Goteik-Viadukt

Goteik Viadukt
Goteik Viadukt
Goteik Viadukt
Goteik Viadukt (1962)
NutzungEisenbahn, einspurig
ÜberführtBahnstrecke Mandalay–Lashio
Querung vonGotwin-Bach
OrtGoteik
Unterhalten durchMinistry of Transportation
KonstruktionTrestle-Brücke
Gesamtlänge793 m
Anzahl der Öffnungen17
Konstruktionshöhe102 m
Höhe111 m über Talgrund
Baubeginn28. April 1899
Fertigstellung1. Januar 1900
Eröffnung1. Januar 1900
Bauzeit1899–1900
Zustandbeschädigt / zerstört
Lage
Koordinaten22° 20′ 35″ N, 96° 51′ 35″ O
Goteik-Viadukt (Myanmar)

Der Goteik Viadukt (auch mit den Schreibweisen Gok teik, Gokteik oder Gohteik) ist eine Eisenbahnbrücke im Zuge der Bahnstrecke Mandalay–Lashio bei Nawnhkio im Shan-Staat in Myanmar. Sie war lange Zeit die höchste Eisenbahnbrücke Asiens[1] und ist die höchste Brücke in Myanmar. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung 1900 die größte Eisenbahn-Bockbrücke (Trestle-Brücke) der Welt. Am 24. August 2025 wurde berichtet, dass das Viadukt im Zuge des Bürgerkriegs beschädigt und „teilweise eingestürzt“ sei.[2]

Lage

Die Brücke liegt etwa 100 km nordöstlich von Mandalay an der Bahnstrecke, die von dort nach Lashio, der Hauptstadt des nördlichen Shan-Staates, führt. Damit die Trasse die Brücke erreichen kann, muss sie auf der Seite von Mandalay mit zwei Wendeschleifen in die Schlucht hinunter- und östlich der Brücke mit drei Wendeschleifen wieder aus der Schlucht herausgeführt werden. Hier weist die Strecke Gradienten von 2,5 ‰ auf.[3] Der zu überwindende Höhenunterschied beträgt beide Male ungefähr 160 m.

Geschichte

Seitenansicht
Streckenentwicklung bei Goteik

Die Brücke wurde 1899 von der Pennsylvania and Maryland Construction Comp. erbaut und 1900 fertiggestellt.[4] Die Stahlkomponenten stammen von der Pennsylvania Steel Corp., ihre Verschiffung erfolgte aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Baukosten der Brücke betrugen £ 111.200.[5]

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke zunächst von den sich vor den Japanern zurückziehenden anglo-indischen Truppen schwer beschädigt, dann von den Japanern repariert und von den Alliierten erneut zerstört. Ab 1948 wurde es repariert. Es dauerte aber bis 1951, bevor es wieder befahrbar war.[6]

2025 wurde die Brücke im Zuge des Bürgerkriegs in Myanmar schwer beschädigt. Regierung und Rebellen beschuldigten sich gegenseitig, dafür verantwortlich zu sein.[7]

Brückendaten

Der Viadukt erstreckt sich von einem Ende zum anderen über 15 Stütztürme mit Spannweiten von jeweils 12 m und einen Doppelturm von 24 m auf einer Gesamtlänge von 793 m.[8] Die 15 Türme tragen 10 Fachwerkträger von je 37 m, 6 Plattenträger mit je 18 m und einen Ansatzträger von 12 m Länge. Das Gleis verläuft auf der Brücke in einer Höhe von 111 m über Flussniveau und 102 m über dem Fundament der höchsten Stütze.

Ausweichstrecke

Da die Bahnstrecke von Mandalay nach Lashio strategisch wichtig ist, wurde 1976–1978 aufgrund starker Aktivitäten von Rebellen in dem Gebiet eine Ausweichstrecke um das Goteik-Viadukt herum verlegt, um die Strecke betriebsbereit zu halten, sollte auf die Brücke ein Anschlag verübt werden. Die Hilfsstrecke weist Gradienten bis zu 50 ‰ und sehr enge Bogenradien auf. Das Zuggewicht war hier auf 140 t beschränkt. 1990 wurden die Überleitungsweichen zur Hauptstrecke ausgebaut, 1999 aber wieder eingebaut und die Ausweichstrecke wieder freigeschnitten[9], aber seit 2002 erneut der tropischen Vegetation überlassen.[10]

Siehe auch

Literatur

  • Dieter Hettler: Railways of Burma/Myanmar. Frank Stenvall, Malmö 2024. ISBN 978-91-7266-207-0
Commons: Gokteik Viadukt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hettler: Railways, S. 50.
  2. Berühmte Eisenbahnbrücke in Myanmar bei Angriff zerstört. In: orf.at. 24. August 2025, abgerufen am 24. August 2025.
  3. Hettler: Railways, S. 47.
  4. J. D. Turk: Building An American Bridge In Burma. The World’s Work (New York, NY: Doubleday, Page & Co.) II (5): 1148–1167.
  5. Nawnghkio Township Peace and Development Council: Township profile 2009.
  6. Hettler: Railways, S. 48f.
  7. Berühmte Eisenbahnbrücke in Myanmar bei Angriff zerstört. In: orf.at. 24. August 2025, abgerufen am 24. August 2025.
  8. Hettler: Railways, S. 47.
  9. Hettler: Railways, S. 49.
  10. Dieter Hettler: Update from Myanmar. In: Railway Gazette International. 1. November 2004, archiviert vom Original am 19. März 2017; abgerufen am 17. September 2025 (englisch).

Auf dieser Seite verwendete Medien

Goteik viaduct.svg
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Lagekarte des Goteik-Viaduktes
Myanmar adm location map.svg
(c) Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de
Positionskarte von Myanmar
8 Goteik (1).jpg
Autor/Urheber: Gerhard Haubold, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Gokteik Viadukt und Gohtwin-Schlucht aus SW
8 Goteik (2).jpg
Autor/Urheber: Gerhard Haubold, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Goteik-Viadukt mit auffahrendem Zug