Filialkirche St. Radegund am heiligen Wasser

Blick auf die Nordseite der Kirche. Das Haus im Hintergrund ist das Gasthaus Heiligen Wasser, rechts davor kann man die Bründlkapelle erkennen.

Die Filialkirche St. Radegund am heiligen Wasser, oft auch einfach Kirche zum Heiligen Wasser genannt, ist eine denkmalgeschützte römisch-katholische Filial- und Wallfahrtskirche in der zur Gemeinde Kainach bei Voitsberg gehörenden Ortschaft Hadergasse in der Weststeiermark. Die der heiligen Radegund geweihte Kirche gehört zum Seelsorgeraum Voitsberg des Dekanats Voitsberg in der Diözese Graz-Seckau und ist der Pfarre Kainach unterstellt. Als Wallfahrtskirche spielt sie nur eine lokale Rolle.

Die Ursprünge des Wallfahrtsortes und der Verehrung der angeblich heilsamen Quelle neben der Kirche lassen sich zumindest bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen als mit dem Bau der heutigen Kirche begonnen wurde. Die Existenz einer bereits vorchristlichen Kultstätte oder ein Quellenheiligtum wird vermutet, konnte bisher aber nicht belegt werden. Möglicherweise wurde bereits ab dem Mittelalter die heilige Radegund an der Quelle neben der Kirche verehrt, aber auch dies konnte bisher nicht nachgewiesen werden. In kirchlichen Quellen taucht der Ort erstmals mit dem Beginn des Kirchenbaues im Jahr 1659 auf, der laut der Gründungslegende an dem Standort erfolgte, an der ein Bauer eine Ragedundstatue in einem Baum entdeckte. Die Kirchweihe erfolgte 1669 durch den Abt des Stiftes St. Lambrecht und dieKirche entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort, wobei die Pilger zu großen Teilen aus der näheren Umgebung sowie aus Geistthal und Sankt Pankrazen stammten. Die Pilger kamen zur Genesung von Krankheiten, gegen die das angeblich heilsame Quellwasser neben der Kirche hilft sowie zur Abwehr von Tierseuchen und brachten aus Dankbarkeit zahlreiche Votivgaben dar. Von diesen Gaben haben sich etwa 30 Stück erhalten, darunter Bilder die erfolgte Wunderheilungen beschreiben.

Der einfache Kirchenbau ist genordet und hat einen kräftigen Kirchturm. Auf dem in der Mitte des 17. Jahrhunderts von der Werkstatt von Balthasar Prandtstätter gefertigten Hochaltar befindet sich eine Statue der heiligen Radegund, bei der es sich um jene Statue aus der Gründungslegende handeln soll. Bemerkenswert ist auch ein 1713 gemaltes Bild, das die Gründungslegende sowie andere biblische Geschichten rund um das Thema Wasser und Quellen zeigt. Neben der Kirche befindet sich die sogenannte Bründlkapelle, bei der es sich um eine kapellenartige Brunnenstube handelt. In ihr befindet sich eine steinerne Darstellung des Gnadenstuhles, wobei aus einem Rohr in der Seitenwunde des gekreuzigten Christus das angeblich heilsame Wasser der Quelle fließt.

Standort

Die Kirche steht an der Westseite des 1118 m ü. A. hohen Lukaskogels, auf einer Seehöhe von rund 910 Metern, in der Streusiedlung Hadergasse im Nordosten der Gemeinde Kainach bei Voitsberg. Bis zur am 1. Januar 2015 durchgeführten steiermärkischen Gemeindestrukturreform gehörte sie zum Gemeindegebiet von Gallmannsegg. Zur Kirche führt der Heiligen Wasser Weg, eine Sackgasse die in südliche Richtung von der von Gallmannsegg über den Forstbauerngraben und den Almgraben nach Geistthal führenden Forstbauergrabenweg abzweigt. Etwa 50 Meter südwestlich der Kirche befindet sich das Gasthaus Heiligen Wasser. Direkt westlich der Kirche, auf der gegenüberliegenden Seite der Zufahrtsstraße, befindet sich die Bründlkapelle mit einer, unterhalb der Kirche entspringenden Quelle, der eine heilende Wirkung nachgesagt wird.[1]

