Hanns Kralik
Hanns Kralik (* 27. Mai 1900 in Neufeld an der Leitha; † 9. Mai 1971 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler, Grafiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Leben
![](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d6/Surwold_-_Im_Eichengrund_-_Lager_B%C3%B6rgermoor_-_Erinnerungspunkt_05_ies.jpg/220px-Surwold_-_Im_Eichengrund_-_Lager_B%C3%B6rgermoor_-_Erinnerungspunkt_05_ies.jpg)
Kralik wurde als zweites von acht Kindern eines Bergmanns im österreichischen Burgenland geboren. Dort im Grenzgebiet ging die Braunkohle bald zur Neige. So kam die Familie nach Moers und er wuchs am Niederrhein auf. Mit 14 Jahren arbeitete er bereits auf der Zeche Rheinpreußen in Moers. Ab 1920 besuchte er nebenberuflich die Kunstgewerbeschule Krefeld, 1924 begann er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, das er neben der Schichtarbeit leistete, bis 1928. Früh entwickelte er die Verbindung zum Jungen Rheinland. Er wurde Mitglied der Assoziation revolutionärer bildender Künstler, in Düsseldorf. Nach der Machtübertragung 1933 an die Nationalsozialisten beteiligte sich Kralik am Widerstand und wurde im Juni 1933 als Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands verhaftet.[1] Kralik war im KZ Börgermoor interniert. Dort fertigte er die Zeichnung zu dem Lied Die Moorsoldaten an. Im Januar 1934 wurde er entlassen. Mit seiner Frau Lya Kralik floh er im Dezember 1934 über Holland nach Paris.[2]
Für die Illustration des Buchs von Wolfgang Langhoff Die Moorsoldaten. 13 Monate Konzentrationslager. Unpolitischer Tatsachenbericht (Schweizer Spiegel Verlag Zürich, 1935) wurden zwei Bilder Kraliks verwendet. Im Exil war Kralik im Widerstand gegen die deutsche Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg tätig. Unter anderem fertigte er antifaschistische Plakate, Flugblätter, Streuzettel sowie Ausweispapiere für Illegale an. Später schloss er sich der Résistance, Sektor Travail allemand (TA) an.
Zurück in Düsseldorf war er ab Juli 1945 Beigeordneter der KPD, Kulturdezernent im Amt für kulturelle Angelegenheiten in Düsseldorf und Sportdezernent.[3] 1951 wurde er wegen seiner KPD-Mitgliedschaft aufgrund des Adenauer-Erlasses zur Verfassungstreue entlassen.[2]
In den letzten 20 Lebensjahren widmete sich Kralik wieder dem künstlerischen Schaffen.
Werke nach 1945 (Auswahl)
- Kriegstransporte verhindern ist eine patriotische Pflicht (Tempera, um 1951)[4]
- Betriebskomitee (Öl, 1952)[5]
- Philipp-Müller-Aufgebot (Öl, 1952)[6]
Ausstellungen
- 1951/1952: Berlin, Museumsbau am Kupfergraben („Künstler schaffen für den Frieden“)
- 1953: Dresden, Dritte Deutsche Kunstausstellung[7]
- 1980 Dresden: Galerie Comenius
- 2000: Bonn, Galerie Pentagramm („Bilder aus dem Widerstand“. Zum 100. Geburtstag Hanns Kraliks")
- 2023: Moers, Grafschafter Museum im Schloss („Hanns Kralik – Mensch wie stolz das klingt“)[8]
Weblinks
- Von den Nazis verjagt, von Adenauer geschasst…! VVN-BdA und Aktion Sühnezeichen zeigen Hanns Kralik-Ausstellung in Paris. Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Landesvereinigung NRW, 25. Oktober 2010 .
- Concentration Camp Songs: The Soldiers of the Moor (Die Moorsoldaten). In: Website des United States Holocaust Memorial Museums. Archiviert vom am 23. Oktober 2016 (englisch).
- https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22kralik%2C%20hanns%22%20&index=pic-all
- Literatur von und über Hanns Kralik im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- VVN-BdA Düsseldorf: Kralik-Ausstellung im Foyer le Pont, Paris. (PDF, 66 kB) In: Drafd-Wiki. 15. November 2010 .
- Hanns Kralik. In: Drafd-Wiki. 5. März 2017 .
- Nachlass Bundesarchiv NY 4535
- https://hanns-kralik.de/
Einzelnachweise
- ↑ Klaus Stein: Mensch – wie stolz das klingt, UZ vom 2. Februar 2024
- ↑ a b DIZ Emslandlager (Hrsg.): Hanns Kralik (= Häftlinge und Gefangene der Emslandlager - Porträts. Nr. 1). Papenburg 2023, ISBN 978-3-910885-01-1.
- ↑ Frank Laubenburg: Hanns Kralik und Klaus Maase rehabilitieren. In: frank laubenburg bloggt. 27. September 2010, archiviert vom am 22. April 2013; abgerufen am 27. August 2018 (Antrag „Die Linke“ im Stadtrat in Düsseldorf).
- ↑ Roger; Rössing Rössing: Tempera "Kriegstransporte verhindern ist eine patriotische Pflicht" von Hanns Kralik. 1951, abgerufen am 8. April 2022.
- ↑ Hanns Unbekannter Fotograf; Kralik: Betriebskommitee. 1952, abgerufen am 8. April 2022.
- ↑ Hanns Unbekannter Fotograf; Kralik: Philipp-Müller-Aufgebot. 1952, abgerufen am 8. April 2022.
- ↑ SLUB Dresden: Dritte deutsche Kunstausstellung Dresden 1953. Abgerufen am 8. April 2022 (deutsch).
- ↑ Sonderausstellung: Hanns Kralik - Mensch wie stolz das klingt. In: Stadt Moers. Abgerufen am 2. November 2023.
Personendaten | |
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NAME | Kralik, Hanns |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler, Grafiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus |
GEBURTSDATUM | 27. Mai 1900 |
GEBURTSORT | Neufeld an der Leitha |
STERBEDATUM | 9. Mai 1971 |
STERBEORT | Düsseldorf |
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Erinnerungspunkt Lager I Börgermoor, Im Eichengrund in Surwold