Full Moon Fever

Full Moon Fever
Studioalbum von Tom Petty

Veröffent-
lichung

24. April 1989

Label(s)

MCA Records

Format(e)

LP, MC, CD

Genre(s)

Heartland Rock, Rock ’n’ Roll

Titel (Anzahl)

12

Länge

39:58

Besetzung

Produktion

Jeff Lynne, Tom Petty, Mike Campbell

Studio(s)

M. C. Studios, Rumbo Studios, Sunset Sound, Devonshire Studios, Conway Studios, Sound City Studios

Chronologie
Let Me Up (I’ve Had Enough)
(1987)
Full Moon FeverInto the Great Wide Open
(1991)
Singleauskopplung
27. Oktober 1989Free Fallin’

Full Moon Fever ist das Debüt-Soloalbum des US-amerikanischen Musikers Tom Petty, das am 24. April 1989 vom Label MCA Records veröffentlicht wurde. Obwohl es ohne Pettys Band Tom Petty and the Heartbreakers entstand, wirkten die meisten Bandmitglieder an den Aufnahmen mit. Produzenten waren neben Tom Petty sein Bandkollege Mike Campbell sowie Jeff Lynne. Am Album wirkten zudem George Harrison und Roy Orbison mit. Full Moon Fever wurde zu einem kommerziellen Erfolg und erreichte Platz 3 der Billboard 200-Albumcharts. Das Album enthält die erfolgreichen Singles I Won’t Back Down, Free Fallin’ und Runnin’ Down a Dream, die sich ebenfalls in den Charts platzieren konnten.

Entstehungsgeschichte

Die Idee zu einem Soloalbum kam Petty Anfang 1987 nach der Heartbreakers-Tour zum Album Let Me Up (I’ve Had Enough). Obwohl die Mitglieder der Band davon nicht begeistert waren, beteiligten sich alle an den Aufnahmen bis auf Schlagzeuger Stan Lynch, der die Gruppe nach weiteren Differenzen mit Petty 1994 verlassen sollte.[1]

Das Album wurde im Laufe des Jahres 1988 mit Beteiligung zahlreicher befreundeter Kollegen aufgenommen. Etwa zur gleichen Zeit entstanden auch die Aufnahmen für das erste Album der Traveling Wilburys, deren Mitglied Petty gemeinsam mit Jeff Lynne, George Harrison, Roy Orbison und Bob Dylan war. Mit Ausnahme von Dylan waren alle Musiker auch an der Produktion von Full Moon Fever beteiligt.[2] Während Orbison den Background-Gesang zum Lied Zombie Zoo beitrug[3] ist Harrison als Backgroundsänger und Gitarrist auf der erfolgreichen Singleauskopplung I Won't Back Down zu hören.[4]

Zwei der ursprünglich geplanten Titel (Down the Line und Don’t Treat Me Like A Stranger) schafften es nicht auf das fertige Album, sondern wurden später als B-Seite für die Singleauskopplungen verwendet. Während der Aufnahmen schrieb Petty das Lied Indiana Girl, das 1993 unter dem Titel Mary Jane’s Last Dance veröffentlicht und zu einem Charterfolg wurde.[5]

Die CD-Fassung des Albums besitzt nach Titel 6 (Feel a Whole Lot Better) ein Interludium, in dem Tom Petty den Hörer darauf aufmerksam macht, dass an dieser Stelle Besitzer einer LP oder Kassette die Seite wechseln müssten und daher „um fair zu sein“ eine kurze Pause eingelegt wird.[6]

Inhalt und Stil

Inhaltlich ist das Album (wie auch Pettys Arbeit mit den Heartbreakers) ein typisches Beispiel für Heartland Rock. Die Lieder drehen sich um Selbstbehauptung im Alltag (I Won't Back Down), Anonymität in der modernen Gesellschaft (A Face In The Crowd), Liebe und Beziehungen (Free Fallin', Depending On You) oder unerfüllbare Träume (Runnin' Down A Dream).

Stilistisch ist das Album ein Beispiel für den Mainstream des US-amerikanischen Rocks in den 1980ern. Es zeigt dabei die vielfältigen Einflüsse, aus denen sich Rockmusik entwickelt hatte, bei gleichzeitig modernster Studiotechnik. Dies macht das Album auch vielfältiger als Pettys Arbeit mit den Heartbreakers. Maßgeblicher Einfluss war Produzent Jeff Lynne. Wie schon bei seiner Band Electric Light Orchestra verwendete er häufig helle, vollklingende Gitarren, Keyboards und Hintergrundgesang. Damit schuf er einen Sound, der an die 1960er Jahre erinnerte, besonders an die Byrds und die Beatles.[7] Das Cover von I’ll Feel a Whole Lot Better von den Byrds auf dem Album zeigt diesen Einfluss deutlich.

