Finow-Klasse

Finow-Klasse
Olm (2013 auf dem Elbe-Havel-Kanal)
Olm (2013 auf dem Elbe-Havel-Kanal)
Schiffsdaten
SchiffsartSchubboot

Bauwerften

  • VEB Yachtwerft Berlin
  • VEB Schiffswerft Genthin
  • VEB Schiffswerft Zehdenick
Bauzeitraum1961 bis 1989
Gebaute Einheiten110
FahrtgebieteBinnenwasserstraßen
Schiffsmaße und Besatzung
Länge10,50–11,00 m (Lüa)
Breite5,10–5,30 m
Seitenhöhe1,50 m
Tiefgang (max.)1,15 m
Verdrängung39,4 t
 
Besatzung2
Maschinenanlage
Maschine1 × SKL 6VD 14,5/12-1/2 SRW
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
  • 79 kW (Projekt 1367)
  • 103 kW (Projekt 1369)
Höchst­geschwindigkeit6,5 kn (12 km/h)
Propeller1 × Ruderpropeller
Anmerkungen
Pfahlzug

11,8 kN

Die Finow-Klasse ist ein Schubboottyp der DDR-Binnenschifffahrt, der als Finowschuber (Projekt 1367) und Finowbugsierer (Projekt 1369) entwickelt und gebaut worden ist. Die Mehrzahl der insgesamt 110 gebauten Boote ist heute immer noch im Einsatz.

Entwurf und Bau

Der Schiffkörper ist in Pontonform gefertigt und durch zwei Schotten in drei wasserdichte Abteilungen unterteilt: Maschinenraum, Besatzungsraum und Vorpiek. Der Decksaufbau ist aufgesetzt.[1]

Angetrieben werden die Schubboote von einem Schiffsdieselmotor des Typs SKL 6 VD14,5/12-1 mit 73 kW (Projekt 1367) beziehungsweise des Typs 6 VD14,5/12-2 mit 103 kW (Projekt 1369), der jeweils auf einen Ruderpropeller (DDR-Fachsprache: Z-Antrieb) wirkt. Als Geschwindigkeit werden 9 km/h im Schubbetrieb und 12 km/h in der Alleinfahrt erreicht.[2] Die noch im Dienst befindlichen Boote sind teilweise mit neuen Motoren ausgerüstet worden.

Gebaut wurden die Schubboote auf den Werften in Zehdenick (3 Boote im Zeitraum 1961–1965), Genthin (9 Boote im Zeitraum 1962–1988) und auf der VEB Yachtwerft Berlin (98 Boote im Zeitraum 1970–1989).

Einsatz

Die Schubboote wurden vom VEB Binnenreederei Berlin, VEB Wasserstraßenbau, den Wasserstraßenämtern und weiteren Volkseigenen Betrieben und Institutionen zum Bugsieren und Schieben von Fahrzeugen ohne eigenen Antrieb eingesetzt.

Elf Einheiten wurden exportiert: 1974 fünf Boote nach Vietnam, 1987 ein Boot nach West-Berlin und 1989 fünf Boote in die Tschechoslowakei.

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands sind die Schubboote als Bugsierer bei Reedereien, Wasserbauunternehmen und den Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern im Dienst.

Technik

Abgelegter Z-Antrieb

Die in der DDR als Z-Antrieb bezeichnete Antriebsanlage wurde 1956 von der Firma Göbel und Preller aus Dresden entwickelt. Über Kardanwellen und schrägverzahnte Kegelräder wird die Motorleistung auf den Propeller in der Kortdüse übertragen. Die Kortdüse ist um 360 Grad drehbar.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Hans-Wilhelm Dünner, Horst-Christian Knoll: 50 Jahre Deutsche Binnenreederei. ISBN 3-7822-0757-2.

Weblinks

Commons: Finow-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Z-Antrieb (Binnenschifffahrt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Generalplan. Abgerufen am 15. November 2016.
  2. Baubeschreibung. Abgerufen am 15. November 2016.
  3. Hans-Wilhelm Dünner, Horst-Christian Knoll: 50 Jahre Deutsche Binnenreederei. Koehlers Verlagsgesellschaft, 1999, S. 66.

Auf dieser Seite verwendete Medien

Finowschubboot Olm WSA (1) ENI 05033750.JPG
Autor/Urheber: Biberbaer, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das Finowschubboot Olm WSA Brandenburg, ENI 05033750, auf dem Elbe-Havel Kanal am Kilometer 374.
Z-Antrieb (1).JPG
Autor/Urheber: Biberbaer, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Abgelegter Z-Antrieb. Dieser Z-Antrieb findet Verwendung bei Schubbooten aus DDR-Produktion.