Meerträubel

Meerträubel

Ephedra fragilis auf Mallorca

Systematik
Abteilung:Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung:Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse:Coniferopsida
Ordnung:Gnetales
Familie:Meerträubelgewächse (Ephedraceae)
Gattung:Meerträubel
Wissenschaftlicher Name
Ephedra
L.

Meerträubel (Ephedra [ˈeːfɛdra], von gr. ἐφέδρα ephédra »Pferdeschwanz«) ist die einzige Gattung der Pflanzenfamilie der Meerträubelgewächse (Ephedraceae) innerhalb der Ordnung Gnetales. Diese Gattung besitzt ein disjunktes Areal mit jeweils einem Teil der 35 bis 70 Arten in der Alten Welt und der Neuen Welt.

Beschreibung

Illustration des Gewöhnlichen Meerträubels (Ephedra distachya)
Illustration aus Botany, 1871 von Ephedra antisyphilitica
Samen von Ephedra foliata

Vegetative Merkmale

Meerträubel-Arten sind verholzende Pflanzen: meist Rutensträucher, manchmal Kletterpflanzen. Die gegenständig oder zu dritt quirlig angeordneten Blätter sind schuppenartig reduziert. Die Photosynthese übernehmen die verzweigten, grünlichen Zweige.

Generative Merkmale

Die Blüten sind immer eingeschlechtig. Meist sind die Arten zweihäusig (diözisch), selten die Blüten einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Die männlichen Zapfen stehen einzeln oder zu zweit bis dritt an den Knoten (Nodien). In den männlichen Zapfen stehen die häutigen Hochblätter in zwei bis acht Wirteln paarweise oder zu dritt zusammen. Die weiblichen Zapfen stehen sich gegenständig gegenüber oder zu dritt bis viert in Wirteln in den Knoten. In den weiblichen Zapfen stehen die sich überlappenden Hochblätter in zwei bis zehn Wirteln paarweise oder zu dritt zusammen. Die Hochblätter werden bei Samenreife meist fleischig und rot (selten bleiben sie häutig und werden bräunlich). Die weiblichen Blüten besitzen ein Paar verwachsener, ledriger Schuppen. Die Meerträubel werden zu den Nacktsamern gerechnet; ihre Samenanlagen sind also nicht von Fruchtblättern geschützt. Je Zapfen werden ein bis drei gelbe bis dunkelbraune Samen gebildet.

Verbreitung der Gattung Meerträubel (Ephedra). Zusätzlich kommt Meerträubel auch in der Sahelzone Afrikas (z. B. Ephedra altissima) und im südlichen Brasilien (z. B. Ephedra tweedieana) vor.
Anden-Meerträubel (Ephedra americana) am Standort in Chile
Nebroden-Meerträubel (Ephedra major) in Karwatschar
Zweig mit weiblichen Zapfen von Ephedra antisyphilitica
Männliche Zapfen von Ephedra aspera
Gewöhnliches Meerträubel (Ephedra distachya), männliche Pflanze blühend am Standort in Russland
Reife fleischige weibliche Zapfen vom Gewöhnlichen Meerträubel (Ephedra distachya)
Rhizom des Gewöhnlichen Meerträubels (Ephedra distachya)
Männliche Zapfen von Ephedra foeminea
Männliche Zapfen von Ephedra fragilis
Ephedra nevadensis in Kalifornien
Ephedra torreyana im Habitat in Nevada
Ephedra tweedieana
Männliche Zapfen von Ephedra viridis

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Ephedra wurde durch Carl von Linné aufgestellt.[1][2] Der wissenschaftliche Name Ephedra ist geprägt worden von dem antiken griechischen Autor Dioskurides. Hierbei ist jedoch nicht klar, ob dieser tatsächlich Ephedra oder nicht doch einen Schachtelhalm meinte. Ephedra wird, weil auf den ersten Blick ähnlich, häufig mit Schachtelhalmen oder auch mit Ginsterarten verwechselt. Ein Synonym für EphedraL. ist ChaetocladusJ.Nelson[2][1]

Die Gattung Meerträubel (Ephedra) besitzt ein disjunktes Areal: Man findet sie in der Alten Welt vom Amurgebiet über Arabien bis nach Portugal, aber auch in Nordafrika, im östlichen Afrika und auf den Kanaren; in der Neuen Welt in Teilen der USA, Mexikos und Südamerikas. Sie gedeihen meist in Trockengebieten, auf Sand oder Felsen, selten findet man sie in Graslandschaften. Es gibt weltweit 35 bis 70 Ephedra-Arten. 21 Arten kommen in Eurasien vor, davon 14 in China. Zwölf Arten sind in den USA beheimatet, davon kommen fünf auch in Mexiko vor; nur eine dieser fünf Arten wächst auch in Argentinien und Chile.