Geschichte

Mögliche Ursprünge der Verehrung

Ab wann die Quelle und das aus ihr sprudelnde, vermeintlich heilsame Wasser bekannt und auch verehrt wurde ist nicht bekannt. Die deutsche Historikerin Dorothée Kleinmann, die sich mit der Verehrung der Heiligen Radegund im deutschsprachigen Raum beschäftigte, hält bereits eine vorchristliches Quellenheiligtum der Kelten und später auch der Römer für möglich. Archäologische oder schriftliche Belege für diese Annahme gibt es aber nicht. Die Römer betrieben aber in der Nähe, bei Gallmannsegg, einen Marmorsteinbruch und es gibt Funde von römerzeitlichen Tempeln in der Gegend, wie etwa am Zigöllerkogel bei Köflach sowie am Heiligen Berg bei Bärnbach.[2][3]

Das obere Kainachtal und damit auch die Gegend um die heutige Kirche war Teil einer im Jahr 1000 erfolgten Schenkung Kaisers Otto III. an den Markgrafen Adalbero von Eppenstein. Anlässlich der 1076 erfolgten Gründung des Stiftes St. Lambrecht durch Markwart IV. von Eppenstein, erhielt das Kloster Teile des oberen Kainachtal als Schenkung. Durch eine weitere Schenkung durch Graf Heinrich III., den letzten der Eppensteiner, im Jahr 1103 kamen die von den Eppensteiner gegründeten Eigenkirchen, sowie all ihre Besitzungen an der Kainach in den Besitz des Stiftes. Für das Jahr 1202 sind Rodungen im Kainachtal belegt, ob es damals bereits eine Verehrung der heiligen Radegund in der Gegend gab ist allerdings nicht bekannt. Kleinmann beschreibt die Quelle aber als typisch für einen Radegundkult, da diese nahe an der Grenze des Pfarrsprengels von Kainach sowie unweit einer, im Mittelalter und der frühen Neuzeit wichtigen Handelsstraße die von Voitsberg entlang der Kainach und über den Gleinalmsattel in das obere Murtal führte, lag. Mit Sicherheit lässt sich eine Bekanntheit der Quelle allerdings erst für das 17. Jahrhundert belegen.[3][4]

Ab dem 17. Jahrhundert

Das 1713 von Johann Feiertag gestiftete Votivbild, das die Gründungslegende der Kirche zeigt.

Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde 1659 begonnen, nachdem der Gründungslegende nach ein Bauer auf dem Weg nach Kainach in einem Baum neben der als heilkräftig beschriebenen Quelle eine Statue der heiligen Radegund fand.[3] Eine bereits zuvor an dieser Stelle erfolgte Verehrung der Heiligen scheint aber wahrscheinlich und der Bau der Kirche fällt in die Zeit der Gegenreformation und kann als Versuch der Machtstabilisierung der katholischen Kirche in der Gegend gedeutet werden.[4] Der fertig gestellte Kirchenbau wurde am 16. November 1669 schließlich von Franz von Kaltenhausen, Abt des Stiftes St. Lambrecht, der heiligen Radegund geweiht. Als großer Förderer des Kirchenbaues trat der aus Kainach stammende und in Mariazell als Händler für Wallfahrtsandenken tätige Johann Feiertag, gelegentlich auch Georg Feyertag genannt, auf.[5][6]

Die Kirche war von Beginn an eine der Pfarre Kainach unterstellte Filialkirche mit einigen, über das Jahr verteilten Messtagen. Ursprünglich gab es Gottesdienste am Ostermontag, dem Radegundistag (13. August) sowie dem Augustinusfest (28. August). Nach der Weihe der Kirche pilgerten auch zahlreiche Menschen in Form einer Prozession am Festtag des heiligen Johannes des Täufers, dem 24. Juni, zum heiligen Wasser. Diese Pilgerfahrt ging auf den Stifter Johann Feiertag zurück, der an diesem Tag seinen Namenstag feierte und kam bald nach seinen Tod ab. Der Pfarrer Lambert Millpacher versuchte 1730 vergeblich diesen Brauch wieder einzuführen. Um 1840 gab es eine jährliche Prozession von Kainach zur Kirche. Die meisten Menschen pilgerten mit dem Wunsch der Abwehr von Tierkrankheiten und Seuchen zum heiligen Wasser und brachten häufig Votivgaben aus Eisen, Holz oder Papier als Opfer dar.[5][6]

