Eric Butler (Politiker)
Eric Dudley Butler (* 7. Mai 1916 in Benalla, Victoria; † 7. Juni 2006 in Victoria) war ein australischer Politiker und Journalist. Er gründete die Australian League of Rights und führte sie viele Jahre als Vorsitzender. Diese rechtsextreme, antisemitische und antikommunistische Partei war jahrzehntelang die bedeutendste Partei der Rechten Australiens.
Frühes Leben
Butler wurde 1916 in Benalla geboren.[1] Sein Vater war Lehrer und Schulleiter, und dessen Vorfahren stammten von Iren und Walisern ab. Eric Butler war in seiner Jugend ein regional bekannter Schlagmann im Cricketspiel.[2] Er lebte die meiste Zeit in der Nähe von Melbourne. In den 1930er Jahren wurde er ein Anhänger der rechtsradikalen Ideologie des Social Credits des schottischen Ingenieurs Clifford Hugh Douglas und schrieb als Journalist ab 1938 für die Zeitung New Times der Social Credit Party of Australia. 1937 legten der australische Security Service und die Military Police Intelligence eine Akte über ihn an.
Zweiter Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs diente Butler im pazifischen Raum in der Australian Army.[3][4] Während des Krieges standen seine politische Aktivitäten unter Überwachung der australischen Sicherheitsbehörden, und im Dezember 1941 wurden Artikel von Butler in der New Times zensiert, als er die Sowjetunion als „a Jewish slave state […] controlled by international Jewish financiers in New York“ („ein jüdischer Sklavenstaat […] der von jüdischen Finanziers in New York kontrolliert wird“) bezeichnete.[3] Butler wurde 1941 von den Sicherheitsdiensten verhört, und ihr Urteil lautete, dass er ein „good soldier“ sei.[4]
1945 schrieb Butler über den Premierminister Robert Menzies der Liberal Party of Australia, dass dieser ein gefährlicher Politiker und ein Diktator sei, wie auch Herbert Vere Evatt,[4] der spätere Justiz- und Außenminister Australiens. Evatt leitete als damaliger Generalstaatsanwalt eine parlamentarische Untersuchung über die Aktivitäten von Butler ein, die für diesen folgenlos blieb.[4][5]
Nach dem Zweiten Weltkrieg
1946 gründete Butler die League of Rights in South Australia und Victoria,[4] und er publizierte 1946 in der Zeitschrift The International Jew, wo er behauptete, dass Winston Churchill, Theodore Roosevelt und weitere Führer in Großbritannien und den USA wie auch in der Sowjetunion unter Dominanz und Einfluss der internationalen jüdischen Finanzherrschaft stünden.[4]
Die League of Rights in South Australia konzentrierte sich damals auf eine Kampagne gegen die nationalen Banken, bevor sie sich anschließend in weitere Bundesstaaten verzweigte. Die Australian League of Rights wurde 1961 gegründet, deren Nationaldirektor Butler bis zu seinem Ausscheiden 1992 war. Obwohl Butler als Unabhängiger für das Australian House of Representatives 1951 kandidierte, war von ihm nicht beabsichtigt, dass sich die League zu einer politischen Partei entwickelt. Eher war sie eine Interessensgruppe und Basisorganisation, die Butlers Vorstellungen von Antikommunismus, Social Credit, Monarchie und britischen Idealen verbreiten sollte. In den 1950er Jahren war er für einige Jahre Mitglied des Eltham Shire Council und Shire-Präsident (Eltham ist ein Vorort von Melbourne).
Neben der Zeitung New Times brachte die League of Rights verschiedene Publikationen wie die Wochenzeitschrift On Target und die Monatszeitschrift Intelligence Survey heraus. Ab 1949 veröffentlichte Butler in der damals konservativen Melbourner Morgenzeitung The Argus eine Artikelreihe zu nationalen und internationalen Angelegenheiten. Als bekannt wurde, dass die Artikel auf Schulungsmaterial der League of Rights und der Ideologie des Social Credits basierten, wurden sie abgesetzt.
