Gauliga Elbe-Elster

Gauliga Elbe-Elster
Voller Name Gauliga Elbe-Elster
VerbandVMBV
Erstaustragung1911
Letztmalige Austragung1930
Hierarchie1. Liga
Mannschaften4 – 13
RekordsiegerFC Preußen Biehla (4)
Qualifikation fürmitteldeutsche Fußballmeisterschaft
RegionElbe-Elster-Land, Landkreis TorgauVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Kartenformat
↓ 2. Klasse

Die Gauliga Elbe-Elster war eine der obersten Fußballligen des Verbandes Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine (VMBV). Sie wurde 1911 ins Leben gerufen und bestand bis zur Eingliederung in die Gauliga Mulde 1930. Der Sieger qualifizierte sich für die Endrunde der mitteldeutschen Fußballmeisterschaft.

Überblick

Die Gründung des Gaues Elbe/Elster erfolgte am 14. Oktober 1911, 14 Vereine wurden aufgenommen, hinzu kam Viktoria Wittenberg aus dem Gau Anhalt. Bereits 1909/10 ist eine Pflichtspielrunde in diesem Gebiet überliefert, die Alemannia Jessen gewann, allerdings war das Gebiet zu diesem Zeitpunkt noch kein Mitglied im VMBV. In der ersten Spielzeit 1909/10 wurde nur eine Proberunde gespielt, die Viktoria Wittenberg gewann. Daher nahm auch noch kein Vertreter aus diesem Gau an der diesjährigen mitteldeutschen Fußballendrunde teil. Die zweite Spielzeit wurde mit acht Mannschaften gestartet, im Laufe der Spielzeit zogen sich jedoch fünf Vereine zurück. Unter anderem wechselten die Vereine aus Jüterbog in den Verband Brandenburgischer Ballspielvereine. Die Spielzeit 1913/14 wurde daher nur noch mit vier Mannschaften ausgespielt. Anders als in anderen Gauligen des VMBV ruhte in Elbe-Elster während des Ersten Weltkriegs komplett der Spielbetrieb.

Im Zuge der Spielklassenreform des VMBV 1919 war die Gauliga Elbe/Elster nur noch zweitklassig. Mit der Kreisliga Nordwestsachsen wurde eine neue oberste Spielklasse geschaffen, die die Gaue Nordwestsachsen und Elbe-Elster beinhaltete. Das Spielniveau in Nordwestsachsenliga war jedoch meilenweit höher, so dass es kein Verein aus dem Gau Elbe-Elster in dieser Zeit in die erstklassige Kreisliga schaffte. Zur Spielzeit 1923/24 wurden die Kreisligen wieder abgeschafft, fortan war die Gauliga Elbe-Elster erneut erstklassig. Sie wurde auf zwei Staffeln vergrößert, die Staffelsieger spielten im Finale den Gaumeister aus. Ab 1924/25 gab es fünf Teilnehmer pro Staffel, die beiden Staffelletzten spielten gegeneinander um den Klassenverbleib. Ab 1927/28 wurde die Gauliga Elbe-Elster wieder eingleisig ausgespielt, zuerst mit zehn und nach einem Jahr mit acht Teilnehmern. Zur Spielzeit 1930/31 wurde die Gauliga aufgelöst und als Staffel Elbe-Elster der Gauliga Mulde zugeordnet. Diese Einordnung hatte bis zur Auflösung des VMBV 1933 bestand.

Die Gauliga Elbe-Elster war relativ ausgeglichen, die ersten drei ausgespielten Meisterschaften konnten drei verschiedene Mannschaften gewinnen. Mit Wiedererlangung der Erstklassigkeit der Liga in den 1920ern wurde der FC Preußen Biehla der stärkste Verein. Er gewann vier der sieben ausgespielten Meisterschaften ab 1923.

Einordnung

Die übermäßige Anzahl an erstklassigen Gauligen innerhalb des VMBVs hatte eine Verwässerung des Spielniveaus verursacht, es gab teilweise zweistellige Ergebnisse in den mitteldeutschen Fußballendrunden. Die Vereine aus der Gauliga Elbe-Elster gehörten zu den spielschwächsten Vereinen im Verband. Kein einziges Mal konnte der Gaumeister Elbe-Elsters in der mitteldeutschen Fußballendrunde die erste Runde überstehen, 1913/14 (1:11 gegen den FC Wacker Halle) und 1927/28 (1:11 gegen die SpVgg Falkenstein) gab es gar zweistellige Niederlagen.

Nach Aufnahme in die Gauliga Mulde waren die Vereine aus Elbe-Elster ebenfalls chancenlos und konnten sich in den Gaumeisterschaften Muldes nicht gegen die Vereine aus der Staffel Altmulde durchsetzen.

