Gerald Knaus

Gerald Knaus (2025)

Gerald Knaus (geboren 17. Juni 1970 in Bramberg, Salzburg)[1] ist ein österreichischer Sozialwissenschaftler und Migrationsforscher. Er ist Mitgründer und Vorsitzender der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative (ESI).

Leben

Gerald Knaus studierte Philosophie, Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft in Oxford, Brüssel und Bologna.

1999 wurde Knaus Mitbegründer der European Stability Initiative, einer liberalen Denkfabrik in Sarajevo, die für Migrationskonzepte bekannt ist.[2] Er unterrichtete Wirtschaftslehre an der Staatlichen Universität von Czernowitz in der Ukraine und arbeitete fünf Jahre lang für verschiedene NGOs und internationale Organisationen in Bosnien. Er war Direktor der Lessons Learned and Analysis Unit (LLA) der EU-Abteilung von UNMIK in Kosovo (2001–2004). Er ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations und war fünf Jahre lang Associate Fellow am Carr Center for Human Rights Policy der Harvard Kennedy School of Governance in den USA, wo er 2010/2011 zu State Building und Interventionen unterrichtete. Knaus war von September 2018 bis Juni 2019 visiting fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (Wien)[3] und 2016/2017 Mercator-IPC Senior Fellow in Istanbul.[4] Er ist Mitinitiator und -aushandler des Flüchtlingspakts zwischen der Türkei und der EU von 2016.[5]

Knaus ist verheiratet, hat drei Töchter und lebt in Berlin.[6][7][8] Mit Tochter Francesca Knaus schrieb er 2025 das Buch Welches Europa brauchen wir?[9]

Publikationen

  • Bulgarien. C. H. Beck, München 1997, ISBN 978-3-406-39866-7.
  • mit Rory Stewart: Can Intervention Work? (Amnesty International Global Ethics Series). W. W. Norton & Company, New York/London 2011, ISBN 978-0-393-08120-6.[10]
  • Welche Grenzen brauchen wir? Zwischen Empathie und Angst – Flucht, Migration und die Zukunft von Asyl. Piper, München 2020, ISBN 978-3-492-05988-6.[11]
  • Wir und die Flüchtlinge. Brandstätter Verlag, Wien 2022, ISBN 978-3-7106-0647-2.
  • mit Francesca Knaus: Welches Europa brauchen wir? Ein politisches Wunder und wie wir es vor seinen Feinden schützen. Piper, München 2025, ISBN 978-3-492-07217-5.

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

  • Silke Burgsteiner: Bewahrer der Menschenwürde. Porträt über Gerald Knaus. In: Platzhirsch, 13. November 2020 (Online (PDF; 371 KB) auf der Website der European Stability Initiative).
Commons: Gerald Knaus – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. CIMIC-Faktoren VI: Neuanfänge ex-jugoslawischer Republiken und Provinzen. (PDF) In: Speyerer Arbeitsheft Nr. 165. 2004, S. 253, abgerufen am 2. November 2025.
  2. Gerald Knaus. In: SWR1 BW. 8. April 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. April 2020.
  3. Gerald Knaus. In: iwm.at. Institut für die Wissenschaften vom Menschen, 2019, abgerufen am 16. Februar 2023.
  4. GERALD KNAUS - Möglichkeiten der Stärkung der politischen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland. In: stiftung-mercator.de. Stiftung Mercator, 2023, abgerufen am 16. Februar 2023.
  5. Türkei-Deal-Initiator Gerald Knaus: "Das Abkommen dürfte halten". In: Der Standard. 11. Oktober 2019, abgerufen am 4. September 2024.
  6. Andrea Dernbach: Berliner Thinktank ESI: Der Kopf hinter dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei. In: Tagesspiegel, 17. November 2016.
  7. Autorenprofil beim Piper Verlag, abgerufen am 13. Oktober 2020.
  8. Andrea Fopp, Daniel Gerny: «Das, was wir an der deutschen Grenze erleben, ist Theaterpolitik», sagt Migrationsforscher Gerald Knaus. Er vermisst eine Strategie in der Asylpolitik. In: Neue Zürcher Zeitung, 21. Mai 2025.
  9. Knaus und Tochter wollen für "Wunder Europa" begeistern. In: PULS 24. PULS 4 TV GmbH & Co KG, 22. Oktober 2025, abgerufen am 3. November 2025.
  10. Can Intervention Work? In: esiweb.org. ESI – European Stability Initiative, 2011, abgerufen am 16. Februar 2023 (englisch).
  11. Michael Martens: Neues Buch zu Migration: Welche Grenzen brauchen wir? In: Frankfurter Allgemeine. 15. Oktober 2020, abgerufen am 3. November 2025.
  12. Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2020 an Publizist Roger de Weck. In: ots.at. SPÖ, OTS, 1. Januar 2021, abgerufen am 1. Januar 2021.
  13. Michael Martens in: FAZ vom 13. November 2023, Seite 8, Will Einfluss.

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Der österreichische Sozialwissenschaftler und Migrationsforscher Gerald Knaus auf der Buch Wien 2025.