In den 1960er Jahren wurde bekannt, dass Mitglieder der League of Rights in den konservativen Parteien der Liberal Party und Country Party, dem Vorläufer der National Party of Australia, doppelt als Mitglieder eingetragen waren. Ein enger Vertrauter Butlers, Arthur Chresby, wurde in der Queenslandwahl als Kandidat der Liberal Party gewählt.[6] Nach und nach warnten die Parteiführer der Country Party und National Party vor einer Infiltration ihrer Partei durch die League of Rights, daraufhin wurden teilweise Parteimitglieder und Parteigliederungen ausgeschlossen.
Das Mitglied der Liberal Party James Killen, der ab 1969 australischer Verteidigungsminister war, wurde in den 1960er Jahren als Anhänger der Australian League of Rights bekannt, als er 1962 mit Butler nach Großbritannien reiste, um dort gegen den Beitritt gegen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und für die Regierung von Ian Smith in Rhodesien aufzutreten.[7] In den 1960er und 1970er Jahren verteidigte Butler die Apartheid in Südafrika und das weiße Minderheitenregime von Ian Smith in Rhodesien. Butler als Befürworter der Apartheid reiste einige Male nach Südafrika und Rhodesien, die er als „Bastionen gegen den Kommunismus in Afrika“ betrachtete. Er war auch der Fernost-Korrespondent des Magazins American Opinion der rechtsradikalen John Birch Society in den USA.[8]
Im Juli 1972 diskutierte Butler mit Max Teichmann, einem Lehrstuhlinhaber für Politik in der Monash University im Fernsehprogramm Monday Conference der Australian Broadcasting Corporation. Teichmann konfrontierte Butler mit seinen ausgewiesenen antisemitischen Statements aus den 1930er und 1940er Jahren und forderte ihn auf, sich davon zu distanzieren, woraufhin Butler auswich.[7] Das Fernsehprogramm beleuchtete auch die Angelegenheit der Infiltration der Country Party durch die League of Rights vor den Nationalwahlen im Dezember 1972, als die konservative Regierung unterlag, die viele Jahre regiert hatte.
Butler lebte im ländlichen Victoria und in seinen späten Jahren auf einer Farm bei Panton Hill, die ein Ort für Treffen der League of Rights und andere rechtsextremistische Personen war. Er trat 1992 als Direktor der League of Rights zurück und übergab diese Position an David Thompson, aber er blieb bis kurz vor seinem Tod politisch aktiv. 1999 hielt er eine Rede für den Leugner des Holocaust David Irving. Butler starb 2006 im Alter von 90 Jahren.
Literatur
- Konrad Kwiet: Butler, Eric, in: Handbuch des Antisemitismus, Band 2/1, 2009, S. 117
Weblinks
- Australian League of Rights (englisch) (Diese Website führt das Archiv der Zeitschrift On Target seit 1965.)
Einzelnachweise
- ↑ ww2roll.gov.au:WW2 Nominal Roll – Certificate for Eric Dudley Butler ( vom 19. Mai 2011 im Internet Archive) (englisch)
- ↑ alor.org:The Man from Runnymede ( vom 24. März 2012 im Internet Archive) (englisch)
- ↑ a b aijac.org.au:Tzadik ( vom 25. August 2006 im Internet Archive) (englisch)
- ↑ a b c d e f jcu.edu.au:The League of Rights: a reply to Brockett ( vom 25. August 2008 im Internet Archive) (englisch)
- ↑ K. D. Gott (1965): Voices of Hate. A Study of the Australian League of Rights and its Director, Eric D. Butler, s. 18, Dissent Publishing Association, Melbourne
- ↑ alor.org:On Target Vol.19 ( vom 16. September 2009 im Internet Archive) (englisch)
- ↑ a b alor.org:On Target Vol.8 ( vom 14. Mai 2011 im Internet Archive) (englisch)
- ↑ theflatearthsociety.org: Military (englisch), abgerufen am 4. April 2011
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Butler, Eric |
| ALTERNATIVNAMEN | Butler, Eric Dudley (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | australischer Politiker und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 7. Mai 1916 |
| GEBURTSORT | Benalla, Victoria |
| STERBEDATUM | 7. Juni 2006 |
| STERBEORT | Victoria |