Es gibt etwa 70 Ephedra-Arten:[2]

  • Ephedra alataDecne.:[3] Es gibt drei Unterarten:[2]
    • Ephedra alataDecne. subsp. alata (Syn.: Ephedra altissimaBové nom. illeg. nonDesf.): Sie kommt von der Sahara bis Arabischen Halbinsel vor.[2]
    • Ephedra alata subsp. alenda(Stapf) Trab. (Syn.: Ephedra alata var. alendaStapf, Ephedra alenda(Stapf) Andr.): Sie kommt von Nordafrika bis Mauretanien vor.[2]
    • Ephedra alata subsp. monjauzeanaDubuis & Faurel: Sie kommt nur in Algerien vor.[2]
  • Hohes Meerträubel[4] (Ephedra altissimaDesf.): Es gibt zwei Varietäten:[2][3]
    • Ephedra altissimaDesf. var. altissima: Sie kommt auf Teneriffa und in Nordafrika bis zur Sahara und Mauretanien vor.[2]
    • Ephedra altissima var. tibesticaMaire: Dieser Endemit kommt im Tschad nur im Tibesti vor.[2]
  • Anden-Meerträubel[4] (Ephedra americanaHumb. & Bonpl. ex Willd.)[3]: Es kommt von Ecuador bis zum nordwestlichen Argentinien vor.[2]
  • Ephedra antisyphiliticaBerland. ex C.A.Mey.: Sie besitzt ein disjunktes Areal zum einen in den US-Bundesstaaten Oklahoma sowie Texas und zum anderen in den mexikanischen Bundesstaaten Nuevo León sowie San Luis Potosí.[5]
  • Ephedra aphyllaForssk.[3]: Sie kommt vom östlichen Mittelmeerraum bis zur Arabischen Halbinsel vor.[2]
  • Ephedra ×arenicolaH.C.Cutler = Ephedra cutleri × Ephedra torreyana: Dieser Endemit kommt nur in Arizona vor.[2]
  • Ephedra asperaEngelm. ex S.Watson: Sie ist in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, New Mexico sowie Texas und im nördlichen Mexiko verbreitet.[5]
  • Ephedra aurantiacaTakht. & Pachom.: Sie kommt von Transkaukasien bis Zentralasien vor.[2]
  • Ephedra boelckeiF.A.Roig: Dieser Endemit kommt nur im nordwestlichen Argentinien.[2]
  • Ephedra botschantzeviiPachom.: Sie kommt vom südlichen Sibirien bis Zentralasien vor.[2]
  • Ephedra breanaPhil.: Sie kommt vom südöstlichen Peru bis zu nordwestlichen Argentinien vor.[2]
  • Ephedra brevifoliataGhahr.: Sie kommt nur im Iran vor.[2]
  • Ephedra californicaS.Watson: Sie kommt in Kalifornien und im mexikanischen Baja California vor.[5]
  • Ephedra chilensisC.Presl: Sie kommt von Chile bis zum westlichen Argentinien vor.[2]
  • Ephedra compactaRose: Ihre Heimat ist Mexiko.[2]
  • Ephedra coryiE.L.Reed: Sie gedeiht in sandigen, semiariden Gebieten in Höhenlagen von 500 bis 2300 Metern in den US-Bundesstaaten New Mexico sowie Texas.[5]
  • Ephedra cutleriPeebles: Sie gedeiht in Höhenlagen von 1400 bis 2300 Metern in den US-Bundesstaaten Arizona, Colorado, New Mexico sowie Utah.[5]
  • Ephedra dahuricaTurcz.: Sie kommt vom südlichen Sibirien bis zur Mongolei vor.[2]
  • Ephedra dawuensisY.Yang: Sie wurde 2005 aus Sichuan erstbeschrieben.[6]
  • Ephedra distachyaL.: Es gibt zwei Unterarten:[2][6]
    • Gewöhnliches Meerträubel (Ephedra distachyaL. subsp. distachya, Syn.: Ephedra monostachyaL., Ephedra polygonoidesPall. nom. illeg., Ephedra vulgarisRich. nom. illeg., Ephedra minorHost, Ephedra botryoidesFisch., Ephedra mediaC.A.Mey., Ephedra subtristachyaC.A.Mey., Ephedra arboreaLag. ex Bertol., Ephedra clusiiDufour, Ephedra macrocephalaBertol., Ephedra maritimaSt.-Lag., Ephedra dubiaRegel, Ephedra podostylaxBoiss., Ephedra linnaeiStapf ex Koehne): Sie ist von Kasachstan über West- und Zentralasien bis Xinjiang verbreitet.[6]
    • Schweizer Meerträubel (Ephedra distachya subsp. helvetica(C.A.Mey.) Asch. & Graebn., Syn.: Ephedra helveticaC.A.Mey., Ephedra vulgaris subsp. helvetica(C.A.Mey.) Nyman, Ephedra rigidaSt.-Lag., Ephedra negriiNouviant): Sie gedeiht in den Alpen nur in der Schweiz und in Italien.[2]
  • Ephedra ×eleutherolepisV.A.Nikitin = Ephedra intermedia × Ephedra strobilacea: Sie kommt nur in Tadschikistan vor.[2]
  • Mongolisches Meerträubel[4] (Ephedra equisetinaBunge, Syn.: Ephedra nebrodensis subsp. equisetina(Bunge) Breistr. ex Greuter & Burdet, Ephedra shennungianaTang, Ephedra equisetina var. monoicaY.Yang): Es ist von Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, Russland, Afghanistan und der Mongolei bis China verbreitet.[6]
