Felix Leitner

Felix Leitner
Felix Leitner (2024)
(c) Pavel Hrdlička, Wikipedia, CC BY-SA 4.0
VerbandOsterreich Österreich
Geburtstag31. Dezember 1996 (28 Jahre)
GeburtsortHall in TirolOsterreich Österreich
Größe171[1] cm
Gewicht56 kg
Karriere
BerufSportsoldat
VereinNordic Team Absam
TrainerFlorian Steirer
Stefan Maier
Debüt im IBU-Cup12. Dezember 2015
IBU-Cup-Siege1 Einzelsieg
Debüt im Weltcup3. Dezember 2016
Statusaktiv
Medaillenspiegel
EM-Medaillen1 × Goldmedaille0 × Silbermedaille0 × Bronzemedaille
JWM-Medaillen2 × Goldmedaille0 × Silbermedaille1 × Bronzemedaille
YWM-Medaillen1 × Goldmedaille1 × Silbermedaille0 × Bronzemedaille
ÖM-Medaillen6 × Goldmedaille4 × Silbermedaille0 × Bronzemedaille
 Biathlon-Europameisterschaften
Gold2018 RidnaunEinzel
 Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
Gold2015 MinskVerfolgung
Silber2015 MinskSprint
Gold2016 Cheile GrădișteiEinzel
Gold2016 Cheile GrădișteiSprint
Bronze2016 Cheile GrădișteiVerfolgung
 Österreichische Meisterschaften
Gold2016 HochfilzenEinzel
Gold2016 HochfilzenMassenstart
Silber2016 HochfilzenSprint
Silber2016 HochfilzenStaffel
Gold2017 HochfilzenStaffel
Gold2020 HochfilzenSkiroller-Einzel
Silber2020 HochfilzenSupereinzel
Gold2023 HochfilzenSkiroller-Sprint
Silber2023 HochfilzenSkiroller-Einzel
Gold2024 HochfilzenSkiroller-Sprint
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup22. (2019/20)
Einzelweltcup27. (2019/20)
Sprintweltcup22. (2019/20)
Verfolgungsweltcup19. (2018/19)
Massenstartweltcup13. (2021/22)
 Podiumsplatzierungen1.2.3.
Massenstart010
Staffel011
IBU-Cup-Bilanz
Gesamt-IBU-Cup24. (2017/18)
Einzel-IBU-Cup12. (2017/18)
Sprint-IBU-Cup35. (2017/18)
Verfolgungs-IBU-Cup18. (2017/18)
letzte Änderung: 31. März 2025

Felix Leitner (* 31. Dezember 1996 in Hall in Tirol) ist ein österreichischer Biathlet. Er wurde insgesamt dreimal Jugend- und Juniorenweltmeister und 2018 Europameister im Einzel.

Werdegang

Felix Leitner stammt aus Mils bei Hall und startet für das Nordic Team Absam. Er ist Absolvent des Schigymnasium Stams und Sportler des Heeressportzentrums des Österreichischen Bundesheers.[2] Zu seinen Vorbildern zählt er Ole Einar Bjørndalen, Martin Fourcade und Landsmann Dominik Landertinger.[3] Sein jüngerer Bruder Clemens ist als Skispringer aktiv.

Große Erfolge im Juniorenbereich und EM-Titel

Leitner nahm erstmals 2014 an Jugendweltmeisterschaften teil, wo er in Presque Isle mit der Staffel Rang zehn belegte. Bei den Europameisterschaften 2015 in Otepää verpasste er mit dem vierten Platz mit der Mixedstaffel nur knapp eine Medaille. Nur wenige Wochen später sicherte er sich bei der Juniorenweltmeisterschaft in Minsk die Silbermedaille im Sprint sowie die Goldmedaille in der Verfolgung. Nach ersten Einsätzen im IBU-Cup krönte er sich 2016 im rumänischen Cheile Grădiștei zum zweifachen Juniorenweltmeister in Sprint und Einzel. Zudem gewann er die Bronzemedaille in der Verfolgung. Sein Weltcup-Debüt gab Leitner am 3. Dezember 2016 in Östersund, eine Woche später gewann er mit Platz 39 im Sprint auf der Pokljuka-Hochebene in Slowenien sogleich erste Weltcuppunkte. Bei seinem ersten Staffeleinsatz als Ersatzmann für Julian Eberhard lieferte er eine tadellose Leistung und verhalf seiner Mannschaft zu Platz sechs. Aufgrund einer starken Entzündung am rechten Zeigefinger musste sich Leitner Ende Jänner 2017 einer Operation unterziehen und verpasste damit die Heimweltmeisterschaften in Hochfilzen.[4]