Die heutige Bründlkapelle wurde später als die Kirche errichtet, so gibt es einen Bericht aus dem Jahr 1682 der ein einfaches Kreuz an der Heilquelle beschreibt. Aus dem Jahr 1705 ist bekannt das eine Kanzel im Außenbereich der Kirche errichtet wurde sowie das es einen hölzernen Kapellenbau bei der Quelle gab. Die Quelle selbst war damals in drei Rohre gefasst, aus denen das Wasser floss. Später wurden diese Rohre durch eine Skulptur der heiligen Dreifaltigkeit als Quellfassung ersetzt, welche sich aber bereits 1739/40 im Inneren der Kirche befand, wie aus damaligen Protokollen hervorgeht. Die heutige Bründlkapelle wurde um 1850 gebaut.[5][6]

Im Jahr 1892 erfolgte eine erste Renovierung der Kirche, wobei das Dach, der Turm sowie das Mesnerhaus neu mit Schindeln eingedeckt wurden. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Zentralkommission für Kunst- und Denkmalpflege kam es 1914 zu einer umfangreichen Renovierung des Außen- und Innenbereiches. Am 6. Oktober 1916, also während es Ersten Weltkrieges musste die größere der beiden Kirchenglocken abgeliefert werden. Auch während des Zweiten Weltkrieges musste die Kirche am 28. Jänner 1942 eine Glocke für Kriegszwecke abnehmen. Der Innenraum wurde 1975 erneut renoviert und 1988 wurden neue Kirchenbänke aufgestellt. Eine Sanierung der Außenfassade erfolgte 1997. Im selben Jahr wurde auch die Bründlkapelle sowie die dort befindliche Gnadenstuhlsfigur saniert.[5][7]

Architektur und Ausstattung

Kirche

Der Hochaltar der Kirche.
Votivgaben wie diese aus dem 19. Jahrhundert stammenden Bilder wurden häufig als Danksagung zur Kirche gebracht.

Außen- und Innenarchitektur

Die etwa 20 Meter lange Kirche ist genordet. Der kräftige Kirchturm mit Zwiebelhelm ist im Norden an die Kirche angebaut. Er trägt insgesamt zwei Glocken. Eine wurde 1720 von Anton Weyer gegossen und die zweite stammt aus dem Jahr 1857. Der Historiker und Volkskundler Ernst Lasnik gibt wiederum an das die Glocke von 1720 im Jahr 1857 umgegossen wurde.[5] Das Dach sowie der Zwiebelhelm sind mit rund 14000 Schindeln aus Lärchenholz gedeckt.[8][1][6][7]

Das dreijochige Langhaus wird von einem auf Gurten ruhenden Kreuzgratgewölbe überspannt. Die einfachen Wandpilaster haben Gesimskapitelle. Die hölzerne Empore befindet sich im westlichen Teil des Langhauses und wurde um 1860 errichtet.[8][5]

Ausstattung der Kirche

Der Hochaltar wurde vermutlich im Zeitraum zwischen 1730 und nach 1750 errichtet und stammt aus der Judenburger Werkstätte des Balthasar Prandtstätter. Auf dem Hochaltar steht eine farblich gefasste Statue der heiligen Radegund die sie in weltlicher Bekleidung und mit Zepter und Krone zeigt. Dabei soll es sich um dieselbe Statue handeln, die der Bauer der Gründungslegende nach in einem Baum vorfand. Das Hochaltarbild stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Auf der linken Seite des Hochaltares steht eine spätgotische Statue des heiligen Sebastian, die aus der Zeit um 1500 stammt und später überschnitzt wurde. Eine Statue der heiligen Maria wurde 1873 in Stiwoll renoviert. Eine Statue die den heiligen Rochus darstellt wurde im August 1897 aufgestellt. Ein Bildnis der heiligen Kümmernis wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschaffen und wurde möglicherweise von der Darstellung der Heiligen im Buchhaus in Geistthal beeinflusst. Weiters findet man einige weitere barocke Statuen in der Kirche.[5][1][6]

