Geschichte Nigerias

Vielfältigkeit der Sprachen und Kulturen Nigerias

Die Geschichte Nigerias umfasst die Entwicklungen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Nigeria von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Im Jahr 1960 erlangte die Bundesrepublik Nigeria ihre Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien. Die Grenzen des Staates wurden dabei stark von den Grenzen determiniert, die die britische Kolonialmacht zu den anderen europäischen Kolonien gezogen hatte. Diese Begrenzung hat weder auf naturräumliche, noch sprachliche oder kulturelle Gegebenheiten Rücksicht genommen. Die britische Kolonialherrschaft begann Ende des 19. Jahrhunderts und umfasste 1903 nach dem Sieg über das Kalifat von Sokoto im Norden Nigerias das gesamte Territorium des heutigen Nigeria. Das Kalifat beherrschte im 19. Jahrhundert den Norden Nigerias, nachdem es die zuvor dort ansässigen Hausastaaten besiegt hatte. In der Frühen Neuzeit profitierten die herrschenden Schichten mehrerer afrikanischer Küstenstaaten, wie die des Königreichs Oyo, vom europäischen Sklavenhandel, während sie zahlreiche Menschen zum Verkauf an europäische Sklavenhändler versklavten.

Frühgeschichte

Nok-Skulptur aus dem 6. Jahrhundert vor Christus

Die Liste kultureller und zivilisatorischer Leistungen der Völker im Gebiet des heutigen Nigeria in der Frühgeschichte ist lang. Archäologische Funde belegen für den Südosten (etwa bei Ugwuelle-Uturu) und den Südwesten (bei Iwo Eleru) menschliche Besiedelung seit mehr als 10.000 Jahren. Keramik wurde seit mehreren Jahrtausenden in Nigeria hergestellt, die Gajiganna-Kultur Nordost-Nigerias etwa ist gut belegt. Bei dem Ort Zilum wurden 2500 Jahre alte Überreste einer der ersten befestigten Städte Afrikas südlich der Sahara überhaupt entdeckt. Mikrolithische und keramische Industrien wurden von Savannenhirten mindestens ab dem vierten Jahrtausend v. Chr. entwickelt und von späteren landwirtschaftlichen Gemeinschaften weitergeführt.

Etwa 2000 vor Christus entstanden im Südosten Nigerias Zeugnisse einer ideografischen Schrift, dem Nsibidi. Nsibidi teilt einige seiner Zeichen mit den Hieroglyphen im 3.500 km entfernten Mittleren Reich in Ägypten.[1]

Eisenzeit, Nok-Kultur

Bei Ausgrabungen am Kainji-Damm wurde die Eisenverarbeitung im 2. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen. Das ist der älteste Nachweis dieser Technik für das gesamte Westafrika. Der Übergang vom Neolithikum zur Eisenzeit erfolgte offenbar ohne die Zwischenstufe der Bronzeproduktion. Andere vermuten, dass die Technologie aus dem Niltal nach Westen gelangte, obwohl die Eisenzeit im Niger-Tal und in der Waldregion der Einführung der Metallurgie in der oberen Savanne um mehr als 800 Jahre vorauszugehen scheint[2].

Die älteste bekannte nigerianische Kultur ist die Nok-Kultur, die zwischen 1500 v. Chr. und 200 n. Chr. auf dem Jos-Plateau im Nordosten Nigerias lebte. Die Nok waren Pioniere der antiken Metallurgie, und die von ihnen entwickelten fortschrittlichen Metallgusstechniken wie das Wachsausschmelzverfahren (cire perdue) für Werkzeuge und Waffen gehören zu den ersten bekannten Anwendungen dieses Handwerks[2][3].

In der Zeit zwischen 1400 und 1600 scheint die Eisentechnologie eine der grundlegenden sozialen Errungenschaften gewesen zu sein, die das Wachstum bedeutender zentralisierter Königreiche im westlichen Sudan und entlang der Guineaküste Westafrikas ermöglichten. Die Herstellung von Eisenwerkzeugen und -waffen ermöglichte die Art von extensiver, systematisierter Landwirtschaft, effizienter Jagd und erfolgreicher Kriegsführung, die notwendig war, um große städtische Zentren zu erhalten.[4]

In Nigeria war Eisen von grundlegender Bedeutung für den Aufstieg mehrerer wichtiger Königreiche - Dahomey, Benin und die Yoruba-Königreiche, darunter vor allem Ife und Oyo. Alle diese nigerianischen Königreiche standen in regem Kontakt zueinander und haben daher ähnliche spirituelle Vorstellungen von den Eigenschaften des Eisens und den Methoden der Eisenverarbeitung. Ogún, der Gott des Eisens, ist eine wichtige Gottheit der Oyo und Yoruba. Ogun wird die Einführung des Eisens zugeschrieben sowie die Rolle des ersten Jägers und Kriegers, des Eröffners von Straßen, des Säuberers von Feldern und des Gründers von Dynastien. Das Eisenschwert von Ogún, ein zentrales symbolisches Motiv, wird sowohl mit zivilisatorischen als auch mit aggressiven Handlungen in Verbindung gebracht.[4]

Eisen hatte in all diesen nigerianischen Staaten einen bedeutenden rituellen Status, wobei die Schmiede sowohl als ritueller Schrein als auch als Heiligtum fungierte. Der Amboss wurde oft für die Ablegung eines Eides oder als Opferaltar verwendet. Die Eisenverarbeitung erforderte eine große Nähe zu übernatürlichen Mächten, weshalb die Schmiede sowohl bewundert als auch gefürchtet wurden. Die hochspezialisierten Fertigkeiten der Eisenschmiede waren so geschätzt, dass diese Handwerker oft umherzogen und sich dorthin begaben, wo sie gebraucht wurden, oder sogar mit Armeen in die Schlacht zogen. Dieser Verkehr erweiterte die sozialen Kontakte zwischen den großen Königreichen Nigerias und förderte so den raschen Austausch von Wissen und spirituellen Überzeugungen.[4]

Die 2500 Jahre alte Nok-Kultur Zentral-Nigerias hinterließ zudem ausdrucksstarke Skulpturen, die zudem zur ältesten Figuralkunst Schwarzafrikas zählen.

Mit der Ausbreitung des Islam ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. wurde das Gebiet als Sudan oder Bilad Al Sudan („Land der Schwarzen“, arabisch: بلاد السودان) bekannt. Da die Völker teilweise mit der arabisch-muslimischen Kultur Nordafrikas verbunden waren, begannen sie mit dem Transsaharahandel und wurden von den arabischen Sprechern als ein erweiterter Teil der muslimischen Welt angesehen.

Vordringen des Islam

Im Norden des Landes breitete sich ab dem 9. Jahrhundert langsam der Islam aus und die großen Sahelreiche der Zeit wie Kanem oder das Songhaireich beeinflussten das Gebiet oder beherrschten es in Teilen. Die Staaten der Hausa, die in Nord- und Zentralnigeria entstanden, waren überwiegend diesen Großreichen tributpflichtig.

Bei den Yoruba entstanden in dieser Zeit etliche Stadtstaaten mit dem zentralen Bezug auf das Orakel von Ife als lockerem Bindeglied. Östlich davon begann etwa 600 nach Christus die Geschichte des Edo-Königreichs Benin, das sich bis 1500 zu einem Großreich entwickelte und seinen Königssitz mit einer großen Befestigungsanlage sicherte. Die Igbo des Südostens dagegen organisierten sich eher in kleinen Einheiten, ihre Organisation ist häufiger als republikanisch beschrieben worden. Die Tiv und andere Völker des Zentrums bilden akephale Gesellschaften, also soziale Einheiten ohne herrschendes Oberhaupt.

Ab 1400 nach Christus entstanden die ersten Schriftstücke Nigerias mit Buchstaben im Norden des Landes. Sie gehörten zur islamischen Missionierung und waren in Adschami verfasst - einer Schrift, die auf dem Arabischen basiert, aber um Sonderbuchstaben für lokale Sprachen (Hausa, Fula, Yoruba) ergänzt wurde.[5]

In der Kano-Chronik wird die Geschichte des Hausa-Stadtstaates Kano in der Sahelzone bis etwa 999 n. Chr. zurückverfolgt. Auch die anderen großen Hausa-Städte (oder Hausa Bakwai) Daura, Hadeija, Kano, Katsina, Zazzau, Rano und Gobir haben eine Geschichte, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht.

Das Königreich Kanem-Bornu

Königliche Elfenbeinmaske aus Benin, eines der bekanntesten Kunstwerke Nigerias. Benin-Reich, 16. Jahrhundert

Die Geschichte von Kanem-Bornu reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück, als arabische Schriftsteller in Nordafrika erstmals das Königreich Kanem östlich des Tschadsees erwähnten. Der See war damals viel größer als das heutige Gewässer, und sein Becken zog Siedlungen an und förderte den Austausch. Eine Hirtengruppe, die Vorfahren der Kanuri, errichtete eine zentralisierte Herrschaft über die Sao-Kultur. Ursprünglich reichten die Handelsbeziehungen bis ins ägyptische Niltal. Es gibt Hinweise darauf, dass Kanem Kontakt zu den christlichen Königreichen Nubiens hatte, bevor Muslime im 11. Jahrhundert in der Herrscherfamilie von Kanem Fuß fassten. Von Kanem aus versuchten die Herrscher, auch die Gebiete südlich und westlich des Sees zu beherrschen. Im 12. Jahrhundert waren sie durch Angriffe der Sao gezwungen, ihre Hauptstadt in die Region westlich des Tschadsees zu verlegen, und sie verloren nach und nach die Kontrolle über den größten Teil des ursprünglichen Kanem.[6] Lange Zeit war Borno die dominierende Macht im Zentralsudan, einschließlich eines großen Teils des Hausalandes. Die Bayajidda-Legende, die sich auf einen mythischen Vorfahren der Hausa aus dem Nahen Osten bezieht, scheint darauf hinzudeuten, dass die Entstehung eines zentralisierten politischen Systems im Hausaland von Borno beeinflusst wurde. Obwohl die Herrscher von Borno den Islam annahmen, blieb die Struktur der Monarchie traditionell, wobei die Königinmutter und andere weibliche Beamte erhebliche Macht ausübten. Die Wahl des Monarchen, die Krönungsriten und andere Grundlagen der königlichen Autorität wurden von vorislamischen Glaubensvorstellungen diktiert. Die Prinzen und andere Mitglieder der königlichen Familie erhielten Lehen und wurden außerhalb der Hauptstadt eingesetzt, um die Grenzgebiete zu regieren, während Menschen sklavischer Herkunft für die königliche Garde und die Palastbeamten bevorzugt wurden.[6]

Das Königreich Nri

Songhaireiches im 16. Jahrhundert

Das Königreich Nri des Igbo-Volkes konsolidierte sich im 10. Jahrhundert und bestand fort, bis es 1911 seine Souveränität an die Briten verlor[7][8]. Nri wurde von den Priesterkönigen Eze Nri regiert, und die Stadt Nri gilt als Fundament der Igbo-Kultur. Nri und Aguleri, wo der Igbo-Schöpfungsmythos seinen Ursprung hat, liegen im Gebiet des Umeuri-Clans. Die Mitglieder des Clans führen ihre Abstammung auf die patriarchalische Königsfigur Eri zurück[9]. In Westafrika stammen die ältesten im Wachsausschmelzverfahren hergestellten Bronzen aus Igbo-Ukwu, einer Stadt unter dem Einfluss der Nri[7].

Die Yoruba-Königreiche von Ife und Oyo im Südwesten Nigerias wurden im 12[10][11]. bzw. 14.[12] Jahrhundert bekannt. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung am heutigen Standort von Ife stammen aus dem 9. Jahrhundert[10], und die materielle Kultur umfasst Terrakotta- und Bronzefiguren.

Erster Kontakt mit den Europäern, Nigeria als „Sklavenküste“

Ungefähre Ausdehnung Benins

Portugiesen, Sklavenhandel

Um 1485 kam es zu ersten Begegnungen zwischen den Bewohnern der Küste und einer europäischen Macht, den Portugiesen. Die Portugiesen begannen regen Handel insbesondere mit dem Reich von Benin. Der Oba (Herrscher) dieses Reiches sandte im frühen 16. Jahrhundert einen Botschafter an den portugiesischen Königshof in Lissabon. Die Portugiesen tauschten europäische Produkte, insbesondere Waffen, gegen Elfenbein und Palmöl und zunehmend gegen Sklaven. 1553 gelangte die erste englische Expedition nach Benin.

Die Europäer handelten mit den Völkern an der Küste[13]. Die Europäer benannten die Küsten Westafrikas nach den Produkten, die dort für sie interessant waren. Die „Elfenbeinküste“ existiert auch heute. Die westliche Küste Nigerias wurde zur Sklavenküste. Im Gegensatz zur weiter westlich gelegenen Goldküste (dem heutigen Ghana) errichteten die europäischen Mächte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hier keine befestigten Stützpunkte. Dennoch führten Sklavenhandel und Waffenhandel im 16. und 17. Jahrhundert zu Veränderungen im Süden. Die Yorubavölker wurden im Königreich Oyo vereint, bei den Igbo entstand die Aro-Konföderation.

Bronzeplatte aus Benin: Krieger mit Zeremonialschwert, 16.–18. Jahrhundert

Der Hafen von Calabar an der historischen Bucht von Biafra (heute gemeinhin als Bucht von Bonny bezeichnet) wurde zu einem der größten Sklavenhandelsplätze in Westafrika in der Zeit des transatlantischen Sklavenhandels. Weitere wichtige Sklavenhäfen in Nigeria befanden sich in Badagry, Lagos in der Bucht von Benin und Bonny Island.[13][14] Die meisten der versklavten Menschen, die zu diesen Häfen gebracht wurden, wurden bei Überfällen und in Kriegen gefangen genommen[15]. In der Regel wurden die Gefangenen als Zwangsarbeiter in das Gebiet der Eroberer zurückgebracht; nach einiger Zeit wurden sie manchmal akkulturiert und in die Gesellschaft der Eroberer integriert. In ganz Nigeria wurden Sklavenrouten eingerichtet, die die Gebiete im Hinterland mit den großen Küstenhäfen verbanden. Einige der produktivsten Sklavenhandelskönigreiche, die am transatlantischen Sklavenhandel teilnahmen, waren mit dem Edo-Reich Benin im Süden, dem Oyo-Reich im Südwesten und der Aro-Konföderation im Südosten verbunden[13][14]. Die Macht von Benin dauerte vom 15. bis zum 19. Jahrhundert an[16]. Oyo hatte seinen territorialen Höhepunkt im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert.

