Er Lannic
| Er Lannic | ||
|---|---|---|
| Gewässer | Golf von Morbihan | |
| Geographische Lage | 47° 34′ 5″ N, 2° 53′ 49″ W | |
| Länge | 100 m | |
| Breite | 130 m | |
| Fläche | 1 ha | |
| Einwohner | unbewohnt | |
Er Lanic (auch Lanic) ist eine kleine Insel im Golf von Morbihan. Sie gehört zur bretonischen Gemeinde Arzon im Département Morbihan in der Bretagne in Frankreich.
Die Insel liegt etwa 500 m südlich der Insel Gavrinis, die von Touristen per Boot von Larmor-Baden aus angefahren wird. Bei der Anfahrt kann man die Steinkreise auf Er Lannic gerade erkennen. Die unbewohnte Insel ist ein Vogelschutzgebiet und darf während der Brutzeit (15. März bis 31. August) nicht betreten werden.
Steinkreise
Auf Er Lannic befinden sich zwei Steinkreise.

Es existieren vielfältige Spekulationen über die Funktion von Steinkreisen (Cromlechs): Observatorium, Versammlungs- bzw. Kultplatz, Tabu- bzw. Schutzbereich etc. Da in den meisten Fällen nicht mehr alle Steine eines Cromlech vorhanden sind oder aber nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz stehen, sind astronomische Deutungen schwierig wenn nicht gar unmöglich. Zudem ist es möglich, dass im Lauf der Zeit ein Funktionswandel eingetreten ist.
Datierung
Über das Alter der Anlage besteht Unklarheit. Einige Forscher halten die bretonischen Steinkreise für älter als die meisten anderen Megalithbauten in der Umgebung und schlagen Datierungen um 5000 bis 4500 v. Chr. vor. Wieder andere halten sie jedoch für jünger und datieren sie ins 4. Jahrtausend v. Chr.
Anlage
Das Monument wurde in den Jahren zwischen 1923 und 1926 von dem französischen Archäologen Zacharie Le Rouzic (1864–1939) untersucht, teilweise ausgegraben und rekonstruiert.
Von den sich (in Form einer Acht) tangierenden Steinkreisen steht der eine noch zu einem Drittel auf der Insel, der andere liegt völlig im Wasser. Am Berührungspunkt der Kreise stand einst ein sieben Meter hoher Menhir.
Der nördliche Kreis hat einen Durchmesser von 65 m und besteht aus etwa 60 Monolithen von 2,5 bis 5,0 m Höhe. Der südliche Steinkreisrest hatte einst ebenfalls etwa 60 Steine und 61 m Durchmesser. Er hat heute eine nach Osten offene Hufeisenform. Das Ensemble bestand ehemals aus über 120 Steinen, von denen heute noch 49 existieren; davon sind jedoch (bei Flut) nur etwa 16 sichtbar – die übrigen sind von Wasser bedeckt. Drei Steine tragen Gravuren.
Verbreitung
Die beiden Steinkreise von Er Lannic gehören zu den wenigen Steinkreisen im Département Morbihan. Der Cromlech von Kergonan, mit etwa 101 m Durchmesser, der größte in Frankreich, steht auf der nahen Île-aux-Moines; zwei weiterer (Cromlech Nord und Süd) im Wald bei Kerlescan. Am westlichen Enden der Steinreihe von Le Menec bei Carnac ist ein nur in Teilen erhaltener Cromlech zu sehen, der von den – wahrscheinlich jüngeren – Steinreihen zerschnitten wird. Eine andere Steinsetzung (quadrilatère) mit 22 noch erhaltenen Steinen östlich der Ortschaft Crucuno folgt einem eher rechteckigen Grundriss. Andere Steinkreise befinden sich im Département Finistère.
Meeresspiegelanstieg

