Genueser Kolonien

Die Expansion Genuas, nach dem Codex Latinus Parisinus (1395)
Handelswege Venedigs und Genuas

Die Republik Genua (958–1797) war eine der Seerepubliken, die vor allem im Gefolge der Kreuzzüge schon im Hochmittelalter begannen, Überseebesitzungen zu erwerben. Die Genueser Kolonien befanden sich vor allem im Mittelmeerraum und im Schwarzen Meer sowie im Zusammenhang mit der iberischen Überseeexpansion auf den atlantischen Inseln vor der westafrikanischen Küste. Als Gegenleistung für ihre unentbehrlichen Flotten- und Militärdienste während der Kreuzzüge sicherte sich Genua (so wie auch Pisa und Venedig) Privilegien und Handelsquartiere in den größeren Hafenorten der Levante (bisweilen auch ganze Dörfer und kleine stadtnahe Territorien), die vorrangig den spezifischen wirtschaftlichen Interessen des italienischen Kaufmannskapitals dienten.

Sardinien

Sardinien stand im hohen Mittelalter unter der Herrschaft der Mauren, die ihre Machtbasis auf der Iberischen Halbinsel hatten. Genua schloss sich Anfang des 11. Jahrhunderts mit Pisa gegen diesen gemeinsamen Feind vor der eigenen Küste zusammen, um im Auftrag des Papstes 1016 n. Chr. die Mauren von der Insel zu vertreiben. Noch bis 1022/27 gab es maurische Rückeroberungsversuche und bis etwa 1050 Plünderungen durch maurische Piraten. Das erworbene Gebiet wurde geteilt, jedoch bald zum Streitpunkt zwischen den Verbündeten. Die Pisaner kamen zunächst durch Heirat in den Besitz der Gallura im genuesischen Teil der Insel. Genua besaß schließlich nur noch das Judikat Torres und einen Teil von Arborea, also den Nordwesten der Insel. Der Kampf zwischen den Adelsfamilien Genuas (insbesondere den Doria, Malaspina und Spinola) und Pisas (vor allem den Visconti und den Gherardesca) kam in der Seeschlacht bei Meloria 1284 zu einem für Pisa verheerenden Abschluss. Aber Genua konnte sich nur noch bis zum Jahre 1297 seines Sieges erfreuen, als der Papst dem König von Aragon (Jakob II.) die Herrschaft über Sardinien zusprach. Das Gebiet um Alghero, das zunächst eine Kolonie Genuas blieb, wurde erst 1353 von Admiral Bernat de Cabrera erobert und (ab 1372) von Einwanderern aus Katalonien, den Balearen und dem Reich Valencia besiedelt.

Korsika

Näher zu Genua hin gelegen war Korsika, das seit dem Jahre 1077 pisanische Kolonie war, aber von Papst Innozenz III. nach der Seeschlacht von 1284 zunächst zur Hälfte an Genua übertragen wurde. Wenig später wurde es allerdings Aragon zugesprochen. Die Genueser widersetzten sich und konnten 1447 endgültig siegen, so dass die Insel bis 1768 bei Genua blieb, ab 1453 allerdings von der St. Georgs-Bank verwaltet wurde, die die Insel befestigte (Torregiana). Seit dem Aufstand der Korsen unter Pascal Paoli 1755 war die Insel faktisch unabhängig, der Verkauf der dennoch aufrechterhaltenen Ansprüche auf Korsika an Frankreich im Jahre 1768 daher fragwürdig.

Zypern

Eine private Kompanie genuesischer Kaufleute und Patrizier besaß seit der Thronbesteigung von Heinrich I. im Jahre 1232 Handelsprivilegien auf Zypern. 1373 entsandten sie eine Flotte, die die venezianischen Konkurrenten aus einigen Positionen verdrängte und den Osten von Zypern zum genuesischen Protektorat machte. Mehrere Versuche des zypriotischen Königshauses, zusammen mit Venedig und den Visconti die genuesische Herrschaft abzuschütteln, misslangen. Nach Straßenkämpfen zwischen den Venezianern und Genuesen in Famagusta besetzte ein Geschwader unter Pietro di Campofregoso 1374 Famagusta und verlangte hohe Reparationen sowie einen jährlichen Tribut. Fast ein Jahrhundert lang blieb Zypern danach ein genuesisches Protektorat. Famagusta wurde von König Jakob I. offiziell an Genua abgetreten. Anders als die Venezianer verfügten die Genuesen nicht über eine große Kriegsmarine und konnten den Besitz Zyperns nicht dauerhaft absichern. So übertrugen sie die Verwaltung der Banco di San Giorgio. 1464 gelang es Jakob II. mit Hilfe ägyptischer Truppen sowie spanisch-sizilianischer Söldner Kyrenia und Famagusta einzunehmen, finanziert wurden diese Unternehmen von Venedig aus, um Genua endgültig von der Insel zu vertreiben. Durch die Heirat Jakobs mit der Venezianerin Katharina Cornaro stieg der Einfluss der Serenissima erneut, sodass schließlich nach dem Tod Jakobs Katharina abdankte und 1489 Zypern an diese abtrat.