Meister der Gauliga Elbe-Elster 1912–1930

JahrGaumeister
Elbe-Elster
Abschneiden
mitteldt. Meisterschafta
Mitteldeutscher Meister
1911/12FC Viktoria Wittenbergkeine TeilnahmeSpVgg 1899 Leipzig-Lindenau
1912/13FC Hartenfels Torgaukeine TeilnahmeVfB Leipzig
1913/14Sportfreunde Torgau1. Runde (1)SpVgg 1899 Leipzig-Lindenau
1914/15kein Spielbetriebkeine Endrunde
1915/16FC Eintracht Leipzig
1916/17Hallescher FC 1896
1917/18VfB Leipzig
1918/19Hallescher FC 1896
1919/20Kreisliga NordwestsachsenVfB Leipzig
1920/21FC Wacker Halle
1921/22SpVgg 1899 Leipzig-Lindenau
1922/23SV Guts Muts Dresden
1923/24FC Preußen Biehla1. Runde (1)SpVgg 1899 Leipzig-Lindenau
1924/25FC Preußen Biehla1. Runde (1)VfB Leipzig
1925/26VfB Hohenleipisch1. Runde (1)Dresdner SC
1926/27SV Vorwärts Falkenberg1. Vorrunde (1)VfB Leipzig
1927/28FC Preußen Biehla1. Vorrunde (1)FC Wacker Halle
1928/29FC Preußen Biehla1. Vorrunde (1)Dresdner SC
1929/30VfB Herzberg1. Vorrunde (1)Dresdner SC
a In Klammern ist die erreichte Spielrunde als Zahl angegeben.

Rekordmeister

Rekordmeister der Gauliga Anhalt ist der FC Preußen Biehla, der den Titel vier Mal gewinnen konnten.

VereinTitelJahr
Preußen Biehla.pngFC Preußen Biehla41923/24, 1924/25, 1927/28, 1928/29
Coats of arms of None.svgFC Viktoria Wittenberg11911/12
Coats of arms of None.svgFC Hartenfels Torgau11912/13
Coats of arms of None.svgSportfreunde Torgau11913/14
Logo VfB Hohenleipisch.gifVfB Hohenleipisch11925/26
Coats of arms of None.svgSV Vorwärts Falkenberg11926/27
Coats of arms of None.svgVfB Herzberg11929/30

Ewige Tabelle

Berücksichtigt sind alle überlieferten Spielzeiten der erstklassigen Gauliga Elbe-Elster von 1911 bis 1930 inklusive der Entscheidungsspiele um die Gaumeisterschaft zwischen 1923 und 9127. In der Spielzeit 1911/12 wurde ein Spiel als Niederlage für beide Vereine gewertet, daher gibt es mehr Gegenpunkte als Pluspunkte.

Pl.VereinJahreSp.SUNT+T-Diff.PunkteØ-Pkt.TitelSpielzeiten
 1.FC Preußen Biehla7 76 52 4 20258124+134108:441,4241923–1930
 2.VfB Herzberg10 88 49 10 29216139+77108:681,2311911–1914, 1923–1930
 3.SV Vorwärts Falkenberg7 80 44 11 25207168+3999:611,2411923–1930
 4.VfB Hohenleipisch6 70 35 11 24190157+3381:591,1611924–1930
 5.Sportfreunde Torgau9 86 34 10 42183254−7178:940,9111911–1914, 1923/24, 1925–1930
 6.SpVgg 1908 Bockwitz7 74 31 12 31148156 −874:74101923–1930
 7.FC Fortuna Mückenberg7 76 25 11 40159189−3061:910,801923–1930
 8.FC Hartenfels Torgau7 72 28 4 40128163−3560:840,8311912/13, 1923–1925, 1926–1930
 9.Eintracht Bockwitz4 29 15 3 116356 +733:251,1401923–1927
10.BC Dommitzsch5 48 16 1 3171150−7933:630,6901923–1928
11.SV Elster 08 Elsterwerda2 22 5 3 142947−1813:310,5901923/24, 1927/28
12.FC Viktoria Wittenbergb3 12 6 0 65016+3412:12111911–1914
13.FC Preußen Torgaub2 6 5 0 1418+3310:201,6701911–1913
14.FC Annaburg3 20 4 0 162962−338:320,401923–1926
15.FC Alemannia Jessenb4 18 3 0 151451−376:300,3301911–1914, 1923/24
16.FC Hertha Wittenbergb2 6 2 0 457 −24:800,6701911–1913
17.SV Hertha Naundorf1 5 1 0 4724−172:800,401923/24
18.SC Viktoria Jüterbogb2 6 1 0 5330−272:100,3301911–1913
b Zogen sich in der Spielzeit 1912/13 vom Spielbetrieb zurück.

Quellen

  • Udo Luy: Ergebnisse und Tabellen im Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine 1900 – 1914., 2015.
  • Udo Luy: Ergebnisse und Tabellen im Verband Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine 1914/15 – 1917/18., 2016.
  • Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. In: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1. AGON, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1.
  • Hardy Grüne: Vereinslexikon (= Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7). 1. Auflage. AGON, Kassel 2001, ISBN 3-89784-147-9 (527 Seiten).
  • Abschlusstabellen Deutschland
  • Abschlusstabellen auf oberberg-fussball.de

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