Die Kanzel wurde 1650 von Abraham Engelleitner aus Judenburg geschaffen und befand sich bis 1744 in der Pfarrkirche Köflach, ehe sie an die Kirche zum Heiligen Wasser abgetreten wurde.[6] Durch eine Inschrift auf der Positivorgel lässt sich diese auf das Jahr 1780 datieren. Der Opferstock wurde laut einer auf ihm angebrachten Inschrift 1715 aufgestellt. Ein marmornes Relief, welches an der östlichen Innenmauer angebracht ist, zeigt eine Darstellung des Fegefeuers und stammt vermutlich aus der Zeit um 1670.[8]

An der westlichen Innenmauer hängt ein großes, 1713 gemaltes und 1862 erneuertes Bild, das vom Händler Johann Feiertag gestiftet wurde. Es zeigt in vier Bildern die Gründungslegende der Kirche, von der Auffindung der Statue der heiligen Radegunde neben einer heilbringenden Quelle über den Bau einer kleinen Kapelle und der Errichtung des Hochaltares bis zur Stiftung des Kirchenbaues durch Feiertag selbst. Neben der Gründungslegende werden auch fünf Quellen und Wasserstellen aus dem Neuen Testament gezeigt. So sieht man die Quelle, an der Maria und Josef auf der Flucht nach Ägypten ihren Durst stillten, wie Dismas dem Jesuskind begegnet, die Taufe Jesu im Jordan, wie Jesus am Jakobsbrunnen von einer samaritanischen Frau Wasser begehrt sowie die Heilung eines Blindgeborenen am Teich von Siloah. Daneben gibt es auch zwei Darstellungen die aus dem Alten Testament stammen. Diese zeigen wie Mose Wasser aus einem Felsen am Berg Horeb schlägt und sich Naaman der Syrer sieben mal im Jordan wäscht. Am unteren rechten Rand des Bildes ist eine Kirche dargestellt, wobei es sich um die alte Pfarrkirche von Kainach handeln könnte.[8][9][10]

Neben dem Bild mit der Gründungslegende hängen noch weitere Bilder im Kircheninneren. Vier, aus dem 19. Jahrhundert stammende Votivbilder berichten mittels Text über die hier erfolgten Heilungen. Bis zumindest ins 19. Jahrhundert wurden zahlreiche eiserne, hölzerne und papierene Votivgaben die Bienenkörbe, Schweinegruppen oder Totenkronen darstellten, aber auch gedruckte Heiligenbildern und ein abgeschnittener Haarschopf zur Kirche gebracht. Von diesen Gaben haben sich nur rund 30 erhalten, wovon die meisten an der Rückseite des Hochaltares hängen. Teilweise befinden sich die Votivgaben heute in Sammlungen. Die meisten der eisernen Votivgaben wurde von der am Weg von Sankt Pankrazen und Großstübing neben dem ehemaligen Gasthaus Abrahamwirt gelegenen Abrahamschmiede gefertigt.[11][9]

Bründlkapelle

Die gegenüber der Kirche, auf der anderen Seite der Zufahrtsstraße gelegene Bründlkapelle mit der Quelle.

Etwas unterhalb der Kirche und der Zufahrtsstraße befindet sich die offene und um 1850 aus Holz gezimmerte Bründl- oder Heiligenwasserkapelle, auch Augustinibründl genannt. Es handelt sich dabei um eine kapellenartige Brunnenstube die der heiligen Dreifaltigkeit geweiht. In ihr befindet sich eine derb gearbeitete Steingruppe aus dem ersten Viertel oder dem Ende des 18. Jahrhunderts, welche den Gnadenstuhl sowie die heilige Dreifaltigkeit darstellt und ursprünglich farblich gefasst war. Eine Inschrift am steinernen Becken dass das aus der Steingruppe fließende Wasser auffängt verweist auf das Jahr 1866. Einst wurde das gesamte Wasser der Quelle durch die Steingruppe geleitet und floss aus den Wundmalen Christis. Aufgrund der Frostgefahr tritt das Quellwasser aber mittlerweile vor der Quelle, an einer Steinmauer welche die Zufahrtsstraße stützt, aus einem Betonrohr ans Tageslicht. Die Fließrichtung des Wasser lässt darauf schließen das es unterhalb oder hinter der Kirche entspringt. Zur Gnadenstuhlsfigur führt eine Metallleitung und durch ein Rohr fließt das Wasser aus der Seitenwunde Christi. Das überschüssige Wasser kann frei abfließen. Neben dem Brunnen steht auch noch ein Opferstock in der Kapelle.[8][11][1][6]