Monaco

Im Jahre 1174 verkaufte Raimund VI., Graf von Toulouse, Monaco an die Republik Genua, 1191 wurde der Erwerb Monacos durch den römisch-deutschen Kaiser Heinrich VI. bestätigt. 1297 gelang es der aus Genua stammenden Familie Grimaldi, die Stadt zu erobern, jedoch fiel sie schon 1301 wieder an Genua zurück. 1331 konnten sich die Grimaldis erneut durch die Hilfe des französischen Königs gegen die Mutterstadt behaupten, verloren die Herrschaft über die Stadt aber 1357 wieder an die Genuesen. Diese konnten Monaco bis 1419 halten, ehe es endgültig an die Grimaldis zurückfiel, deren Nachkommen dort bis heute herrschen.

Schwarzes Meer

Die genuesischen Festungswerke von Soldaia (Sudak)

Nach der Aufteilung des Byzantinischen Reiches im Vierten Kreuzzug 1204 waren wichtige Hafenstädte zunächst an den Rivalen Venedig gefallen, mittels eines Bündnisses mit dem um Restauration bemühten Kaiserreich Nikaia setzte sich dann jedoch wieder Genua durch. Nach dem Abkommen von Nymphaion 1261 setzten sich die Genuesen vor allem auf der Halbinsel Krim und am Asowschen Meer fest. Auf der Grundlage des Abkommens gründeten sie weitere Niederlassungen rund um das Schwarze Meer, so unter anderem in Trapezunt, Amastri, Simisso, Vicina im Donaudelta, Kilia, Caffa, Cetatea Albă, Tana an der Donmündung.[1]

Die bedeutendste und erste genuesische Kolonie im Schwarzmeerraum, Pera bei Konstantinopel, nahm eine Sonderstellung ein und blieb bis zum Fall Konstantinopels 1453 ein wichtiger und konstanter Stützpunkt des genuesischen Handels. Für den übrigen Schwarzmeerraum wurde Caffa auf der Krim zur Hauptkolonie. Von dort kam wohl im Zuge der Kämpfe mit den Mongolen der Goldenen Horde 1348 die Pest – der Schwarze Tod – nach Europa.

Um die weit verteilten Kolonien im Schwarzmeerraum zu verbinden, wurde 1313 das Officium Ghazariae (auch „Khazaria“ oder „Gazaria“ genannt) gegründet. Dem Amt unterstand nominell das Netzwerk von Handelsstützpunkten im Schwarzen Meer, die sich aber weitgehend selbst verwalteten; es wurde von einem Bevollmächtigten der Genuesen für die Romania (Podestà dei Genovesi di Romania) mit Sitz in Pera wahrgenommen. Er wurde für jeweils ein Jahr eingesetzt. Ihm unterstanden die Konsuln der Stützpunkte mit Ausnahme von Caffa. Das Officium Ghazariae, das auch als Schutzorganisation gegen Angriffe von Piraten fungieren und Qualitätsstandards beim Schiffbau festlegen sollte, wurde jedoch immer wieder durch Konkurrenzkämpfe der ligurischen Eliten behindert.[2] Die eigentliche Kontrolle der Schwarzmeerkolonien fiel daher spätestens seit der Mitte des 14. Jahrhunderts der Administration in Caffa zu.

