Fregehaus

Das Fregehaus ist ein barockes Kaufmannshaus an der Katharinenstraße 11 in der Innenstadt von Leipzig. Es steht unter Denkmalschutz.[1]
Architektur
Das aus vier Flügeln bestehende viergeschossige Gebäude ist um einen rechtwinkligen Innenhof angelegt. Die symmetrische Hauptfassade ist von einem mit Fruchtgirlanden verzierten Kastenerker gekennzeichnet. Auf dem steilen Satteldach mit 62 Grad Neigung sitzen in vier Reihen 16 Giebelgauben. Zu den erhaltenen Teilen des Vorgängerbaus gehören das Kreuzgewölbe der Hofeinfahrt, Portale im Erdgeschoss und im Innenhof ein Relief, das Papst und Kaiser über Luther als Spottbild darstellt.
Geschichte
Der Kaufmann Gottfried Otto kaufte 1705 das Grundstück und ließ das dort befindliche Renaissancehaus (erbaut vermutlich 1535) in den Jahren 1706 bis 1707 vom Leipziger Ratsmaurermeister Johann Gregor Fuchs im barocken Stil umbauen.
Seinen heutigen Namen verdankt das Fregehaus dem Bankier Christian Gottlob Frege II (1747–1816), der es 1782 erwarb. Es blieb bis 1945 Sitz der Privatbank und bis 1976 eines Handelsbetriebes (mit staatlicher Beteiligung) der Familie Frege.[2] Im Zweiten Weltkrieg hatte die Westseite der Katharinenstraße bis auf die Alte Waage kaum Schaden genommen und damit auch das Fregehaus.[3] Ab 1978 war das Fregehaus der Sitz des VEB Leipziger Denkmalpflege, der das Haus von 1980 bis 1986 sanierte. Von 1973 bis 2013 – mit Unterbrechung während der Sanierung – befand sich im Fregehaus die Galerie am Sachsenplatz.
Als Nachfahren der Familie sind unter anderem der Vetter 2. Grades 3× entfernt[4] von Christian Gottlob Frege II, der erste Präsident des Bundesverwaltungsgerichtes Ludwig Frege und sein Enkel Andreas Frege besser bekannt als Campino, Sänger und Frontmann der deutschen Musikgruppe Die Toten Hosen.
Von 1998 bis März 2014 nutzte der gemeinnützige Verein „Europahaus Leipzig e. V.“ das Gebäude, das heute ein Hotel und ein Ladengeschäft beherbergt. Der Innenhof ist frei zugänglich.
- Das Fregehaus um 1880
- Spottbild von 1535
im Innenhof:
Papst, Kaiser und Luther - Straßenseitiges Hauptportal aus der Renaissance
(um 1535) - Kreuzgewölbe aus der Renaissance in der Einfahrt zum Hof
- Der barocke Hof des Fregehauses 2016
Literatur
- Horst Riedel, Thomas Nabert (Red.): Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. 1. Auflage. Pro Leipzig, Leipzig 2005, ISBN 3-936508-03-8, S. 158/159.
Weblinks
- Fregehaus Leipzig. In: Leipzig online.
- Fregehaus Leipzig. In: architektur-blicklicht.de.
- Das Fregehaus Leipzig. In: Leipzig-Lese.
Einzelnachweise
- ↑ Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Sachsen zur Denkmal-ID 09298306 (PDF, inklusive Kartenausschnitt). Abgerufen am 20. Januar 2026.
- ↑ Bestand 21021 Frege & Co., Handels- und Bankhaus, Leipzig im Staatsarchiv Leipzig.
- ↑ Siehe dazu Karte in Peter Schwarz: Das tausendjährige Leipzig. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. 1. Auflage. Band 3. Pro Leipzig, Leipzig 2015, ISBN 978-3-945027-13-4, S. 192/193.
- ↑ Stammtafel in: Gottlob Frege Leben-Werk-Zeit; Lothar Kreiser, Meiner Verlag, Hamburg, 2001.
Koordinaten: 51° 20′ 31″ N, 12° 22′ 29″ O
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Fregehaus in der Katharinenstraße, Leipzig
Fregehaus in der Katharinenstraße 11 um 1880.
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Das Fregehaus an der Katharinenstraße 11 in Leipzig, ein im Barock von 1706 bis1708 errichtetes Bürgerhaus und Handelshaus mit Bauteilen der Renaissance aus der Zeit um 1535
Autor/Urheber: Stephan Hoppe, Lizenz: CC0
Das Fregehaus an der Katharinenstraße 11 in Leipzig, ein im Barock von 1706 bis1708 errichtetes Bürgerhaus und Handelshaus mit Bauteilen der Renaissance aus der Zeit um 1535
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Fregehaus (baroque town house built in 1706/07) in Leipzig, Saxony (Germany)
- own work; photo taken on 14 June 2006
(c) Deutsche Fotothek, CC BY-SA 3.0 de