Neben Er Lannic werden einige Allées couvertes und Menhire heute bei Flut überspült. Sie sind Beleg für das Ansteigen des Meeresspiegels seit der Jungsteinzeit, in der die Anlagen nicht derart meernah errichtet wurden. Beispiele sind die Allée couverte im Estuaire de la Quillimadec westlich von Guissény und der Cairn de Îlot-de-Roc’h-Avel. Der Menhir von Penloïc (oder Penglaouic) bei Loctudy (Finistère) an der Mündung des Flusses von Pont-l'Abbe ragt vier Meter aus dem Schlick. Der im Neolithikum auf festem Boden errichtete Menhir liegt etwa 0,75 m unter dem heutigen mittleren Meeresspiegel, die Basis liegt noch etwa 0,50 m tiefer. Ähnlich verhält es sich mit dem Menhir von Léhan.
Siehe auch
Literatur
- Aubrey Burl: A Guide to the Stone Circles of Britain, Ireland, and Brittany. Yale University Press, New Haven CT u. a. 1995, ISBN 0-300-06331-8.
- Philippe Gouezin und Eric Le Gall: Le Site mégalithique d’Er Lannic. Association »Archéo douar Mor«, Yale University Press 1992, S. 255–256, ISBN 0-300-11406-0
Weblinks
- Er Lannic – Text und Bilder (franz.) (zuletzt abgerufen am 10. Dezember 2012)
- Er Lannic – Text und Bilder (engl.) (zuletzt abgerufen am 10. Dezember 2012)
- Steinkreis von Kergonan (engl.) (zuletzt abgerufen am 10. Dezember 2012)
- Steinkreis von Kerlescan (engl.) (zuletzt abgerufen am 10. Dezember 2012)
- Steinkreise in der Bretagne – Karte + Fotos (engl.) (zuletzt abgerufen am 10. Dezember 2012)
- Beschreibung und Skizzen
Auf dieser Seite verwendete Medien
Autor/Urheber: PhilEOS, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Im Golf de Morbihan: Der Steinkreis auf der Insel "Er Lannic"; im Hintergrund der Cairn auf der Insel Gavrinis
Autor/Urheber: Pierre F631, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Dieses Gebäude ist in der Base Mérimée, einer Datenbank des französischen Kulturministeriums über das architektonische Erbe Frankreichs, aufgeführt, unter der Angabe PA00091357
Autor/Urheber: Eric Gaba (Sting - fr:Sting), Lizenz: CC BY-SA 3.0
Blank physical map of the department of Morbihan, France, for geo-location purpose, with distinct boundaries for regions, departments and arrondissements.
© Sémhur / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
The cromlech of Er Lannic Island in the Gulf of Morbihan, Brittany (France). In the background we can see Berder Island, and at right the ship Étoile Molène.
Autor/Urheber: Robert A. Rohde, Lizenz: CC BY-SA 3.0

This figure shows sea level rise since the end of the last glacial episode based on data from Fleming et al. 1998, Fleming 2000, and Milne et al. 2005. These papers collected data from various reports and adjusted them for subsequent vertical geologic motions, primarily those associated with post-glacial continental and hydroisostatic rebound. The first refers to deformations caused by the weight of continental ice sheets pressing down on the land the latter refers to uplift in coastal areas resulting from the increased weight of water associated with rising sea levels. Because of the latter effect and associated uplift, many islands, especially in the Pacific, experienced higher local sea levels in the mid-Holocene than they do today. Uncertainty about the magnitude of these corrections is the dominant uncertainty in many measurements of sea level change.
The black curve is based on minimizing the sum of squares error weighted distance between this curve and the plotted data. It was constructed by adjusting a number of specified tie points, typically placed every 1 kyr but at times adjusted for sparse or rapidly varying data. A small number of extreme outliers were dropped. Some authors propose the existence of significant short-term fluctuations in sea level such that the sea level curve might oscillate up and down about this ~1 kyr mean state. Others dispute this and argue that sea level change has largely been a smooth and gradual process. However, at least one episode of rapid deglaciation, known as meltwater pulse 1A, is agreed upon, and is indicated on the plot. A variety of other accelerated periods of deglaciation have been proposed (i.e. meltwater pulse 1B, 1C, 1D, 2, 3...), but it is unclear whether these actually occurred or merely reflect misinterpretation of difficult measurements. No other events are evident in the data presented above.
The lowest point of sea level during the last glaciation is not well constrained by observations (shown here as a dashed curve), but is generally argued to be approximately 130 ± 10 m below present sea level and to have occurred at approximately 22 ± 3 thousand years ago. The time of lowest sea level is more or less equivalent to the Last Glacial Maximum. Prior to this time, ice sheets were still increasing in size, so sea level had been decreasing almost continuously for approximately 100,000 years.