Leitner am Schießstand in Oberhof

In der Saison 2017/18 verpasste er zwar die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Pyeongchang, konnte aber bei den Europameisterschaften in Ridnaun die Goldmedaille im Einzel gewinnen. Maßgeblich dafür waren 19 Treffer am Schießstand und die drittschnellste Laufzeit aller Athleten, womit er im Ziel über 40 Sekunden vor dem zweitplatzierten Tomáš Krupčík lag. Außerdem gelang ihm im März 2018 gemeinsam mit Dominik Landertinger, Simon Eder und Julian Eberhard sein erster Podestplatz mit der Staffel. In der nächsten Saison konnte er seine Trefferquote deutlich verbessern, gehörte in den Staffeln zur Stammbesetzung des österreichischen Teams und erreichte mit Rang zwölf im Sprint von Oberhof sein vorläufig bestes Weltcupresultat. Im März nahm er in Östersund erstmals an Weltmeisterschaften teil und qualifizierte sich mit guten Leistungen für den abschließenden Massenstart, in dem er mit Rang 19 auch sein bestes Einzelergebnis erreichte. Am Ende des Winters gelang ihm noch einmal eine Steigerung und er verpasste nach Sprintrang zehn als Vierter in der Verfolgung von Oslo nur knapp sein erstes Einzelpodest.

Etablierung in der erweiterten Weltspitze

Leitners Leistungsentwicklung hatte seinen vorläufigen Höhepunkt in der Saison 2019/20. Nachdem er schon in Hochfilzen auf Rang acht im Sprint und in Le Grand-Bornand auf Platz zwölf im Massenstart gelaufen war, realisierte er am Wochenende von Ruhpolding mit der Staffel seine zweite Podestplatzierung. Äußerst erfolgreich verliefen die Weltmeisterschaften in Antholz, in deren Rahmen der Tiroler zunächst als jeweils Neunter in Sprint und Verfolgung zweimal bester Österreicher war und im Massenstart mit zweitbester Laufzeit des Feldes knapp zwölf Sekunden hinter dem Bronzemedaillengewinner Émilien Jacquelin Rang sechs belegte.[5] Die Saison schloss er auf dem 22. Rang der Gesamtwertung ab. Auch 2020/21 verlief mit mehreren Top-20-Platzierungen bis zum Jahreswechsel zufriedenstellend, im Jänner 2021 gelang ihm daraufhin dank fehlerfreiem Schießen beim Massenstart in Oberhof sein erster Podestplatz in einer Einzeldisziplin. Dabei ging er zeitgleich mit Benjamin Weger und Simon Eder auf die Schlussrunde, konnte beide überholen und musste sich im Ziel lediglich Tarjei Bø geschlagen geben. Gemeinsam mit Lisa Hauser gewann Leitner im folgenden Dezember die World Team Challenge in Ruhpolding, kurz zuvor traf er beim Massenstartrennen von Le Grand-Bornand erneut alle Scheiben, verließ den Schießstand als Zweiter und belegte im Ziel mit fünf Sekunden Rückstand auf die Podestränge Platz vier. Im Februar 2022 nahm er schließlich an seinen ersten Olympischen Spielen teil und erzielte mit den Plätzen 16 und 10 in Einzel und Verfolgung achtbare Resultate.

Leistungsabfall

Seit Beginn des Winters 2022/23 befindet sich Leitner anhand seiner Weltcupplatzierungen in einem Abwärtstrend. Jene Saison musste er nach zunächst ansprechenden Leistungen noch vor den Weltmeisterschaften „aufgrund von immer wiederkehrenden körperlichen Problemen“ beenden[6], im Folgewinter fiel er vor allem in seinen läuferischen Werten zurück und konnte sich nur durch gutes Schießen – so beispielsweise als Elfter des Einzels von Östersund – zu Platzierungen in den Punkterängen retten. Trotzdem beendete der Tiroler auch diese Saison infolge der WM aus „körperlichen, mentalen und gesundheitlichen“ Gründen[7] vorzeitig. Ende 2024 teilte er in einem Interview mit dem Portal laola1.at mit, in Zuversicht auf eine Rückkehr zur alten Form aus der Trainingsgruppe des ÖSV ausgetreten zu sein und privat unter Florian Steirer und Stefan Maier zu trainieren.[7] Entgegen der Hoffnungen verpasste Leitner mit zwei Ausnahmen in sämtlichen Wettkämpfen die Punkteränge und aufgrund eines grippalen Infektes auch zum erneuten Male die Weltmeisterschaften. Für die olympische Saison 2025/26 erhielt er daraufhin keinen Kaderstatus.[8]

