Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur

Logo Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur

Der Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur ist ein von der „Initiative Bauen mit Backstein – Zweischalige Wand Marketing e. V.“ ausgelobter, internationaler Architekturpreis. Gegründet wurde die „Initiative Bauen mit Backstein“ von der Deutschen Ziegelindustrie.

Überblick

Die Benennung des Preises versteht sich als Ehrung des deutschen Baumeisters und Architekten Fritz Höger[1] Höger gilt als einer der führenden Vertreter des norddeutschen Backsteinexpressionismus.

Prämiert werden Bauwerke, deren Realisierung ökonomische, ökologische wie auch gestalterische Aspekte in sich vereint und das Potenzial des Baustoffes Backstein nutzt. Ziel des Wettbewerbs ist es, sowohl Architekten als auch dem Produkt Backstein zu neuer Öffentlichkeit zu verhelfen.[2] Backstein wird dabei als Oberbegriff für aus Ton gebrannte Fassadensteine verstanden, die auch als Vormauerziegel oder Klinker bekannt sind.

Insgesamt ist der Wettbewerb mit 10.000 Euro dotiert. Das Preisgeld staffelt sich wie folgt:

  • 1. Platz: 5000 Euro
  • 2. Platz: 3000 Euro
  • 3. Platz: 2000 Euro

Es liegt im Ermessen der Jury, eine von dieser Staffelung abweichende Verteilung des Preisgeldes vorzunehmen.

Der Preis wird alle drei Jahre ausgelobt. Der Wettbewerb fand 2008, 2011, 2014 und zuletzt 2017 statt.[3] Mit der Verleihung des Fritz-Höger-Preises 2014 am 19. September im DAZ (Deutsches Architektur Zentrum) wurde eine neue Preissystematik eingeführt. Erstmals wurden ein Grand-Prix, der Fritz-Höger-Preis in Gold und Silber sowie die Auszeichnungen Special Mention und Nominee vergeben.

Teilnahme

Teilnahmeberechtigt sind Architekten, Architektengemeinschaften sowie Architekten-/Ingenieurgemeinschaften, die geistige Urheber der eingereichten Bauwerke sind. Die Teilnahme am Wettbewerb ist kostenlos. Auch für die Veröffentlichung der nominierten und ausgezeichneten Einreichungen im Magazin „VORTEILE – Das Backstein-Magazin“ sowie für die Präsentation im Rahmen der Wanderausstellung zum Preis fallen keine Kosten für die Teilnehmer an. Im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014 wurde erstmals ein Newcomer-Award vergeben. Dieser richtet sich an Studenten, Absolventen und Nachwuchsarchitekten, deren Hochschulabschluss nicht länger als vier Jahre zurückliegt.

Kategorien

Prämiert werden Projekte in den Kategorien:

  • Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte
  • Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau
  • Büro- und Gewerbebauten
  • Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

Zusätzlich werden Auszeichnungen in folgenden Bereichen vergeben:

  • Passivhaus
  • Sanierung/Nachhaltigkeit
  • Nachwuchs/Newcomer[4]

Jury

Die Fachjury wird von der „Initiative Bauen mit Backstein“ berufen und setzt sich unter anderen aus Architekten, Journalisten und Vertretern der Deutschen Ziegelindustrie zusammen. Die Beratung der Jury erfolgt unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit.