  • Ephedra fasciculataA.Nelson: Sie gedeiht in Höhenlagen von 300 bis 1200 Metern in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada sowie Utah.[5]
  • Ephedra fedtschenkoaePaulsen: Sie ist von Kasachstan und Tadschikistan über die Mongolei bis Xinjiang verbreitet.[6]
  • Ephedra foemineaForssk.: Sie kommt von Südosteuropa bis zum nordöstlichen tropischen Afrika vor.[2]
  • Ephedra foliataBoiss. ex C.A.Mey. (Syn.: Ephedra ciliataAitch.): Sie kommt von Nordafrika bis Indien vor.[2]
  • Ephedra fragilisDesf.: Es gibt zwei Unterarten:[2]
    • Ephedra fragilis subsp. cossonii(Stapf) Maire: Sie kommt im nordwestlichen Afrika vor.[2]
    • Ephedra fragilisDesf. subsp. fragilis: Sie kommt in Makaronesien und im westlichen bis zentralen Mittelmeerraum vor.
  • Ephedra frustillataMiers[3]: Sie kommt in Chile und im südlichen Argentinien vor.[2]
  • Ephedra funereaCoville & C.V.Morton: Sie gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 1500 Metern in den US-Bundesstaaten Kalifornien sowie Nevada.[5]
  • Kriechendes Meerträubel (Ephedra gerardianaWall. ex Stapf): Es gibt zwei Unterarten:
    • Ephedra gerardianaWall. ex Stapf var. gerardiana: Sie ist von Tadschikistan, Afghanistan über Pakistan, das nördliche Indien, Nepal, Sikkim, bis Tibet, Qinghai sowie Xinjiang verbreitet.[6]
    • Ephedra gerardiana var. sikkimensisStapf (Syn.: Ephedra saxatilis var. sikkimensis(Stapf) Florin, Ephedra gerardiana var. saxatilisStapf, Ephedra saxatilis(Stapf) Royle ex Florin, Ephedra gerardiana var. congestaC.Y.Cheng): Sie ist von Bhutan, Nepal und Sikkim bis ins südliche Tibet sowie ins nördliche Yunnan verbreitet.[6]
  • Ephedra glaucaRegel: Sie kommt vom Iran bis zur Mongolei vor.[2]
  • Ephedra holopteraRiedl: Sie kommt nur im Iran vor.[2]
  • Ephedra intermediaSchrenk & C.A.Mey.: Sie ist von Südwestasien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, südwestlichen Sibirien, Afghanistan, Pakistan, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei, in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Liaoning, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, Shandong, Shanxi sowie Xinjiang verbreitet.[6]
  • Ephedra ×intermixtaH.C.Cutler = Ephedra trifurca × Ephedra torreyana: Sie kommt nur in New Mexico vor.[2]
  • Ephedra kardangensisP.Sharma & P.L.Uniyal: Sie wurde 2010 erstbeschrieben. Die Heimat ist der westliche Himalaja.[2]
  • Ephedra khurikensisP.Sharma & P.L.Uniyal: Sie wurde 2010 erstbeschrieben und kommt nur in der westlichen Himalajaregion vor.[2][7]
  • Ephedra laristanicaAssadi: Sie kommt nur im Iran vor.[2]
  • Ephedra likiangensisFlorin: Sie gedeiht im Gebirge in Höhenlagen von 2300 bis 4200 Metern in den chinesischen Provinzen westliches Guizhou, westliches Sichuan, nordwestliches Yunnan sowie im östlichen Tibet.[6]
  • Ephedra lomatolepisSchrenk: Sie ist in Kasachstan, der südwestlichen Mongolei sowie in Xinjiang verbreitet.[6]
  • Nebroden-Meerträubel (Ephedra majorHost, Syn.: Ephedra nebrodensisTineo, Ephedra graecaC.A.Mey., Ephedra equisetiformisWebb & Berthel., Ephedra vulgarisWillk., Ephedra villarsiiGren. & Godr., Ephedra scopariaLange, Ephedra atlanticaAndr., Ephedra major var. nebrodensis(Tineo) Hayek, Ephedra major var. suggaricaMaire, Ephedra major subsp. villarsii(Gren. & Godr.) P.Fourn., Ephedra major var. atlantica(Andr.) Maire, Ephedra nebrodensis var. scoparia(Lange) Nyman, Ephedra nebrodensis subsp. suggarica(Maire) Breistr. ex Greuter & Burdet): Sie kommt von den Kanaren über den Mittelmeerraum bis nach Mauretanien vor.[2]
  • Ephedra milleriFreitag & Maier-St.: Sie kommt nur in Oman und im Jemen vor.[2]
  • Ephedra minutaFlorin: Sie gedeiht im Hochgebirge in Höhenlagen von 2000 bis 4800 Metern in den chinesischen Provinzen Qinghai sowie Sichuan.[6]