Die Kolonien auf der Krim, ab 1365 kamen neben Caffa weitere hinzu, wurden zur Provinz „Gothia“, einem Küstenstreifen an der Südostküste der Krim von Caffa bis Cembalo. Von hier aus wurden verstärkt die Handelsbeziehungen in östlicher Richtung vorangetrieben, die über das sog. „Mongolische“ Ende der Seidenstraße (bei Tana am Don) bis nach China reichten. So tauchte bereits 1257 die erste chinesische Seide auf genuesischen Märkten auf.[2]

Über ihre Stützpunkte im Schwarzmeerraum gelangten die genuesischen Kaufleute nach Kiew, Bolgar, Kasan, Abchasien, Tscherkessien im Kaukasus und nach 1315 Indien. Berichten nach erreichten Genuesen schon 1322 Zeitun in China und 1338 Kulam in Indien. Auch Waren aus den mongolisch kontrollierten Gebieten am Kaspischen Meer kamen im Spätmittelalter nach Genua.[2]

Neben dem Prestigeprodukt Seide, das aber immer auch über südlichere Routen ans Mittelmeer gelangte und über Häfen im Vorderen Orient und auf Rhodos und Zypern verschifft wurde, waren es vor allem Sklaven, Getreide und verschiedene Rohstoffe, die aus dem Schwarzmeerraum nach Genua geliefert wurden. Zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert wurde der Schwarzmeerraum zur wichtigsten Quelle für den Sklavenhandel im Mittelmeer. Weitere wichtige Handelsgüter waren Gewürze, Wachs, Pelze, Salz, Fisch, Kaviar und Nüsse, die ebenfalls über das Mittelmeer weiterverschifft, teils aber auch auf dem Landweg durch Südosteuropa bis ins Baltikum gebracht wurden.[3]

Die Genuesen hielten sich noch bis 1475 im Schwarzmeerraum; in diesem Jahr fielen die letzten Stützpunkte an die Osmanen.

Bosporus

Die Krim im 15. Jahrhundert
  • Fürstentum Theodoro
  • Genueser Kolonien
  • Khanat der Krim
  • Krim

    Asowsches Meer

    • Asow (Tana) – 1261/70–1343/92
    • Bosporo, Tmutarakan (Taman) und Matrida (Matrega) (alle drei an der Straße von Kertsch) – ab 1310
    • Tmutarakan – 1419–1482

    Östliches Schwarzes Meer

    • Lo Vati (heute: Batumi in Georgien)
    • Sevastopol (die ehemals griechische Kolonie Dioskurias; heute: Suchumi)

    Bessarabien

    Kleinasien

    Ägäis

    Die ägäischen Inseln Chios (1304–1329 und 1346–1566), Samos (1304–1329 und 1346–1475), Thasos (1354–1457) und Lesbos (1333–1336 und 1355–1462) wurden Genueser Kolonien. Die thrakische Hafenstadt Ainos unterstand 1376–1456 der Genueser Patrizierfamilie Gattilusio. Nach dem Fall von Byzanz wurden aber bis 1475 fast sämtliche genuesischen Kolonien und Niederlassungen in der Ägäis und im Schwarzen Meer aufgegeben. Chios wurde erst 1566 von den Osmanen erobert. Weitere Orte an der ägäischen Küste die zeitweise von den Genuesen kontrolliert wurden sind; Focea (heute Foça) (1264–1455), Pitane (heute Çandarlı) und Scala Nova (heute Kuşadası).