Die Schüttung der Quelle ist nicht sehr hoch, reicht aber aus um Flaschen aufzufüllen.[12]

Nutzung

Die Kirche dient seit ihrem Bau als reine Filial- und Wallfahrtskirche die der Pfarre Kainach unterstellt ist. Es werden nur an fünf ausgewählten Tagen fixe Gottesdienste abgehalten. Diese finden am Ostermontag, dem Pfingstmontag, zu Maria Himmelfahrt (15. August), am Augustinisonntag (um den 28. August) sowie im Herbst beim Almabtrieb als Haltermesse statt. Zusätzlich werden Gottesdienste im Rahmen einer Wallfahrt abgehalten. Die meisten Wallfahrer stammen aus der Gegend um Kainach, es findet aber auch ein lokaler Zuzug aus Geistthal und Sankt Pankrazen statt. Als Motiv für die Wallfahrt gilt die Heilung von Krankheiten aber auch die Abwehr von Tierseuchen durch das heilige Wasser.[11][1][6]

Rezeption

Sagen und Erzählungen

Die Kirche wurde der Gründungslegende nach an dem Ort errichtet an der ein vorbeiziehender Bauer eine Statue der heiligen Radegund in einem Baum vorfand. Bei der Statue auf dem Hochaltar soll es sich um dieses Fundstück handeln und ein 1713 gemaltes Wandbild zeigt diese Gründungslegende.[3] Über die Heilkraft des Quellwassers berichtet eine andere Sage, die unter anderem vom Walter Kainz in seinem Buch Volksdichtung aus dem Kainachtale im Jahr 1936 veröffentlicht wurde. Laut dieser ließ sich einmal eine blinde Frau zu einer Quelle, welche bereits damals wegen ihrer Wirkung gegen Augenleiden bekannt war, führen. Sie kniete an der Quelle nieder und begann zu beten, wobei sie sich immer wieder ihre Augen mit dem Quellwasser benetzte. Als sie von ihrem Gebet aufstand und ihre Augen öffnete konnte sie wieder sehen. Die Nachricht von diesem Wunder verbreitete sich, so das immer mehr Menschen mit Augenleiden zur Quelle pilgerten. Aufgrund des Zustromes an Pilgern wurde mit dem Bau einer kleinen Kapelle begonnen, die schon bald zu einer kleinen Kirche, der heutigen Filialkirche, ausgebaut wurde.[13][14] In einer anderen Version der Sage wird ein Flößer anstatt einer Frau geheilt.[6]

Das Wasser der Quelle soll auch mehrere Monate nach dem Abfüllen in Flaschen nicht abgestanden, sondern immer noch frisch schmecken.[12]

Musik

Von den Pignitter Buam, einer Volksmusikgruppe aus Voitsberg stammt das Lied Beim Heiligen Wasser, welches sich um die Kirche und die Sage um das heilsame Wasser dreht. Komponiert wurde es von Gottfried Pignitter junior während der Text von Gottfried Pignitter senior stammt. Es wurde unter anderem auf dem Album 20 Jahre der Gruppe im Jahr 1995 veröffentlicht.[15]

Wappen

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Gallmannsegg. Die grüne Zinnenleiste verweist auf die Burg Hauenstein

Das am 8. November 1999 verliehene und von Heinrich Purkarthofer entworfene Gemeindewappen der bis 2014 eigenständigen Gemeinde Gallmannsegg nimmt unter anderem auf die Filialkirche St. Radegund am heiligen Wasser und der Bründlkapelle Bezug. Die Blasonierung lautet: „In rotem Schild mit einem durch eine silberne Zinnenleiste an den Flanken und im Schildfuß gesäumten grünen Bord ein mit einem roten flammenden Herzen belegter silberner Brunnstein mit seitlich abfließendem Wasser, überhöht von einer barocken silbernen Krone.“ Der Brunnstein mit dem aus ihm fließenden Wasser und dem flammenden Herzen bezieht sich auf den heiligen Augustinus und verweist damit auf die Bründlkapelle. Die darüber schwebende silberne Krone ist ein Verweis auf die heilige Radegund und damit auf die ihr geweihte Filialkirche.[16]