Der Titel Runnin’ Down a Dream ist eine Anspielung auf das Lied Runaway, das 1961 ein Hit für Del Shannon war.[8] A Mind With a Heart of Its Own besitzt den typischen Bo-Diddley-Beat, während das Schlagzeug auf The Apartment Song durch Verwendung eines Rudiments an Buddy Hollys Peggy Sue erinnert.[9]

Rezeption

Zeitgenössische Kritiken waren überwiegend sehr positiv. So verglich ein Artikel des Rolling Stone Pettys Soloalbum mit dem 1988 erschienenen Traveling Wilburys Vol. 1 und gab an, beide Alben besäßen denselben ruhelosen Charme.[1] Im November 1989 wurde Full Moon Fever vom Magazin auf Platz 92 der 100 besten Alben der 80er Jahre gewählt.[10]

Stephen Thomas Erlewine von der Musikplattform Allmusic gab Full Moon Fever viereinhalb von möglichen fünf Sternen und verglich es mit dem Heartbreakers-Album Damn the Torpedoes von 1979. Free Fallin’ könnte der vielleicht „beste Song Tom Pettys“ sein, das Album bezeichnete er als „kleines Meisterwerk“.[7]

Titelliste

Seite 1:

  1. Free Fallin’ (Petty, Lynne) – 4:14 a
  2. I Won’t Back Down (Petty, Lynne) – 2:56 a
  3. Love Is a Long Road (Petty, Campbell) – 4:06
  4. A Face in the Crowd (Petty, Lynne) – 3:58 a
  5. Runnin’ Down a Dream (Petty, Lynne, Campbell) – 4:23 a

Seite 2:

  1. I’ll Feel a Whole Lot Better (Clark) – 2:47 a
  2. Yer So Bad (Petty, Lynne) – 3:05 a
  3. Depending on You (Petty) – 2:47
  4. The Apartment Song (Petty) – 2:31
  5. Alright for Now (Petty) – 2:00
  6. A Mind with a Heart of Its Own (Petty, Lynne) – 3:29
  7. Zombie Zoo (Petty, Lynne) – 2:56
a 
Singleauskopplung

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Album

ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[11]41 (18 Wo.)18
 Österreich (Ö3)[11]73 (1 Wo.)1
 Vereinigtes Königreich (OCC)[11]8 (16 Wo.)16
 Vereinigte Staaten (Billboard)[11]3 (77 Wo.)77

Singleauskopplungen

JahrTitel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[11]
(Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE CH UK US
1989I Won’t Back DownDE66
(10 Wo.)DE
UK28
(11 Wo.)UK
US12
(15 Wo.)US
Erstveröffentlichung: April 1989
Runnin’ Down a DreamUK55
(5 Wo.)UK
US23
(14 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 29. Juli 1989
Free Fallin’CH86
(1 Wo.)CH
UK59
Gold
Gold

(8 Wo.)UK
US7
(21 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 27. Oktober 1989; Platz 177 der Rolling-Stone-500
1990A Face in the CrowdUK93
(2 Wo.)UK
US46
(8 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Februar 1990

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Kanada (MC)[12] 6× Platin600.000
 Neuseeland (RMNZ)[13] 2× Platin30.000
 Schweden (IFPI)[14] Gold50.000
 Vereinigte Staaten (RIAA)[15] 5× Platin5.000.000
 Vereinigtes Königreich (BPI)[16] Gold100.000
Insgesamt 2× Gold
13× Platin
5.780.000

Einzelnachweise

  1. a b Jimmy Guterman: Full Moon Fever. In: Rolling Stone. 4. Mai 1989, abgerufen am 13. Juni 2020.
  2. Michael Corcoran: Tom Petty’s 1989 Full Moon Fever Cover Story: Raised on Promises. In: Spin. 3. Oktober 2017, abgerufen am 13. Juni 2020.
  3. Raised On Promises in: Spin. Jahrgang 5, Ausgabe 5, SPIN Media LLC, August 1989, Seite 46.
  4. ’A Song For Any Struggle’: Tom Petty’s ’I Won’t Back Down’ Is An Anthem Of Resolve. In: National Public Radio. 8. Mai 2019, abgerufen am 14. Juni 2020.
  5. Full Moon Fever by Tom Petty. In: Classic Rock Review. 29. April 2014, abgerufen am 13. Juni 2020.
  6. Hello, CD listeners. We've come to the point in this album where those listening on cassette, or record, will have to stand up, or sit down, and turn over the record, or tape. In fairness to those listeners, we'll now take a few seconds before we begin side two. (Pause) Thank you. Here's side two
  7. a b Stephen Thomas Erlewine: Tom Petty Full Moon Fever. In: Allmusic. Abgerufen am 13. Juni 2020.
  8. Florian Nöhbauer: Tom Petty – Full Moon Fever. In: Bayerischer Rundfunk. 8. Juli 2011, abgerufen am 13. Juni 2020.
  9. Chris Jones: Tom Petty Full Moon Fever Review. In: British Broadcasting Corporation. 2009, abgerufen am 13. Juni 2020.
  10. Tom Petty, ‘Full Moon Fever’. In: Rolling Stone. 16. November 1989, abgerufen am 14. Juni 2020.
  11. a b c d e Chartquellen: DE AT CH UK US
  12. Gold/Platinum. In: musiccanada.com. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (englisch).
  13. Album Certification Search. In: radioscope.co.nz. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (englisch).
  14. Sverigetopplistan. In: sverigetopplistan.se. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (schwedisch).
  15. Gold & Platinum. In: riaa.com. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (englisch).
  16. Brit certified. In: bpi.co.uk. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (englisch).

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