    • Liste der genuesischen Herrscher von Ainos

    Liste Genueser Kolonien und Handelsniederlassungen in der heutigen Türkei

    LegendeBurg /BefestigungKirche /KlosterTurmGebäudesonstiges Relikt (z. B. Wappen)
    erbaut von den GenuesenGfi-set01-castle.pngGfi-set01-church.pngGfi-set01-tower.pngGfi-set01-hostel.svgSevärd.svg
    existierte bereits vor genuesischer Kontrolle/genuesischem AusbauGfi-set01-castle1.pngGfi-set01-church1.pngGfi-set01-tower1.png
    Ruine oder Relikt, ehemals erbaut von GenuesenGfi-set01-castle-ruin.pngGfi-set01-ruined-church.pngGfi-set01-tower.pngGfi-set01-archaeology.png
    Ruine oder Relikt, das von den Genuesen teilweise beeinflusst wurdeGfi-set01-castle-ruin1.pngChurch ruin symbol FLC.svgGfi-set01-tower1.pngGfi-set01-archaeology1.pngGfi-set01-archaeology1.png
    OrtsnameJahreszeitGenuesische Bauwerke oder von Genuesen mitgestaltete BautenFotos genuesischer Bauten
    Adramitto (Ören)1280er-1330er/(1334)Es gibt noch keine archäologischen oder architektonischen Funde, die eindeutig als genuesisch identifiziert werden könnten.
    Aigeai/Laiazzo (Ayas)1098/1201/(1294)- 1347/1360/(1369)Gfi-set01-ruined-church.png Die Genuesen bauten eine Kirche (San Lorenzo) und weitere Gebäude, jedoch sind keine Überreste bekannt. Erweiterte Zugeständnisse für Genuesen ab 1201Yumurtalik2.jpg
    Akçakoca13. Jh.Gfi-set01-castle-ruin1.png Burg genutzt von genuesern
    Alexandretta (İskenderun)1098-1268ehemalige Niederlassungen genuesischer Händler
    Amastris/Samastri (Amasra)1263/(1270)–1461Gfi-set01-castle-ruin1.png Mehrere genuesische Stadtmauertürme und -abschnitte (siehe Bild; rechteckiger genuesischer Turm) welche auf bereits existierende byzantinische Strukturen ergänzt worden waren. Die genuesischen Änderungen an der Stadtmauer lassen sich häufig gut von den Byzantinischen Überresten unterscheiden. Dar Hafen der Stadt war für die Genuesen sehr relevant (z. B. Sklavenhandel aus Krim), deshalb wurde die Befestigung Ausgebaut, andere Teile der Stadt wurden zum Teil vernachlässigt.Amasra 189.JPG
    Sevärd.svg Von den Genuesen zeugen in der Stadtmauer noch einige Steinplatten mit Wappen in den Fassaden der Türme und Tore.
    Gfi-set01-church1.png Zwei bereits bestehende Kirchen wurden von Genuesen (wahrscheinlich ohne relevante Veränderungen) weitergenutzt. Weitere Überreste von Genuesen sind nicht erhaltenAmasra 183.JPG
    Antiochia (Antakya)1098-1268ehemalige Niederlassungen genuesischer Händler
    Beyoğlu (Pera)/Galata, Istanbul(1267)/1273-1453Gfi-set01-tower.png Galataturm von Genuesen im Jahre 1348 wieder aufgebaut (später Ergänzungen von Türken)Istanbul asv2020-02 img47 Galata Tower.jpg
    Gfi-set01-castle-ruin.png genuesische Ergänzungen an der Stadtmauer (heute kaum mehr vorhanden bis auf paar weitere Mauertürme und -abschnitte) sowie Harap Kapı/Yanık Kapı (inzwischen wahrscheinlich abgerissen).Galata Walls.jpg
    Sevärd.svg mehrere genuesische Steinplatten mit Wappen sind noch erhalten und auf den Überresten der Stadtmauer in Beyoğlu und im Istanbuler Archäologiemuseum zu besichtigen
    Gfi-set01-hostel.svg Palazzo del Comune 1316 (oder Palazzo Comunale; besteht aus mehreren Gebäuden (z. B. Bereket Han), Teilweise in Restaurierungsarbeiten; das vorherige Gebäude brannte 1315 nieder) in Kart Çınar Sokak[4]
    Set01-church.svg Saint Benoît Latin Katolik Kilisesi (ursprünglich bekannt als Santa Maria di Cisterna); heute älteste noch aktive Kirche in Istanbul; erbaut 1427Saint Benoit Istanbul 01.jpg