  • Ephedra monospermaJ.G.Gmel. ex C.A.Mey.: Sie ist von Kasachstan, Sibirien, der Mongolei, Pakistan bis China verbreitet.[6]
  • Ephedra multifloraPhil. ex Stapf: Sie kommt in Chile und Argentinien vor.[2]
  • Ephedra nevadensisS.Watson: Sie gedeiht in Höhenlagen von 700 bis 1900 Metern in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada, Oregon sowie Utah.[5]
  • Ephedra ochreataMiers: Sie kommt in Argentinien vor.[2]
  • Ephedra oxyphyllaRiedl: Sie kommt nur im östlichen Afghanistan vor.[2]
  • Ephedra pachycladaBoiss.[3]: Es gibt seit 1992 zwei Unterarten:[2]
    • Ephedra pachycladaBoiss. subsp. pachyclada: Sie kommt von der Arabischen Halbinsel über den südlichen Iran bis Pakistan vor.[2]
    • Ephedra pachyclada subsp. sinaica(Riedl) Freitag & Maier-St. (Syn.: Ephedra sinaica): Sie kommt von der Sinaihalbinsel bis zur Arabischen Halbinsel vor.[2]
  • Ephedra pangiensisRita Singh & P.Sharma: Sie 2015 aus Himachal Pradesh erstbeschrieben.[2]
  • Ephedra pedunculataEngelm. ex S.Watson: Sie ist von Texas bis ins nördliche Mexiko verbreitet.[5]
  • Ephedra pentandraPachom.: Sie kommt nur im Iran vor.[2]
  • Ephedra przewalskiiStapf: Sie ist von Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Pakistan und der Mongolei bis China verbreitet.[6]
  • Ephedra pseudodistachyaPachom.: Sie kommt von Sibirien bis zur Mongolei vor.[2]
  • Ephedra regelianaFlorin: Sie ist von Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Afghanistan, Pakistan und nördlichen Indien bis Xinjiang verbreitet.[6]
  • Ephedra rhytidospermaPachom.: Sie kommt in der Mongolei, in der Inneren Mongolei (nur im Helan Shan) und in den chinesischen Provinzen Gansu (nur im Baoji Shan) sowie Ningxia (nur im Helan Shan) vor.[6]
  • Ephedra rituensisY.Yang, D.Z.Fu & G.H.Zhu: Sie wurde 2003 erstbeschrieben und gedeiht in Höhenlagen von 3200 bis 4600 Metern in Tibet.[6]
  • Ephedra rupestrisBenth.: Sie kommt in Ecuador, Bolivien, Peru und im nordwestlichen Argentinien vor.[2]
  • Ephedra sarcocarpaAitch. & Hemsl.: Sie kommt im südlichen Afghanistan und im südwestlichen Pakistan vor.[2]
  • Chinesisches Meerträubel[4] (Ephedra sinicaStapf): Es ist in der Mongolei, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Heilongjiang, Jilin, Liaoning, Ningxia, Shaanxi sowie Shanxi verbreitet.[6]
  • Ephedra somalensisFreitag & Maier-St.: Sie kommt nur in Eritrea und im nördlichen Somalia vor.[2]
  • Ephedra strobilaceaBunge: Es gibt zwei Unterarten. Sie kommen von Zentralasien bis zum Iran vor.[2]
  • Ephedra sumlingensisP.Sharma & P.L.Uniyal: Die Heimat ist der westliche und zentrale Himalaja.[2]
  • Ephedra tilhoanaMaire: Sie kommt nur im Tschad vor.[2]
  • Ephedra torreyanaS.Watson:[5] Es gibt zwei Varietäten. Sie kommen in den USA und im nordöstlichen Mexiko vor.[2]
  • Ephedra transitoriaRiedl: Das Verbreitungsgebiet reicht von Syrien bis zur Arabischen Halbinsel.[2]
  • Ephedra triandraTul.: Sie kommt in Bolivien und Argentinien vor.[2]
  • Ephedra trifurcaTorr. ex S.Watson: Sie ist in den US-Bundesstaaten Arizona, Colorado, Nevada, New Mexico, Texas sowie Utah und im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua verbreitet.[5]
  • Ephedra trifurcataZöllner: Sie ist in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, New Mexico sowie Texas und in den mexikanischen Bundesstaaten Baja California, Chihuahua, Coahuila sowie Sonora verbreitet.[5]
  • Ephedra tweedieanaC.A.Mey.: Sie kommt im südlichen Brasilien, in Uruguay und im nordöstlichen Argentinien vor.[2]
  • Ephedra viridisCoville: Sie gedeiht in Höhenlagen von 800 bis 2500 Metern in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Colorado, Nevada, New Mexico, Oregon, Utah sowie Wyoming.[5]
  • Ephedra vvedenskyiPachom.: Das Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Transkaukasien bis zum südlichen Turkmenistan.[2]
  • Ephedra yangthangensisP.Sharma & Rita Singh: Sie wurde 2016 erstbeschrieben und kommt im westlichen-zentralen Himalaja vor.[2]

