Garmischer Bergspitzen

Film
TitelGarmischer Bergspitzen
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2010
Länge90 Minuten
Stab
RegieDietmar Klein
DrehbuchEva Kummeth,
Horst Kummeth
ProduktionDieter Limbek
MusikHannes M. Schalle
KameraJohannes Geyer
SchnittSusanne Peuscher
Besetzung

Garmischer Bergspitzen ist ein deutscher Fernsehfilm von Dietmar Klein aus dem Jahr 2010, der im Auftrag der ARD Degeto für Das Erste produziert wurde. Die Hauptrollen sind mit Timothy Peach und Valerie Niehaus besetzt, tragende Rollen mit Franz Buchrieser, Enzi Fuchs, Maximilian Krückl, Bettina Redlich, Jannik Schümann und Pauline Brede.

Handlung

Der Chocolatier Karl Sailer, der in einer Hamburger Süßwarenfabrik arbeitet, verliert, nachdem er seiner Tochter Isi und deren Mitschülern den Betrieb gezeigt hat, seine Arbeitsstelle, da die Firma verkauft und sein Job wegrationalisiert worden ist. Unglücklicherweise gerät seine Frau Christa mit ihrer Vorgesetzten Dr. Ranke aneinander und kündigt in ihrer Erregung ihren Job in einer Klinik als Hebamme, da sie mit dem Vorgehen der Ärztin nicht einverstanden ist. Ranke scheint nur darauf gewartet zu haben, die unliebsame Kollegin loszuwerden und nimmt die Kündigung sofort an. Karl macht seiner Frau deswegen erhebliche Vorwürfe.

Gerade recht kommt Karl Sailer das Angebot seines früheren Meisters Alois Markreiter, der eine Schokoladenmanufaktur in Garmisch betreibt. Karl, der einst sein bester Lehrling war, soll eine regionaltypische Spezialität aus dem Werdenfelser Land kreieren, mit der Markreiter an einem hochdotierten Wettbewerb teilnehmen und gewinnen will. Die Sailers haben jedoch mit weiteren Problemen zu kämpfen. Da sie mit den Ratenzahlungen für ihr gerade neu bezogenes Haus in Hamburg im Rückstand sind, kündigt die Bank ein Zwangsversteigerungsverfahren an. Karl bekommt von seinem alten Freund Reinhold Bolz ein „unmoralisches Angebot“, das ihm sofort in seiner derzeitigen finanziellen Lage helfen könnte. Bolz will, dass er sich in seinem neuen Job zurückhält, da er den lukrativen Wettbewerb um jeden Preis gewinnen will und bietet Karl, sollte er einverstanden sein, die Hälfte des Preisgeldes von 50.000 € an. Nach kurzem Zögern und einem Gespräch mit seiner Frau sagt er Bolz jedoch ab und verweist darauf, dass er immer unbestechlich gewesen sei und das auch bleiben wolle.

Um der Zwangsversteigerung zu entgehen, verkauft die Familie, zu der neben Isi noch Sohn Heiko gehört, ihr Haus in Eigenregie und verlegt ihren Wohnsitz nach Bayern, wo die Eltern von Karl sowie seine Schwester Anni, sein Schwager Gustl und deren Tochter Laura auf dem familieneigenen Hof leben. Der Neubeginn ist jedoch belastet, da Karls Vater seinem Sohn immer noch nicht verziehen hat, dass dieser als Jugendlicher das Familienanwesen fast in Schutt und Asche gelegt hätte. Christa hingegen beobachtet mit einigem Argwohn, wie gut ihr Mann sich immer noch mit seiner Jugendliebe Maria versteht, zumal sie in eine Begegnung der beiden hineinplatzt, die fast zum Kuss geführt hätte. Das Missverständnis wird jedoch schnell aus der Welt geschafft, und Karl ist nun Feuer und Flamme, eine Spezialität für den Wettbewerb zu kreieren. Durch Isi wird er auf eine Idee für den Namen gebracht. Dann jedoch stürzt Karls Vater bei Arbeiten vom Dach und endlich kommt es zu der schon lange fälligen Aussprache zwischen Vater und Sohn und Karls Vater bittet ihn um Verzeihung für seine hartherzige Haltung über so viele Jahre hinweg.

Der Wettbewerb steht kurz bevor, Karl hat sein Rezept zwar im Kopf, in der Praxis will es jedoch noch nicht gelingen. Mitten in seine Arbeit schneit dann auch noch sein Schwager Gustl, der ihm erzählt, was damals in der Brandnacht wirklich vorgefallen ist und dass er und nicht Karl das Feuer verursacht hat. Karl meint, es nütze nun niemandem mehr, wenn er seine Schuld eingestehe, die Wahrheit würde jetzt nur noch weh tun, die Schuld sei bezahlt – von ihnen beiden.