Kalifat von Sokoto

Das Kalifat von Sokoto bei seiner größten Ausdehnung 1870

Im Norden führten die unaufhörlichen Kämpfe zwischen den Hausa-Stadtstaaten und der Niedergang des Bornu-Reiches dazu, dass die Fulani in der Region Fuß fassten. Bis zu diesem Zeitpunkt zogen die Fulani, eine nomadische ethnische Gruppe, hauptsächlich mit Vieh durch die Halbwüstenregion Sahel im Norden des Sudan und vermieden Handel und Vermischung mit den sudanesischen Völkern. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte Usman dan Fodio einen erfolgreichen Dschihad gegen die Hausa-Königreiche und gründete das zentralisierte Kalifat von Sokoto. Das Reich mit Arabisch als Amtssprache wuchs unter seiner Herrschaft und der seiner Nachkommen, die Invasionsarmeen in alle Himmelsrichtungen entsandten, rasch an. Das riesige Binnenreich verband den Osten mit dem Westsudan und drang in den Süden vor, indem es Teile des Oyo-Reiches eroberte und in das Yoruba-Kernland von Ibadan vordrang. Das vom Reich kontrollierte Gebiet umfasste einen Großteil des heutigen Nord- und Zentralnigeria. Der Sultan sandte Emire aus, um eine Oberherrschaft über die eroberten Gebiete zu errichten und die islamische Zivilisation zu fördern; die Emire wiederum wurden durch Handel und Sklaverei immer reicher und mächtiger.

Im Norden dehnte sich das Reich Kanem-Bornu nach Nigeria aus und im Zentrum entstand das Reich der Nupe. Ab 1804 erschütterte der Dschihad des Fulbe Usman Dan Fodio die bestehenden Machtverhältnisse, dessen Kalifat von Sokoto bald nahezu das gesamte Nordnigeria umfasste. Die Gesellschaftsstruktur dieser großen Reiche ähnelte derjenigen der feudalen mittelalterlichen Staaten Europas.

Ausdehnung des Königreichs Oyo im 18. Jahrhundert

In den 1890er Jahren konzentrierte sich die größte Sklavenpopulation der Welt, etwa zwei Millionen, auf die Gebiete des Sokoto-Kalifats. Sklaven wurden in großem Umfang eingesetzt, vor allem in der Landwirtschaft[17]. Als das Sokoto-Kalifat 1903 in verschiedene europäische Kolonien zerfiel, war es einer der größten vorkolonialen afrikanischen Staaten[18].

Britisches Verbot des Sklavenhandels 1807

Großbritannien machte bereits vor 1700 Geschäfte mit der afrikanischen Westküste (1696 wurde eine Registrierung der Schiffe im Atlantikhandel in Liverpool verpflichtet, die ältesten Dokumente stammen aus dem Jahr 1698).[19] Europäische Waren wurden nach Afrika verschifft, von dort Sklaven auf amerikanische Plantagen verfrachtet und dortige Erzeugnisse, wie Tabak, nach Europa gebracht. Seit 1787 und verstärkt seit 1791, nach Berichten über einen Sklavenaufstand in Saint Domingue, debattierte das britische Parlament aber über die Abschaffung des Sklavenhandels.[19]

Anfang des 19. Jahrhunderts änderte sich die Einstellung der europäischen Mächte zum Sklavenhandel. Sie erklärten ihn für ungesetzlich und die Staaten des Südens mussten sich auf legitimen Handel insbesondere mit Palmöl umstellen. Palmöl wurde als Lampenöl verwendet und nach der Erfindung der Margarine auch für die Margarineherstellung.[20]

Mit dem Verbot des Sklavenhandels (nicht der Sklaverei) im Jahr 1807 durch Großbritannien verlagerte sich das britische Interesse an Nigeria auf Palmöl zur Verwendung in Seifen und als Schmiermittel für Maschinen. Die Abolition in Großbritannien war jedoch einseitig, und viele andere Länder traten an ihre Stelle.[21] Europäische Unternehmen und Schmuggler betrieben den atlantischen Sklavenhandel weiter. Das britische Westafrika-Geschwader versuchte, die Schmuggler auf See abzufangen. Die geretteten Sklaven wurden nach Freetown gebracht, einer Kolonie in Westafrika, die ursprünglich von Leutnant John Clarkson für die Umsiedlung von Sklaven gegründet worden war, die von Großbritannien nach dem Amerikanischen Revolutionskrieg in Nordamerika freigelassen worden waren.

Britische Kolonialherrschaft

Kronkolonie Lagos (seit 1861)

Bombardierung von Lagos 1851

Großbritanniens Westafrika-Geschwader verfolgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts portugiesische, amerikanische, französische und kubanische Sklavenschiffe und schloss mit viel Hartnäckigkeit Anti-Sklaverei-Verträge mit Küstenhäuptlingen entlang der westafrikanischen Küste von Sierra Leone über das Nigerdelta bis in den Süden des Kongo.[22] Die Inseln, Lagunen und Deltaarme der nigerianischen Küste erwiesen sich mit ihren unzähligen Buchten, mäandernden Kanälen und grassierenden Tropenkrankheiten als schwierig zu kontrollieren.[23] Lagos blieb darum bis ins Jahr 1840 ein lebhafter Umschlagsplatz im Sklavenhandel.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Briten im Verein mit der Durchsetzung des Verbots der Sklaverei und der Durchsetzung ihrer – nun veränderten – Handelsinteressen direkten Einfluss auf die Staaten des südlichen Nigeria zu nehmen. Die Abschaffung bzw. Bekämpfung des (transatlantischen) Sklavenhandels durch die Briten stürzte das Königreich Oyo in eine Krise, die letztlich zum Bürgerkrieg innerhalb des Yorubagebietes führte. Bis in die 1860er Jahre hinein blieb Nigeria aber trotz der britischen Maßnahmen eine Quelle von Sklaven für die Märkte Nord- wie Südamerikas. Insbesondere die Yorubakriege nach dem Zerfall Oyos wurden zur ständigen Quelle kriegsgefangener Menschen für die Sklavenmärkte.

Flagge der Royal Niger Company

1841 bestieg Oba Akitoye den Thron von Lagos und versuchte, dem Sklavenhandel ein Ende zu setzen. Einige Kaufleute aus Lagos wehrten sich gegen das Verbot, setzten den König ab und ersetzten ihn durch seinen Bruder Oba Kosoko.[23] Großbritannien griff in diesen Machtkampf innerhalb des Lagos-Königtums ein, indem die Royal Navy Lagos 1851 bombardierte. Mit der Bombardierung von Lagos ersetzten die Briten den König (Oba) von Lagos, Kosoko, wieder durch Oba Akitoye. 1852 unterzeichneten Akitoye und der britische Konsul für die Buchten von Benin und Biafra John Beecroft den Vertrag zwischen Großbritannien und Lagos, in dem der „König und die Häuptlinge von Lagos“ aufgefordert wurden, den Sklavenhandel abzuschaffen, die versklavten Afrikaner zu befreien, die in Lagos ansässigen europäischen Sklavenhändler zu vertreiben und den britischen Untertanen einen ständigen Handelszugang zu Lagos zu gewähren. Akitoye hatte aber Schwierigkeiten, diese Beschlüsse in seinem Herrschaftsbereich umzusetzen. Die Situation blieb deshalb für Großbritannien unbefriedigend.

Dazu kamen neue geopolitische Einflüsse sowie das Chinin als - begrenzt wirksames - Mittel gegen Malaria. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Handel der Europäer mit den Einheimischen von Schiffen aus, die vor der Küste ankerten und sich nach Geschäftsabschluss entfernten. Da tropische Lagunen - anders als die offene See - günstige Bedingungen für Stechmücken bieten, die ihrerseits Tropenkrankheiten weitergeben, wurde von den Europäern der Landgang eher gemieden. Wegen der „Schlafkrankheit“ trug Westafrika bis ca. 1850 den Beinamen Grab des weißen Mannes. Die industrielle Herstellung von Chinin seit den 1820er Jahren und sein Einsatz als Prophylaxe gegen Malaria in großem Maßstab ab Mitte des 19. Jahrhunderts änderte die Situation. Die europäischen Seemächte konnten damit dauerhafte Niederlassungen in den Tropen gründen bzw. übernehmen.

Die Royal Navy nutzte ursprünglich den Hafen der vor Nigeria liegenden, spanischen Insel Fernando Po (heute Bioko, Äquatorialguinea) als extraterritoriale Operationsbasis. 1855 beanspruchte Spanien diesen Hafen für sich. Die Royal Navy musste daher einen anderen Marinestützpunkt finden.[23] König Akitoye war inzwischen verstorben. Der 1851 vertriebene König Kosoko von Lagos drohte daraufhin, mit Hilfe französischer Kolonialtruppen, die in Ouidah im heutigen Benin stationiert waren, wieder die Herrschaft in Lagos zu übernehmen. Der amerikanische Bürgerkrieg, in dem es zentral um die Frage der Sklaverei ging, machte den Machtkampf um Lagos besonders dringlich. Daraufhin traf Lord Palmerston (britischer Premierminister) die Entscheidung, dass es „zweckmäßig sei, keine Zeit zu verlieren und das formale Protektorat von Lagos zu übernehmen“[22]. William McCoskry, der amtierende Konsul in Lagos, berief zusammen mit Kommandant Bedingfield am 30. Juli 1861 ein Treffen mit Oba Dosunmu, dem Nachfolger von Oba Akitoye, an Bord der HMS Prometheus ein, bei dem die britischen Absichten erläutert wurden und eine Antwort auf die Bedingungen bis August 1861 verlangt wurde. Dosunmu widersetzte sich den Vertragsbedingungen, doch unter der Drohung, Lagos durch Commander Bedingfield bombardieren zu lassen, lenkte Dosunmu ein und unterzeichnete den Lagos-Abtretungsvertrag.[24]

Großbritannien annektierte Lagos im August 1861. Lagos erwies sich als strategisch nützlich und wurde zu einem wesentlichen Handelszentrum, da die Händler erkannten, dass sie mit dem Schutz der Royal Navy rechnen konnten, um sie z. B. vor Piraten zu schützen.[23] Britische Missionare dehnten ihre Tätigkeit aus und drangen weiter ins Landesinnere vor. Im Jahr 1864 wurde Samuel Ajayi Crowther der erste afrikanische Bischof der anglikanischen Kirche.[25]

Südnigeria (seit 1900)

Sir George Goldie, Begründer des britischen Einflusses am unteren Niger

Großbritannien hatte sich, nach den Erfahrungen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, darauf beschränkt, weltweit strategisch platzierte Stützpunkte – wie Lagos – zu unterhalten und eine Kolonisierung von küstenfernen Regionen im „Hinterland“ vermieden. Dies änderte sich in den 1860er Jahren, als europäische Mächte zum „Wettlauf um Afrika“ ansetzten.

Entlang der heutigen nigerianischen Küste gab es seit 1830 zahlreiche privatwirtschaftlich finanzierte Vorstöße ins Landesinnere, darunter die Niger-Expedition von 1841. Man stieß dabei bis zum Zusammenfluss von Niger und Benue bei Lokoja vor und errichtete Handelsposten. Um profitabel wirtschaften zu können, schlossen sich die diversen Handelsgesellschaften zu monopolistisch auftretenden Konzernen zusammen.

Verschiedene britische, private Handelsgesellschaften trieben Handel und britischen Einfluss in Südnigeria voran. Eine von ihnen war die 1879 von George Goldie gegründete United Africa Company, die 1886 von der britischen Regierung unter dem Namen Royal Niger Company Konzessionen für das gesamte Gebiet um das Nigerbassin erhielt. Die Royal Niger Company unter George Goldie steckte teilweise auf eigene Faust gegen die konkurrierenden Kolonialmächte Frankreich und Deutschland die Grenzen ab, in denen britischer Einfluss begann. Die Company handelte Verträge auch mit den nördlichen Staaten, dem Sokoto-Kalifat, mit Nupe und Gwandu aus.

Briefmarke des Protektorats Südnigeria von 1901

Die Royal Niger Company erhielt Konkurrenz von drei weiteren Konzernen, zwei französischen Handelsgesellschaften und einem weiteren britischen Konzern. Es entstand ein Preiskampf, bei dem die Royal Niger Company mit 30 Handelsposten im Süden Nigerias siegreich hervorging, weil in Frankreich der Hauptbefürworter afrikanischer Kolonisierung, Léon Gambetta, 1882 verstorben war und 1883 beachtliche Subventionen für diese „Kolonisierungskonzerne“ vom Mutterland gestrichen wurden. Der Ansatz einer deutschen Kolonie im Mahinland, östlich von Lagos, wurde 1885 nach Verhandlungen mit Großbritannien aufgegeben. 1886 vermeldete die RNC, dass sie nun „allein im unbestrittenen kommerziellen Besitz der Niger-Benué-Region“ sei.[26]

Dieses Monopol ermöglichte es Großbritannien, sich während der Verhandlungen auf der Berliner Konferenz über die Kolonisierung Afrikas 1884–1885 den französischen und deutschen Forderungen nach einer Internationalisierung des Handels am Niger zu widersetzen. Goldie selbst nahm an den Treffen teil und setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Region, in der die RNC tätig war, in die britische Interessensphäre aufgenommen wurde. Die Zusagen von ihm und den britischen Diplomaten, dass der freie Handel (oder jedenfalls nicht diskriminierende Zollsätze) in ihrem Gebiet respektiert werden würde, waren hohle Worte: Die über 400 Verträge der NAC mit den lokalen Führern verpflichteten die Eingeborenen, ausschließlich mit oder über die Agenten des Unternehmens zu handeln. Hohe Zölle und Lizenzgebühren verdrängten konkurrierende Unternehmen aus dem Gebiet. Die Bedingungen dieser privaten Verträge wurden von den britischen Konsuln zu allgemeinen Verträgen gemacht, die sie ausdrücklich in ihre eigenen Verträge aufnahmen.[27] Als König Jaja von Opobo sein eigenes Handelsnetz organisierte und sogar begann, seine eigenen Palmöltransporte nach Großbritannien zu leiten, wurde er auf ein britisches Kriegsschiff gelockt und unter dem Vorwurf des „Vertragsbruchs“ und der „Behinderung des Handels“ ins Exil nach St. Vincent verbannt.[28]

1895 verhandelte der deutsche Kolonialbeamte Hans Gruner in Gwandu um einen Schutzvertrag, was jedoch scheiterte.[29]

1897 plünderten und zerstörten die Briten die Stadt Benin, Hauptstadt des gleichnamigen Reiches, und schleppten eine große Zahl wertvoller, mit Szenen aus der Geschichte und dem Alltag der Oberschicht Benins verzierter Bronzeplatten nach Großbritannien. Das durch einen Bürgerkrieg geschwächte Gebiet der Yoruba im Westen geriet kurz darauf unter ihre Herrschaft, während die Gebiete im Delta des Flusses Niger und die östlich angrenzenden Staaten der Igbo sich bis 1918 in einem Guerillakrieg gegen die Fremdherrschaft wehrten.[30]

Herrschaftsbereiche in Nigeria um 1880 (heutige Bundesstaaten rot umrissen)

Es war jedoch offensichtlich unmöglich für eine konzessionierte Gesellschaft, sich gegen die staatlich unterstützten Protektorate Frankreichs und Deutschlands zu behaupten. Daher wurde die Konzession 1899 widerrufen,[31] und am 1. Januar 1900 übertrug die Royal Niger Company ihre Gebiete an die britische Regierung für die Summe von 865.000 £. Das abgetretene Gebiet wurde zusammen mit dem kleinen Protektorat Nigerküste, das bereits seit 1884 unter britischer Kontrolle stand, zum Protektorat Südnigeria zusammengefasst.[32]

Das der britischen Royal Niger Company in Afrika unterstellte Gebiet wurde 1900 geteilt. Einen Gebietsstreifen erhielt die britische Kolonie Lagos, die ihren Besitzstand dadurch bis zum 9. Breitengrad nach Osten erweitern konnte. Ein anderer Teil wurde dem britischen Nigerküsten-Protektorat unterstellt, das darauf in Lower Nigeria (Protektorat Südnigeria) umbenannt wurde. Das der Company verbleibende Territorium von rund 1,3 Millionen km² erhielt den Namen Upper Nigeria (Protektorat Nordnigeria). Im Protektorat Südnigeria wurden 1000, im Protektorat Nordnigeria 2500 und in Lagos 700 britische Soldaten stationiert.[33]

Die Briten besiegten im Anglo-Aro-Krieg (1901–1902) die Aro-Konföderation und breiteten ihren Einfluss der Küste entlang nach Südosten aus. Dabei wurde das Gebiet östlich des Niger bis zum Cross River und den Oban-Hügeln dem britischen Herrschaftsbereich hinzugefügt.

