Francis Charles McMath
Francis Charles McMath (* 29. Januar 1867 in Saint Louis, Missouri; † 13. Februar 1938 in Detroit, Michigan) war ein US-amerikanischer Bauingenieur und Amateurastronom.
Leben
Francis Charles McMath wurde am 29. Januar 1867 in Saint Louis geboren.[1] Er studierte an der Washington University in St. Louis, schloss 1887 als Bauingenieur ab und trat anschließend in das Bauunternehmen Detroit Bridge & Iron Works ein[2], das hauptsächlich Eisenbahnbrücken baute.[3] McMath war später Präsident der Canadian Bridge and Iron Company und erbaute unter anderem die Québec-Brücke, die 1919 fertiggestellt wurde. Sein Unternehmen wurde 1920 sogar für den Bau der Golden Gate Bridge angefragt, führte diese Arbeiten aber nicht aus.[4]
McMath war seit 1890 mit Josephine King verheiratet. Aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Robert Raynolds (1891–1962) und Neil Scott (1892–1973) hervor.[5] In den Jahren 1902–1904 ließ er sich in der Iroquois Street 1037 in Detroit ein Haus vom Architekten Albert Kahn erbauen, das heute (2025) zu den historischen Gebäuden der Stadt zählt.[6] Nach dem Tod seiner Frau 1914 heiratete er 1916 Madeline King, die ihn überlebte.[7]
McMath hatte ein starkes Interesse an Astronomie. Zusammen mit dem Astronomen William Joseph Hussey der Michigan University und anderen plante er eine Expedition nach Geneva (New York), um dort die Sonnenfinsternis vom 24. Januar 1925 von einem Ballon aus zu beobachten. Zu starker Wind und eine Wolkendecke ließen dieses Unternehmen allerdings scheitern.[8]
Francis C. McMath und sein Sohn Robert, der ebenfalls Bauingenieur war und das Interesse an der Astronomie teilte, erwarben 1922 ein 3-Zoll-Teleskop, vergrößerten sich 1927 und bauten in Clarkston (Michigan) eine Kuppel für ein 4-Zoll-Teleskop, das ein Jahr später mit dem Ziel, bewegte Aufnahmen machen zu können, mit einem Motor ausgestattet wurde, und es begann eine Zusammenarbeit mit dem Astronomen Ralph Hamilton Curtiss der Michigan University. 1930 planten sie zusammen mit Henry S. Hulbert, einem Richter in Wayne County (Michigan), ein größeres Observatorium, so entstand das McMath-Hulbert-Observatorium in der Nähe des kleinen Ortes Lake Angelus in Michigan, das in den Folgejahren stetig ausgebaut wurde.[9][10] Über die neuen Beobachtungsmethoden zur Erzeugung bewegter Bilder berichteten sie in den Publications of the Observatory of the University of Michigan.[11]
Am 13. Februar 1938 starb Francis Charles McMath im Alter von 71 Jahren und wurde auf dem Elmwood Friedhof in Detroit begraben.[1]
Ehrungen
- 1933 wurde McMath die John Price Wetherill Medal des Franklin Institute verliehen, ebenso seinem Sohn Robert Raynolds McMath und Henry S. Hulbert.[12]
- 1940 wurde am McMath-Hulbert-Observatorium eine Bronzetafel am Pfeiler des neu in Betrieb genommenen Francis C. McMath Memorial Teleskops enthüllt.[13]
- Im Jahre 1970 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater McMath offiziell nach Francis Charles McMath und seinem Sohn.[14]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Francis Charles McMath (mit Bild) in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 19. Oktober 2025.
- ↑ Frank Mortimer McMath: Memorials of the McMath family; including a genealogical account of the descendants of Archibald McMath, who was born in Scotland about the year 1700. Speaker printing company, Detroit 1937, S. 38 (englisch, archive.org).
- ↑ Detroit Bridge & Iron Works (1863-1902). John Marvig Railroad Bridge Photography, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Goden Gate Bridge, Key Dates in Bridge District History. Golden Gate Bridge, Highway and Transportation District, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Josephine C. (Cook) McMath (abt. 1871 - 1914). WikiTree, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Frank C. McMath House (1037 Iroquois). HistoricDetroit.org, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Madeline (King) McMath (1869 - 1955). WikiTree, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ The University of Michigan, an encyclopedic survey. Wilfred B. Shaw, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Historical Figures Photo Gallery. McMath-Hulbert Astronomical Society, 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch, hier befindet sich ein Bild).
- ↑ Timeline of the McMath-Hulbert Observatory. McMath-Hulbert Astronomical Society, 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ F. C. McMath, R. R. McMath, H. S. Hulbert: Some new methods in astronomical photography, with application to moving pictures of celestial objects. In: Publications of the Observatory of the University of Michigan. Band 4, Nr. 4. Ann Arbor : University of Michigan Press, 1932, S. 53–73, bibcode:1932POMic...4...53M (englisch).
- ↑ Honors Conferred by the Franklin Institute. In: Science. Band 77, Nr. 2005, 2. Juni 1933, S. 538–539, doi:10.1126/science.77.2005.538 (englisch).
- ↑ General Notes: The Francis C. McMath memorial telescope of the McMath-Hulbert Observatory. In: Popular Astronomy. Band 48, 1940, S. 513, bibcode:1940PA.....48R.513. (englisch).
- ↑ McMath im Gazetteer of Planetary Nomenclature der IAU (WGPSN) / USGS
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | McMath, Francis Charles |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Unternehmer und Amateurastronom |
| GEBURTSDATUM | 29. Januar 1867 |
| GEBURTSORT | Saint Louis, Missouri |
| STERBEDATUM | 13. Februar 1938 |
| STERBEORT | Detroit, Michigan |