Farman III

Farman III
Die Farman III 1910 in Los Angeles. Gut zu erkennen sind die Querruder
TypDruckpropeller-Doppeldecker
Entwurfsland

Frankreich Frankreich

HerstellerHenri Farman
Erstflug6. April 1909
Louis Paulhan auf einer Farman III, Los Angeles, 1910

Die Farman III war ein früher Doppeldecker von Henri Farman aus dem Jahre 1909.

Konstruktionsgeschichte

Die Farman III war die erste Maschine, die Henri Farman in seiner neu gegründeten Flugzeugfabrik herstellte. Ursprünglich war Farman Kunde der Firma Aéroplanes G. Voisin, deren Maschinen er zu Rennflugzeugen modifizierte. 1909 zerstritt sich Farman mit dem Besitzer Gabriel Voisin, weil dieser die bestellte Voisin-Farman II an den Briten John Cuthbert Moore-Brabazon verkauft hatte.

Farman baute eine komplett überarbeitete Maschine mit Querrudern, die bereits als bewegliche Elemente in die Tragflächen integriert waren (siehe Bild). Die Maschine flog erstmals am 6. April 1909 und erwies sich als extrem gut zu fliegen. Farman entschloss sich mit dem neuen Flugzeug an der Flugwoche in Reims vom 22. August bis 29. August 1909 teilzunehmen.

Flugwoche in Reims 1909

Bei der Flugwoche in Reims 1909 ersetzte Farman den unzuverlässigen 50-PS-Vivinus-Vierzylinder-Reihenmotor durch den modernen Gnôme-7-Zylinder-Umlaufmotor gleicher Leistung. Mit dem Gewinn einer Reihe von Preisen war die Flugwoche ein großer Erfolg für Farman:

  • 1. Preis Distanzflug über 180 km
  • 1. Preis für Flug mit zwei Passagieren
  • 2. Preis für Höhenflug mit 110 m

Weitere Nutzungen

Farman III Model 1910, Nachbau des ersten deutschen Militärflugzeugs von 1910 im Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow

1910 überarbeitete Farman den Typ III. Er vergrößerte die Abmessungen und ersetzte den Motor durch einen 60-PS-E.N.V-Motor.

Louis Paulhan reiste mit zwei Farman III in die USA, um die Maschine vorzuführen. Auf dem Dominguez International Air Meet in Los Angeles vom 10. bis 20. Januar 1910 wurde er der große Flugstar. Die spektakulären Flugmanöver begeisterten die Amerikaner. Er setzte einen neuen Höhenrekord mit 1269 m und einen Dauerflugrekord mit 1 Stunde und 49 Minuten.

Paulhan nahm auch den amerikanischen Verleger William Randolph Hearst zu seinem ersten Flug mit. Für die US Army wurden Bombenabwurf-Versuche mit Bombenattrappen durch den Passagier Leutnant Paul Beck durchgeführt.

Vom 27. bis 28. April 1910 fand das nächste Flugrennen von London nach Manchester statt. Das Rennen über 294 km machte die beiden Farman III-Piloten Claude Grahame-White und Louis Paulhan weltbekannt. Louis Paulhan wurde der Sieger und erhielt den gestifteten Preis der Daily Mail über 10000 £.

Ab Mai 1910 bildet Simon Brunnhuber mit einer von Walther Huth importierten Farman III auf dem Flugplatz Döberitz die ersten deutschen Militärpiloten aus. Da die Flüge im Jahr 1910 unfallfrei verlaufen, wird die dem Militär zunächst unentgeltlich überlassene Maschine am 18. Dezember 1910 als erstes deutsches Militärflugzeug mit der Heeresbezeichnung „B 1“ angekauft.[1]

Im Juni 1910 flog der Leutnant Savoia in Etappen von Mourmelon zum Flugplatz Centocelle in der Nähe von Rom.

Am 14. Oktober 1910 kam es zu einem spektakulären Flug in Washington, D.C. durch Claude Grahame White, der einen Flug über der W. Executive Avenue durchführte.

Erster Kriegseinsatz in Libyen 1911

Einige Farman III wurden nach Italien verkauft und dort von der Armee zur ersten Flugeinheit in der Luftfahrtgeschichte zusammengestellt. Der erste Kriegseinsatz war im Italienisch-Türkischen Krieg in Libyen Ende 1911. Die Farman III wurde hier zur Fotoaufklärung verwendet.