Inhaltsstoffe

Genießbare weibliche Zapfen von Ephedra dahurica aus der Mongolei

Ephedra-Arten enthalten meist, aber nicht immer, herzkreislaufwirksame Alkaloide wie Ephedrin, Norephedrin, Pseudoephedrin, Norpseudoephedrin, Methylephedrin und Methylpseudoephedrin. Die chemische Struktur dieser Phenylethylamine ähnelt der des Adrenalins. Auf Grund ihrer stimulierenden Wirkung ist das Abhängigkeitspotenzial erhöht; Ephedrin unterliegt daher der Verschreibungspflicht. Der Wirkstoffgehalt ist von Pflanze zu Pflanze, aber auch schon von einer Jahreszeit zur anderen unterschiedlich. Es wurden Gehalte von 0,5 bis 49 mg Gesamtalkaloide pro 1 g diverser Ephedrazubereitung in verschiedenen Studien gefunden. Die beiden Hauptalkaloide Ephedrin und Pseudoephedrin machten dabei 70 bis 99 Prozent des Gesamtalkaloidgehaltes aus. Der Ephedringehalt lag zwischen 0 und 90 Prozent des Gesamtalkaloidgehaltes, der Pseudoephedringehalt zwischen 0,1 und 99 Prozent.[8]

Bei folgenden Arten (Auswahl) wurden die Konzentrationen der Ephedra-Alkaloide untersucht, die Konzentrationen sind in mg pro 1 g Ephedrazubereitung angegeben:[8]

Ephedra-ArtEphedra-Alkaloide
Ephedra sinica10–42 mg/g
Ephedra equisetina22–49 mg/g
Ephedra intermedia5–18 mg/g
Ephedra distachyakeine Angabe
Ephedra regeliana20–32 mg/g
Ephedra majorkeine Angabe
Ephedra monosperma28 mg/g
Ephedra lomatolepis13,6 mg/g