Literatur

  • Ernst Reinhold Lasnik: Das obere Kainachtal. Aus der Geschichte der Gemeinden Kainach, Gallmannsegg und Kohlschwarz. Gemeinde Kainach, Gemeinde Gallmannsegg, Gemeinde Kohlschwarz, Kainach/Gallmannsegg/Kohlschwarz 2006, S. 337–339.
  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 175.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Dorothée Kleinmann: Radegunde: Eine europäische Heilige. Verehrung und Verehrungsstätten im deutschsprachigen Raum. Verlag Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12639-9, S. 141.
  2. Dorothée Kleinmann: Radegunde: Eine europäische Heilige. Verehrung und Verehrungsstätten im deutschsprachigen Raum. Verlag Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12639-9, S. 138.
  3. a b c d Dorothée Kleinmann: Radegunde: Eine europäische Heilige. Verehrung und Verehrungsstätten im deutschsprachigen Raum. Verlag Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12639-9, S. 139.
  4. a b Dorothée Kleinmann: Radegunde: Eine europäische Heilige. Verehrung und Verehrungsstätten im deutschsprachigen Raum. Verlag Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12639-9, S. 140.
  5. a b c d e f g Ernst Reinhold Lasnik: Die Filial- und Wallfahrtskirche „Zum Heiligen Wasser“. In: Ernst Reinhold Lasnik (Hrsg.): Das obere Kainachtal. Aus der Geschichte der Gemeinden Kainach, Gallmannsegg und Kohlschwarz. Gemeinde Kainach, Gemeinde Gallmannsegg, Gemeinde Kohlschwarz, Kainach/Gallmannsegg/Kohlschwarz 2006, S. 337.
  6. a b c d e f g h i Walter Brunner (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Voitsberg. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2011, S. 84.
  7. a b Walter Brunner (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Voitsberg. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2011, S. 85.
  8. a b c d e Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 175.
  9. a b Ernst Reinhold Lasnik: Die Filial- und Wallfahrtskirche „Zum Heiligen Wasser“. In: Ernst Reinhold Lasnik (Hrsg.): Das obere Kainachtal. Aus der Geschichte der Gemeinden Kainach, Gallmannsegg und Kohlschwarz. Gemeinde Kainach, Gemeinde Gallmannsegg, Gemeinde Kohlschwarz, Kainach/Gallmannsegg/Kohlschwarz 2006, S. 338.
  10. Kainach, Filial- und Wallfahrtskirche "Zum Heiligen Wasser". www.sagen.at, abgerufen am 14. August 2021.
  11. a b c Gustav Gugitz: Kärnten und Steiermark. In: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Band 4. Verlag Brüder Hollinek, Wien 1956, S. 155.
  12. a b Siegrid Hirsch, Wolf Ruzicka: Heilige Quellen. Steiermark und Kärnten. Freya Verlag, 2016, ISBN 978-3-99025-261-1, S. 71.
  13. Heligenwasser bei Kainach. www.sagen.at, abgerufen am 14. August 2021.
  14. Was die Heimat erzählt. Die Weststeiermark: Das Kainach-, Sulm- und Laßnitztal. In: Franz Brauner (Hrsg.): Steirische Heimathefte. Nr. 12. Leykam-Verlag, Graz 1953, S. 55–56.
  15. Pignitter Buam – 20 Jahre. www.discogs.com, abgerufen am 16. August 2021 (englisch).
  16. Gernot Peter Obersteiner: Die in den Jahren 1999 und 2000 verliehenen steirischen Gemeindewappen. (PDF) In: Mitteilungen des steiermärkischen Landesarchivs. Abgerufen am 16. August 2021.

Weblinks

Commons: Filialkirche St. Radegund am heiligen Wasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 10′ 51,9″ N, 15° 6′ 57,1″ O

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Drei der Votivbilder in der Filialkirche St. Radegund am heiligen Wasser
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Die Bründlkapelle neben der kath. Filialkirche St. Radegund am heiligen Wasser
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Der Hochaltar in der Filialkirche St. Radegund am heiligen Wasser
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Coat of arms of Gallmannsegg, Styria
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