG | Zürcher Maler |
GEBURTSDATUM | um 1460 |
GEBURTSORT | Baden AG |
STERBEDATUM | 1507 |
STERBEORT | Zürich |
Auf dieser Seite verwendete Medien
Ausschnitt aus dem ehemaligen Altarbild der Zwölfbotenkapelle im Grossmünster in Zürich: Martyrium der Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula sowie ihres Dieners Exuperantius. Im Hintergrund sind aus dem Panorama der mittelalterlichen Stadt Zürich die Fraumünsterabtei, der Wellebergturm und die Münsterbrücke zu sehen. Zustand nach der Restauration und Freilegung der Figuren 1937
Tafelgemälde, vertikal durch schwarze Linien dreigeteilt:
- links: Hl. Antonius Eremita
- Mitte: Wunder des hl. Eligius
- rechts: Hl. Sebastian
Öltempera auf Holz; 104 cm x 136.7 cm.
Aus der Augustinerkirche in Zürich.
Schweizerisches Nationalmuseum, ZürichDer Wellenberg auf einem Flügel des Hochaltars von Hans Leu dem Älteren, 15. Jahrhundert
Der Uetliberg auf einem Flügel des Hochaltars von Hans Leu dem Älteren, 15. Jahrhundert. Im Vordergrund an der Limmat der Weinplatz, rechts dunkel das «Haus zum Schwert»
Wasserkirche und Umgebung. Abbildung vom Ende des 15. Jahrhunderts auf den Altartafeln aus dem Grossmünster in Zürich von Hans Leu d. Ä., linke Seite. Zustand der Altartafeln vor der Freilegung der Szenen aus dem Martyrium von Felix und Regula, die nach der Reformation übermalt worden waren. Die Tafeln befinden sich heute im Schweizerischen Landesmuseum.
Ausschnitt aus der ältesten zuverlässige Darstellung der Stadt Zürich, Ende des 15. Jahrhunderts auf den Altartafeln aus dem Grossmünster in Zürich von Hans Leu d. Ä., linke Seite. Die Tafeln befinden sich heute im Schweizerischen Landesmuseum
Der Lindenhof auf einem Flügel des Hochaltars von Hans Leu dem Älteren, 15. Jahrhundert