Gleispark Frintrop
Der Gleispark Frintrop (bis 2007 Ruderalpark Frintrop) ist ein Landschaftspark im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs im Essener Stadtteil Dellwig und in Oberhausen an der Grenze zu Essen-Frintrop. Er gehört zum Emscher Landschaftspark (Regionaler Grünzug B) und ist eine Station in der Route der Industriekultur.[1]
Das 25 Hektar große Gelände wurde ursprünglich von der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft als Rangier- und Sammelbahnhof genutzt. In dieser Funktion wurde er bis 1930 zunehmend durch den Bahnhof Oberhausen-Osterfeld ersetzt und hauptsächlich durch die Gutehoffnungshütte bzw. später HOAG als Übergabebahnhof weiterbetrieben. 1987 wurde er endgültig stillgelegt.[2]
Die Erhaltung und Rückgewinnung von Natur bekamen durch die 1989 eröffnete Internationale Bauausstellung Emscher Park Rückendeckung. Ihre Aufgabe bestand darin, die Landschaft des Ruhrreviers nach ökologischen und ästhetischen Kriterien neu zu gestalten.[3] Diese Rückgewinnung von Landschaft erfolgte beispielhaft auf dem Gelände des früheren Sammelbahnhofs Frintrop.[4] 1998 kaufte der Regionalverband Ruhr die Brache von der Deutschen Bahn, demontierte die meisten Schienen und renaturierte das Gelände.
Der Boden des Areals ist aufgrund von Waggons gefallener Güter (Stahl, Kohle, Eisenerz, Kalk) und des Schotters der ehemaligen Bahngleise stark trockengelegt, fast steppenartig und wird von typischen Pionierpflanzen besiedelt. Der vorherrschende Baum ist die Birke. Im östlichen Teil des Parks befindet sich ein Birkenwald mit Ruinen und Skulpturen, weiter westlich eine mit Sträuchern und Büschen bewachsene Wiese. Auf den offenen, durch die Sonne erwärmten Flächen gedeihen Nachtkerze, Johanniskraut, Dürrwurz oder Goldrute. An den Wegrändern wachsen Weißdorn, Schwarzer Holunder und Wildrosen, im Unterholz Brombeeren. Neuanpflanzungen finden im Park nicht statt, vielmehr werden die Fläche freigehalten, Wege und Kunstwerke gesichert. Es haben sich Insektenarten, Schmetterlinge, Kleintiere und Vogelarten wie Ringeltauben, Amseln, Meisen und Turmfalken angesiedelt.
Am nahegelegenen Haus Ripshorst beginnen naturkundliche Exkursionen in den Park, regelmäßig auch Vollmondwanderungen.
Im Oktober 2010 wurde die durchgehende Fuß- und Radverbindung „Lipper Heide“ von Oberhausen-Knappenviertel über den Gleispark Frintrop zum Haus Ripshorst mit dortiger Anbindung an den Emscher Park Radweg eröffnet.[5] Ebenso führt ein Radweg vom Gleispark nach Essen-Dellwig.
Einzelnachweise
- ↑ Der Gleispark Frintrop in Essen
- ↑ Beschreibung des Bahnhofs Essen-Frintrop im NRW-Bahnarchiv
- ↑ Thomas Parent: Das Ruhrgebiet. Vom ´goldenen` Mittelalter zur Industriekultur, Köln 2002, S. 39 ff.
- ↑ Wolfgang Sykorra: Von den Talmulden zum Regionalen Grünzug B, in: Essener Beiträge. Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 128 (2015), S. 287
- ↑ RVR gibt umgebaute Bahntrasse frei, Pressemeldung vom 8. Oktober 2010 (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
Weblinks
- Bericht zu Fauna & Flora auf fotoreiseberichte.de
- Metropoleruhr zum Gleispark Frintrop in der Projektdatenbank und zur Industrienatur
- Der Emscher Landschaftspark: Pflegemanagement zur Qualitätssicherung anhand des Beispieles Gleispark Frintrop (PDF-Datei; 1,2 MB)
- Beschreibung dieser Sehenswürdigkeit auf der Route der Industriekultur (archivierte Version)
- Faltblatt Industrienatur Gleispark Frintrop (PDF; 2,3 MB)
Koordinaten: 51° 29′ 14,9″ N, 6° 54′ 24,6″ O
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Schmales Hinweisschild auf den Hauptstrecken der Route der Industriekultur
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Bochum Westpark.
Blick auf ein Jahrhundert Stadtgeschichte. Laternen im Industriedesign, Gleise und Eisenbahn sind dekoratives Überbleibsel aus einer Zeit als der 'Bochumer Verein' noch Stahl produzierte.
- Bergbau findet im Bochum nur noch im Museum statt, das aber weithin sichtbar. Der Förderturm ist das Wahrzeichen des 'Deutschen Bergbaumuseums'.
- "Flammen über ganz Deutschland zu Ehren Bismarcks leuchten lassen" - dazu hatten die deutschen Studenten 1898 aufgerufen. Überall im Lande sollten Säulen und Türme mit bekrönenden Flammenschalen zu Ehren des Verstorbenen errichtet werden. Der Bismarck-Turm im Hintergrund wurde 1910 eröffnet.
A view onto a century of town history. Industry design lanterns, railway tracks and equipment are a decorative relict of times when the steel mill 'Bochumer Verein' was still active.
- There is no mining in Bochum any more except in museum. The pithead-tower is the emblem of the German Mining Museum, one of the most significant ones worldwide.
- "To let flames shine all over Germany in honour of Cancellor Bismarck" - the german students had demanded 1898. All over the country there should be built columns and towers with flames on the top to remind in the deceased statesman. The Bismarck-Tower in background was opened 1910.
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Symbol Besucherzentrum der Route der Industriekultur
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Gleispark Frintrop in Essen
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Gleispark Frintrop in Essen
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Zugang zum Gleispark Frintrop an der Ripshorster Straße in Essen