Verwendung

Die Bezeichnungen der Droge sind beispielsweise Meerträubelkraut, Ephedrakraut, Ephedrae herba. Die Droge ist eine im Europäischen Arzneibuch monografierte pharmazeutische Droge mit einem Gesamtalkaloidgehalt von durchschnittlich 1 bis 2 %, der jedoch stark schwanken kann. Auszüge aus Ephedrakraut (Tee) sind bei Atemwegserkrankungen mit leichtem Bronchospasmus angezeigt, jedoch ist die broncholytische Wirksamkeit unsicher. Ephedrakraut kann man ohne Rezept nicht mehr in deutschen Apotheken erwerben, seit Ephedra-Arten und Zubereitungen daraus mit Wirkung zum 1. April 2006 in die Arzneimittelverschreibungsverordnung aufgenommen wurden und somit rezeptpflichtig wurden.[9] Ephedra (Meerträubel) fällt ferner in die Kategorie 1 des Grundstoffüberwachungsgesetzes (GÜG), da das enthaltene Ephedrin als Ausgangsstoff für die illegale chemische Synthese von Methamphetamin (Meth) dient, einer Droge mit hohem Abhängigkeitspotential und toxischen Wirkungen. In Europa wurde Ephedrakraut erstmals 1557 im Kräuterbuch von Adam Lonitzer erwähnt.

„Mormonentee“ ist ein Aufguss aus den Sprossachsen von Ephedra nevadensis, der, mit einem Säuerungsmittel wie Zitronensaft aufgegossen, eine erhebliche Menge an Ephedrin aufweist. Der Name stammt von dem ehemaligen Gebrauch unter Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (oft „Mormonen“ genannt), denen neben dem Alkohol auch der Genuss von Kaffee und Schwarztee verboten ist.[10][11]

Als „Ma-Huang“ (麻黃) zählt Ephedrakraut in der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu den Mitteln der Wahl für die Behandlung von Lungen- oder Erkältungskrankheiten.[12][13] Dazu wird es in der Regel mit weiteren Heilkräutern kombiniert und als Abkochung angewendet.

Seit 2013 kommt Ephedrin auch aus Afghanistan, wo Ephedra (lokal bandak oder oman) kostengünstig zunehmend auch neben Schlafmohn angebaut wird.[14][15]

Literatur

  • Stefanie Margot Ickert-Bond, Martin F. Wojciechowski: Phylogenetic Relationships in Ephedra (Gnetales): Evidence from Nuclear and Chloroplast DNA Sequence Data. In: Systematic Botany, Volume 29, Issue 4, 2004, S. 834–849. doi:10.1600/0363644042451143 Volltext-PDF.
  • Liguo Fu, Yong-fu Yu, Harald Riedl: Ephedraceae., S. 97 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4: Cycadaceae through Fagaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1999, ISBN 0-915279-70-3. (Abschnitte Systematik mit Verbreitung)
  • C. Rydin, K. R. Pedersen, E. M. Friis: On the evolutionary history of Ephedra: Cretaceous fossils and extant molecules. Proceedings of the National Academy of Sciences. 2004. Volltext online.
  • Dennis Wm. Stevenson: Ephedraceae. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms, Oxford University Press, New York und Oxford, 1993, ISBN 0-19-508242-7.
  • Christopher J. Earle: Ephedraceae - Ephedra - Online. bei The Gymnosperm Database, 2013. Zuletzt eingesehen am 6. Mai 2019