1906 wurde die Kronkolonie Lagos dem Protektorat Südnigeria hinzugefügt. In Lekki, nahe Lagos, fand die Nigerian Bitumen Corporation unter Geschäftsmann John Simon Bergheim 1908 bei Probebohrungen Erdöl. Allerdings konnten Ingenieure nicht verhindern, dass auch große Mengen Wasser mit gefördert wurden. Die Ölförderung konnte darum ohne zusätzliche Investitionen nicht gewinnbringend gemacht werden. Bergheims tödlicher Autounfall 1912 beendete vorerst die weitere Exploration in Bezug auf Nigerias Ölvorkommen.[34]

1909 wurden im Südosten Nigerias, in Enugu, Kohlevorkommen entdeckt und gefördert.[35] Zwei Jahre später wurde diese Region, das Nti-Königreich, direkt der britischen Kolonialverwaltung unterstellt.[36][37]

Nordnigeria (seit 1903)

Nordosten

Nigeria und seine Nachbarn 1914 (heutige Bundesstaaten rot umrissen)

Bis ca. 1890 herrschte im Nordosten des heutigen Nigeria seit Jahrhunderten das Königreich Bornu-Kanem am Tschadsee. Im Jahr 1893 führte Rabih az-Zubayr, ein sudanesischer Warlord, eine Invasionsarmee aus dem Sudan an und eroberte Bornu. Die Briten erkannten Rabih als „Sultan von Borno“ an, bis die Franzosen Rabih am 22. April 1900 in der Schlacht von Kousséri töteten. Die Kolonialmächte Großbritannien, Frankreich und Deutschland teilten sein Herrschaftsgebiet auf, wobei die Briten den heutigen Nordosten Nigerias erhielten. Sie restituierten formal das Borno-Reich vor der Eroberung 1893 unter britischer Führung und setzten einen Spross der damaligen Herrscherfamilie, Abubakar Garbai von Borno, als „Shehu“ (Scheich) ein.

Der nordöstlichste Bundesstaat von Nigeria, Borno, referiert auf das Borno-Reich.

Nordwesten

Im Jahr 1902 begannen die Briten mit Plänen, nach Nordwesten in das Sokoto-Kalifat vorzustoßen. Der britische General Lord Frederick Lugard, auch Mitglied der Royal Niger Company, nutzte die Rivalitäten zwischen den Emiren im südlichen Teil des Kalifats und der Zentralverwaltung von Sokoto, während er sich der Hauptstadt näherte. Die britische Streitmacht siegte schnell. 1903 eroberte er die große Stadt Kano, ein Zentrum islamischer Gelehrsamkeit und Heimat etwa der Kano-Chronik, die eine wichtige Quelle der Geschichte Westafrikas darstellt. In kurzer Folge fielen anschließend die übrigen großen Städte des Nordens.

Im Jahr 1903 verschaffte der britische Sieg in der Schlacht von Kano den Briten einen logistischen Vorteil bei der Befriedung des Kernlandes des Sokoto-Kalifats und von Teilen des ehemaligen Borno-Reiches. Am 13. März 1903 unterwarf sich der letzte Wesir des Kalifats offiziell der britischen Herrschaft. Die Briten ernannten Muhammadu Attahiru II. zum neuen Kalifen. Lugard behielt den Titel Sultan als symbolische Position im neu organisierten Protektorat Nordnigeria bei. Dieses Überbleibsel wurde als „Sokoto Sultanate Council“ bekannt. Im Juni 1903 besiegten die Briten die verbliebenen Truppen von Attahiru. 1906 war der Widerstand gegen die britische Herrschaft beendet. Zungeru wurde Hauptstadt von Nordnigeria.[38] Der nordwestlichste Bundesstaat Nigerias, trägt weiterhin den Namen „Sokoto“.

Seit 1900 war Frederik Lugard offiziell Hochkommissar des Protektorats Nordnigeria.

Vereinigung zu „Kronkolonie und Protektorat“ 1914

Frederick Lugard, der Schaffer von Nigeria als staatliche Einheit

Am 1. Januar 1914 vereinigten die Briten die Protektorate Südnigeria und Nordnigeria formell zu „Kronkolonie und Protektorat Nigeria“. Verwaltet wurde es nun direct von der britischen Regierung, statt, wie zuvor in Nord- und Südnigeria, vom Kolonialamt (Colonial Office) in London.

Gouverneur Lugard

Der erste Gouverneur von Nigeria war Frederick Lugard. Lugards größter Beitrag zur Entstehung des modernen Nigerias war die erfolgreiche Vereinigung des Nordens und des Südens.[39] Nach der Vereinigung blieben die beiden Teile jedoch als zwei getrennte Länder mit separaten Verwaltungen bestehen.[40] „Obwohl er damit in erster Linie darauf abzielte, den Reichtum und die Hafenanlagen des Südens[41] dem Norden zur Verfügung zu stellen,[42] hatte er tatsächlich die politische Einheit des Riesen Afrikas geschaffen.“[43] Die Vereinigung Nigerias trug dazu bei, dass Nigeria gemeinsame Telegrafen, Eisenbahnen, Zölle und Verbrauchsteuern, einen Obersten Gerichtshof,[44] eine einheitliche Zeit,[45] eine gemeinsame Währung[46] und einen gemeinsamen öffentlichen Dienst erhielt. Lugard führte damit ein, was für die Infrastruktur eines modernen Staates erforderlich war.

„Indirect rule“

Lugard war der Schöpfer, theoretische Vordenker und Praktizierer der Indirect rule, nach der in Kolonien die bestehenden Herrschaftsstrukturen, Gesetze und Traditionen weitgehend intakt belassen und in das Kolonialsystem integriert wurden. Die Indirect Rule wurde von den Briten in Protektoraten und Kolonien sowie vom Deutschen Kolonialsystem praktiziert, während z. B. im französischen Kolonialsystem und in britischen Kronkolonien die vorkolonialen Strukturen zerschlagen und durch direkte Verwaltung der Regierung in Paris bzw. London ersetzt wurden. Lugards Indirect rule, also indirekte Herrschaft, wurde zum Vorbild britischer Herrschaft auch in anderen Teilen Afrikas und der übrigen Welt.

Dabei stützte er sich in sehr effektiver Weise auf die vorhandenen traditionellen Machtstrukturen, bzw. darauf, was er dafür hielt. Die Emire des Nordens behielten ihre Titel bei und übten die Macht vor Ort aus. Sie waren aber letztlich britischen Distriktoffizieren verantwortlich und konnten von diesen auch abgesetzt werden. Die traditionellen Autoritäten zogen für die Briten die Steuern ein und setzten letztlich britische Direktiven um. Im Gegenzug stützten die Briten die Macht der von ihnen anerkannten Herrscher, akzeptierten das Weiterbestehen des Rechtssystems der Scharia und beschränkten die Aktivitäten christlicher Missionare im islamischen Norden. Im Effekt wurden durch dieses System die Herrschaftsstrukturen auf Jahrzehnte konserviert, die um 1900 bestanden. In etlichen Fällen wurden aber auch im Interesse einer effektiven und übersichtlichen Kolonialverwaltung Machtbereiche als „traditionelle Herrschaftsbereiche“ definiert, die so vorher nicht bestanden haben.

Der Versuch, dieses System, das auf dem Vorhandensein klar definierter Hierarchien und abgezirkelter Herrschaftsgebiete beruhte, auch im Süden durchzusetzen, hatte unterschiedlichen Erfolg. Im Yorubagebiet des Südwestens konnten die Briten an vorhandene oder ehemals vorhandene Königreiche und ihre Grenzen anknüpfen. Im Gebiet der Igbo im Südosten und anderen Regionen versagte die Politik der Indirect rule jedoch vollkommen, da es in diesen Gesellschaften mit egalitären Traditionen derartige Anknüpfungspunkte nicht gab.

Lugard legte mit der Einrichtung des nigerianischen Rates im Jahr 1914 den Grundstein für kontinuierliche gesetzgebende Versammlungen in Nigeria.[47] Allerdings erließ der Rat nur Gesetze für den Süden. Man könnte den Rat zwar als Scheinparlament bezeichnen, aber er war wegweisend für den Legislativrat der späteren Jahre.

Flagge des britisch-kolonialen Nigeria

Lugards Politik der Isolierung des Nordens vom Süden, die auch von seinen Nachfolgern beibehalten wurde, hatte einen Anteil an der Uneinigkeit Nigerias bis heute. Ein Beispiel dafür ist der Ausschluss des Nordens aus dem Legislativrat bis 1947.[48] Lugard war auch mitverantwortlich für den Rückstand der Nordstaatler im Bildungswesen und in anderen sozialen Bereichen.[49] Offizierspositionen, soweit sie nicht mit Briten besetzt waren, wurden dagegen ausschließlich an Nordnigerianer gegeben, da man diese gemäß einer damals verbreiteten und in Indien praktizierten völkischen Lehre als „Kriegervölker“ ansah.[50] Administrativ blieb Nigeria also weiterhin in das Nord- und das Südprotektorat sowie die Kolonie Lagos unterteilt.[51]

Christliche Missionen richteten in den Protektoraten westliche Bildungseinrichtungen ein. Aufgrund der Politik der indirekten Herrschaft förderten die Briten aber nicht die Arbeit der christlichen Missionen im nördlichen, islamischen Teil des Landes.[52] Einige Kinder der südlichen Elite gingen nach Großbritannien, um eine höhere Ausbildung zu erhalten. Bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1960 waren die regionalen Unterschiede beim Zugang zu moderner Bildung deutlich ausgeprägt. Dieses Erbe besteht, wenn auch weniger ausgeprägt, bis zum heutigen Tag. Das Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd kam auch im politischen Leben Nigerias zum Ausdruck. So wurde in Nordnigeria die Sklaverei erst 1936 verboten, während sie in anderen Teilen Nigerias um 1885 abgeschafft wurde.[53] Das Sokoto-Kalifat im Norden Nigerias hatte gegen 1900 noch zwischen 1 Million und 2,5 Millionen Sklaven.[54]

Briefmarke des britischen Mandatsgebiets von Kamerun

Erster Weltkrieg, Zeit zwischen den Weltkriegen

Im August 1914 griff eine britisch-nigerianische Militäreinheit Kamerun an. Die deutsche kaiserliche Schutztruppe ergab sich nach 18 Monaten einer Übermacht von Briten, Nigerianern, Belgiern und Franzosen. Einige deutsche Einheiten konnten sich ins spanische und damit neutrale Rio muni (das heutige Äquatorialguinea) absetzen.

Im Versailler Frieden wurde die deutsche Kolonie Kamerun als Völkerbund-Treuhandgebiet zwischen den Briten und Franzosen aufgeteilt. 1920 wurde der westliche Teil der ehemals deutschen Kolonie Kamerun als Mandatsgebiet des Völkerbundes dem britischen Nigeria verwaltungsmäßig unter der Bezeichnung British Cameroons angegliedert.[55]

Gouverneur Clifford (1919–1925)

Gouverneur Clifford, die Clifford-Verfassung

Lugards unmittelbarer Nachfolger (1919–1925), Sir Hugh Clifford, war ein aristokratischer Verwaltungsfachmann mit liberalen Instinkten, der für seine aufgeklärte Gouverneurstätigkeit an der Goldküste (1912–1919) Anerkennung gefunden hatte. Die Ansätze der beiden Männer für die koloniale Entwicklung waren diametral entgegengesetzt.

Unter Hugh Charles Clifford vertiefte sich die faktische Spaltung des Landes in einen nördlichen, südwestlichen und südöstlichen Teil weiter. Während die auf Bewahrung des Bestehenden ausgerichteten Prinzipien der indirect rule im Norden weiter galten, drängte Clifford im Süden auf eine Entwicklung in Richtung britisch-europäischer Vorstellungen in wirtschaftlicher wie politischer Hinsicht.

Im Gegensatz zu Lugard vertrat Clifford die Ansicht, dass die Kolonialregierung dafür verantwortlich sei, so schnell wie möglich die Vorteile der westlichen Erfahrung zu nutzen. Clifford legte den Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Entwicklung, indem er Unternehmen von Einwanderern aus dem Süden im Norden förderte, während er die Beteiligung der Europäer auf kapitalintensive Tätigkeiten beschränkte.[56] Clifford war unzufrieden mit dem Spielraum, der den traditionellen Herrschern im Rahmen der indirekten Herrschaft eingeräumt wurde, und sprach sich gegen eine weitere Ausdehnung der richterlichen Befugnisse der nördlichen Emire aus. Im Süden sah er die Möglichkeit, eine Elite aufzubauen, die in Schulen nach europäischem Vorbild ausgebildet würde. Das Kolonialamt, in dem Lugard nach wie vor hohes Ansehen genoss, akzeptierte zwar, dass im Süden Änderungen fällig waren, verbot aber eine grundlegende Änderung der Verfahren im Norden.[57]

1922 erließ Clifford eine Verfassung, die sogenannte Clifford-Verfassung. Er schaffte sowohl den Nigeria-Rat als auch den Exekutivrat ab. Stattdessen richtete er einen Legislativrat nach seinen Vorstellungen ein. In der Verfassung wurde die Zahl der Mitglieder des neuen Legislativrats auf sechsundvierzig festgelegt. 1922 fanden erstmals in den beiden Regionen des Südens Wahlen statt, durch die allerdings nur vier Plätze in einem Rat von 46 Sitzen bestimmt wurden.