    Set01-church.svgArap Camii (San Domenica) eine Kirche die zur Zeit der Genuesischen Herrschaft 1325 durch Dominikanern eine kleinere Kirche ersetzte. Bürger und Touristen werden bewusst falsch informiert, dass dieses Gebäude einen Arabischen/Islamischen Ursprung habe, was jedoch durch verschiedene Forscher widerlegt wurde [5]İstanbul - Arap Camii r1 - Mart 2013.JPG
    (Gfi-set01-hostel.svg) Die Gebäude Serpuş Han, Saksı Han und/oder Ceneviz Han könnten möglicherweise genuesischen Ursprungs sein
    Ceresonda (Giresun/Kerasus)Der Hafen wurde von den Genuesen genutzt, die Stadt hatte eine kleine genuesische Bevölkerung
    Corci (Mardaliç Adası)1355- 15. Jh.Gfi-set01-tower.png Ruine vom Corci Turm (ca. 1357)
    Çeşme (Erythrae)-1390Obwohl man davon ausgeht, dass die Burg in Çeşme von den Osmanen in 1508 gebaut wurde, lassen sich auf den Zwillingstürmen an der Küstenseite genuesische Einflüsse wiedererkennen. Diese Türme besitzen starke Ähnlichkeiten mit dem nordwestlichem Turm der Stadtmauer von Chios; dies liegt wahrscheinlich den engen Kommerziellen Beziehungen mit den Genuesen auch nach Osmanischer Eroberung zusammen, zumindest bis Chios 1566 von den Osmanen erobert wurde.
    Enos (Enez)1376-1456Gfi-set01-castle-ruin.png mittelalterliche Burg der genuesischen Familie der Gattilusio.
    Enez Kalesi - panoramio (3).jpg
    (c) Aziz Akbiyik, CC BY-SA 3.0
    Sevärd.svg Zwei von ehemals mindestens 5 genuesischen Steinplatten mit Wappen oder/und Schrift sind noch auf der Stadtmauer erhalten. Diese befinden sich aber auf den Mauern außerhalb der ehemaligen Zitadelle.
    Church ruin symbol FLC.svg Ruine von der ehemaligen Kirche Theotokos Chrysopege, von den Byzantinern stammend mit wahrscheinlich genuesischen Einflüssen im Baustil
    Foglia/Focea Nuova (Yenifoça)1275-1340, 1346-1348, 1351-1455Von der ehemaligen Stadtmauer sind stand 2016 keine Überreste mehr übrig, Alaune Minen in Foça und Neufoça waren unter Besitz genuesischer Familien. (Ab 1346 und 1351 war Foglia Nuova zusammen mit Foglia Vecchia und Chios unter dem Namen Maona ein genuesisches Protektorat, dass an die Byzanz und den Osmanen abwechselnd Tribute zahlte)
    Foglia/Focea Vecchia (Foça)1264-1340, 1346-1348, 1358-1455Gfi-set01-castle-ruin1.png Beşkapılar Kalesi: teile der übrigen Stadtmauer sind genuesisch (Wurde größtenteils 1296-1302 durch Venezianer zerstört, welche zuvor Galata angegriffen hatten); Die Stadtmauer haben die Genueser auf bereits bestehende byzantinische Strukturen umgeändert; nach Zerstörung großer Wiederaufbau von Osmanen 1538-1539 (Stadtmauer wurde 2013-2014 restauriert, davon sind 2 Türme noch genuesisch der Rest osmanisch).Foça Kalesi. Deniz tarafından kaldırım.1.jpg
    Sevärd.svg Eine genuesische Steinplatte mit Wappen (in zwei geteilt, dennoch fehlen zwei weitere kleinere Abschnitte) befindet sich auf der Frontfassade auf einem alten Haus in der Altstadt von Foça, welche als Ornament verwendet wurde [6]
    Garipçevor 550 JahrenGfi-set01-castle-ruin.png Kleine genuesische Burg mit TurmGaripçe 2 18.07.2015.jpg
    Heraclia Pontica (Karadeniz Ereğli)1202-1204Die Burg die Bereits an der Stelle existierte wurde von den Genuesern höchstwahrscheinlich weder umgebaut noch renoviert. Nach Eroberungen durch andere Staaten blieb diese Stadt während des 13. und 14. Jahrhunderts ein wichtiger Handelsort für Genuesen.[7]
    Imbros (Gökçeada)1453-1456Vorhandene Burg wurde kurze Zeit von Genuesern genutzt
    Kerpe (Carpi)-1308(-)(Gfi-set01-archaeology1.png) Ruinen auf einer Insel (Kefkan) wobei unklar ist ob diese genuesischen Ursprungs sind.
    Koloneia (Şebinkarahisar)Alaune Mine der Genuesen