Einzelnachweise

  1. a b Ephedra bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 4. Mai 2019.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf Ephedra. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 4. Mai 2019..
  3. a b c d e f Christopher J. Earle: Ephedraceae - Ephedra - Online. bei The Gymnosperm Database, 2013. Zuletzt eingesehen am 31. August 2014
  4. a b c d Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  5. a b c d e f g h i j k l m Dennis Wm. Stevenson: Ephedraceae. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms, Oxford University Press, New York und Oxford, 1993, ISBN 0-19-508242-7.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q Liguo Fu, Yong-fu Yu, Harald Riedl: Ephedraceae., S. 97 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4: Cycadaceae through Fagaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1999, ISBN 0-915279-70-3.
  7. Y. P. Sharma, P. L. Uniyal, O. Hammer: Two new species of Ephedra (Ephedraceae) from the western Himalayan Region. In: Systematic Botany, Volume 35, 2010, S. 730.
  8. a b Bundesinstitut für Risikobewertung: Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen, Ephedra spp. (Meerträubel-Arten) (PDF; 1,7 MB), S. 223–239, Berlin 2012, ISBN 3-938163-76-3.
  9. Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft - Verordnung zur Neuordnung der Verschreibungspflicht von Arzneimitteln.
  10. Bert Marco Schuldes: Psychoaktive Pflanzen, Nachtschatten Verlag, ISBN 3-925817-64-6.
  11. Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen, Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie; allergische und phototoxische Reaktionen. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. ecomed, Landsberg 1988, ISBN 3-609-64810-4.
  12. E. A. Abourashed et al.: Ephedra in perspective - A current review. In: Phytother. Res. Band 17, 2003, S. 703–712. PMID 12916063 doi:10.1002/ptr.1337
  13. 中藥材圖像數據庫 - 麻黃 Mahuang. In: School of Chinese Medicine - libproject.hkbu.edu.hk. Abgerufen am 1. November 2015 (chinesisch).
  14. https://www.aljazeera.com/news/2021/8/24/in-europe-fears-of-a-flood-of-afghan-made-methamphetamine-grow
  15. Emilio Casalicchio: The drugs dilemma for the West in Afghanistan. politico.ee. Abgerufen am 31. August 2021.

Weblinks

Commons: Ephedraceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Pingo-pingo (Ephedra andina)

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Ephedra major shrub growing on the top of the cliffs at the gorge of Tartar river, view from Karvachar
Ephedra tweediana (8442599660).jpg
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An Argentine species, but here at the Quail (now San Diego) Gardens. Male flowers.

In context at www.dixpix.ca/sth_cordillera/flora/gymnosperm/index.html
Botany (1871) (20124251214).jpg
Autor/Urheber:

Watson, Sereno, 1826-1892; Eaton, Daniel Cady, 1834-1895;

United States. Geological Exploration of the 40th Parallel. Report. v. 5, Lizenz: No restrictions

Title: Botany
Identifier: cu31924001731300 (find matches)
Year: 1871 (1870s)
Authors: Watson, Sereno, 1826-1892; Eaton, Daniel Cady, 1834-1895; United States. Geological Exploration of the 40th Parallel. Report. v. 5
Subjects: Botany
Publisher: Washington, Govt. Print. Off.
Contributing Library: Cornell University Library
Digitizing Sponsor: MSN

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Ephedra distachya (L.), male plant in bloom. Habitat: southern chalk slope. Vicinity of Saratov city, Russia.
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Ephedra aspera, Pima Wash Trail, South Mountain Park, Phoenix, Arizona
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Ephedra foeminea Forssk. (שרביטן מצוי), Haifa, Israel, November 2006. Other names: Ephedra campylopoda C.A.Mey.
Ephedra distachya (rhizome) 2011 1.jpg
Autor/Urheber: Le.Loup.Gris, Lizenz: CC BY-SA 3.0
''Ephedra distachya subsp. monostachya (L.) Riedl., rhizome exposed due to erosion. Habitat: southern chalk slope. Vicinity of Saratov city, Russia.
Ephedra antisyphilitica branch.jpg
Clapweed. North of Del Rio, TX, USA.
Ephedra torreyana 1.jpg
(c) Stan Shebs, CC BY-SA 3.0
Ephedra torreyana in Government Wash near the crossing of Northshore Drive, Lake Mead, southern Nevada
Pollença - Ma-10 - Mirador de Mal Pas - Ephedra fragilis 02 ies.jpg
Autor/Urheber: Frank Vincentz, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ephedra fragilis growing at Mirador de Mal Pas, peninsula of Formentor, Pollença, Mallorca
Ephedra distachya (cones) 2011 1.jpg
Autor/Urheber: Le.Loup.Gris, Lizenz: CC BY-SA 3.0
''Ephedra distachya subsp. monostachya (L.) Riedl., female plant with ripe cones. Habitat: steppe on a slope. Vicinity of Saratov city, Russia.
Ephedra fragilis2 ies.jpg
Autor/Urheber: Frank Vincentz, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ephedra fragilis
Ephedra-nevadensis-cones.jpg
Autor/Urheber: Joe Decruyenaere, Lizenz: CC BY-SA 2.0
Ephedra nevadensis, Acton, Los Angeles County