Die Mitglieder des Rates setzten sich aus dem Gouverneur, sechsundzwanzig offiziellen Mitgliedern, vier gewählten Mitgliedern und fünfzehn nominierten Mitgliedern zusammen. Die vier gewählten Mitglieder stammten aus Lagos (3) und Calabar (1). Der Legislativrat erließ Gesetze für die Kolonie und das Protektorat Südnigeria. Er genehmigte auch den Jahreshaushalt für das gesamte Land.[58] Die Clifford-Verfassung von 1922 war für die politische Entwicklung Nigerias in vielerlei Hinsicht von Bedeutung. Mit der Verfassung wurde das Wahlprinzip eingeführt, das vier gewählte Vertreter der Bevölkerung Südnigerias hervorbrachte. Die vier gewählten Mitglieder waren die ersten Afrikaner, die in ein parlamentarisches Gremium in Britisch-Westafrika gewählt wurden. Die Clifford-Verfassung bekräftigte das Prinzip der gewählten Vertretung und förderte die Bildung politischer Parteien in Nigeria. Herbert Macaulay gründete 1923 die erste nigerianische politische Partei - die Nigeria National Democratic Party.

Gouverneure Thompson und Cameron

Sir Graeme Thompson war von 1925 bis 1931 Gouverneur von Nigeria. Während dieses Zeitraums wurde die Clifford-Verfassung von 1922 praktisch nicht geändert. Das Land befand sich in einer finanziellen Depression. Die Regierung leitete Sparmaßnahmen ein, darunter massive Entlassungen von Arbeitnehmern und die Einführung direkter Steuern. Der Versuch, Frauen in der Ostprovinz des Landes Steuern aufzuerlegen, führte 1929 zu den Frauenunruhen von Aba. Dieser Protest gegen die Steuerregelung forderte Berichten zufolge etwa 50 Tote und weitere 50 Verletzte. Sir Thompson ist vor allem für sein Eintreten für die Nichteinmischung von Beamten in die Verwaltung der Eingeborenen in Erinnerung geblieben.[59]

Sir Donald Charles Cameron war von 1931 bis 1935 Gouverneur von Nigeria. Das Land befand sich immer noch in der Depression, so dass er die Sparpolitik seines Vorgängers fortsetzte. Die schwierigen Zeiten führten zu einer verstärkten Agitation, insbesondere von jungen Menschen, die eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an den Angelegenheiten des Landes forderten.

Vor dem Zweiten Weltkrieg

Politische Parteien, Berufsverbände und wirtschaftliche Interessenverbände entstanden im Süden. Einer der prominentesten Agitatoren dieser Zeit war Professor Eyo Ita. 1933 wurde die Lagos Youth Movement gegründet, um eine einheitliche Front für die nationalistischen Bestrebungen der jungen Leute zu bilden. Später wurde der Name 1937 in Nigerian Youth Movement (NYM) geändert, um den nationalen Charakter des Kampfes für eine stärkere Beteiligung an der Regierung widerzuspiegeln.[59] Cameron versuchte, das Verwaltungssystem der Eingeborenen zu modernisieren; er forderte die Verwaltungsbeamten auf, die Eingeborenen auszubilden und aufzuklären. Er leitete auch Schritte ein, um die Verwaltung der nördlichen und südlichen Provinzen zu vereinheitlichen und schaffte das Amt des Gouverneursleutnants ab. Er führte ein einheimisches Berufungsgerichtssystem, hohe Gerichte und Magistratsgerichte ein und schaffte auch das System der Provinzgerichte ab, das es Anwälten nicht erlaubte, vor Gericht zu erscheinen.

Sir Bernard Bourdillon war von 1935 bis 1940 Gouverneur. Er teilte das Land in drei Provinzen ein: die West-, Ost- und Nordprovinz.[60] Wie sein Vorgänger hatte auch er seine eigene Vorstellung von der künftigen Entwicklung Nigerias. Er glaubte, dass politischer Fortschritt frei von Reibungen sein sollte und schlug in seinem Memorandum Folgendes vor:

  • Die Beschäftigung von Afrikanern in höheren Positionen sollte ausgeweitet werden. Seiner Meinung nach hätte das System bereits angewandt werden sollen, aber es fehle an „geeignetem Material“.
  • Dass den einheimischen Behörden mehr Verantwortung übertragen werden sollte.
  • Die Rolle der inoffiziellen afrikanischen Mitglieder der zentralen Legislative solle gestärkt werden, und ihre Meinungen und Ratschläge sollten mehr Beachtung finden.[59]

Der Zeitungsbesitzer und Parteiführer Herbert Macaulay entwickelte sich zur führenden Figur eines entstehenden nigerianischen Nationalismus. 1938 erhoben sich erstmals ernstzunehmende Forderungen, Nigeria den Status eines britischen Dominion zu verleihen, es also auf eine Stufe mit Australien oder Kanada zu stellen.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg, 1942, spielte Nigeria eine Rolle bei der „Operation Postmaster“. Auf abenteuerliche Weise kaperten britische Spezialagenten aus Lagos auf der nahegelegenen, aber spanischen und damit neutralen Insel Bioko italienische und deutsche Versorgungsschiffe für U-Boote im Südatlantik und brachten sie in den Heimathafen Lagos.[61] Der Vorfall – bei dem kein Schuss fiel – führte beinahe zum Kriegseintritt Franco-Spaniens an der Seite des Dritten Reiches und des faschistischen Italiens.

Das Nigeria-Regiment bei Ankunft in Indien

Während des gesamten Krieges dienten 45.000 nigerianische Soldaten in den britischen Streitkräften in Afrika und Südostasien. Nigerianische Regimenter bildeten die Mehrheit der 81. und 82. westafrikanischen Divisionen der britischen Armee.[62] Diese Divisionen kämpften in Palästina, Marokko, Sizilien und Birma. Nigerianische Soldaten kämpften auch in Indien.

Drei Bataillone des Nigeria-Regiments kämpften im Äthiopienfeldzug gegen das faschistische Italien. März 1941 stießen zwei motorisierte Kompanien des Nigeria-Regiments von Kenia aus im von Mussolini beherrschten Äthiopien innerhalb von 10 Tagen 930 km bis nach Daghabur vor. Am 26. März eroberte das Nigeria-Regiment Harar bei Dschibuti nach einem Vormarsch von 1,600 km in 32 Tagen. Dies war zu diesem Zeitpunkt der schnellste militärische Vorstoß der Weltgeschichte.[63] Außerdem wurde der faschistische Herrschaftsbereich in Ostafrika durch den Vorstoß geteilt. Es gab nun für die Italiener keine Verbindungsstraße zwischen Somalia und Äthiopien mehr. In ihrem übereilten Rückzug ließen die italienischen Streitkräfte auch wichtige Munitions- und Nahrungsmitteldepots zurück. Addis Abeba wurde am 6. April von den Alliierten erobert.[64] Der Äthiopienfeldzug wurde, nicht zuletzt durch den „Blitzkrieg“ des Nigeria-Regiments, zum ersten großen Erfolg der Alliierten gegen die Achsenmächte.[63] Italien verlor mit Ostafrika (1,9 Mio. km2) in wenigen Tagen ein Gebiet, das größer ist, als das heutige Polen, Belarus, die Ukraine und die baltischen Staaten zusammen (1,3 Mio. km2).

Während des Krieges stammte keiner der kommandierenden Offiziere des nigerianischen Korps aus Nigeria, womit die Politik der Vorkriegszeit fortgesetzt wurde. Die ersten nigerianischen Offiziere wurden gegen Ende des Krieges ausgewählt. Die Beteiligung Nigerias am Zweiten Weltkrieg trug dazu bei, den Kampf um die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft voranzutreiben. Dies lag zum Teil daran, dass die Teilnahme der Afrikaner an diesen Kriegen sie mit den Ideen der Selbstbestimmung und der unabhängigen Herrschaft vertraut machte.[65] Wie in anderen Staaten Afrikas wirkte der Zweite Weltkrieg, an dem auch nigerianische Soldaten auf Seiten der Briten teilnahmen, als Katalysator für Unabhängigkeitsbestrebungen. In den 1940er Jahren hatten sich zudem ethnisch ausgerichtete Vereinigungen vor allem der Yoruba und Igbo gebildet.

Nachkriegszeit, der Weg zur Unabhängigkeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die britische Regierung als Reaktion auf den wachsenden nigerianischen Nationalismus und die Forderungen nach Unabhängigkeit mehrere Verfassungen ein, die Nigeria zu einer Selbstverwaltung auf repräsentativer und zunehmend föderaler Basis führten.

Die britische Regierung in Westminster verabschiedete 1946 eine neue Verfassung für Nigeria,[66] die nach dem Generalgouverneur Sir Arthur Richards, der für ihre Ausarbeitung verantwortlich war, Richards-Verfassung genannt wurde. Obwohl die tatsächliche Macht in den Händen des Generalgouverneurs und des von ihm ernannten Exekutivrats verblieb, wurde auch ein erweiterter Legislativrat eingerichtet, der befugt war, über Angelegenheiten zu beraten, die das Land betrafen. Außerdem wurden drei regionale Versammlungskammern eingerichtet, die sich mit lokalen Fragen befassen und die Gouverneure beraten sollten. Die Richards-Verfassung trug der Vielfalt des Landes Rechnung, indem sie das föderale Prinzip mit seiner regionalen Autorität einführte. Obwohl die Richards-Verfassung die Lage in Nigeria realistisch einschätzte, verstärkte sie den Regionalismus, anstatt die politische Einigung zu fördern.

Auf einer interparlamentarischen Konferenz in Ibadan im Jahr 1950 wurde eine neue Verfassung ausgearbeitet. Sie wurde nach dem amtierenden Generalgouverneur John Stuart Macpherson als Macpherson-Verfassung bezeichnet. Sie trat im folgenden Jahr, 1951, in Kraft. Die Macpherson-Verfassung sah regionale Autonomie und eine föderale Union vor und schuf eine Zentralregierung mit einem Ministerrat. Dies förderte die politische Beteiligung und die Parteiaktivitäten auf nationaler Ebene. Die Regionalregierungen verfügten jedoch über weitreichende gesetzgeberische Befugnisse, die vom neu geschaffenen Bundesrepräsentantenhaus mit 185 Sitzen nicht außer Kraft gesetzt werden konnten. Infolgedessen stärkte die Macpherson-Verfassung den Regionalismus erheblich.

Die nächste Revision der Verfassung wurde nach Oliver Lyttelton, 1. Viscount Chandos, Lyttleton Constitution genannt. Sie wurde 1954 in Kraft gesetzt. Nigeria erhielt ein gewisses Maß an Selbstverwaltung. Dies ebnete den Weg für die Unabhängigkeit Nigerias von Großbritannien. Nigeria wurde in vier Regionen unterteilt, die von gewählten Gouverneuren regiert wurden und im Zuge der Dezentralisierung Nigerias ihre Eigenständigkeit erhielten.[67]

Im Januar 1956 wurde das erste Ölfeld in Nigeria, das Oloibiri Oilfield im Südosten des Landes nahe der Nigermündung, entdeckt.

1957 wurde in den (süd-)westlichen und (süd-)östlichen Regionen des Landes eine Selbstverwaltung mit einem parlamentarischen System eingeführt. Die Macht der Zentralregierung blieb schwach im Vergleich mit der Autonomie der Regionen. Der Norden lehnte die Einflussnahme der Zentrale überwiegend ab; erst 1959 entschied er sich wie die Regionen des Südens zu einer Selbstregierung auf parlamentarischer Grundlage im Rahmen einer „unabhängigen Föderation Nigeria“.[68]

Auf einer Konferenz im Lancaster House in London waren 1957 und 1958 die Weichen endgültig Richtung Unabhängigkeit gestellt worden. Bei der ersten Wahl zum Repräsentantenhaus in Nigeria 1959 war die Mehrheit der Sitze aufgrund der größeren Bevölkerungszahl für den Norden reserviert.

Geschichte nach 1958; Rot: britische Herrschaft, Grün: Demokratie; Gelb: Diktatur; Namen: Regierungschefs mit mind. 3 Jahren Amtszeit

Seit 1957 regierte eine Allparteienkoalition aus NPC, NCNC und AG unter dem bescheiden auftretenden – und lebenden – Premierminister Abubakar Tafawa Balewa. Der Northern People's Congress (NPC) unter der Führung von Sir Ahmadu Bello, war eine von Muslimen aus dem Norden dominierte Partei. NCNC war der von Igbo und Christen dominierte National Council of Nigeria and the Cameroons unter der Führung von Nnamdi Azikiwe. AG war die vergleichsweise liberale Action Group, die weitgehend von den Yoruba dominiert wurde und von Obafemi Awolowo angeführt wurde. Balewa, Bello und Azikiwe verstanden sich gut und arbeiteten effizient zusammen.

Von 1958 an rekrutierte die nigerianische Armee nicht mehr, wie zuvor, ausschließlich Männer aus dem Norden, sondern aus dem ganzen Land. In den Folgejahren strömten dadurch überwiegend Offiziersanwärter aus dem Süden in die zahlreichen Positionen der scheidenden britischen Offiziere, da sie im Allgemeinen besser ausgebildet waren. Dies kollidierte mit den älteren Offizieren, denen man beigebracht hatte, dass ihr Volk (Hausa, Fulani, Kanuri) zu den „Kriegervölkern“ gehört,[50] und Vertretern der südlichen Ethnien Yoruba und Igbo die neu zu besetzenden Positionen nicht zustehen würden. Junge Offiziere dagegen warfen älteren Offizieren deren Rolle im Kolonialsystem vor und verdächtigten sie verbliebener britischer Loyalität. – Dieser Konflikt, sowie die Entdeckung der Ölfelder im Südosten, sollte im Biafrakrieg eine wesentliche Rolle spielen.[50]

Am 1. Oktober 1960 wurde Nigeria durch einen Gesetzesakt im Britischen Parlament in die Unabhängigkeit entlassen. Im Februar 1961 kam es zu einer Volksabstimmung in den beiden Kameruns, also dem nördlichen und dem südlichen Teil des Mandatsgebietes Britisch-Kamerun. Der nördliche Teil entschied sich für Nigeria, der südliche für Kamerun. Das unabhängige Nigeria umfasste damit sein heutiges Staatsgebiet.

Unabhängigkeit, Erste Republik (1960 bis 1966)

Flagge des unabhängigen Nigeria

Am 1. Oktober 1960 erlangte Nigeria die vollständige Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich auf der Grundlage einer föderalen Verfassung, drei große Bundesstaaten hatten eine schwache Zentralregierung über sich.

ansonsten herrschte aber weitgehend Kontinuität. Der seit 1957 amtierende Premierminister Abubakar Tafawa Balewa blieb Premierminister, die britische Monarchin Elizabeth II. blieb nominelles Staatsoberhaupt, Lagos blieb Hauptstadt und die Regierungsweise nach britischem Vorbild weitgehend zentralistisch. Der Brite Sir Christopher Welby-Everard blieb Generalstabschef der nigerianischen Armee. NCNC-Vorsitzender Nnamdi Azikiwe löste den kolonialen Generalgouverneur James Wilson Robertson im November 1960 ab.[69] NPC und NCNC waren weiterhin Regierungsparteien, die AG saß nun in der Opposition.