Der Tag des „Werdenfelsener Delikatessen-Wettbewerbs“ ist angebrochen. Sozusagen im letzten Moment ist es Karl gelungen, seine Spezialitäten fertigzustellen. Das Ergebnis des Wettbewerbs fällt einstimmig aus, Karl und die Markreiter GmbH gewinnen den Wettbewerb mit ihren „Garmischer Bergspitzen“. Reinhold Bolz der heimlich das zuerst angedachte Rezept von Karl an sich gebracht hatte, zieht den Kürzeren. Auch Karls Eltern sind gekommen; stolz umarmt ihn sein Vater und meint, er sei ja doch ein echter Sailer. Karl bekommt zudem eine angemessene Gehaltserhöhung und Christa wird zum zweiten Mal als Hebamme benötigt.

Produktion

Produktionsnotizen, Dreharbeiten

Produziert wurde der Film von der Provobis Filmproduktion GmbH, Produzent Thomas Teubner, Redaktion Hans-Wolfgang Jurgan von der ARD Degeto.

Garmischer Bergspitzen wurde vom 13. August bis zum 14. September 2009 in Rott am Inn, Rottach-Egern, Garmisch-Partenkirchen, Penzberg sowie in Hamburg gedreht.[1]

Veröffentlichung

Der Film wurde am 10. Dezember 2010 erstmals im Fernsehen im Programm der ARD ausgestrahlt.

Kritik

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben die schlechteste Wertung, indem sie mit dem Daumen nach unten zeigten und nur das Wort „Aua“ für den Film übrighatten.[2] Der Filmdienst urteilte: „Um Atmosphäre bemühter (Fernseh-)Heimatfilm mit den hinlänglich vertrauten Elementen.“[3]

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv gab drei von sechs möglichen Sternen, konstatierte dem Film Unterhaltungswert und schrieb: „Arbeitslosigkeit, Familienkonflikte, neue Perspektiven in der Heimat. Autoren-Duo Kummeth hat für ‚Garmischer Bergspitzen‘ eine nicht unbekömmliche Melange aus Heimatfilm, Dramolett und Alltagsgeschichte angerührt. In der Feld-Wald-Wiesen-Mär kommt alles, wie es kommen muss, aber der Weg geht nicht durchs gar so tiefe Tal des Trivialen.“ Tittelbach meinte ‚Garmischer Bergspitzen‘ wirke „einigermaßen heutig“. Auch die „Politik der Auslassungen, das, was ist in einer Szene zu sehen ist und was nicht“, gebe „dem TV-Dramolett einen relativ modernen Anstrich“. Und das sei „ganz im Sinne & Spielstil von Timothy Peach & Valerie Niehaus, denen man nicht ungern zuschau[e]“.[4]

Marco Croner von Quotenmeter.de verglich den Film mit dem Heimatfilm Die Hüttenwirtin und meinte: „Wo ‚Die Hüttenwirtin‘ simpel, lose gestrickt, ja, fast kindlich erscheint, kommt ‚Garmischer Bergspitzen‘ komplex, durchstrukturiert und ernsthaft daher. Ab und an fällt man zwar über die eigenen Füße, insgesamt handelt es sich aber um einen sehenswerten Mix aus Heimatfilm, Drama und Alltagserzählung.“ „Solide Arbeit“ gebe es „von allen beteiligten Schauspielern, allen voran Hauptdarsteller Timothy Peach, der auch in den emotionalen – und besten – Szenen des Filmes glänzen“ könne. Bis auf die Charakterzeichnung des durch Jannik Schümann gespielten etwa 15-jährigen Sohn der Sailers, lasse „das sehr dichte Skript von Eva und Horst Kummeth […] keine Wünsche übrig“.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Garmischer Bergspitzen bei crew united, abgerufen am 9. März 2021.
  2. Garmischer Bergspitzen. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 10. Juli 2019.
  3. Garmischer Bergspitzen. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 22. Februar 2020.
  4. Rainer Tittelbach: Fernsehfilm „Garmischer Bergspitzen“. Timothy Peach und Valerie Niehaus: Von der Schuldenfalle in die Schuld-Falle auf tittelbach.tv. Abgerufen am 11. Juli 2019.
  5. Marco Croner: Garmischer Bergspitzen auf Quotenmeter.de, 8. Dezember 2010. Abgerufen am 11. Juli 2019.