Gloria in excelsis Deo, BWV 191

Bachkantate
Gloria in excelsis Deo
BWV:191
Anlass:1. Weihnachtstag
Entstehungsjahr:1742
Entstehungsort:Leipzig
Gattung:Kantate
Solo:S T
Chor:SSATB
Instrumente:3 Tr, Ti, 2 Ft, 2 Ob, 2 Vl, Va, Bc
Text
lateinisch
Liste der Bachkantaten

Gloria in excelsis Deo („Ehre sei Gott in der Höhe“) (BWV 191) ist eine Festmusik von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Weihnachtskantate 1742 in Leipzig. Er bearbeitete dabei Musik, die er 1733 in einem Gloria für den Dresdner Hof komponiert hatte und die er später als Gloria seiner h-Moll-Messe verwendete.

Geschichte und Text

Bach komponierte die Musik zur Umrahmung einer akademischen Rede bei einer Universitätsfeier, die am 1. Weihnachtsfeiertag 1742 in der Paulinerkirche stattfand.[1] Er bearbeitete dabei Musik, die er 1733 in Kyrie und Gloria für den Dresdner Hof komponiert hatte und die er später seiner h-Moll-Messe eingliederte. Sie ist einzigartig unter seinen Kantaten, weil sie aus vorgenanntem Zusammenhang in lateinischer Sprache abgefasst und für fünfstimmigen Chor gesetzt ist.[2] Zudem ist sie mit einer Aufführungsdauer von nur etwa 15 Minuten wesentlich kürzer als vergleichbare Werke. Die Kantate bezieht sich auf den in der Festrede behandelten Bibelabschnitt aus der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas (Lk 2,14 ).[1][2]

Besetzung und Aufbau

Die Kantate ist festlich besetzt mit zwei Vokalsolisten (Sopran und Tenor), fünfstimmigem Chor mit zwei Sopranstimmen, drei Trompeten, Pauken, zwei flauto traverso, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo. Das autographe Titelblatt trägt die Aufschrift „J.J. Festo Nativit: Xsti. Gloria in excelsis Deo. à 5 Voci. 3 Trombe Tymp. 2 Trav 2 Hautb. 2 Violini Viola e Cont. Di J.S.B.“.

  1. Coro: Gloria in excelsis Deo

post orationem (nach der Predigt)

  1. Duetto (soprano, tenor): Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto
  2. Coro: Sicut erat in principio

Musik

Der erste Satz (Gloria) stimmt fast vollständig mit dem entsprechenden Satz der Messkomposition überein, während der zweite und dritte Satz eng an ihr Vorbild angelehnt sind. Die Doxologie beginnt mit dem Duett Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto, das Bach aus dem Domine Deus der Messe entwickelte, der Schlusschor Sicut erat in principio beruht auf Cum sancto spiritu. Einzelne Stimmen, zum Beispiel der fugierte Teil Sicut erat in principio, sind in der Kantate von Instrumenten verstärkt.[2] Bach übernahm diese Änderungen jedoch nicht in die gültige Abschrift der h-Moll-Messe, und überließ es damit der Spekulation, ob er sie als Verbesserungen ansah.[3]

Einspielungen

Literatur

  • Hans-Joachim Schulze: Die Bach-Kantaten: Einführungen zu sämtlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs. Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig; Carus-Verlag, Stuttgart 2006 (Edition Bach-Archiv Leipzig), ISBN 3-374-02390-8 (Evang. Verlags-Anstalt), ISBN 3-89948-073-2 (Carus-Verlag).
  • Christoph Wolff, Ton Koopman: Die Welt der Bach-Kantaten. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2006, ISBN 3-476-02127-0.
  • Alfred Dürr: Johann Sebastian Bach: Die Kantaten. Bärenreiter, Kassel 1999, ISBN 3-7618-1476-3 und Deutscher Taschenbuchverlag, München 1995, ISBN 3-423-04431-4.
  • Werner Neumann: Handbuch der Kantaten J.S. Bachs. 1947. 5. Auflage: 1984, ISBN 3-7651-0054-4.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Markus Rathey: Zur Entstehungsgeschichte von Bachs Universitätsmusik Gloria in Excelsis Deo BWV 191. In: Bach-Jahrbuch. Band 99, 2013, S. 319–328.
  2. a b c John Butt: Bach, Mass in B minor. Cambridge University Press, Cambridge 1991, ISBN 0-521-38716-7, S. 12–13, doi:10.2277/0521387167.
  3. John Butt: Bach’s Mass in B minor: Considerations of Its Early Performance and Use. In: The Journal of Musicology. Band 9, Nr. 1, 1991, S. 109–123, doi:10.1525/jm.1991.9.1.03a00050, JSTOR:763836.

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