Adhäsionsfolie

Adhäsionsfolie
Adhäsionsfolie beim Einsatz in der Küche

Adhäsionsfolien (von lateinisch adhaerere „anhaften“, daher auch Haftfolien genannt) sind Dehnfolien, die ohne Klebstoff auf glatten Oberflächen haften. Bewirkt wird diese Haftung durch lockere molekulare Bindungen (Van-der-Waals-Bindungen, vergl. auch Adhäsionskraft) zwischen den Grenzschichten der Flächen der Folie und des Materials, an dem sie anliegt. Damit diese schwachen Kräfte eine spürbare Wirkung entfalten, muss die Kontaktfläche so groß wie möglich sein, was nur bei wirklich glatten Oberflächen wie denen von Glas, Porzellan, poliertem Metall und einigen Kunststoffen gegeben ist. Durch mehrfaches Umwickeln haftet sie auf sich selbst. Die Haftkraft auf sich selbst der meist mehrschichtig aufgebauten Folien wird durch Beimischung von klebrigen Polymeren oder von migrierendem klebrigen, hochviskosem Polyisobutylen bei der Folienherstellung (siehe Extrusion) in die Folien-Oberflächenschicht erreicht.

Sehr dünne Adhäsionsfolien aus Polyethylen werden im Lebensmittelbereich als Frischhaltefolien verwendet. Etwas dickere Folien dienen beispielsweise als Transportschutz für elektronische Displays, als Kennzeichnungsetiketten oder als Werbesticker in Schaufenstern. Sie lassen sich rückstandslos ablösen und meist wiederverwenden.

Im sexuellen Bereich finden die Folien unter dem Begriff Mumifizierung (BDSM) weiteren Anklang. Durch die vorübergehende Immobilisierung wird dabei ein körperliches Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Ausübenden erzeugt. Dieser Zustand befriedige unter anderem das Bedürfnis nach Macht.[1] Das Eingewickeltsein soll zugleich auch Gefühle „des Friedens, tiefer Entspannung, [...] und der Sicherheit“[2] erzeugen.

Literatur

  • Robert Nabenhauer: Verpackungslexikon: Fachbegriffe und Anwendungsbeispiele von Experten ... BoD – Books on Demand, 2010, ISBN 978-3-03786-000-7, S. 6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

  1. Frédérike Labrecque, Audrey Potz, Émilie Larouche, Christian C. Joyal: What Is So Appealing About Being Spanked, Flogged, Dominated, or Restrained? Answers from Practitioners of Sexual Masochism/Submission. In: The Journal of Sex Research. Band 58, Nr. 4, 4. Mai 2021, ISSN 0022-4499, S. 409–423, doi:10.1080/00224499.2020.1767025, PMID 32486920.
  2. Gillian Walker: BDSM. A search for the container-contained experience: An object-relations approach to the problem of masochism. September 2021 (essex.ac.uk [abgerufen am 3. November 2025] University of Essex).

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