Hammerschmiede Naichen

Die Hammerschmiede Naichen ist ein Museum in Naichen, einem Ortsteil von Neuburg an der Kammel im Landkreis Günzburg in Bayern. Das Museum ist ein Zweigmuseum des Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld bei Gessertshausen im Landkreis Augsburg, das vom Bezirk Schwaben betrieben wird.

Geschichte

Beide Gebäude, die Hammerschmiede und der später nach seinem Besitzer so genannte Stockerhof, wurden im Jahr 1839 erbaut und haben sich im Wesentlichen seit dieser Zeit kaum verändert. Vermutlich weil der Betrieb der Schmiede allein nicht zum Überleben ausreichte, wurde von dem jeweiligen Schmied noch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Deshalb war der Stockerhof ursprünglich nicht nur das Wohnhaus des Schmieds, sondern beherbergte auch den Stall und die Tenne. Im Jahr 1860 ging das Anwesen in den Besitz der Familie Stocker über. Erst ab dem Jahr 1932 wurden die Hammerschmiede und die Landwirtschaft von verschiedenen Besitzern bewirtschaftet. Seitdem wohnte der Schmied im ersten Stock des Hammerschmiedegebäudes. Erst seit der Bezirk Schwaben den Stockerhof erworben hat, befinden sich das landwirtschaftliche Anwesen und das Hammerschmiedegebäude wieder in einer Hand.

Hammerschmiede

Hammerschmiede

In der Hammerschmiede und Landmaschinenwerkstatt kann man am originalen Standort besichtigen, wie die Werkstatt ungefähr im Jahr 1975 ausgesehen hat. Die Maschinen (zum Beispiel der Federfallhammer) in der Hammerschmiede, die durch die Wasserkraft der Kammel angetrieben werden, stammen größtenteils aus dem Jahr 1922.

Im ersten Stock der Hammerschmiede kann die Schmiedewohnung der letzten Besitzer in originaler Wiederherstellung besichtigt werden.

Stockerhof

Stockerhof nit Nebengebäude (links)

Der Stockerhof war, wie im Abschnitt Geschichte beschrieben, das ursprüngliche Wohnhaus der Schmiede mit einer kleinen Landwirtschaft. Der Bauernhof vereinte Wohn-, Stall- und Tennenbereich unter einem Dach.

Museum

Seit dem Jahr 1990 ist die Hammerschmiede als Museum zu besichtigen. Ein Jahr später wurde auch der Stockerhof vom Bezirk Schwaben erworben, der von 1996 bis 1998 denkmalgerecht instand gesetzt und für die Nutzung als Museum umgebaut wurde. Der Stockerhof wird für Sonderausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

In den Monaten zwischen April und Oktober findet an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat eine Schmiedevorführung in der Hammerschmiede statt.

Literatur

  • Anita Kuisle: Hammerschmiede Naichen. Geschichte und Technologie eines Handwerksbetriebs. In: Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen in Bayern beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Bayerische Museen. Band 15. Verlag Schnell und Steiner, München/Zürich 1990, ISBN 3-7954-0764-8.

Weblinks

 Commons: Stockerhof (Naichen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Hammerschmiede (Naichen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 19′ 44,4″ N, 10° 22′ 17,9″ O

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Hammerschmiede (Naichen) aus SüdOst.jpg
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Giebel und Seitenfassade der Hammerschmiede
Stockerhof (Naichen) Neben- und Hauptgebäude.jpg
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Links Nebengebäude, Mitte Hauptgebäude mit Tenne, Stall und Wohntrakt, rechts das Gebäude der Hammerschmiede, Aufnahme aus SüdOst
Hammerschmiede Naichen 02.ogg
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Hammerschmiede Naichen; Federfallhammer in Aktion