Jury 2008:

Jury 2011:[5]

Im Jahr 2014 bestand die Jury aus Andreas Meck, Alexander Schwarz, Enrique Sobejano, Heiner Farwick und Kaye Geipel.[6]

Preisträger

Preisträger und Siegerprojekte 2008:[7]

PreisträgerProjektAuszeichnung
Königs Architekten, KölnPfarrzentrum Str. Franziskus, Regensburg1. Platz Gesamtsieger; Sieger in der Kategorie „Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit“
Claus en Kaan Architecten, Amsterdam/Rotterdam (NL)Wohnanlage „De Eekenhof“, Enschede (NL)2. Platz Gesamtsieger; Sieger in der Kategorie „Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau“.
Kahlfeldt Architekten Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin„Haus K“, Gleichrichterwerk Zehlendorf3. Platz Gesamtsieger; Auszeichnung „Bestes Sanierungsprojekt“
Hillekamp + Weber Architekturstudio, Mönchengladbach„hof.haus“, NiederrheinSieger in der Kategorie „Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte“
Johannes Götz & Guido Lohmann, Dipl. Ing. Architekten, KölnHaus Pohlmann, DammeSieger in der Kategorie „Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte“
David Chipperfield Architects, London/Berlin/Mailand/ShanghaiGaleriegebäude am Kupfergraben 10, BerlinSieger in der Kategorie „Büro- und Gewerbebauten“
Rapp+Rapp, Rotterdam/BerlinStadtteilzentrum „Block A“, Den Haag (NL)Sieger in der Kategorie „Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit“
Rapp+Rapp, Rotterdam/BerlinStadtteilzentrum Ypenburg, Den Haag (NL)Sieger in der Kategorie „Städtebau“

Preisträger und Siegerprojekte 2011:[8]

PreisträgerProjektAuszeichnung
Meck Architekten, MünchenDominikuszentrum, München-Nordhaide1. Platz Gesamtsieger; Sieger in der Kategorie „Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit“
biq stadsontwerp, Rotterdam (NL)Siedlungsprojekt „Lakerlopen“, Eindhoven (NL)2. Platz Gesamtsieger; Sieger in der Kategorie „Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau“
Hehnpohl Architektur, MünsterEinfamilienhaus im Geistviertel, Münster3. Platz Gesamtsieger; Sieger in der Kategorie „Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte“
Harter + Kanzler Architekten, FreiburgBauhof Hansmann, HaslachSieger in der Kategorie „Büro- und Gewerbebauten“
Wingender Hovenier Architecten, Amsterdam (NL)Siedlungsprojekt „Edge of town“, Windhaak (NL)Auszeichnung „Bestes Passivhaus“
David Chipperfield Architects, London/Berlin/Mailand/ShanghaiWiederaufbau des Neuen Museums, BerlinAuszeichnung „Bestes Sanierungsprojekt“
Dominikus Stark Architekten, MünchenEducation Center Nyanza, RuandaSonderpreis

Preisträger und Siegerprojekte 2014:[9]

Grand Prix
PreisträgerProjektAuszeichnung
Álvaro Siza / Rudolf Finsterwalder, StephanskirchenSiza-Pavillon Insel HombroichGrand Prix
Fritz-Höger-Preis 2014 in Gold
PreisträgerProjektKategorie
VON M, StuttgartMuseum Luthers Sterbehaus, Lutherstadt EislebenÖffentliche Bauten, Sport und Freizeit
Boltshauser Architekten, Zürich, SchweizUmbau Atelierhaus Dubsstrasse, Zürich, SchweizBüro- und Gewerbebauten
H Arquitectes, Sabadell, Barcelona, Spanien1101 House, Sant Cugat del Vallès, Barcelona, SpanienEinfamilienhaus/Doppelhaushälfte
vir.mueller architects, Neu Delhi, IndienDefence Colony Residence, Neu Delhi, IndienWohnungsbau/Geschosswohnungsbau
Dohse Architekten, HamburgHamburger Bestattungsforum Ohlsdorf, HamburgBestes Sanierungsprojekt – Ganzheitliche Sanierung
Witherford Watson Mann Architects, London, GroßbritannienAstley Castle, Nuneaton, Warwickshire, GroßbritannienBestes Sanierungsprojekt – Weiterbauen im Bestand
M&DB Architecten, Den Haag, NiederlandeHouse LS, Madampe, Sri LankaNewcomer-Award
JAN RÖSLER ARCHITEKTEN, Sven Rickhoff, BerlinHaus Stein, Magdeburger Börde, Sachsen-AnhaltNewcomer-Award

