Hainsfarth
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 58′ N, 10° 37′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Donau-Ries | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Oettingen in Bayern | |
| Höhe: | 445 m ü. NHN | |
| Fläche: | 17,54 km² | |
| Einwohner: | 1389 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 79 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 86744 | |
| Vorwahl: | 09082 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DON, NÖ | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 79 154 | |
| LOCODE: | DE HFA | |
| Gemeindegliederung: | 7 Gemeindeteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Schloßstr. 36 86732 Oettingen i.Bay. | |
| Website: | hainsfarth.de | |
| Erster Bürgermeister: | Klaus Engelhardt | |
| Lage der Gemeinde Hainsfarth im Landkreis Donau-Ries | ||

Hainsfarth ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen in Bayern.
Geologie
Nördlich von Hainsfarth befindet sich der Steinbruch Aumühle. Der als Geotop ausgewiesene Steinbruch gehört zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern.
Geographie
Lage
Die Gemeinde liegt am nördlichen Rand des Nördlinger Rieses und in der Planungsregion Augsburg, der Ort Hainsfarth befindet sich etwa 1,5 km nordöstlich der Stadt Oettingen. Zwischen den beiden Orten fließt die Wörnitz. Die Staatsstraße 2216 durchquert das Gemeindegebiet und den Hauptort in West-Ost-Richtung und verbindet ihn mit der Bundesstraße 466. Weiter südlich verläuft die Staatsstraße 2214 von Oettingen nach Megesheim.[2]
Gemeindegliederung
Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp und die Einwohnerzahl Stand 30. Juni 2016 angegeben):[3][4][5]
- Aumühle (Einöde, 6 E.)
- Fürfällmühle (Einöde, 3 E.)
- Hainsfarth (Pfarrdorf, 1198 E.)
- Hasenmühle (Einöde, 4 E.)
- Steinhart (Kirchdorf, 187 E.)
- Wornfeld (Weiler, 20 E.)
- Ziegelhütte (Einöde, 6 E.)
Die Wohnplätze Bahnposten (2 E.), Hefehof (3 E.) und Kreuzhof (1967 erbauter Aussiedlerhof, 8 E.) gehören zum Gemeindeteil Hainsfarth. Auch das direkt am Rand von Oettingen stehende Leprosenhaus (Kapelle St. Anna) ist kein Gemeindeteil.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Hainsfarth und Steinhart.[6] Die Gemarkung Hainsfarth hat eine Fläche von 12,351 km². Sie ist in 1702 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7256,91 m² haben.[7] In ihr liegen die Gemeindeteile Aumühle, Fürfällmühle, Hainsfarth und Wornfeld.[8]
Geschichte

Bis zur Gemeindegründung
Hainsfarth wird in den Schenkungsverzeichnissen des Klosters Fulda genannt. Diese beziehen sich auf die Zeit um das Jahr 800. Zur Zeit des Alten Reiches war das Dorf zwischen folgenden Landesherrschaften aufgeteilt: Domkapitel Eichstätt, Deutscher Orden, Markgrafschaft Brandenburg, Fürstentum Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg. Während der Oettinger Teil im Schwäbischen Reichskreis lag, gehörten die anderen Institutionen zum Fränkischen Reichskreis. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Hainsfarth lag im sogenannten Sicherungsdistrikt zwischen Oettingen und dem preußischen Fürstentum Ansbach. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die politische Gemeinde.
Jüdische Gemeinde
Hainsfarth beherbergte im 19. Jahrhundert die größte jüdische Gemeinde in Schwaben. 1942, während des Holocaust, wurden die letzten jüdischen Einwohner von Hainsfarth deportiert und ermordet. Die restaurierte Synagoge und der jüdische Friedhof sind bis heute erhalten.
Eingemeindungen
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1976 die Gemeinde Steinhart mit ihren Gemeindeteilen Hasenmühle und Ziegelhütte eingegliedert.[9]
Einwohnerentwicklung
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1414 auf 1417 Einwohner bzw. um 0,2 %.
- 1961: 1318 Einwohner[9]
- 1970: 1466 Einwohner[9]
- 1987: 1443 Einwohner
- 1991: 1468 Einwohner
- 1995: 1524 Einwohner
- 2000: 1517 Einwohner
- 2005: 1485 Einwohner
- 2010: 1441 Einwohner
- 2015: 1419 Einwohner
- 2020: 1437 Einwohner
Politik
Bürgermeister
Erster Bürgermeister ist Klaus Engelhardt;[10] er wurde am 10. März 2019 als einziger Kandidat mit 93,4 % gewählt und am 8. März 2026, ebenfalls ohne Mitbewerber, mit 95,5 % der Stimmen wiedergewählt.[11] Die neue Amtszeit läuft bis 30. April 2032. Sein Vorgänger seit Mai 2008 war Franz Bodenmüller, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist.
Gemeinderat
Dem Gemeinderat gehören neben dem Ersten Bürgermeister zwölf Mitglieder an; in der Amtszeit 2026–2032 ist die Sitzverteilung unverändert wie in der vorherige Periode von 2020 bis 2026:
- Bürgerliste Hainsfarth (BH) 10 Sitze
- Freie Wählergemeinschaft Steinhart (FWS) 2 Sitze
Wappen
| Blasonierung: „In Blau ein goldenes Segelboot mit silbernem Segel, darauf ein durchgehendes schwarzes Tatzenkreuz“[12] | |
| Wappenbegründung: Die Gemeinde führte bereits um 1810 ein Siegel, das ein Schiff zeigt. Es geriet in Vergessenheit. Das Schiff sollte wohl den zweiten Teil des Ortsnamens erklären. Das schwarze Tatzenkreuz weist auf den Deutschen Orden, der seit 1274 im Ort belegt ist und wichtiger Grundherr in Hainsfarth war. Dieses Wappen wird seit 1959 geführt. |
Gemeindeflagge
Die vorherige Gemeindeflagge und das Gemeindewappen mussten durch eine neue Fahne und Wappen mit anderer Farbgebung ersetzt werden. Während der Vorbereitungen zur 1200-Jahr-Feier im Jahr 2005 wurde festgestellt, dass der ehemalige Bürgermeister, der 1993 die Fahnen erwarb, versäumt hatte, das Wappen und die Fahne genehmigen zu lassen. Weiß-Blau ist als Fahne in Bayern dem Freistaat vorbehalten, das Wappen verletzt die heraldischen Farbregeln. 2011 wurde entschieden, dass die neue Flagge drei Streifen (Blau-Weiß-Blau) haben soll, belegt mit dem neuen Wappen (in Weiß-Schwarz-Gelb).[13]
Partnerschaften
Es gibt eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Arzano (Bretagne).
Bau- und Bodendenkmäler

