Facharbeiter für Tierproduktion

(c) Bundesarchiv, Bild 183-42212-0001 / CC-BY-SA 3.0
Junger Zootechniker (rechts) mit Besamungstechniker (links) in der LPG Frauenprießnitz (1956)

Facharbeiter für Tierproduktion (oder spezialisiert, z. B. Facharbeiter für Rinderzucht; ursprünglich Zootechniker[1]) war ein landwirtschaftlicher Ausbildungsberuf in der DDR.[2]

Beschreibung

Der Name Zootechniker ist aus dem russischen зоотехник (sootechnik) entlehnt; der entsprechende Beruf existierte auch in der UdSSR und anderen sozialistischen Staaten. In der Sozialstruktur des „sozialistischen Dorfes“ nach der Anfang der 1960er Jahre abgeschlossenen Kollektivierung der Landwirtschaft standen die landwirtschaftlichen Facharbeiter wie Zootechniker (sowie Agrotechniker als Äquivalent im Pflanzenanbau) zwischen Handarbeitskräften einerseits und der „landwirtschaftlichen Intelligenz“ andererseits, die Hochschulen und Fachhochschulen absolviert hatte und in den landwirtschaftlichen Staatsbetrieben oder der ländlichen kommunalen Verwaltung die Führungspositionen einnahm.[3]

In der DDR spezialisierten sich Zootechniker entweder auf Rinder- oder Schweineproduktion bzw. -zucht. Die Absolventen führten alle notwendigen Arbeiten zur Haltung, Fütterung, Pflege und Aufzucht von Rindern und Schweinen durch. Dazu gehörten auch die Bedienung und Pflege der einzusetzenden Geräte, Maschinen und Anlagen sowie, bei Bedarf, der Einsatz in der Pflanzenproduktion zur Ernte von Futterpflanzen oder Pflege von Weideanlagen. Beschäftigungsmöglichkeiten fanden sich v. a. in den LPG oder VEG des Landes, aber auch in tierwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalten. Für die Ausbildung war der Abschluss der 10. Klasse einer Polytechnischen Oberschule erforderlich. Die normale Facharbeiterausbildung dauerte 2 Jahre, bzw. als Berufsausbildung mit Abitur 3 Jahre.[4]

Die alte Berufsbezeichnung existiert in dieser Form heute nicht mehr. Sie entspricht dem Berufsbild Tierwirt/in, unter dem sich die Rinderhaltung, Schweinehaltung, Geflügelhaltung, Schäferei und Imkerei sammeln.

Persönlichkeiten mit Ausbildung als Zootechniker oder vergleichbaren Berufen

Siehe auch

Literatur

  • Facharbeiter für die Tierproduktion, Berufsnummer 50211 Berufsbild für die Berufsberatung (Broschüre), ausgearbeitet von Dr. Schmidt. Zentralinstitut für Berufsbildung DDR, 1985
  • Zootechniker Berufsbild für die Berufsberatung (Broschüre), ausgearbeitet von Dr. Schmidt. Zentralinstitut für Berufsbildung DDR, 1983
Commons: Zootechniker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zootechniker – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Tätigkeitsbeschreibung von Facharbeiter/Facharbeiterin für Tierproduktion (Schweineproduktion) vom 29. August 2005 (abgerufen am 5. Juli 2010)
  2. Arbeiten in der DDR, Berufe und Tätigkeiten mit Facharbeiter (abgerufen am 5. Juli 2010)
  3. Arnd Bauerkämper: Die Sozialgeschichte der DDR. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57637-2, S. 32–34.
  4. Dokumente zur Berufsbildung in der DDR, Berufsgruppe 50 Land-, Forst- und Fischwirtschaft (abgerufen am 5. Juli 2010)

Auf dieser Seite verwendete Medien

Bundesarchiv Bild 183-42212-0001, Frauenprießnitz, Bauern im Kuhstall.jpg
(c) Bundesarchiv, Bild 183-42212-0001 / CC-BY-SA 3.0
Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein.
Frauenprießnitz, Bauern im Kuhstall Zentralbild -Richter Rie-Ho 22.12.1956 Junge Zootechniker bewähren sich. Im Juni 1956 legten 58 Zootechniker und Agronomen ihr Staatsexamen an der Fachschule für Landwirtschaft in Triptis-Thür.ab und nahmen ihre Tätigkeit in den MTS, LPG und VEG auf.Einer dieser jungen Zootechniker ist der 22-jährige Heinrich Schmidt, der seit dem 15.7.1956 in der LPG Frauenprießnitz, Bez.Gera, arbeitet.Er betreut in der LPG 230 Rinder, 520 Schweine 250 Schafe und einige 100 Stück Gefügel.Zu seinem Aufgabenbereich gehört u.a.das Führen des Zuchtbuches, laufende Milchprüfungen, ferner hat er einen wesentlichen Einfluss bei der Aufstellung des Futterplanes und des Produktionsplanes und des Produktionsplanes für Gross-und Kleinvieh. UBz: Zootechniker Heinrich Schmidt(rechts) und Besamungstechniker Egon Hofmeister wählen sich die Kühe aus, die für die Besamung vogesehen sind.