Am 1. Juni 1961 erhielt Nigeria die „North Cameroons“, einen Landstreifen an der Grenze zu Kamerun, nach Volksbefragung. Die „South Cameroons“ gingen an Kamerun. Beide Gebiete standen zuvor unter UN-Verwaltung. Umstritten blieb die Halbinsel Bakassi.

1963 erhielt Nigeria eine neue Verfassung. Nigeria wurde zur Republik. Das britische Regierungssystem wurde beibehalten, so dass die Befugnisse des Präsidenten vor allem zeremonieller Natur waren.[70] Abubakar Tafawa Balewa blieb weiterhin Premierminister und aus dem Gouverneur der britischen Königin Nnamdi Azikiwe wurde ein Präsident.

Weil die neue, republikanische Regierung wie zuvor die britische Kolonialregierung ihre Forderungen nach politischer Partizipation zurückwies, wehrten sich einzelne ethnische Minderheiten gegen die politische Benachteiligung. So mündete im Jahr 1964 die Unterdrückung christlicher Tiv im von muslimischen Haussa-Fulbe dominierten Norden Nigerias, die sich unter anderem in einer für die Tiv nachteiligen Steuererhebung manifestierte, in Unruhen, die bis zu 4.000 Todesopfer forderten.[71]

Am 1. Mai 1965 ging Sir Christopher Welby-Everard, der Generalstabschef von Nigeria und letzter britischer Amtsträger aus kolonialen Zeiten, in Rente. Ihm folgte Johnson Agulyi-Ironsi, ein erfahrener Offizier, ehemaliger Militärattaché in London und 1964 Kommandeur der UN-Schutztruppe im Kongo. Damit wurde der zwanzigjährige Übergang Nigerias von „Kronkolonie und Protektorat“ zur Unabhängigkeit abgeschlossen. Ausgehend von der Kontinuität der politischen Parteien und Repräsentanten, sowie des seit 20 Jahren herangezogenen Offizierscorps musste es so aussehen, als ob dieser allmähliche Übergang gelungen sei. Das Gegenteil sollte sich bald zeigen.

Putsch und Gegenputsch (1966)

Am 15. Januar 1966 putschten jüngere Offiziere mit hauptsächlich südöstlicher Herkunft und ermordeten die zwei führenden Politiker aus dem Norden, Balewa und Bello. Zudem wurde die Führungsriege der nigerianischen Armee (Oberste und darüber) beinahe vollständig liquidiert.[50] Der Januarputsch war weniger ethnisch geprägt, als ein Konflikt zwischen zwei Offiziersgenerationen. Die Putschisten waren überwiegend Igbo, aber ein großer Teil der ermordeten Offiziere ebenso.[72]

Armeechef Agulyi-Ironsi schlug den Putsch nieder, setzte die Verfassung außer Kraft und löste das Parlament auf.[73] Danach ließ er jedoch die Putschisten nicht vor Gericht stellen. Da er selbst Igbo war und nur Igbo vom Putsch profitierten, wurde ihm dies in anderen Ethnien des Landes übel genommen. Gleichzeitig begann er als Alleinherrscher, aus dem Bundesstaat einen Einheitsstaat zu machen.[74] Es musste wirken, als ob die Igbo das Land übernehmen würden.

Am 29. Juli 1966 putschten Soldaten im südwestlich gelegenen Abeokuta und ermordeten Agulyi-Ironsi, der im nahe gelegenen Ibadan zu Besuch war. Im ganzen Land brachen Pogrome gegen die Igbo aus, Quellen sprechen von 30.000 Opfern, überwiegend Kinder.[75] In dieser Situation bestimmten die Putschisten Yakubu Gowon zum neuen Militär- und Staatsführer. Dieser gehörte keiner der drei vorherrschenden Ethnien an und sah sich mit der Aufgabe konfrontiert, die drei auseinanderstrebenden Landesteile und Volksgruppen seines Landes zusammenzuhalten sowie die Pogrome zu beenden. Es schien unter diesen Vorzeichen wohl unwahrscheinlich, dass die Herrschaft von Yakubu Gowon vergleichsweise lang – neun Jahre – dauern würde. In diesen Zeitraum fällt allerdings eine der schlimmsten humanitären Katastrophen moderner Zeitrechnung: der Biafra-Krieg.

Bürgerkrieg (1967–1970), Biafra

Kinder mit Hungerödemen während des Biafra-Krieges

Im September 1966 erreichten die Pogrome gegen die Igbo ihren Höhepunkt. Schätzungsweise 1 Million Igbo flüchteten aus dem ganzen Land in den Südosten, wo sie sich sicher glaubten.

Im Mai 1967 rief der Gouverneur der Ostregion, Oberstleutnant Emeka Ojukwu, diese als unabhängigen Staat „Republik Biafra“ aus.[76][77] Nach dieser Unabhängigkeitserklärung griff das verbliebene Rest-Nigeria Biafra am 6. Juli 1967 bei Garkem an. Nigeria war auf diese Situation auch durch die Liquidierungen führender Offiziere während der vorherigen Putsche personell schlecht vorbereitet. So konnten die biafrischen Streitkräfte im August 1967 nach Westen bis nach Benin City vorstoßen. Biafra wurde belagert und vom Handel abgeschnitten, ohne dass eine der beiden Seiten zu entscheidenden militärischen Bewegungen imstande war. Erst im Dezember 1969 stieß Oberst Obasanjo mit 30.000 Streitkräften nach Umuahia vor, wodurch Biafra in zwei Hälften geteilt wurde. Dies entschied den Krieg. Die kriegerischen Handlungen endeten schließlich nach 30 Monaten im Januar 1970.[78]

Karte Biafras

Frankreich, Ägypten, die Sowjetunion, Großbritannien, Israel und andere waren hinter den Kulissen stark in den Bürgerkrieg verwickelt. Großbritannien und die Sowjetunion waren die wichtigsten militärischen Unterstützer der nigerianischen Regierung, wobei Nigeria auf die Luftunterstützung ägyptischer Piloten zurückgriff, die von Gamal Abdel Nasser gestellt wurden,[79][80] während Frankreich und Israel die Biafraner unterstützten. Die kongolesische Regierung unter Präsident Joseph-Désiré Mobutu bezog schon früh Stellung zur biafranischen Sezession, indem sie die nigerianische Bundesregierung nachdrücklich unterstützte[81] und Tausende von Soldaten zum Kampf gegen die Sezessionisten entsandte.[82][83]

Die Region Biafra, die bereits eine Flüchtlingswelle ungekannten Ausmaßes verkraften musste, konnte durch die Handelsblockade nicht mehr ihre Einwohner ernähren. Schätzungen über die Zahl der Toten durch Hunger und Kriegshandlungen während des Bürgerkriegs reichen von einer bis zu drei Millionen.[84] Aufnahmen von hungernden Kindern in Biafra gingen um die Welt und prägten das Bild vom nach-kolonialen Afrika.

Diktatur Gowon (1966–1975)

Yakubu Gowon, Diktator während des Biafra-Krieges

Die Bundesregierung konnte die Aufständischen in Biafra nur mit Mühe bezwingen, da im Januarputsch von 1966 die meisten Offiziere liquidiert worden waren. Dass dies am Ende doch gelang, war hauptsächlich auf die Offiziere Murtala Muhammed und Olesogun Obasanjo zurückzuführen, die einige Jahre später, nach Gowons Sturz, ihrerseits Diktatoren wurden.

In den Nachkriegsjahren erlebte Nigeria einen dynamischen Wirtschaftsaufschwung, in dessen Verlauf der Handlungsspielraum der nigerianischen Bundesregierung dank der gestiegenen Öleinnahmen in starkem Maße zunahm. In dieser Zeit nahm die Korruption, vor allem die Bestechung, von und durch Beamte der Bundesregierung zu. Obwohl Gowon selbst nie in die korrupten Praktiken verwickelt war, wurde er oft beschuldigt, bei den Aktivitäten seiner Mitarbeiter und Bekannten ein Auge zuzudrücken.[85][86]

Diktator Gowons Nationalisierungsdekret von 1972[87], auf dem Höhepunkt des Ölbooms, sollte langfristig negative Auswirkungen auf die nigerianische Wirtschaft haben.[88] Es verschloss viele Sektoren der nigerianischen Wirtschaft für alle ausländischen Investitionen und verbot in mehreren anderen Bereichen ausländische Beteiligungen über eine Minderheitsbeteiligung hinaus.[89] Dieses Dekret erwies sich als nachteilig für Investitionen in die nigerianische Wirtschaft, sofern sie nicht aus dem Ölgeschäft stammten.[90]

Am 1. Oktober 1974 erklärte Gowon in Widerspruch zu früheren Äußerungen, dass Nigeria bis 1976 nicht für eine zivile Regierung bereit sei, und er verschob den Übergabetermin auf unbestimmte Zeit.[91]

Darüber hinaus uferte die wachsende und ineffiziente Bürokratie aus. Die Misswirtschaft in Gowons Verwaltung gipfelte in der berüchtigten „Zementarmada“ im Sommer 1975,[92] als der Hafen von Lagos mit Hunderten von Schiffen überfüllt war, die Zement entladen wollten. Vertreter der nigerianischen Regierung hatten mit 68 verschiedenen internationalen Lieferanten Verträge über die Lieferung von insgesamt 20 Millionen Tonnen Zement in einem Jahr nach Lagos geschlossen, obwohl der Hafen nur eine Million Tonnen Fracht pro Jahr aufnehmen konnte.[93] Die schlecht ausgearbeiteten Zementverträge enthielten Liegegeldklauseln, die für die Lieferanten sehr günstig waren, so dass die Rechnung in die Höhe schoss, wenn die Schiffe im Hafen auf das Entladen warteten (oder sogar, wenn sie in ihren Heimathäfen auf die Erlaubnis warteten, nach Nigeria auszulaufen). Die nigerianische Regierung wurde sich des Ausmaßes ihres Fehlers erst bewusst, als der Hafen von Lagos so stark überlastet war, dass die Grundversorgung nicht mehr gewährleistet werden konnte. Ihre Versuche, die Zementverträge zu kündigen und ein Not-Embargo für alle ankommenden Schiffe zu verhängen, beschäftigten das Land viele Jahre lang mit Rechtsstreitigkeiten in der ganzen Welt, einschließlich einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA aus dem Jahr 1983.[94]

General Gowon meinte dazu gegenüber einem ausländischen Reporter: „Das einzige Problem, das Nigeria hat, ist die Frage, wie es das Geld ausgeben soll, das es hat.“[95]

Diese Skandale lösten innerhalb der Armee große Unzufriedenheit aus. Am 29. Juli 1975, als Gowon an einem OAU-Gipfel in Kampala teilnahm, kündigte eine Gruppe von Offizieren unter der Führung von Oberst Joe Nanven Garba seinen Sturz an.[96]

Erneut Putsch und Gegenputsch

Diktator Murtala Mohammed

Der Putsch im Juli 1975 unter der Führung der Generäle Shehu Musa Yar'Adua und Joseph Garba führte zum Sturz von Gowon,[97] der nach Großbritannien floh. Die Putschisten wollten Gowons autokratische Herrschaft durch ein Triumvirat von drei Brigadegenerälen ersetzen, deren Entscheidungen von einem Obersten Militärrat mit einem Veto belegt werden konnten. Für dieses Triumvirat überzeugten sie General Murtala Muhammed, militärisches Staatsoberhaupt zu werden, mit General Olusegun Obasanjo als zweitem Befehlshaber und General Theophilus Danjuma als drittem Befehlshaber.[97] Gemeinsam führte das Triumvirat Sparmaßnahmen ein, um die Inflation einzudämmen, richtete ein Büro zur Untersuchung korrupter Praktiken ein, ersetzte alle Militärgouverneure durch neue Offiziere und startete die „Operation Deadwood“, in deren Rahmen sie 11 000 Beamte aus dem öffentlichen Dienst entließen.[97]

Oberst Buka Suka Dimka startete im Februar 1976 einen Putschversuch, bei dem General Murtala Muhammed ermordet wurde. Dimka hatte keine breite Unterstützung unter den Militärs, und sein Putschversuch scheiterte, so dass er fliehen musste.[97] Nach dem Putschversuch wurde General Olusegun Obasanjo zum militärischen Staatsoberhaupt ernannt.[97] Als Staatsoberhaupt schwor Obasanjo, Murtalas Politik fortzusetzen.[97] Da Obasanjo sich der Gefahr bewusst war, die Nordnigerianer zu verprellen, wählte er General Shehu Yar'Adua als Nachfolger und Stellvertreter als Stabschef ins Oberste Hauptquartier. Das neue militärische Dreigestirn mit Obasanjo als Staatschef und General Theophilus Danjuma als Generalstabschef setzte sich die Ziele: 1) Schaffung von Bundesstaaten und nationale Abgrenzung, 2) Reformen der Kommunalverwaltungen und 3) ein Komitee zur Ausarbeitung einer Verfassung für eine neue Republik.[98]

Unter den Diktatoren Murtala und Obasanjo wurde der Beschluss gefasst, die Hauptstadt Nigerias von Lagos in das zentraler gelegene, aber noch zu bauende Abuja zu verlegen. Obwohl diese Entscheidung umstritten war, wurde sie in der Zweiten Republik beibehalten und mit dem Bau der Reißbrettstadt Abuja begonnen.

General Olusegun Obasanjo, der das Demokratisierungsprogramm seines Vorgängers fortsetzte, übergab 1979 die Regierungsgewalt an den am 11. August 1979 zivil gewählten Präsidenten Shehu Shagari.

Die Zweite Republik (1979–1983), Präsident Shagari

Rückkehr zur Demokratie

Shehe Shagari, Präsident während der Zweiten Republik

Im Jahr 1977 wurde eine verfassungsgebende Versammlung gewählt, um eine neue Verfassung auszuarbeiten, die am 21. September 1978 veröffentlicht wurde, als das Verbot politischer Aktivitäten aufgehoben wurde. Das Militär plante die Rückkehr zur Zivilregierung sorgfältig und ergriff Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die politischen Parteien eine breitere Unterstützung erhielten als in der ersten Republik. 1979 traten fünf politische Parteien zu einer Reihe von Wahlen an, bei denen Alhaji Shehu Shagari von der National Party of Nigeria (NPN) zum Präsidenten gewählt wurde. Alle fünf Parteien erhielten eine Vertretung in der Nationalversammlung. Am 1. Oktober 1979 wurde Shehu Shagari als erster Präsident und Oberbefehlshaber der Föderalen Republik Nigeria vereidigt. Obasanjo übergab die Macht friedlich an Shagari und war damit das erste Staatsoberhaupt in der Geschichte Nigerias, das freiwillig zurücktrat.

Bildung, Frauenemanzipation, Umweltproblematik

Unter Shagari verbesserte sich das Bildungssystem in Nigeria. Beispielsweise wurden eine Reihe von Universitäten gegründet. Auch förderte er dieEinbeziehung von Frauen am politischen Leben. Viele Ämter besetzte er mit Frauen.