- Burgruine Steinhart
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft
2022 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.278.000 € (2017: 1.085.000 €), davon waren 259.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen (2017: 217.000 €) und 796.000 € Anteil an der Einkommensteuer (2017: 670.000 €).[14]
Im gleichen Jahr gab es in der Gemeinde 160 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (2017: 133 Beschäftigte). Von der Wohnbevölkerung standen 628 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis (2017: 621 Personen). Damit war die Zahl der Auspendler um 468 Personen größer als die der Einpendler (2017: 488 Personen). 14 Einwohner waren 2022 arbeitslos (2017: 11 Einwohner). 2020 gab es 33 landwirtschaftliche Betriebe (2016: 32 Betriebe), die eine Fläche von 1126 ha (2016: 1087 ha) bewirtschafteten.[14]
Bildung
In der Gemeinde gibt es folgende Einrichtungen:
- 2 Kindertagesstätten mit 106 Plätzen und 92 Kindern, davon 22 unter drei Jahren (Stand 1. März 2018)
- Grundschule Hainsfarth mit zwei Lehrkräften und 47 Schülern (Schuljahr 2024/2025)[15]
Söhne / Töchter des Ortes
- Konrad von Heimesfurt, geistlicher Dichter (wirkte Anfang des 13. Jahrhunderts)
- Anton Braun (* in Hainsfarth; † 1540), römisch-katholischer Bischof in Eichstätt
Literatur
- 20 Jahre Wiederinstandsetzung der Synagoge Hainsfarth, Gemeinde Hainsfarth 2016
- Gerhard Beck: 1200 Jahre Hainsfarth. Ortschronik von Hainsfarth 2005, Hainsfarth 2005
- Gerhard Beck: Ortschronik Steinhart (Geschichte des Dorfes, Häuserchronik, Ortsfamilienbuch), Förderverein zum Erhalt der Burgruine Steinhart, Hainsfarth 2019.[16]
- Gerhard Beck: Ortsfamilienbuch Hainsfarth (1597–1670, Ehen 1597–1910), Hainsfarth 2005
- Johann Kaspar Bundschuh: Hainsfahrt. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 474 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Hainsfurt. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 338 (Digitalisat).
- Dieter Kudorfer: Nördlingen (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben. I, 8). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9886-X (Digitalisat).
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 544 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Yehuda Shenef: The Jews of Hainsfarth, Augsburg 2019 (englisch)
- Gottfried Stieber: Hainsfurth. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, OCLC 231049377, S. 451–452 (Digitalisat).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
- ↑ Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 8. April 2026.
- ↑ Gemeinde Hainsfarth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. September 2019.
- ↑ Gemeinde Hainsfarth, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 9. Dezember 2021.
- ↑ Gemeinde-Website: Infos und Zahlen ( vom 26. April 2019 im Internet Archive)
- ↑ Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 8. April 2026.
- ↑ Gemarkung Hainsfarth (096719). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 8. April 2026.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 8. April 2026.
- ↑ a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Willkommen. Gemeinde Hainsfarth, archiviert vom am 14. August 2020; abgerufen am 12. August 2020.
- ↑ Bürgermeisterwahl 2026, abgerufen am 6. Mai 2026
- ↑ Wappen von Hainsfarth in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
- ↑ www.augsburger-allgemeine.de: Dorfseele kocht: Hainsfarth muss seine Gemeindefahne austauschen. 18. Juli 2011, abgerufen am 18. Juli 2011.
- ↑ a b Gemeinde Hainsfarth – Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. Abgerufen am 22. Mai 2024.
- ↑ Grundschule Hainsfarth in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 6. Mai 2026.
- ↑ Kurzbeschreibung der Ortschronik, abgerufen am 15. Juni 2025.
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