Nachbauten

Die Farman III wurde in mehreren Ländern verwendet und modifiziert. Die bekanntesten Modelle waren die Bristol Boxkite und die deutschen „Albatros-Farman“ genannten Nachbauten durch die Albatros Flugzeugwerke.

Die russische Armee verwendete auch Farman III im geringen Umfang. Deren Nachfolger die Farman IV wurde allerdings im großen Maßstab zur Schulung verwendet.

Ein flugfähiger Nachbau des Farman III befindet sich im Fliegenden Museum in Großenhain.

Technische Daten

Claude Grahame-White mit seiner Farman III über der W. Executive Ave. in Washington D.C. am 14. Oktober 1910
KenngrößeDaten
Besatzung1
Passagiere1–2
Länge12 m
Spannweite10,5 m
Höhe3,50 m
Flügelfläche38 m²
Leermasse400 kg
Startmasse550 kg
Höchstgeschwindigkeit60 km/h
Reichweite180 km
Triebwerkein Gnôme-7-Zylinder Umlaufmotor mit 50 PS (37 kW)

Literatur

  • Christopher Chant: Austro-Hungarian Aces of World War I, Osprey Publishing

Einzelnachweise

  1. Günter Schmitt: Als die Oldtimer flogen – Die Geschichte des Flugplatzes Johannisthal. Transpress, Berlin 1980, ISBN 3-344-00129-9., S. 160

Weblinks

Commons: Farman III – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Auf dieser Seite verwendete Medien

Farman III Nachbau.jpg
Autor/Urheber: Dirk1981, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Nachbau einer Farman III (erstes deutsches Militärflugzeug 1910) im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Berlin Gatow
Farman III.jpg
Paulhan aeroplane taking off, Los Angeles, Calif.

Farman III aeroplane flown by Louis Paulhan at the Dominguez International Air Meet, Los Angeles, January 10-20, 1910.

NOTES:Title from unverified data provided by the Bain News Service on the negatives or caption cards.
Louis Paulhan flying with a passenger (Mrs. Dick Ferris?) in his Henry Farman biplane, at the Dominguez Field Air Meet, Los Angeles, January 1910 (CHS-5602).jpg

Louis Paulhan flying with a passenger (Mrs. Dick Ferris?) in his Henry Farman biplane, at the Dominguez Field Air Meet, Los Angeles, January 1910
Photograph of Louis Paulhan flying with a passenger (Mrs. Dick Ferris?) in his Henry Farman biplane, at the Dominguez Field Air Meet, Los Angeles, January 1910. Paulhan and his passenger are sitting at the center of the front wings in this primitive biplane. The nose is triangular shaped with a wing (or flap) in the center of the nose. A propeller spins just below the wings and between the two pairs of landing wheels. The rear of the plane consists of two square wings with a flap that runs perpendicular to the wings.
Call number: CHS-5602
Legacy record ID: chs-m13046; USC-1-1-1-13198
Photographer: C.C. Pierce & Co.
Filename: CHS-5602
Coverage date: 1910-01
Part of collection: California Historical Society Collection, 1860-1960
Type: images
Geographic subject (city or populated place): Dominguez Hills; Los Angeles
Repository name: USC Libraries Special Collections
Accession number: 5602
Microfiche number: 1-102-11; 1-103-11
Archival file: chs_Volume81/CHS-5602.tiff
Part of subcollection: Title Insurance and Trust, and C.C. Pierce Photography Collection, 1860-1960
Repository address: Doheny Memorial Library, Los Angeles, CA 90089-0189
Geographic subject (country): USA
Format (aacr2): 2 photographs : glass photonegative, photoprint, b&w ; 21 x 26 cm.
Rights: Digitally reproduced by the USC Digital Library; From the California Historical Society Collection at the University of Southern California
Subject (adlf): airport features
Project: USC
Repository email: specol@usc.edu
Contributing entity: California Historical Society
Date created: 1910-01
Publisher (of the digital version): University of Southern California. Libraries
Format (aat): photographic prints; photographs
Geographic subject (state): California
Subject (file heading): Transportation -- Air -- Aviation Meets
Format: glass plate negatives
Access conditions: Send requests to address or e-mail given. Phone (213) 821-2366; fax (213) 740-2343.
Geographic subject (county): Los Angeles
Subject (lcsh): Aeronautics; Airplanes; Airplane racing
Subject: Paulhan, Louis; Dominguez Air Meet of 1910