Friedrich Johann Christoph Heinrich von Seebach

Die von Seebach 1811 erbaute Altenburg in Weimar

Friedrich Johann Christoph[1] Heinrich Freiherr von Seebach (* 17. November 1768 in Eisleben[2]; † 22. Mai 1847 in Weimar[3]) war Oberstallmeister und preußischer Generalmajor.

Familie

Friedrich von Seebach entstammte der Stedtener Linie der Familie von Seebach. Er war ein Sohn von Alexander Christoph August von Seebach (* 24. November 1735[2], † 17. März 1811 in Halle[4]) und seiner Ehefrau Albertine Auguste Wilhelmine geb. von Ingersleben (* 13. Mai 1747[2], † 12. März 1813[5]). Seine jüngste Schwester Charlotte von Ahlefeld geb. von Seebach (1777–1849) war eine ungewöhnlich erfolgreiche Schriftstellerin. Friedrich war verheiratet mit Henriette Sophie Wilhelmine geb. von Stein-Nordheim (* 1773/1774, † 24. November 1817[6]). Das Ehepaar hatte drei überlebende Kinder:

  • Amalie Caroline Charlotte Wilhelmine Henriette (1802–1879) heiratete 1821 den Regierungsbeamten Ludwig von Groß und wurde unter dem Namen Amalie Winter als Schriftstellerin bekannt.
  • Helene Henriette Friederike heiratete 1829 den Kammerrat Anton Carl Wilhelm Rott.[7]
  • Gustav Wilhelm Adolph (* August 1813[8]) wurde Hofmarschall und Oberstleutnant à la suite im Herzogtum Altenburg.[9]

Leben und Wirken

Grabstelle von Friedrich Johann Christoph Heinrich von Seebach auf den Historischen Friedhof in Weimar

Friedrich war ab 1780 (elfjährig) als Page am Fürstlichen Hof in Weimar.[10] Im August 1787 wurde er Hofjunker und Premier-Lieutenant.[11][12] 1790 war er außerdem Kammerjunker und Stallmeister, 1802 Kammerherr, 1802 Major, 1808 Oberst, 1814 Oberstallmeister und Ende 1815 Generalmajor[13].[14] Er war Träger hoher Orden.[15]

Friedrich ließ ab 1810 die Altenburg in Weimar errichten,[16] welche später besonders durch Franz Liszt zu einem Zentrum des Weimars des Silbernen Zeitalters wurde.

Friedrich war mit dem Großherzog Carl August befreundet und begleitete diesen auf Reisen. 1813 wurde nach dem Übertritt Carl Augusts auf die Seite der Alliierten unter von Seebach ein Freiwilligenbataillon aufgestellt.

Sein Grab befindet sich im Erbbegräbnis auf dem Historischen Friedhof in Weimar.[17] Der Grabstein an einer Wandstelle besagt, dass er Wirklicher Geheimrat, Oberstallmeister, Freund Carl Augusts und Goethes Amtskollege war. Er wird da auch für das Jahr 1813 als „Retter Weimars vor den Franzosen“ bezeichnet. Ihm gelang es mit den ihm unterstellten russischen Kosaken und österreichischen Dragonern, die Franzosen von Weimar abzudrängen.[18]

Er selbst kam in Gefechten zwischen den Franzosen und den Verbündeten am 22. Oktober 1813 in Bedrängnis, bei der seine Hündin Belotte ihm das Leben rettete. Im Sommer 1822 wurde inmitten des Gartens oder Wirtschaftshofes der Altenburg für sie ein Gedenkstein errichtet.[19]

Varia

Jagdgesellschaft mit Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach von Carl August Schwerdtgeburth

Es gibt eine Darstellung einer Jagdausfahrt Carl Augusts von 1825, die im Jahr 1831 Carl August Schwerdgeburth zeichnete.[20] Die Jagddroschke des Herzogs begleiten auf der Farblithographie von Schwerdtgeburth: neben ihm in der Droschke sitzend General von Seebach, der Leibjäger Möbius auf dem Dienersitz hinten und der Landjägermeister von Fritsch zu Pferde. Hinter der Kutsche, welche der Leibkutscher Hake lenkt, folgen die Hunde und die weitere Jagdgesellschaft zu Pferde.[21]

Einzelnachweise

  1. Gelegentlich wurde auch Christian gedruckt nach falscher Auflösung der Abkürzung „Christ.“, z. B. im Hofkalender 1791, S. 82, nach 1790, S. 81.
  2. a b c Friedrich Ludewig Anton Hörschelmann: Sammlung zuverlässiger Stamm- und Ahnentafeln verschiedener jetztflorirenden adelichen und freyherrl. Familien. Coburg 1774, S. 36.
  3. Dankesanzeige und Kirchenliste in Beilage zur Weimarischen Zeitung vom 26. Mai und 14. Juli 1847, S. 246, und 331.
  4. Todesanzeige in Weimarisches Wochenblatt vom 2. April 1811, S. 104.
  5. Familien-Nachrichten in Weimarisches Wochenblatt vom 23. März 1813, S. 95.
  6. Todesanzeige und Kirchenliste in Weimarisches Wochenblatt vom 28. November und 12. Dezember 1817, S. 421 und 437.
  7. Weimarisches Wochenblatt vom 15. Dezember 1829, S. 580.
  8. Getauft am 17. August (Weimarisches Wochenblatt vom 20. August 1813, S. 266).
  9. Herzogl. Sachsen-Altenburgisches Amts- und Nachrichtsblatt vom 18. Januar 1862, S. 77.
  10. Hochfürstl. S.Weimar- und Eisenachischer Hof- und Addreß-Calender, auf das Jahr 1780, S. 78.
  11. Hofkalender 1788, S. 78.
  12. Am 16. August 1837 beging er sein 50-jähriges Dienstjubiläum (Weimarische Zeitung vom 19. August 1837, Weimar).
  13. Weimarisches Wochenblatt vom 9. Januar 1816, S. 9.
  14. So die Angaben in: Goethes Gespräche Biedermannsche Ausgabe, Bd. V: Nachklang/Nachträge/Register, hrsg. von Wolfgang Herwig, München 1998, S. 508.
  15. Staats-Handbuch für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach 1846. Weimar o. J., S. 25.
  16. Einzug war im Oktober 1811 (Weimarisches Wochenblatt vom 11. Oktober 1811, S. 334).
  17. Art: Seebach 1. Friedrich Johann von, In: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Weimar 1998, S. 397 f.
  18. Hannelore Henze, Doris-Annette Schmidt: Der historische Friedhof zu Weimar. RhinoVerlag, Ilmenau 2011, S. 57 f. ISBN 978-3-939399-08-7.
  19. Art. Gedenkstein Hund Belotte, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Weimar 1998, S. 137. Jutta Hecker: Die Altenburg. Geschichte eines Hauses. Kiepenheuer Verlag, Weimar 1958, S. 59.
  20. Gedenkblatt mit Friedrich von Seebach und Friedrich August Freiherr von Fritsch
  21. Gert-Dieter Ulferts u. a.: Schloß Belvedere: Schloß, Park und Sammlung. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin / Weimar 1998, S. 136 Abb. 114.

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Gedenktafel Friedrich Johann Christian Heinrich von Seebach; Historischer Friedhof Weimar