    Mamistra (Misis)ca. 12. Jh. -1360/(1369)Genuesen durften nach dem 1. Kreuzzug im Armenischen Staat Handel treiben, ab dem 13. Jh. durften sie Gebäude (Beispielsweise Lagerhäuser) bauen und Ländereien besitzen.[8]
    Pazar, Rize14. Jh.(Gfi-set01-castle1.png) Kız Kalesi; Genueser Burg (ruine kürzlich restauriert, unklar ob es damals statt der Genuesen vom Kaiserreich Trapezunt erbaut wurde).Kizkalesi4.jpg
    (Gfi-set01-castle-ruin1.png) Ciha Kalesi; aufgrund zu weniger Forschung ist unklar ob diese Burg von den Genuesen erbaut wurde und überhaupt genutzt wurde, das Selbe gilt für die Bedrama Burg in TireboluGhulivati (Ciha) Castle, Atina-Pazar, Lazeti-Rize.jpg
    Payas11. Jh./1098-1268ehemalige Niederlassungen genuesischer Händler
    Phadisane (Fatsa)1274-(1290)kommerzielle Aktivitäten genuesischer und venezianischer Händler, paar Häuser gehörten den Genuesen
    Pitane (Çandarlı)14. Jh. -1340 an ByzanzGfi-set01-castle.png Genuesisches Kastell mit fünf Türmen (Höchstwahrscheinlich durch Genuesen erbaut).[9]Çandarlı Castle 09.jpg
    Scala Nova (Kuşadası)- 1413Gfi-set01-tower.pngRuine von Andız Kulesi (Turm)
    Gfi-set01-castle.png Güvercinada Kalesi (evtl. existierte die Burg bereits; später Ergänzungen durch Osmanen). Güvercinada wurde 1957 mit einem Übergang an des Festland angebunden (+ Festung der Altstadt von Kuşadası).
    Le fort de Kuşadası (Turquie).JPG
    (c) Bachelot Pierre J-P, CC BY-SA 3.0
    Simisso (Samsun/Amisos)(1281)14. Jh. -1420, 1424-1461Gfi-set01-castle-ruin1.png Überreste von der Burg auf dem Berg Toraman sind nahezu vollständig vergraben.
    Sevärd.svg Eine genuesische Steinplatte mit drei Wappen befindet sich heute im Archäologischen Museum von Samsun (weitere genuesische relikte sind nicht bekannt)
    Sinop1280/1301-1461Ehemalig genuesische Gebäude und Handelsniederlassungen in eigenen Quartieren (unbekannt inwiefern es eine Kolonie war) sowie von den Venezianer und der Republik Pisa Die Genueser nutzten den Hafen und hatten eventuell kleine Einflüsse auf die Stadtmauer
    Sis (Kozan)ca. 1099-1360/(1369)Genuesen durften nach dem 1. Kreuzzug im Armenischen Staat Handel treiben, ab dem 13. Jh. durften sie Gebäude (Beispielsweise Lagerhäuser) bauen und Ländereien besitzen. Berichten zufolge Bauten die Genueser hier eine Kirche.[8]
    Smirne (İzmir)1261/1267/1304 - 1329Es gibt keine übrigen genuesischen Bauwerke mehr, die Festung „San Pietro“ bzw. „Château de la marine à Smirne“ wurde 1871 abgerissen, da sie inzwischen keinen Zugang mehr an das Meer hatte. Diese wurde vermutlich von den Byzantinern gebaut und danach von den Genuesen ausgebaut. (Neuer Vertrag mit Byzanz im Jahre 1304. 1317 verlor Genua Kadifekale (Pagos) in Izmir).[10]The Wallace Collection (40052987752).jpg
    Soldino (Samandağ)(?)/1098-1268ehemalige Niederlassungen genuesischer Händler, des Weiteren durften sie durch einen Vertrag (14. Juli 1098) den Hafen („San Simeon“) nutzen, bis zur Eroberung durch
    Tarso (Tarsus)ca. 12. Jh. -1360/(1369)Genuesen durften nach dem 1. Kreuzzug im Armenischen Staat Handel treiben, ab dem 13. Jh. durften sie Gebäude (Beispielsweise Lagerhäuser) bauen und Ländereien besitzen.[8]
    Trebisonda (Trabzon/Trapezunt)(1204)/1261-1461Gfi-set01-church1.png San Eleuterio (Hüsnü Köktuğ Moschee) wurde von den Genuesen als Kirche weitergenutzt. Genuesische Artefakte/Überbleibsel in der Kirche sind seit 1911 verschwunden.
    Gfi-set01-castle-ruin1.png Genuesische Ergänzungen der Mauer von Güzelhisar (Leontokastron) sowie Bau von Gebäuden, heute in einer Militärzone und Zustand ungewiss.
    Yoros Kalesi1300-1350Gfi-set01-castle-ruin1.png Burg existierte bereits, kleine Ergänzungen durch GenuesenYoros Castle 6222.jpg