Statistiken

Weltcupplatzierungen

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed- und Single-Mixed-Staffeln
PlatzierungEinzelSprintVerfolgungMassenstartStaffelGesamt
1. Platz 
2. Platz112
3. Platz11
Top 103433747
Punkteränge1231261549133
Starts1862381549182
Stand: Saisonende 2024/25

Weltcupwertungen

Ergebnisse bei Biathlon-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem:

SaisonEinzelSprintVerfolgungMassenstartGesamt
PlatzPunktePlatzPunktePlatzPunktePlatzPunktePlatzPunkte
2016/1787.4103.4
2017/1845.1383.677.19
2018/1931.3727.11519.13531.3627.323
2019/2027.3722.11628.5821.8922.300
2020/2129.3926.11326.10123.6024.313
2021/2233.2130.9226.10413.9829.315
2022/2341.3731.6538.2137.123
2023/2433.3050.2743.3241.842.97
2024/2551.1348.2560.38

Olympische Winterspiele

Leitner im Jänner 2020 in Oberhof

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

EinzelwettbewerbeStaffelwettbewerbe
EinzelSprintVerfolgungMassenstartMännerstaffelMixedstaffel
Olympische Winterspiele 2022 Olympische Winterspiele | China Volksrepublik Peking16.46.10.29.10.10.

Weltmeisterschaften

Ergebnisse bei Weltmeisterschaften:

WeltmeisterschaftenEinzelwettbewerbeStaffelwettbewerbe
JahrOrtEinzelSprintVerfolgungMassenstartMännerstaffelMixedstaffelS.-M.-Staffel
2019Schweden Östersund30.36.22.19.8.
2020Italien Antholz27.9.9.6.6.8.
2021Slowenien Pokljuka14.51.44.10.
2024Tschechien Nové Město57.49.39.12.

Jugend-/Juniorenweltmeisterschaften

Leitner nahm bis 2015 an den Jugend- und 2016 an den Juniorenwettkämpfen teil.

WeltmeisterschaftenEinzelwettbewerbeMännerstaffel
JahrOrtEinzelSprintVerfolgung
2014Vereinigte Staaten Presque Isle24.41.26.10.
2015Belarus Minsk10.2.1.6.
2016Rumänien Cheile Grădiștei1.1.3.7.

IBU-Cup-Siege

Nr.DatumOrtDisziplin
1.24. Jan. 2018Italien Ridnaun (EM)Einzel
Commons: Felix Leitner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Felix Leitner. Eurosport, abgerufen am 23. Februar 2020.
  2. Bundesheer-Leistungssportler/-innen. In: Webseite Bundesheer. Österreichisches Bundesheer, 1. Dezember 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Februar 2021; abgerufen am 12. Februar 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesheer.at
  3. Tiroler Senkrechtstarter Leitner hat den Weltcup im Visier. Tiroler Tageszeitung, 9. Februar 2016, abgerufen am 12. März 2020.
  4. Leitner verpasst Heim-WM wegen Fingerverletzung. ORF, 1. Februar 2017, abgerufen am 1. Februar 2017.
  5. Leitner lässt Medaille am Schießstand liegen. ORF, 23. Februar 2020, abgerufen am 23. Februar 2020.
  6. Körperliche Probleme: Biathlon-WM ohne Felix Leitner. kurier.at, 7. Februar 2023, abgerufen am 28. Juli 2025.
  7. a b Felix Leitner: "Letztes Jahr hat’s mich komplett gebrochen". laola1.at, 19. Dezember 2024, abgerufen am 28. Juli 2025.
  8. Leitner fehlt im ÖSV-Biathlon-Kader! Das sind die Gründe. ski1.at, 5. Mai 2025, abgerufen am 28. Juli 2025.

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