Franz Anton Beer (Baumeister)

Beers Wohnhaus in Bregenz
Kloster Mehrerau
Amtshaus des Klosters Mehrerau

Franz Anton Beer (* 3. November 1688 in Bregenz; † 1749 ebenda) war ein österreichischer Baumeister, der Sakral- und Profanbauten in Bregenz schuf. Der Sohn des Vorarlberger Barockbaumeisters Jodokus Beer stammte aus der Vorarlberger Baumeisterfamilie Beer.

Leben und Werk

Franz Anton Beer wirkte als Baumeister der Stadt Bregenz sowie als „Haus- und Hofbaumeister“ der Benediktinerabtei Mehrerau.

1720 begann er mit dem Bau eines barocken Stadthauses an der damaligen Landstraße nach Lindau (heute Kornmarktstraße 5) an der Stelle eines früheren städtischen Kalkofens, das er als sein Wohnhaus nutzte. Das stattliche zweigeschossige Gebäude ist durch Pilaster mit hoher Kämpferzone gegliedert und wies zwei Rundbogentore zur Straße hin auf. Es diente ab dem Ende des 19. Jahrhunderts als Wirtshaus und erhielt die Bezeichnung „Kornmesser“, da Kontrollorgane des Kornmarktes zwischenzeitlich in dem Haus ihre Amtsstube hatten.[1]

In seiner Eigenschaft als „Haus- und Hofbaumeister“ des Benediktinerklosters Mehrerau bei Bregenz schuf er die Pläne für das Gast-, Hof- und Ökonomiegebäude, das 1728 entstand.

In den Jahren 1737 bis 1738 vergrößerte Beer die Stadtpfarrkirche St. Gallus und barockisierte sie mit maßvoll eingesetzten Stilmitteln.

Die Erweiterung und der Neubau der Klosterkirche Mehrerau (1740 bis 1743) bezeichnet man als Krönung seines Werkes. Sie galt schönste Barockkirche des Vorarlberger Raumes. Sie fiel den Säkularisationsmaßnahmen unter bayerischer Herrschaft 1808 zum Opfer; ihre Bausteine wurden beim Bau des Lindauer Hafens wiederverwendet.[2]

Wichtige Bauten

  • Kornmesserhaus, Beers Wohnhaus an der Landstraße (heute Kornmarktstraße 5), begonnen 1720[1]
  • Stadtpfarrkirche St. Gallus, Bregenz, Umbau und Erweiterung von 1737 bis 1738[3]
  • Kloster Mehrerau, Neubau der barocken Klosterkirche von 1740 bis 1743 anstelle einer früheren romanischen Basilika. Den Neubau der Klostergebäude selbst besorgte von 1749 bis 1750 Johann Michael Beer von Bildstein.
  • Kloster Mehrerau, Amtshaus des Klosters.[3]

Weblinks

Commons: Franz Anton Beer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Bundesdenkmalamt: Bericht über Bau und Geschichte des Hauses am Kornhausplatz.
  2. Kornmesser: Geschichte – Barockbaumeister Franz Anton Beer Online
  3. a b Walther GenzmerBeer, Franz Anton. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 732 (Digitalisat).

Auf dieser Seite verwendete Medien

Amtshaus Kloster Mehrerau, Gasthof Lamm, Bregenz von NW.jpg
Autor/Urheber: Horst F. Freudenberger (talk), Lizenz: CC BY-SA 3.0 at
Amtshaus Kloster Mehrerau von NW, seit 1857 Gasthof Lamm, Bregenz (Vorarlberg)
Kornmarktstr5.JPG
Autor/Urheber: böhringer friedrich, Lizenz: CC BY-SA 2.5
aus dem DEHIO Vorarlberg 1983: Kornmarktstrasse Nr.5 Erbaut von Franz Anton Beer um 1720 als sein Wohnhaus. Freistehend, Satteldach traufseitig zur Strasse, Fassadenmitten und - ecken durch Pilaster mit hohen Kämpfern betont. 2 Rundbogenöffnungen, deren Keilsteine zugleich Konsolen der darübergesetzten Nischenfiguren (vermutlich von Franz Anton Kuen, 1679-1742) sind.*** In Bregenz.
KlosterMehrerau5.jpg
Autor/Urheber: böhringer friedrich, Lizenz: CC BY-SA 2.5
Die Mehrerau wurde 1097 von den Mönchen des Benediktinerklosters Petershausen (Konstanz) gegründet. Viele Jahrhunderte wirkten die Benediktiner segensreich am Bodensee und weit darüber hinaus. 1803 wurde das Kloster durch die Wirren der Zeit aufgehoben und die Mönche vertrieben. 1854 kauften die Zisterzienser von Wettingen das Anwesen und ließen sich hier nieder. Sie übernahmen das benediktinische Erbe und führen deren Tradition weiter. *** In Bregenz, Vorarlberg.
Bregenz St Gallus Blick zur Orgelempore.jpg
Autor/Urheber: Photo: Andreas Praefcke, Lizenz: CC BY 3.0

Bregenz, Pfarrkirche St. Gallus, Blick zur Orgelempore mit dem Orgelprospekt von Joseph Gabler (1771)

Denkmalschutz-AT.svg Austria Bundesadler.svg Dieses Bild zeigt das in Österreich unter der Nummer 22239 denkmalgeschützte Objekt (Commons, de, Wikidata)