    Stützpunkte

    1162 errichteten Genueser in Salé südwestlich der Meerenge von Gibraltar einen Stützpunkt an der afrikanischen Küste, zu dem 1253 das weiter südlich an der marokkanischen Atlantikküste gelegene Safi kam. 1277 eröffneten sie die ersten Seeverbindungen von Spanien mit Flandern und England. Ab 1251 genossen sie in Sevilla steuerliche Privilegien. Genueser Kaufleute hatten schon vor dem Ende der Reconquista in Spanien den Handel mit Olivenöl, Wein, Thunfisch, Leder, Seife und Quecksilber in Cádiz, Granada, Lissabon, Málaga und Sanlucar zu ihrer Domäne gemacht. Die Eroberungen Gran Canarias, Las Palmas’ und Teneriffas wurden finanziert durch genuesisches Handels- und Kreditkapital unter aktiver Teilnahme spanischer und portugiesischer Unternehmer, wie z. B. der Tuchfabrikanten. Auch in Valencia, Toledo und Cuenca hatten Genueser großen Anteil am kastilischen Handel. Zu den „alberghi ligures“, den Genueser Familien, die in Andalusien dauerhaft ansässig wurden, zählen die Boccanegra, Cataño, Centurión, Espinola, Grimaldo, Pinelo, Rey, Riberol, Sopranis, Zaccaría u. a. Genuesisch-pisanischer Technologietransfer verhilft allmählich den iberischen Monarchien Portugal, Kastilien-León und Aragón-Katalonien nach und nach zu eigenen, leistungsfähigen Flotten, die von den eroberten Häfen entlang der Straße von Gibraltar die maurische Seesperre durchbrechen.

    Die Banco di San Giorgio mit ihren großen Besitzungen hauptsächlich auf Korsika bildete während dieser Phase das stabilste Element im Staat, bis 1528 der Nationalgeist seine Kraft wiedergewann, als Andrea Doria die französische Vorherrschaft abschütteln und die alte Form der Regierung wiederherstellen konnte, die mittelalterliche Kolonialzeit war jetzt aber beendet.

    Literatur

    • Michel Balard: La Romanie génoise (XIIe-début du XVe siècle). 2 Bände. Rom/Paris: École Française de Rome, 1978 (Bibliotheque des Écoles Françaises d’Athènes et de Rome 235, ISSN 0257-4101; Atti della Societa Ligure di Storia Patria N. S. 18 = 92).
    • Sergei Pawlowitsch Karpow: L' Impero di Trebisonda Venezia, Genova e Roma. 1204–1461; rapporti politici, diplomatici e commerciali. Rom: Veltro Ed., 1986.
    • Manfred Pittioni: Genua. Die versteckte Weltmacht. Wien: Mandelbaum Verlag, 2011, ISBN 978-3-85476-349-9
    • Ievgen Alexandrovitch Khvalkov: The Colonies of Genoa in the Black Sea Region: Evolution and Transformation. New York/London: Routledge, 2018 (Diss., Florenz 2015).
    • Sercan Sağlam: Urban Palimpsest at Galata & an architectural inventory study for the genoese colonial territories in Asia Minor, Mailand 2018

    Einzelnachweise

    1. Manfred Pittioni: Genua Die versteckte Weltmacht, S. 48–49
    2. a b c Pittioni, S. 66–69
    3. Pittioni, S. 69–73
    4. Sercan Sağlam: Urban Palimpsest at Galata & an architectural inventory study for the genoese colonial territories in Asia Minor, S. 96–104
    5. Sağlam S. 318
    6. Sağlam S. 326
    7. Sağlam S. 256f.
    8. a b c Sağlam S. 3–4
    9. Sağlam S. 2020
    10. Sağlam S. 254ff.

