Hans-Adalbert von Stockhausen

Theodor Hans-Adalbert von Stockhausen (* 8. Mai 1874 in Karlsruhe; † 10. Mai 1957 auf Burg Trendelburg bei Hofgeismar) war ein deutscher Gutsbesitzer, Generalmajor der Wehrmacht und Abgeordneter des Provinziallandtages der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Leben

Herkunft und Familie

Hans-Adalbert von Stockhausen entstammte dem thüringischen Adelsgeschlecht Stockhausen, das seinen Stammsitz in der Ortschaft Stockhausen, heute ein Ortsteil von Sondershausen hat und aus dem zahlreiche namhafte Persönlichkeiten hervorgegangen sind. Er war der Sohn des Obristen Erich Emil Leopold Adalbert von Stockhausen und dessen Ehefrau Klara Georgine Braun.

Am 3. Oktober 1906 heiratete er in Kassel Eleonore Klothilde Helene Bertha von Baumbach (1886–1957).[1] Aus der Ehe gingen fünf Söhne hervor; darunter der Marineoffizier Hans-Gerrit von Stockhausen, der Journalist Hans-Wilfried von Stockhausen und der Glaskünstler Hans-Gottfriefd von Stockhausen.

Wirken

Am 22. März 1893 trat, nachdem er als Kadett ausgebildet wurde, als Leutnant in das 3. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 71 in Erfurt ein. Im Juli 1900 kam er zum 2. Ostasiatischen Infanterie-Regiment und nahm an der Bekämpfung des Boxeraufstands teil. Er kehrte nach Deutschland zurück und wurde Offizier im 1. Thüringischen Infanterie-Regiment „Graf Bose“ Nr. 31. 1904 wurde er als Oberleutnant für ein Jahr zum Großen Generalstab kommandiert.[2] Nach dem Besuch der Kriegsakademie wurde er 1909 in diesem Regiment Kompaniechef. Am 31. Juli 1913 wurde er aus dem Militärdienst verabschiedet und kümmerte sich in der Folge um die Bewirtschaftung der väterlichen Güter.[3]

Mit Kriegsbeginn wurde er am 2. August 1914 als Adjutant bei der 43. Infanterie-Brigade (Kassel) reaktiviert. 1919 wurde er als Major verabschiedet.

1928 kam er als Nachfolger des verstorbenen Abgeordneten Richard Weber in den Kurhessischen Kommunallandtag des Regierungsbezirks Kassel, aus dessen Mitte er ein Mandat für den Provinziallandtag der Provinz Hessen-Nassau erhielt.

Am 1. Oktober 1933 wurde er in der Reichswehr als E-Offizier im Range eines Obersts (E) Kommandeur des Wehrbezirks-Kommando I in Kassel. In dieser Funktion verblieb er bis zur Übernahme der Reichswehr in die Wehrmacht Ende September 1935. Er ließ sich reaktivieren, wurde im August 1939 Kommandeur des neu aufgestellten Landesschützen-Regiments 1/IX (Kassel). Ab Mitte März 1940 war er Kommandeur des ebenfalls neu aufgestellten Infanterie-Regiments 655 (Lublin) bei der 379. Infanterie-Division. Dieses Regiment war aus dem Landesschützen-Regiment 1/IX hervorgegangen und wurde im August 1940 aufgelöst. Vom 8. August 1940 bis 5. September 1942 war er dann Kommandeur der neu aufgestellten Feldkommandantur 816 (FK 816). Diese wurde zuerst nach Frankreich verlegt und nahm später innerhalb der 2. Armee in Serbien am Balkanfeldzug teil. Am 1. September 1941 wurde er in dieser Position zum Generalmajor z. V. befördert. Vom 5. September 1942 bis 1. Dezember 1942 war er in der Führerreserve beim Oberkommando des Heeres.

Sonstiges

1901 kaufte Stockhausens Vater Adalbert die Burg Trendelburg in Nordhessen. Sie wird im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und war im Besitz der Grafen von Schöneberg, der Bischöfe von Paderborn und schliesslich der hessischen Landgrafen. Die Familie von Stockhausen war seit 1330 durch das in der Nachbarschaft gelegene Gut Wülmersen und ab 1703 durch das Rittergut Zur Abgunst, sowie mit Hans von Stoghusen und nachfolgenden Generationen, Amtsmänner der Burg seit Jahrhunderten mit den Geschicken Trendelburgs verbunden. Die Burg wurde als Wohnburg eingerichtet und der Enkel Hans-Ludwig von Stockhausen begann ab 1949 den Umbau zum Burghotel.

Auf der Burg wurde am 14. Oktober 1962 ein Familienverband gegründet, der aus den drei Adelsgeschlechtern Stockhausen aus Thüringen, Stockhausen in Westfalen und Stockhausen in Niedersachsen besteht.

Auszeichnungen (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1956, S. 329.
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 372.
  • Dieter Pelda: Die Abgeordneten des Preußischen Kommunallandtags in Kassel 1867–1933 (= Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. Bd. 22 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 8). Elwert, Marburg 1999, ISBN 3-7708-1129-1, S. 207–208.
  • Hans Ludwig von Stockhausen: Erinnerung 1, Ritter, Reiter, Russen, Bad Karlshafen 2004.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der uradeligen Häuser. Justus Perthes, 1917, S. 74 (google.com [abgerufen am 14. Mai 2021]).
  2. Guido von Frobel: Militär-Wochenblatt ... E.S. Mittler und Sohn., 1904, S. 767 (google.com [abgerufen am 14. Mai 2021]).
  3. Hans Ludwig von Stockhausen: Erinnerungen 1. Ritter, Reiter, Russen. 2. Auflage. Verl. des Antiquariats Schäfer, Bad Karlshafen 2004, ISBN 978-3-934800-02-1, S. 3–39.