Im Jahr 1983 bemerkten die Inspektoren der staatlichen Nigerian National Petroleum Corporation „die langsame Vergiftung des Wassers dieses Landes“.[99]

Deportation von westafrikanischen Immigranten

Im Januar 1983 beschloss Shagari angesichts einer Wirtschaftsflaute unter der Parole „Ghana must go!“ die Deportation von westafrikanischen Immigranten. Schätzungsweise 1 Million Ghanaer mussten plötzlich und unter Häme das Land verlassen und den größten Teil ihrer Habseligkeiten zurücklassen. Provisorisch zusammengeschnürte Taschen und Koffer wurden zum Symbol des erzwungenen Exodus (sie werden bis heute „Ghana bags“ genannt). Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in Ghana nach 1983 deutlich günstiger als in Nigeria verlaufen sollte und Nigerianer ihrerseits in Ghana nach Arbeit und Einkommen suchen würden.

Wiederwahl

Im August 1983 wurden Shagari und die NPN mit einem erdrutschartigen Sieg wiedergewählt, mit einer Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung und der Kontrolle über 12 Landesregierungen. Die Wahlen wurden jedoch von Gewalt überschattet, und Anschuldigungen wegen weit verbreiteter Wahlfälschung und Wahlbetrug führten zu gerichtlichen Auseinandersetzungen über die Ergebnisse.

Shagaris Kampf gegen Korruption, General Buhari

Obwohl Shehu Shagari von einer persönlichen Verwicklung in korrupte Praktiken freigesprochen wird, war die Zweite Republik von Korruptionsvorwürfen geplagt, darunter auch von Vorwürfen des Wahlbetrugs bei den Wahlen 1983.[100] Zusammen mit dem Verfall der Weltmarktpreise für Erdöl und der Verschlechterung der Staatsfinanzen führte dies dazu, dass sich das Regime bei den Bürgern zutiefst unbeliebt machte. Vor seiner Amtsenthebung, in seiner zweiten Amtszeit, unternahm Shagari jedoch Versuche, die Korruption durch das neue Ministerium für nationale Führung unter Yusuf Maitama Sule einzudämmen, das ausschließlich zu diesem Zweck geschaffen wurde. Es wurde ein neues Programm mit dem Namen Ethische Revolution eingeführt, zu dessen Initiativen der berühmte „Krieg gegen die Disziplinlosigkeit“ gehört, der unter General Muhammadu Buhari begonnen wurde. Das Ministerium war nur drei Monate lang im Amt, bevor 1983 ein Staatsstreich Buhari zum Alleinherrscher machte.

Putsch 1983, Diktatur Buhari, Putsch 1985 und Diktatur Babangida (1985–1992)

Diktator Babangida

Der Militärputsch von 1983 fand in der Silvesternacht desselben Jahres statt. Er wurde von führenden Offizieren des nigerianischen Militärs koordiniert und führte zum Sturz der Regierung und zur Einsetzung von Generalmajor Muhammadu Buhari als Staatschef. Der Militärputsch von Muhammadu Buhari kurz nach der Wiederwahl des Regimes im Jahr 1984 wurde allgemein als positive Entwicklung angesehen.[101] Buhari versprach große Reformen, aber seine Regierung schnitt kaum besser ab als die seines Vorgängers. General Buhari wurde 1985 durch einen Militärputsch unter der Führung von General Ibrahim Babangida gestürzt, der den Regierungsrat der Streitkräfte gründete und Militärpräsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte wurde.[102] 1986 gründete er das Nigerianische Politische Büro, das Empfehlungen für den Übergang zur Dritten Nigerianischen Republik aussprach. Im Jahr 1989 begann Babangida mit der Planung des Übergangs zur Dritten Nigerianischen Republik. Babangida überlebte den nigerianischen Putschversuch von 1990 und verschob dann die versprochene Rückkehr zur Demokratie auf 1992.[103]

Unter Babangida wurde das zentral gelegene Abuja im Dezember 1991 Hauptstadt.

Die kurzlebige Dritte Republik (1993)

Diktator Babangida erlaubte die Gründung politischer Parteien und bildete vor den Parlamentswahlen 1992 mit der Sozialdemokratischen Partei und der Nationalen Republikanischen Konvention ein Zweiparteiensystem. Er forderte alle Nigerianer auf, sich einer der beiden Parteien anzuschließen. Der Zweiparteienstaat war eine Empfehlung des Politischen Büros gewesen. Nach einer Volkszählung gab die Nationale Wahlkommission am 24. Januar 1992 bekannt, dass im Laufe des Jahres sowohl Parlamentswahlen zu einer Zweikammer-Nationalversammlung als auch Präsidentschaftswahlen stattfinden würden.[104]

Die Präsidentschaftswahlen von 1993, die am 12. Juni stattfanden, waren die ersten seit dem Militärputsch von 1983. Die Ergebnisse, die von der Nationalen Wahlkommission nicht offiziell verkündet wurden, zeigten, dass das Duo Moshood Abiola und Baba Gana Kingibe von der Sozialdemokratischen Partei Bashir Tofa und Sylvester Ugoh von der Nationalen Republikanischen Konvention mit über 2,3 Millionen Stimmen besiegte. Babangida erklärte die Wahlen jedoch für ungültig, was zu massiven Protesten der Zivilbevölkerung führte, die das Land wochenlang lahmlegten. Im August 1993 löste Babangida schließlich sein Versprechen ein, die Macht an eine zivile Regierung abzugeben, aber erst nachdem er Ernest Shonekan zum Chef der nationalen Übergangsregierung ernannt hatte.[105] Babangidas Regime gilt als das korrupteste und als verantwortlich für die Entstehung einer Korruptionskultur in Nigeria.[106]

Putsch 1993 und Diktatur Abacha (1993–1998)

Shonekans Übergangsregierung, die kürzeste in der politischen Geschichte des Landes, wurde 1993 durch einen Staatsstreich unter der Führung von General Sani Abacha gestürzt. Dies war der siebte nigerianische Staatsstreich in weniger als 30 Jahren und auch (Stand 2023) der letzte militärische Umsturz in diesem Land.

Absolute Macht, Schreckensherrschaft

Anders als vorige Militärdiktatoren in Nigeria wie Gowon, Murtala, Obasanjo oder Buhari kann man Abacha nur als Schreckensherrscher bezeichnen.

Nachdem er im November 1993 die Regierung und das Parlament aufgelöst hatte, machte er sich im September 1994 auch zum höchsten Richter[107] und erhielt damit absolute Macht.[108][109]

Abacha stellte eine persönliche Sicherheitstruppe von 3.000 in Nordkorea ausgebildeten Männern zusammen. Die nigerianischen Polizeikräfte wurden in großem Umfang umgeschult. Der Staat ging rücksichtslos gegen Kriminelle und Dissidenten vor.[110] Auch der ehemalige Militärmachthaber Olusegun Obasanjo wurde wegen Hochverrats inhaftiert und beschuldigt, gemeinsam mit General Oladipo Diya einen Staatsstreich geplant zu haben. 1997 starb General Shehu Yar'Adua, der ebenfalls inhaftiert war, im Gefängnis. Der Nobelpreisträger Wole Soyinka wurde in Abwesenheit wegen Hochverrats angeklagt.

Im September 1993 kam es zudem zu schweren Zusammenstößen zwischen den Volksgruppen der Ogoni und der Andoni, bei denen schätzungsweise 1.000 Ogoni getötet wurden und mehr als 30.000 aus ihrer Heimat flüchten mussten. Die MOSOP machte die Regierung und die Ölgesellschaften verantwortlich, die die Andoni hierzu bewogen und finanziert haben sollen.

Im Jahr 1995 wurden der Schriftsteller und Bürgerrechtler Ken Saro-Wiwa und acht weitere Angeklagte (die Ogoni Nine) nach einem spektakulären Schauprozess, der international heftige Proteste auslöste, in Port Harcourt hingerichtet. Nigeria wurde mit sofortiger Wirkung aus dem Commonwealth of Nations ausgeschlossen. Die Hinrichtung von Saro-Wiwa führte später zum Ausschluss Nigerias aus dem Commonwealth.[111]

Veruntreuung von Staatsgeldern

Unter Abacha kam es zu einer rasanten Ausweitung der Veruntreuung, die in der Geschichte Nigerias als „Abacha loot“ („Abacha-Beutezug“) bekannt ist.[112] Abachas nationaler Sicherheitsberater, Alhaji Ismaila Gwarzo, spielte eine zentrale Rolle bei der Plünderung und dem Transfer von Geldern auf Überseekonten.[113] Auch Abachas Sohn Mohammed Abacha und sein bester Freund Alhaji Mohammed M. Sada waren daran beteiligt. Sani Abacha wies Ismaila Gwarzo an, gefälschte Finanzierungsanträge für die nationale Sicherheit zu stellen, die Abacha genehmigte. Die Gelder wurden in der Regel in bar oder in Reiseschecks von der Central Bank of Nigeria an Gwarzo geschickt, der sie zu Abachas Haus brachte. Mohammed Sada sorgte dann dafür, dass das Geld auf Offshore-Konten gewaschen wurde. Auf diese Weise wurden schätzungsweise 1,4 Milliarden Dollar in bar übergeben.[114]

In einer Liste der zehn sich am meisten selbst bereichernden Staatsoberhäupter[115] rangieren Abacha und seine Familie an vierter Stelle. Sie sollen zwischen 1 und 5 Milliarden Dollar veruntreut haben.[116]

Am 7. August 2014 gab das US-Justizministerium bekannt, dass der nigerianischen Regierung 480 Millionen US-Dollar entzogen wurden, der größte Betrag in der Geschichte des Landes.[117] Jersey's Civil Asset Recovery Fund entdeckte mehr als 267 Millionen Dollar an Geldern, die angeblich über das US-Bankensystem gewaschen und auf ein Konto in Jersey eingezahlt wurden (210 Millionen Pfund). Das US-Justizministerium, die Gerichte von Jersey und die nigerianische Regierung haben eine zivilrechtliche Beschlagnahmung der Gelder vorgenommen, die zwischen diesen Ländern aufgeteilt werden.[118][119]

Demokratisierung und Föderalismus 1998, die IV. Republik

Demokratien und Diktaturen in Westafrika
Demokratien in Westafrika und deren Stabilität

Diktator Abacha starb im Jahre 1998 unter unwürdigen Umständen bei einer „Party“.[120] Nachfolger Abdulsalami Abubakar (nicht zu verwechseln mit dem Vizepräsidenten Atiku Abubakar) setzte eine Verfassung durch, die zehn Jahre zuvor bereits entworfen worden war und die freie Wahlen vorsah. Aus dem zuvor zentralistisch verwalteten Nigeria wurde eine Bundesrepublik. Eine föderative Regierungsweise ist bis zum heutigen Tag (Stand 2023) in Afrika eine Seltenheit (siehe Karte im Artikel zu „Zentralismus“).

Für die Zeit nach dem Jahr 1999 kann der Einfluss der digitalen Medien in Nigeria kaum deutlich genug hervorgehoben werden. 90 % der Nigerianer besaßen 2022 ein Handy / Smartphone[121] und sind damit nicht nur mit Landsleuten, sondern auch mit Auslandsnigerianern und mit der (zumindest angelsächsischen) Internetwelt verbunden. Dies hat nachhaltige und ständig neue Auswirkungen im politischen und kulturellen Bereich. Artikel und Fachliteratur über das Nigeria nach dem Jahr 1999 können der dynamischen Entwicklung des Landes kaum folgen und müssen mit einem entsprechenden Vorbehalt gelesen werden. Z. B. vermeldet das Factbook der CIA im Jahr 2003 (ausgehend vom bescheidenen nigerianischen Festnetz), dass nur 0,3 % der Nigerianer über ein Telefon verfügen[122] - eine trotz weniger vergangener Jahre vollständig überholte Darstellung. Dieses Kapitel versucht darum, möglichst aktuelle und vor Ort erstellte Quellennachweise zu verwenden.

Parlaments- und Präsidentschaftswahl 1999

Nach Abachas Tod blühte das politische Leben im Land auf und es wurden zahlreiche neue Parteien gebildet. Drei davon waren stark genug, um Wahlen standzuhalten: die konservativ-liberale Demokratische Volkspartei (PDP), die liberale Allianz für Demokratie (AD) und die konservative Partei aller Völker (APP) - die beiden letztgenannten Parteien sind der Kern der heutigen (Februar 2023) Regierungspartei „All Progressives“, die PDP sitzt seit 2015 auf den Oppositionsbänken.

Von Januar bis März 1999 wurden eine Reihe von Wahlen abgehalten, bei denen Gemeinde- und Stadträte, Abgeordnete fürs Bundesparlament und für die Parlamente der einzelnen Bundesstaaten sowie die dazugehörigen Gouverneure bestimmt wurden. Die Präsidentschaftswahl fand im Februar statt und wurde von internationalen Beobachtern sorgfältig überwacht. Als Sieger trat Olusegun Obasanjo von der PDP hervor, der bereits von 1976 bis 1979 als Staatsoberhaupt den letzten Übergang von einer Militärherrschaft in eine Demokratie leitete.

Die Ära Obasanjo (1999 bis 2007)

Olusegun Obasanjo, erster Präsident der IV. Republik

Am 29. Mai 1999 übergab Abubakar die Macht an den Gewinner der Präsidentschaftswahlen von 1999, den ehemaligen Militärmachthaber General Olusegun Obasanjo, als Präsidenten Nigerias. Unter Diktator Abacha hatte Obasanjo im Gefängnis gesessen. Mit Obasanjos Wahl wurde der Beginn der bis heute (2022) andauernden Vierten Nigerianischen Republik eingeläutet.[123] Dies beendete eine 39 Jahre dauernde Phase von kurzlebigen Demokratien, Militärputschen und Gegenputschen.

