Handelsschiff

Containerschiff Colombo Express im Hamburger Hafen
Historisches Handelsschiff: eine niederländische Fleute aus dem späten 17. Jahrhundert

Als Handelsschiff oder veraltet Kauffahrteischiff bezeichnet man im rechtlichen Sinne alle nicht staatlichen Schiffe (die Handelsflotte). Artikel 27 des deutschen Grundgesetzes bestimmt: „Alle deutschen Kauffahrteischiffe bilden eine einheitliche Handelsflotte.“

Im engeren Sinne versteht man unter einem Handelsschiff ein dem Transport von Gütern oder Personen zu gewerblichen Zwecken dienendes Schiff. Fischereischiffe, Forschungsschiffe und Sportboote sind hingegen keine Handelsschiffe, gehören aber bei Gewinnerzielungsabsicht zu den Kauffahrteischiffen.[1]

Kauffahrteischiff

Kauffahrteischiffe sind Seeschiffe, die mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben werden.

Jedes Kauffahrteischiff benötigt zur Zeit:

  1. einen Fahrterlaubnisschein
  2. ein Schiffsbesatzungszeugnis
  3. ein Bootsausrüstungszeugnis oder Sicherheitszeugnis

Ausgestellt werden diese Dokumente von der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr, (ehemals See-Berufsgenossenschaft).

Die Arbeit auf deutschen Kauffahrteischiffen ist im Seearbeitsgesetz (SeeArbG) geregelt. Das SeeArbG ist ein spezieller Teil des deutschen Arbeitsgesetzes, der die besonderen Regelungen für die Arbeit auf See enthält. Es resultiert aus der Umsetzung des internationalen Seearbeitsübereinkommens von 2006. Vorher regelte das Seemannsgesetz diesen Bereich.

Sportboote

Sportboote unter deutscher Flagge, die mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben werden, werden zu den Kauffahrteischiffen gerechnet. Dazu gehören beispielsweise alle Schiffe unter deutscher Flagge, mit denen Ausbildung gegen Entgelt betrieben wird (Segelschule, Motorbootschule).

Arten von Handelsschiffen

Binnentanker Julius Beckmann auf dem Main bei Frankfurt

Man unterscheidet Handelsschiffe je nach Fahrtgebiet in:

Gängige Schiffsarten sind unter anderem:

Der Hafenschlepper Michel dreht einen Autotransporter im Hamburger Hafen

Daneben gibt es viele Arten von Spezialschiffen für andere Aufgaben, die auch zu den Handelsschiffen zählen, wie

Handelsschifffahrt

Küstenmotorschiff Baltic Prestige

Wenn auch die Bedeutung der Passagierschiffe für den Fernreiseverkehr abgenommen hat, so sind doch beim Güterverkehr die großen Handelsnationen in starkem Maße vom Seehandel und damit von Handelsschiffen abhängig.[2]

Weblinks

Commons: Handelsschiffe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Handelsschiff – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Kauffahrteischiff – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelbelege

  1. Christian Bubenzer, Runa Jörgens: Praxishandbuch Seearbeitsrecht, Walter de Gruyter, Berlin, 2015, S. 19ff
  2. Auswärtiges Amt: Internationaler Seeverkehr

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Binnentanker Julius Beckmann auf dem Main bei Frankfurt
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Das Containerschiff Colombo Express (8.749 TEU) auf seiner Jungfernfahrt im Hamburger Köhlbrand. Dies Schiff war von März bis Juli 2005 das weltgrößte Containerschiff
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Der Hafenschlepper Michel dreht den Ro-Ro-Frachter Tamesis aus Tønsberg, von der Reederei Wallenius Wilhelmsen, auf der Norderelbe, um ihn in den Moldauhafen zu bugsieren.
  • Aufnahmeort: Hafen Hamburg, Norderelbe südlich des Geländes der Hafencity

Michel

  • IMO Number: 9166534
  • MMSI Number:
  • Callsign: DGMS
  • Length: 30 m
  • Beam: 11 m

Tamesis

  • IMO-Nummer: 9191307
  • MMSI-Nummer: 257565000
  • Rufzeichen: LAOL5
  • Länge: 240 m
  • Breite: 32 m
Baltic Prestige.JPG
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Baltic Prestige