    Weblinks

    Auf dieser Seite verwendete Medien

    Republik Venedig Handelswege01.png
    Handelswege der Republiken Venedig und Genua
    Gfi-set01-ruined-church.png
    Autor/Urheber: gfi, Radosław Botev, Lizenz: CC BY-SA 3.0
    Map symbol of a ruined church, chapel or monastery
    It's also a Symbol for Gender "Transgender F2M", which means a male Person, who is born with a female Body. (Source)
    Set01-church.svg
    Autor/Urheber: , Lizenz: CC BY 2.0
    Symbol: Church, chapel, monastery
    Gfi-set01-tower1.png
    Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY 2.0
    Formación de los países del mundo.png
    Autor/Urheber: Fobos92, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
    Formación de los países actuales.
    Amasra 189.JPG
    Autor/Urheber: Vikiçizer, Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Amasra'dan çeşitli görüntüler
    Foça Kalesi. Deniz tarafından kaldırım.1.jpg
    Autor/Urheber: Ayratayrat, Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Foça Kalesi. Deniz tarafından kaldırım.
    Yoros Castle 6222.jpg
    Autor/Urheber: Dosseman, Lizenz: CC BY-SA 4.0
    A general view of the complex
    Church ruin symbol FLC.svg
    © Freak-Line-Community / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
    Kirchenruinensymbol
    Symbol für Transmann (männliche Person, geboren weiblichem Körper) (Quelle, englisch
    Gfi-set01-archaeology.png
    Autor/Urheber: Gfi, Lizenz: CC BY 2.0
    Archaeological place
    Gfi-set01-castle-ruin.png
    Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY 2.0
    Garipçe 2 18.07.2015.jpg
    Autor/Urheber: Myviki, Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Garipçe köyü
    Le fort de Kuşadası (Turquie).JPG
    (c) Bachelot Pierre J-P, CC BY-SA 3.0
    Le fort de Kuşadası, province d'Aydin, région d'Égée, Turquie. Photo prise de Güvercinada Cadesi
    Ghulivati (Ciha) Castle, Atina-Pazar, Lazeti-Rize.jpg
    Autor/Urheber: Abkhazian1, Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Castle between Ğulivati (Şentepe) and Lamğo (Yücehisar) villages, Rize Province (Lazistan)
    Yumurtalik2.jpg
    Autor/Urheber: Klaus-Peter Simon, Lizenz: CC BY-SA 3.0
    Yumurtalık, Kreisstadt in der Südtürkei, Landburg (Ayas Kalesi) mit Moschee
    Gfi-set01-castle-ruin1.png
    Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY 2.0
    Istanbul asv2020-02 img47 Galata Tower.jpg
    Autor/Urheber: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace), Lizenz: FAL
    Remote view of Galata Tower in Istanbul, Turkey
    The Wallace Collection (40052987752).jpg
    Autor/Urheber: Paul Hudson from United Kingdom, Lizenz: CC BY 2.0
    The Wallace Collection
    Gfi-set01-church.png
    Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY 2.0
    Caffa and Theodoro.PNG
    Crimea in the mid-15th century
    Repubblica di Genova.png
    Autor/Urheber: Kayac1971, Lizenz: CC BY-SA 3.0
    Handelswege und Lagerhäuser der Seerepublik Genua.
    Genoese fortress in Sudak.jpg
    Genoese fortress in Sudak, Ukraine
    Gfi-set01-archaeology1.png
    Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY 2.0
    Amasra 183.JPG
    Autor/Urheber: Vikiçizer, Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Amasra'dan çeşitli görüntüler
    Enez Kalesi - panoramio (3).jpg
    (c) Aziz Akbiyik, CC BY-SA 3.0
    Enez Kalesi
    Çandarlı Castle 09.jpg
    Autor/Urheber: BSRF, Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Çandarlı Castle in Dikili, İzmir, Turkey.
    Gfi-set01-hostel.svg
    Autor/Urheber: , Lizenz: CC BY 2.0
    icone de maison ou d'hotel
    Saint Benoit Istanbul 01.jpg
    Autor/Urheber: Alessandro57, Lizenz: CC BY-SA 3.0
    The church of Saint Benoit in Istanbul
    Galata Walls.jpg
    Autor/Urheber: Mirada, Lizenz: CC BY 2.5
    Galata Surları'nın kalıntısı
    Gfi-set01-castle1.png
    Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY 2.0
    Gfi-set01-tower.png
    Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY 2.0
    Kizkalesi4.jpg
    Autor/Urheber: محبوب حسین زاده, Lizenz: CC BY-SA 4.0
    kiz kalesi - black sea
    Gfi-set01-castle.png
    Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY 2.0
    İstanbul - Arap Camii r1 - Mart 2013.JPG
    Autor/Urheber: VikiPicture, Lizenz: CC BY-SA 3.0
    İstanbul - Arap Mosque r1 - Mart 2013