Erste Amtszeit

Am 29. Mai wurde er als erster Präsident der IV. Republik vereidet, im selben Monat wurde noch eine Verfassung bekannt gegeben. Das Volk, welches von den langwierigen und krisenanfälligen Militärregimes ermüdet war, wie auch die internationale Gemeinschaft begrüßten den Regierungswechsel.[124]

Machtsicherung

In den ersten Monaten seiner Präsidentschaft versetzte Obasanjo rund 200 Militäroffiziere in den Ruhestand, darunter alle 93, die politische Ämter innehatten, was einen Staatsstreich durch erfahrene Offiziere unwahrscheinlicher machte.[125] Außerdem verlegte er das Verteidigungsministerium von Lagos nach Abuja und sorgte dafür, dass es unter direktere Kontrolle der Regierung gestellt wurde.[125]

Aktive Außenpolitik

Die IV. Republik war durch eine aktive Außenpolitik in der Lage, die Schäden der Abacha-Diktatur zu beseitigen. Im Oktober 2001 gründeten der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo, der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki und der algerische Präsident Abd al-Aziz Bouteflika die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (New Partnership for Africa’s Development), kurz NEPAD, die zum Ziel hat, Afrikas Wachstum, Entwicklung und Teilhabe an der Weltwirtschaft zu stärken.[126] Während Obasanjos erster Amtszeit nahmen die Freiheitsrechte der Nigerianer zu; die Pressefreiheit ermöglichte erstmals wieder Kritik am Präsidenten.[125]

Religiöser Konflikt

Obwohl sich die Zustände in Nigeria unter Obasanjo allgemein verbesserten, war das Land immer noch merklich zerrissen. Ethnische Konflikte, die während der Militärherrschaft unter Kontrolle gehalten wurden, brachen nun in verschiedenen Teiles des Landes aus. Die Spannungen zwischen Muslimen und Christen nahmen weiter zu, als mehrere nördliche Provinzen beschlossen, das Islamische Recht, die Scharia gegen den Widerstand der christlichen Bevölkerung einzuführen.[124] Die dadurch erzeugten Spannungen zwischen Christen und Moslems kosteten hunderte Menschen das Leben. 2001 kam es darüber hinaus zu Stammeskriegen in der Provinz Benue, was tausende Menschen zur Flucht veranlasste.[127]

Im Februar 2002 kam es zu Auseinandersetzungen in Lagos zwischen den Hausa aus dem islamischen Norden und den Yoruba aus dem mehrheitlich christlichen Süden. Dabei wurden um die hundert Menschen getötet. Im November desselben Jahres führten Proteste der muslimischen Bevölkerung gegen die geplante Veranstaltung der Miss World Wahl in Abuja, der Hauptstadt der Provinz Kaduna, zu einer Absage der Wahlen und einer Verlegung nach London.[128]

Zweite Amtszeit

Obasanjo wurde 2003 in einer turbulenten Wahl mit gewalttätigen ethnischen und religiösen Untertönen wiedergewählt.[129]

In seiner zweiten Amtszeit sorgte Obasanjo für den Ausbau der nigerianischen Polizei.[125]

Im Oktober 2005 zahlte die Regierung Obasanjo im Rahmen des Pariser Clubs alle Schulden (gegen eine Ermäßigung) zurück.[130]

Streit um die Bakassi-Halbinsel

Obasanjo wurde auch mit der Lösung eines andauernden Grenzkonfliktes mit dem Nachbarstaat Kamerun konfrontiert, bei dem es um die Zugehörigkeit der Bakassi-Halbinsel ging, ein ölreiches Gebiet, das mit beiden Ländern kulturell eng verbunden ist. Gemäß einer Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes von 2002 wurde die Region Kamerun zuerkannt und Obasanjo wurde von der internationalen Gemeinschaft kritisiert, in den darauffolgenden Jahren nicht sofort mit einem Abzug nigerianischer Truppen entgegengekommen zu sein. Er erhielt von anderer Seite auch viel nationale Kritik, weil er einen Rückzug von der Halbinsel überhaupt in Erwägung zog. Es gab einige Landsleute, die das Schicksal zahlreicher in dieser Region lebenden Nigerianer hinterfragten und sich auf die traditionsreichen Verbindungen zwischen der Bakassi-Halbinsel und Nigeria beriefen. Trotz alledem folgte Obasanjo 2006 der Entscheidung des Gerichtshofes, verzichtete auf die Ansprüche der Halbinsel und zog seine Truppen ab.[124]

Am 12. Juni 2006 unterzeichnete Obasanjo mit dem kamerunischen Präsidenten Paul Biya das Greentree-Abkommen, das den Grenzstreit um die Bakassi-Halbinsel formell beendete.[131] Auch als der nigerianische Senat eine Resolution verabschiedete, in der der Abzug der nigerianischen Truppen von der Bakassi-Halbinsel für illegal erklärt wurde, gab Obasanjo den Befehl, ihn wie geplant fortzusetzen.[132]

Die Übergabe der Halbinsel an Kamerun lief nicht ohne Probleme ab. Geklärt werden musste die Frage, wie man mit der Umsiedlung von nigerianischen Bewohnern oder mit der Unzufriedenheit von Zurückgebliebenen umging, die nun von Kamerunern regiert wurden. Im November 2007 stimmte der nigerianische Senat für eine Annullierung der Vereinbarung mit Kamerun ab, die jedoch auf die Entscheidung der Regierung keinen Einfluss nahm. Am 14. August 2008 wurde die Halbinsel vollständig an Kamerun übergeben.[124]

Konflikt im Niger-Delta

Demonstrationen gegen die Öl-Politik der Regierung und gegen die hohen Benzinpreise waren in Nigeria schon seit längerem auf der Tagesordnung. Die Bewohner des Niger-Deltas protestierten darüber hinaus auch gegen die Aktivitäten der Ölgesellschaften auf ihrem Gebiet, die das Land ihrer Ansicht nach ausbeuteten und von ihren Profiten zu wenig zurückgaben. Die Proteste schlugen 2006 in koordinierte militante Aktionen um: Mitarbeiter von Ölgesellschaften wurden entführt, Raffinerien und Pipelines beschädigt. Rebellen versuchten die Ölproduktion zu stören und den Gesellschaften damit wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Die aktivste dieser militanten Gruppen war die Movement for the Emancipation of the Niger Delta (MEND). 2008 verkündete die Bewegung einen einseitigen Waffenstillstand und akzeptierte 2009 ein von der Regierung vorgeschlagenes Amnestie-Programm.[124]

Ethnische Gewalt um die Kontrolle über die ölproduzierende Region Niger-Delta und ein Aufstand im Nordosten hielten an. Konflikte zwischen Muslimen und Christen im Bundesstaat Plateau veranlassten Obasanjo, im Mai 2004 den Notstand auszurufen, die Regierung des Staates zu suspendieren und eine sechsmonatige Militärregierung einzusetzen.[125] Obasanjo konnte durch eine aktive Außenpolitik die diplomatischen Schäden der Abacha-Diktatur weitgehend beheben (etwa durch die Wiederaufnahme ins Commonwealth).

Pläne für eine dritte Amtszeit

Obasanjo versuchte, die Verfassung so zu ändern, dass ihm eine dritte Amtszeit ermöglicht würde - ein Vorgang, der in anderen afrikanischen Ländern der Region oft den Übergang zu einer weiteren Diktatur einleitet. Dies führte zu Spannungen mit dem Parlament und mit dem Vizepräsidenten Atiku Abubakar. In einer Autobiografie von Condoleezza Rice wird behauptet, dass der damalige US-Präsident George W. Bush Obasanjo letztlich davon überzeugte, von diesen Plänen abzusehen.[133][134]

Fazit

Obwohl die Wahlen, die Obasanjo an die Macht brachten bzw. ihm eine zweite Amtszeit ermöglichten, als unfrei und unfair verurteilt wurden[135], machte Nigeria deutliche Fortschritte bei der Demokratisierung.[136] Dass das Parlament dem Präsidenten trotz dessen Einfluss auf Armee und Sicherheitskräfte eine dritte Amtszeit erfolgreich verweigern konnte, belegt den gestärkten Parlamentarismus in Nigeria nach 2000.

Die föderalistische Struktur der Verfassung von 1999 mit 37 etwa gleich großen Bundesstaaten, einem Senat (entsprechend dem deutschen Bundesrat) mit jeweils drei Senatoren aus jedem Staat, sowie einer Sperrminorität von mindestens 13 Staaten bei der Präsidentenwahl muss angesichts der zahlreichen Ethnien und der religiösen Spaltung des Landes als Glücksgriff bezeichnet werden. Jeder Präsidentschaftskandidat hat seitdem im eigenen Interesse betont, nicht nur seine eigene Ethnie / Religion, sondern alle Nigerianer zu vertreten[137].

Die Ära Yar'Adua (2007 bis 2010)

Umaru Yar’Adua

Da Obasanjo bei der Präsidentschaftswahl 2007 nicht mehr antreten durfte, ging Umaru Yar’Adua als muslimischer Kandidat für die PDP ins Rennen. Umaru Yar'Adua war der Bruder des Stellvertreters Obasanjos in dessen Zeit als Militärdiktator.

Umaru Yar’Adua gewann mit deutlicher Mehrheit und wurde am 29. Mai 2007 als neuer Präsident vereidigt. Internationale Beobachter verurteilten die Wahl stark, die von Unregelmäßigkeiten und Wahlfälschungen überschattet wurde.[124] Die internationale Gemeinschaft, die die nigerianischen Wahlen beobachtet hatte, um einen freien und fairen Prozess zu fördern, verurteilte diese Wahlen als schwer fehlerhaft.[138] Der scheidende Präsident Olusegun Obasanjo räumte Betrug und andere „Unzulänglichkeiten“ bei den Wahlen ein, erklärte jedoch, das Ergebnis entspreche den Meinungsumfragen. In einer landesweiten Fernsehansprache im Jahr 2007 fügte er hinzu, dass die Nigerianer, falls ihnen der Sieg seines handverlesenen Nachfolgers nicht gefalle, die Möglichkeit hätten, in vier Jahren erneut zu wählen.[139] Yar'Aduas Gesundheitszustand würde diese Option allerdings bald gegenstandslos machen.

Über den Gesundheitszustand des neu gewählten Präsidenten Umaru Yar’Adua wurde viel spekuliert, da er vor seiner Präsidentschaft und auch nach der Wahl mehrere Male zur medizinischen Behandlung ins Ausland reiste. Nachdem er sich Ende November 2009 wegen Herz- und Nierenbeschwerden in Saudi-Arabien hatte behandeln lassen und für mehrere Wochen außer Landes war, wurde seine Amtsfähigkeit ernsthaft angezweifelt. Kritiker klagten über ein Machtvakuum im Land, und Yar’Adua wurde aufgefordert, seine Machtbefugnisse an Vizepräsident Goodluck Jonathan zu übergeben. Obwohl der Oberste Gerichtshof am 29. Januar 2010 entschied, dass Yar’Adua nicht verpflichtet sei, seine Befugnisse an den Vizepräsidenten weiterzureichen, wurde die Debatte über seine verlängerte Abwesenheit weitergeführt. Am 9. Februar 2010 beschloss das Repräsentantenhaus, Jonathan solle so lange die Amtsgeschäfte übernehmen, bis Yar’Adua seine Pflichten wieder erfüllen könne. Als Yar’Adua am 24. Januar 2010 nach Nigeria zurückkehrte, wurde bekanntgegeben, dass Jonathan so lange amtierender Präsident bleiben solle, bis Yar’Adua voll genesen sei. Yar’Adua erholte sich jedoch nie vollständig und starb am 5. Mai 2010.[140]

In Yar'Aduas Amtszeit fällt 2009 die außergerichtliche Beilegung von Klagen nach dem amerikanischen Alien Tort Statute gegen Royal Dutch Shell und Brian Anderson, den Leiter der nigerianischen Shell-Niederlassung. Shell bestreitet weiterhin die Haftung.[141]

Die Ära Jonathan (2010 bis 2015)

Präsident Goodluck Jonathan (2010–2015)

Yar'Adua starb am 5. Mai 2010. Vizepräsident Goodluck Jonathan wurde 3 Monate zuvor bereits als Nachfolger des schwer kranken und im Ausland behandelten Yar'Adua vereidigt[142].

Für den Rest der Amtszeit lagen seine Prioritäten bei der Bekämpfung der Korruption, der Lösung der Energieprobleme des Landes und bei der Fortsetzung der Friedensverhandlungen mit den Rebellen im Niger-Delta – Angelegenheiten, auf die er schon als Vizepräsident sein Augenmerk gerichtet hatte.[140]

Ein anderer von Jonathan angeführter Schwerpunkt war die Reform des Wahlverfahrens. In Anbetracht der Unregelmäßigkeiten bei den Präsidentschaftswahlen 2007 versprach er, fairen und transparenten Wahlen einen hohen Stellenwert einzuräumen. Am 2. April 2011 begannen in Nigeria die Parlamentswahlen. Da jedoch in einigen Wahlkreisen die nötigen Wahlunterlagen fehlten, musste die Abstimmung ausgesetzt und auf den 9. April (26. April in einigen Orten) verschoben werden. Als Folge wurden die auf den 9. April angesetzten Präsidentschaftswahlen auf den 16. April verlegt. Jonathan ging aus diesen Wahlen als eindeutiger Sieger hervor. Er erhielt 59 Prozent der Stimmen bei einem Feld von 19 anderen Kandidaten. Platz zwei ging an den ehemaligen General und Staatsführer Muhammadu Buhari, er erhielt 32 Prozent der Stimmen. Die internationalen Medien berichteten, dass die Wahlen im Gegensatz zu früheren Wahlen reibungslos abgelaufen seien.[143] Trotz alledem verliefen die Wahlen nicht ganz ohne Gewalt und Auseinandersetzungen, da insbesondere im Norden Unterstützer von Buhari und den anderen aussichtslosen Kandidaten randalierten und der regierenden PDP Wahlbetrug vorwarfen.[140]

Erfolge gegen Ebola und in der Unterhaltungsindustrie

In die Amtszeit von Jonathan fallen die erfolgreiche Bekämpfung von Ebola und eine wirtschaftliche Erholung, die Nigeria zur führenden Wirtschaftsmacht in Afrika machte.[144][145][146] Die Filmförderung der Jonathan-Administration für qualitativ hochstehende Produktionen schuf eine eigene, kommerziell erfolgreiche Filmindustrie („Nollywood“), die sich nur mit den USA und Indien („Bollywood“) vergleichen lässt.

Kampf gegen Boko Haram

Auf der Soll-Seite der Bilanz dagegen fällt die Terrorwelle des Boko Haram, der 2014 in Chibok 200 Schulmädchen entführte und die Ohnmacht des nigerianischen Staates deutlich machte (2022 werden ca. 100 der Mädchen immer noch vermisst).