Die Preisträger für den Fritz-Höger-Preis 2014 in Silber, Special Mention und Nominee sind auf der Website zum Fritz-Höger-Preis einzusehen.[10]

Wanderausstellung

Die bundesweite Wanderausstellung zum Fritz-Höger-Preis dokumentiert die Siegerprojekte sowie alle für den Architekturpreis nominierten Einreichungen. 2011 zeigte sie 56 nominierte Projekte auf 50 großformatigen Informationstafeln. Zuletzt wurde die Wanderausstellung im Juni 2013 an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der FH Erfurt gezeigt.[11] Hochschulen steht die Wanderausstellung kostenlos zur Verfügung.

VORTEILE – Das Backstein-Magazin

Zweimal jährlich stellt „Vorteile – das Backstein-Magazin“ (Eigenschreibweise: VORTEILE) die Projekte vor, die für den Architekturpreis nominiert wurden. Es erscheint als 52-seitige Beilage in ausgewählten deutschen Architektur-Fachzeitschriften und kann kostenlos bei der „Initiative Bauen mit Backstein“ bestellt oder unter www.backstein-magazin.de online eingesehen werden.[12]

Anfang 2014 erschien die bisher letzte Ausgabe des Magazins und widmete sich den für den Fritz-Höger-Preis 2011 nominierten Objekten in der Kategorie „Öffentliche Bauten“.[13]

Konvent der Baukultur K-2012

Der Fritz-Höger-Preis 2011 gehört zu den offiziell im Konvent der Baukultur K-2012[14] vertretenen Baukultur-Preisen. Der von der Bundesstiftung Baukultur veranstaltete Konvent fand am 17. und 18. Juni 2012 in Hamburg statt und widmete sich dem Schwerpunkt Verkehrsbaukultur. Der Fritz-Höger-Preis 2011 wurde vertreten durch die Teilnehmer:

  • Hanns-Martin Römisch, Architekt in der Hauptabteilung Kirchliches Bauen des Erzbischöflichen Ordinariats München und Fachbauherr des Dominikuszentrums München-Nordhaide im Auftrag der Katholischen Kirchenstiftung St. Gertrudes.
  • Hans van der Heijden, Architect-Director bei biq stadsontwerp bv, Rotterdam (NL).
  • Ernst Buchow, erster Vorsitzender „Initiative Bauen mit Backstein – Zweischalige Wand Marketing e. V.“, Auslober Fritz-Höger-Preis 2011 für Backstein-Architektur[15]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Genialität und Handwerkskunst mit Backstein – Bauen mit Backstein. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  2. FÖRDERVEREIN BAUKULTUR e. V.: Preise der Baukultur. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  3. Bauen mit Backstein: Fritz-Höger-Preis 2014 ausgelobt. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  4. Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur – Jetzt neu: Newcomer-Award 2014. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  5. Jury für Fritz-Höger-Preis 2011 berufen. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  6. Fritz-Höger-Preis 2014: Jede Menge Backstein. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  7. Siegerprojekte 2008 – Bauen mit Backstein. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  8. Fritz-Höger-Preis 2011: Ein Spiegel der internationalen Backstein-Architektur. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  9. Fritz-Höger-Preis 2014 verliehen. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  10. Wanderausstellung 2015: Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  11. Wanderausstellung 2013. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  12. Fritz-Höger-Preis 2011: Plattform für Architekten. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  13. VORteile 01/2014. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  14. konvent der baukultur 2012: STATTVERKEHRSTADT 17. und 18. Juni 2012 in Hamburg. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Juni 2015; abgerufen am 2. Juni 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesstiftung-baukultur.de
  15. Fritz-Höger-Preis 2011: Konvent der Baukultur K-2012. Abgerufen am 2. Juni 2015.

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