Zu einer der größten Herausforderungen in Jonathans erster voller Amtsperiode zählte die anhaltende Bedrohung durch die Boko Haram, einer 2002 im Nordosten des Landes gegründeten islamistischen Terrororganisation. Die Gruppe forderte ein Ende von Korruption und Ungerechtigkeit in Nigeria. Größere Bekanntheit erlangte sie 2009, als sie nach einer Auseinandersetzung mit lokalen Militärs und Polizeikräften begann, Polizei- und Regierungsgebäude zu attackieren, und dabei viele Menschen tötete und verletzte. Als Vergeltungsmaßnahme führten Sicherheitskräfte eine Razzia bei der Gruppe durch und töteten dabei viele Mitglieder. Kurz darauf wurde ihr Anführer Mohammed Yusuf gefangen genommen und in Polizeigewahrsam getötet, ebenso wie viele seiner Anhänger. Nach einer kurzen Pause tauchte die Gruppe wieder unter dem neuen Anführer Abubakar Shekau auf und löste 2010 weitere Gewaltaktionen aus, die in den folgenden Jahren anhielten.[140]

Die Angriffe durch Boko Haram nahmen an Intensivität und Häufigkeit zu und hatten vor allem Verwaltungsgebäude, Kasernen, die Polizei, christliche Kirchen und Schulen in Nordost- und Zentralnigeria zum Ziel. Unrechtmäßige Gewaltanwendungen und Tötungen seitens der Polizei und des Militärs bei der Verfolgung der Anhänger waren nicht selten und erhöhten die Anspannungen im Land; sie wurden auch von Menschenrechtsorganisationen verurteilt. Schätzungen zufolge sollen 2012 mehr als 2800 Menschen von Boko Haram oder von den Sicherheitskräften bei der Verfolgung der Gruppe getötet worden sein. Die Idee, den Anhängern Amnestie bei gleichzeitiger Entwaffnung zu gewähren – ähnlich wie bei den MEND-Rebellen 2009 –, stand regelmäßig zur Diskussion, wurde aber aus verschiedenen Gründen wieder verworfen. Da sich im April 2013 immer noch keine Anzeichen für ein Nachlassen der Gewalt zeigten und es sich als wirkungslos erwies, den vorherigen Strategien der Gruppe mit Gewalt zu begegnen, ernannte Jonathan einen Untersuchungsausschuss für die Umsetzung eines Amnestie-Programmes, welches jedoch keine Früchte trug. Aufgrund des anhaltenden Terrors rief Präsident Jonathan im Mai 2013 in den drei nördlichen Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa den Notstand aus und stufte im Juli Boko Haram offiziell als Terrororganisation ein, womit sie nach dem nigerianischen Gesetz erstmals verboten war. Dadurch war es nun möglich, Kämpfer und festgenommene Helfer nach dem Terrorgesetz (Terrorism Prevention Act) strafrechtlich zu verfolgen.[140]

Boko Haram führte die Angriffe bis zum Ende des Jahres und 2014 fort und konnte von der Regierung kaum gestoppt werden. Im April 2014 entführte Boko Haram 275 Mädchen aus einem Internat in Chibok im Bundesstaat Borno und rückte so ins internationale Rampenlicht. Die Entführung wurde weltweit verurteilt. Nigeria erhielt Angebote für internationale Unterstützung, die das Land, anders als in der Vergangenheit, bereit war anzunehmen. Nachbarländer sowie westliche Staaten halfen Nigeria dabei, die Aktionen der Terrorgruppe einzudämmen und die vermissten Schülerinnen aufzuspüren. Im nächsten Monat verhängte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen Sanktionen gegen einzelne Boko-Haram-Mitglieder, die das Einfrieren von Konten, Reiseverbote und ein Waffenembargo zur Folge hatten. Die Maßnahmen brachten jedoch keinen Erfolg, die Gruppe führte ihre Angriffe weiter fort und rief im August einen aus den kontrollierten Gebieten gebildeten Islamischen Staat aus.[140]

Jonathan, der 2014 im Wahlkampf kritisiert wurde, nicht genug für die Bekämpfung von Boko Haram getan zu haben, bat die Nachbarländer Benin, Kamerun, Tschad und Niger um Unterstützung. Es wurde eine regionale Armee mit Truppen aus Nigeria und den besagten Ländern aufgestellt und eine Offensive gegen die Terroristen gestartet. Der Kampf gegen Boko Haram machte deutliche Fortschritte, Streitkräfte eroberten große Gebiete zurück, die vorher im Besitz der Terrorgruppe waren. Währenddessen schwor Boko Haram Anfang März die Treue zum Islamischen Staat im Irak und der Levante (ISIL).[140]

Drakonisches Gesetz gegen queere Menschen

Der 2014 von Jonathan unterzeichnete „Same Sex Marriage Prohibition Act“ gehört weltweit zu den repressivsten, drakonischsten Gesetzen gegen LGBT-Menschen sowie gegen Personen, die von der nigerianischen Justiz als deren „Förderer“ angesehen werden können.[147]

Hinrichtungswelle

Jonathan ist in der IV. Republik der Präsident, unter dem die meisten (58) Hinrichtungen vollstreckt wurden (Stand Februar 2023).[148][149]

Veruntreuung von Staatsgeldern, Abwahl

Vor allem jedoch steht Jonathans Amtszeit für Untreue im Amt – der Veruntreuung von Staatsgeldern. 20 Milliarden US-Dollar sollen hierdurch dem nigerianischen Staat verlorengegangen sein.[150] Das hohe Ausmaß an Korruption war bestimmend für die Präsidentenwahl 2015, aus der Oppositionskandidat Muhammadu Buhari siegreich hervorging. Die Wahlen wurden ursprünglich für Mitte Februar festgesetzt, von der nigerianischen Wahlkommission dann aber um sechs Wochen verschoben, da der zu dieser Zeit von Boko Haram ausgehende Grad der Gewalt ein Hindernis für die Wahlen im Nordosten darstellte.

Dies ist (Stand 2022) der einzige Fall in der IV. Republik, in dem die nigerianischen Wähler einem amtierenden Präsidenten die Wiederwahl verweigerten. Jonathans Partei, die PDP, verlor nach 16 Regierungsjahren die Macht. Immerhin lässt sich von Jonathan sagen, dass er seine Wahlniederlage klaglos eingestand.[151][152][153]

Die Ära Buhari (2015 bis heute)

Muhammadu Buhari, amtierender Präsident

Buhari gilt seit der Zweiten Republik als Saubermann der nigerianischen Politik, als sparsam, aber auch als Vertreter nördlicher Interessen. Seine Partei, die „All Progressives“, war erst kurz vor seiner Wahl 2015 aus einem Zusammenschluss von vier Oppositionsparteien entstanden. Die Wahl, bei der der damals 72-jährige Buhari in seinem vierten Anlauf siegte, wurde von Beobachtern als fair bezeichnet. 2019 wurde Buhari für eine zweite und damit letzte Amtszeit gewählt.[154] Die Progressiven sind bis heute (Stand Januar 2023) Regierungspartei. Während Buharis zwei Amtszeiten konnten sie die Zahl ihrer Abgeordneten, Senatoren und Gouverneure allmählich ausbauen. Die Buhari-Ära wird (Stand Januar 2023) von einer dynamischen Strukturpolitik, wirtschaftlicher Diversifizierung, Erfolgen gegen Boko Haram und abnehmender Korruptionswahrnehmung, aber auch von rasant zunehmender bewaffneter Kriminalität und Polizeiübergriffen geprägt. Während die Covid-19-Pandemie ab 2020 in der jungen nigerianischen Bevölkerung keine Rolle spielte, war 2022 Nigeria als weltweit größter Weizenimporteur von der Weizenknappheit durch den Ukrainekrieg und dadurch steigende Brotpreise besonders hart betroffen.

Antikorruptionsmaßnahmen

Zu den in der Wahl 2015 versprochenen Maßnahmen Buharis gegen die Korruption gehört die Suspendierung des Obersten Richters Nigerias, Walter Onnoghen. Ermittlungen des Code of Conduct Bureaus (CCB, eine Art Ethikrat) und Anzeigen einer Bürgerinitiative hatten ergeben, dass Onnoghen geheime Konten führte[155] und dort eintreffende Einnahmen nicht deklarierte.[156] Nachdem Onnoghen auf zwei Vorladungen des CCB im Januar 2019 nicht erschienen war[157], wurde er von Buhari beurlaubt. Einer Amtsenthebung durch den nigerianischen Senat (entsprechend dem deutschen Bundesrat) kam Onnoghen durch seinen Rücktritt zuvor. Im Dezember 2019 wurde der Generalstaatsanwalt, Mohammed Bello Adoke, in Abwesenheit wegen Korruption verurteilt und später von Nachbarland Niger ausgeliefert.[158] Im Juli 2020 wurde – nicht ganz ohne Ironie – der Vorsitzende der Untersuchungskommission gegen Korruption EFCC, Ibrahim Magu, wegen Korruption verhaftet.[159] Im Dezember 2020 folgten ihm der Vorsitzende der Renten-Taskforce, Abdulrasheed Maina, sowie ein Senator.[160] - Da Korruption im Verborgenen stattfindet und als Thema emotionsbeladen ist, ist eine objektive Einschätzung schwierig. Allerdings sehen, anders als in der Wahl 2015, Nigerianer in Umfragen des Jahres 2022 nicht mehr die Korruption als das wichtigste politische Thema, sondern platzieren es hinter „Kriminalitätsbekämpfung“, „Wirtschaft“ und „Stromversorgung“.[161] Diese Verbesserung spiegelt sich nicht im Corruption Perception Index (CPI) wider - stattdessen verschlechterte sich diese Einschätzung Nigerias durch 11 internationale NGO's seit 2015 um mehrere Punkte, siehe dazu Kapitel „Kritik an der CPI-Methodik“.

Strukturpolitik mit chinesischer Hilfe

Die Buhari-Administration hat wie keine Vorgängerregierung Straßen, Häfen, Brücken und Schienen renoviert und neu angelegt. Hervorzuheben sind hier der Bau und der profitable Betrieb der Normalspurbahn Lagos-Ibadan seit Mai 2021 sowie die Zweite Nigerbrücke bei Onitsha und der Super-Post-Panamax-Containerhafen Lekki, die beide im Dezember 2022 fertiggestellt wurden. Bei Rohstoffen wie Erdöl und Reis hat die Buhari-Administration weiterverarbeitende Industrie anlocken bzw. einrichten können (z. B. Dangote-Raffinerie, Reismühle von Imota). Nigerianische Großunternehmer wie Aliko Dangote (Zement), Innocent Chukwuma (Innoson, Fahrzeugbau) und Stella Chinyelu Okoli (Emzor Pharma) bringen ihr Vermögen nicht mehr ins Ausland, sondern investieren es im eigenen Land. - Zuerst wurden die meisten Strukturverbesserungen als PPP-Projekt im Rahmen des verstärkten Engagements der Volksrepublik China in Afrika[162][163] über die Staatsfirmen CCECC bzw. CHEC finanziert und umgesetzt[164][165], während sich westliche Länder bei solchen Projekten kaum[166] beteiligten. Als 2021 jedoch die nigerianisch-chinesischen Verhandlungen über weitere Projekte scheiterten[167], konnte Bauminister Fashola für zwei neue Schienenprojekte in kurzer Zeit eine Finanzierung über die britische Standard Chartered Bank regeln.[168]

Erfolge gegen Boko Haram

Buharis Strategie gegen Boko Haram war trotz mancher Rückschläge effektiv. Bereits 2016 konnte die Terrormiliz aus den wichtigsten Städten des heimgesuchten Nordens vertrieben werden (siehe Kapitel „Boko Haram“).

Im Dezember 2020 wurden im Bundesstaat Katsina 330–668[169] Schüler einer weiterführenden Jungen-Schule nördlich der Stadt Kankara verschleppt.[170][171] Etwa 200 Kinder und Jugendliche konnten entkommen. Boko Haram reklamierte die Entführung für sich.[169] Wenige Tage später waren 344 entführte Schüler wieder frei.[171]

Mitte Februar 2021 wurden laut Angaben von AFP 27 Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte sowie zwölf Angehörige von Unbekannten im Bundesstaat Niger verschleppt. Dabei sei ein Schüler erschossen worden.[172] Ende Februar entführten bewaffnete Kriminelle laut der nigerianischen Polizei 317 Mädchen der Government Girls Science Secondary School des Ortes Jangebe in der Local Government Area Talata-Mafara des Bundesstaats Zamfara.[173] Anfang März 2021 meldete der Gouverneur von Zamfara, Bello Matawalle, dass sich alle Schulmädchen wieder in Freiheit befinden.[174]

In der Stadt Tegina brachten Entführer Ende Mai 2021 eine Schule, in der sich 200 Kinder befanden, unter ihre Gewalt und entführten dutzende Kinder.[175][176]

Zu einer Entspannung kam es Anfang 2022, als sich Boko Haram, dessen Milizen jahrelang Nigerias Norden terrorisierten und ganze Landstriche verwüsteten, weitgehend in Auflösung befand. 40.000 Boko Haram-Kämpfer ergaben sich.[177] Die Splittergruppe ISWAP bleibt dagegen aktiv.

Militante Gruppen im Nigerdelta

Militante Gruppen im Nigerdelta konnte die Buhari-Administration durch „Bewachungsverträge“ und damit verbundene Zahlungen zeitweilig beschwichtigen. Kritiker sehen darin einen modernen Ablasshandel bzw. die Subventionierung von Kriminellen. Siehe dazu das entsprechende Kapitel.

Kriminalitätswelle

Seit 2019 wurde Nigeria von einer Welle der Kriminalität und überhand nehmender Polizeigewalt betroffen. Siehe dazu Kapitel „Sicherheit“.

Weniger Hinrichtungen

In den acht Buhari-Jahren wurden 3 Menschen – 2016, alle drei wegen Raubmordes – hingerichtet,[178] dies sind deutlich weniger als die 58 Hinrichtungen, die in fünf Jonathan-Jahren zu beklagen waren.[179][180] Allerdings warten (Stand Februar 2023) 3,000 Häftlinge auf ihre Hinrichtung.[181]

Außenpolitik

Im November 2022 strich das US-Außenministerium Nigeria (und Indien) von der Liste der „Schurkenstaaten“ (Countries of Particular Concern).[182] Dies geschah gegen den Protest der christlich-konservativen US Commission on International Religious Freedom (USCIRF) unter Hinweis auf Übergriffe Krimineller gegen christliche Missionare[183] im islamischen Norden Nigerias. Nigeria war 2018 vom damaligen Präsidenten Trump bzw. seinem Außenminister Tillerson mit einer hier nicht zitierfähigen Wortwahl auf die genannte Liste gesetzt worden.[184]

Die nigerianische Öffentlichkeit wird kritischer

Demonstration gegen Polizeigewalt am Lekki Tollgate, Oktober 2020

Als nigerianische Antwort auf die US-amerikanische Black-Lives-Matter-Bewegung protestierten 2020 vor allem junge, höher gebildete Nigerianer gegen Polizeiübergriffe. Die Sondereinheit SARS (Special Anti-Robbery Squad) stand dabei besonders in der Kritik. Bei einer Demonstration im Oktober 2020 erschossen Sicherheitskräfte am Lekki Tollgate dutzende Teilnehmer.[185] Die Regierung löste die SARS auf und versprach eine Verbesserung der Verhältnisse. Dabei muss bemerkt werden, dass Buharis Informationsminister, Lai Mohammed, die Geschehnisse zuerst leugnete („Fake News“) und in den folgenden Wochen immer nur die Informationen bestätigte, die in den Medien seit dem letzten Dementi nachgewiesen worden waren (bekannt als Salamitaktik). Zentral bei der Aufdeckung der Tragödie waren die Videoaufnahmen, die die Protestteilnehmer mit ihren Smartphones gemacht hatten,[186] sowie die Berichterstattung durch den Nachrichtensender CNN. Die Gruppe junger, städtischer und digital kompetenter Nigerianer würde im Präsidentenwahlkampf 2023 nicht mehr die Fortschrittlichen unterstützen, sondern den Gefolgschaftskern des Überraschungskandidaten Peter Obi stellen[187].

Siehe auch

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Weblinks

Commons: Geschichte Nigerias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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British Men o' War Attacked by the King of Lagos in 1851, by James George Philp
Date 1851

Medium oil on canvas

Measurements H 76.5 x W 117 cm

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Herbert Macaulay (1864-1946)
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